Geschäfte für den guten Zweck

Preisliste der Handlung des Evangelischen Stifts Koblenz aus der Zeit um 1900 mit dem Formular "Hauptbuch (Manual) nach Schema F" im Angebot, aus Bestand: AEKR Boppard

Preisliste der Handlung des Evangelischen Stifts Koblenz aus der Zeit um 1900 mit dem Formular „Hauptbuch (Manual) nach Schema F“ im Angebot, aus Bestand: AEKR Boppard

Das Evangelische Stift St. Martin in Koblenz wurde 1844 als Kranken- und Waisenhaus gegründet. Sein Begründer, der aus Kreuznach stammende Johann Friedrich Kehr (1804-1867), war allerdings von Hause aus Buchdrucker, und so lag es nahe, dass er dem Stift ein Geschäftsmodell zugrunde legte, bei dem sein erlernter Beruf eine zentrale Rolle spielte. Neben dem Kranken- und Waisenhaus betrieb er noch eine Druckerei, eine Buchbinderei sowie eine Buch- und Schreibwarenhandlung, deren Reinerträge unmittelbar in die Finanzierung der beiden sozialen Einrichtungen flossen. Weiterlesen

Foto Puzzel 2.0 – Album „Nicht identifizierte Fotos“

Ein erster Erfolg!

Das Archiv hat das Material, die Öffentlichkeit die Information. Mit der Vernetzung beider Komponenten vervollständigt sich das Bild der Historie!

Gruppenaufnahme Predigerseminar Soest mit Beschriftung 1902-1903; aus Bestand: AEKR Düsseldorf 8SL 046 (Bildarchiv), 030_0002

Gruppenaufnahme Predigerseminar Soest mit Beschriftung 1902-1903; aus Bestand: AEKR Düsseldorf 8SL 046 (Bildarchiv), 030_0002

Kaum war die Onlinestellung unserer Archivbilder ausgerufen (Flickr), schon erhielt ich eine Rückmeldung zu einem unserer nicht identifizierten Fotos (s.o.). Herr Michael Lavista (Pfr. in Ratingen-Hösel) wurde über die EKiR-Seite auf uns aufmerksam. Er schickte mir eine E-Mail mit den folgenden Informationen und dem Hinweis auf eine zeitliche Ungereimtheit :

„Das zweite Bild dieser Sammlung mit dem Titel Unbekannte Gruppenaufnahme mit Beschriftung 1902-1903 zeigt offenbar eine Gruppe vor dem Predigerseminar in Soest. Die Fassade im Hintergrund, insbesondere die markanten Fenster legen diesen Schluss nahe (vgl. hierzu folgende Aufnahme, dort die Fassade links im Bild!).
Anfang des 20. Jahrhunderts war ein Dr. Gotthold Müller Direktor im Soester Predigerseminar, ebenfalls kam in dieser Zeit Johannes Hymmen als Inspektor an das Seminar (Allerdings: Nach dem Personenlexikon zum deutschen Protestantismus 1919-1949 [hg. v. Braun/Grünzinger, Göttingen 2006] soll Hymmen erst 1905 an das Soester Seminar gekommen sein. Das widerspricht etwas der Jahreszahl auf dem Foto, diese Ungereimtheit kann ich mir ad hoc nicht erklären. Da müsste das Kirchenarchiv der Westfalen Aufschluss geben.).“

Ein erfreuliches Resultat der unkomplizierten Vernetzung. Vielen Dank Herr Lavista

siehe auch:

 

Buchversteck

Wenn man Bücher aus  Beständen für die Bibliothek des Archivs übernimmt und diese bevor man sie katalogisiert oder makulatiert, schaut  man in die Bücher rein um festzustellen ob sich darin interessante Einlagen befinden. Man kann dann Pflanzen, Kalenderblätter, Lesezeichen usw. finden. In dem Buch mit dem Titel „Verhandlungen der außerordentlichen Generalsynode der evangelischen Landeskirche in Preußen“ Berlin 1876,  war nicht besonders eingelegt, aber beim durchblättern bemerkte ich einen Schatten in der Mitte des Buches.

buchversteckEin näherer Blick zeigt, dass jemand knapp am Buchrücken eine Vertiefung durch mehrere Seiten gehend geschnitten hatte. Die Aussparung war ca. 2 cm tief, 8 cm lang und 3 cm breit. Einzige Erklärung, diese Vertiefung diente zur Aufbewahrung von Gegenständen, die vor Fremden geschützt werden sollten. Diese Aussparung war geeignet um zum Beispiel einen Schlüssel oder Geldscheine aufzunehmen. Da das Buch unauffällig eingebunden war und der Besitzer der Meinung war, das dieses Buch nicht interessant sei wurde es zu einem sehr sicheren Versteck. Denn nur der Eigentümer konnte wissen in welchem Buch was versteckt war, vielleicht eine Anregung wie man heute selber für wertvolle Dinge ein Versteck bauen kann.

Posterausstellung zum Reformationsjubiläum ab jetzt zu bestellen

„Here I stand… Martin Luther, die Reformation und die Folgen“: Unter diesem Titel hat das Deutsche Historische Museum in Berlin zusammen mit weiteren Kultureinrichtungen eine Ausstellung von 30 Postern im Format DIN A 1 erarbeitet. Sie zeigt die wichtigsten Stationen der Reformationsgeschichte und ihre Auswirkungen bis in die Gegenwart. Als Besonderheit lassen sich ferner 3D-eingescannte Originalexponate herunterladen und mit einem 3D-Drucker ausdrucken.

Bei Bestellung bis zum 30.7.2016 beträgt der Preis 40,–€, danach 50,–€. Die Auslieferung erfolgt ab dem 11.10.2016. Alle Informationen, Bestellformulare und Beispielseiten der Ausstellung finden Sie hier.

Wir sind dann mal online – jetzt auch auf Flickr

Flickr

Flickr-Seite des Landeskirchlichen Archivs

„Informationswohlstand FÜR ALLE“, das haben wir uns auf die Fahnen geschrieben, als wir mit diesem Archivblog 2014 starteten. Nun leiten wir den nächsten Entwicklungsschritt ein.

Seit über 20 Jahren werden ausgewählte Fotos, Abbildungen und Dokumente im Archiv der EKiR digitalisiert und mit Metadaten beschrieben. Unsere digitale Sammlung wächst stetig und umfasst heute ca. 100.000 hochauflösende Images, die für Forschungstätigkeiten, Publikationen und Ausstellungen genutzt werden können. >> weitere Infos

Eine Auswahl dessen ist nun im Fotocommunity-Portal Flickr zugänglich. Hier haben wir zunächst 758 Fotos online gestellt, die sich thematisch über 18 Fotoalben verteilen.
Zu sehen sind, neben historischen Atelierfotos, auch so manch private Knipseraufnahmen von Personen der Rheinischen Landeskirche. Sie beleuchten aus dem protestantischen Blickwinkel das Leben in der Gemeindearbeit, dem kirchlichen Vereins- und Bildungswesen sowie diversen Einrichtungen und Stiftungen. Ferner lassen sich aber auch Aufnahmen namhafter Personen, besonderer Ereignissen und Vasa Sacra finden.

Freies Wissen dank CC-Lizenzen:

Das Besondere daran ist, dass wir die Bilder, die ohnehin gemeinfrei sind, via Public Domain ins Netzt gestellt haben. Fotos, bei denen das Archiv der EKiR über die Verwertungsrechte verfügt, wurden via CC-BY-SA 2.0 (Namensnennung- Weitergabe unter gleichen Bedingungen) veröffentlicht. Damit wollen wir die Nutzung und das Teilen unserer Inhalte erlauben sowie die Kreativität einer freien Kultur fördern.

Teilen um zu erfahren:

Längst sind nicht alle Bilder vollständig beschrieben, weil uns entweder das Wissen bzw. die Informationsgrundlagen dazu fehlen. Vielleicht ergeben sich aus der Flickrcommunity Kontakte, die Kenntnis haben:

  • wer die Abgebildete Person ist ?
  • wer der Fotograf ist ?
  • in welchem Zusammenhang das Foto entstanden ist ?

Wir freuen uns über Ihre Ergänzungen !  

siehe auch Artikel der der EKIR Online Redaktion

Abgabe: Heinz Joachim Held: Köln - Blick über den Rhein auf den Kölner Dom und das Rathaus ca.1910, aus Bestand: AEKR Düsseldorf 8SL046 (Bildarchiv), 80017_004

Abgabe: Heinz Joachim Held: Köln – Blick über den Rhein auf den Kölner Dom und das Rathaus ca.1910, aus Bestand: AEKR Düsseldorf 8SL046 (Bildarchiv), 80017_004

Deutscher Evangelischer Kirchentag Köln 1965, Kirchentagspräsident Richard von Weizsäcker und Ehrenpräsident Reinold von Thadden-Trieglaff (13.08.1891-10.10.1976, bis 1964 Kirchentagspräsident), Foto: Hans Lachmann (23/6372), Fotosammlung: Presseverband, Nr. 4259, Bestand: AEKR Düsseldorf 8SL 046 (Bildarchiv), 13_19650000A

Foto: Hans Lachmann, DEKT Köln 1965, Kirchentagspräsident Richard von Weizsäcker und Ehrenpräsident Reinold von Thadden-Trieglaff aus Bestand: AEKR Düsseldorf 8SL 046 (Bildarchiv), 13_19650000A, CC-BY-SA 2.0

Bild: Paul Schneider "Gestörte Mittagsruhe" Bild aus dem Gefängnis, 5. November 1937, aus Bestand: AEKR Düsseldorf 8SL046 (Bildarchiv), 80002_22, Public Domain

Bild: Paul Schneider „Gestörte Mittagsruhe“ Bild aus dem Gefängnis, 5. November 1937, aus Bestand: AEKR Düsseldorf 8SL046 (Bildarchiv), 80002_22, Public Domain

Unbekannte Gruppenaufnahme ca. 1900, Fotosammlung; aus Bestand: AEKR Düsseldorf 8SL 046 (Bildarchiv), 030_0003

Unbekannte Gruppenaufnahme ca. 1900, Fotosammlung; aus Bestand: AEKR Düsseldorf 8SL 046 (Bildarchiv), 030_0003

Wo die Geschichte Zukunft macht

Mein Praktikum im Archiv der Evangelischen Kirche im Rheinland

Die Gegenwart kann nie losgelöst von ihrer Vergangenheit beurteilt werden. So wäre die derzeitige Krise der EU, die sich im Brexit der vergangenen Woche erschreckend deutlich manifestierte, wohl keine “Krise” ohne das Wissen um die Erfolgsgeschichte der europäischen Integration. Aber auch die Brexit-Befürworter argumentierten mit vergangenen, vermeintlich besseren Zeiten, als Großbritannien noch nicht unter der Knechtschaft Brüssels gestanden habe. Die Beurteilung des Ist-Zustandes einer Gesellschaft wird so häufig zu einem Streit um deren Vergangenheit. Umso wichtiger ist eine differenzierte Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte (die heute mehr denn je eine Geschichte des Globalen ist). Welche essentielle Rolle Archive in diesem Prozess spielen, bleibt der breiten Öffentlichkeit (und manchmal leider auch den politischen Entscheidungsträgern, die entsprechende Finanzmittel bewilligen) dabei häufig verborgen.

Während meiner Promotion in der Geschichtswissenschaft habe ich verschiedene große und kleine, private, kirchliche und staatliche Archive bereits als Benutzerin kennengelernt. Ob der Archivdienst auch eine berufliche Perspektive für mich darstellt, wollte ich in den vergangenen vier Wochen bei einem Praktikum im Archiv der Evangelischen Kirche des Rheinlandes näher erkunden.Collage1 Weiterlesen

Kunigundes Entführung, oder: Mikrogeschichte at its best

Im April 1762 verursacht die junge Katholikin Kunigunde Mommers in der reformierten Kirche von Vaals bei Aachen einen Eklat: Sie versucht, ihren neugeborenen Neffen aus dem Taufgottesdienst zu entführen, damit er katholisch getauft werden kann. Sie wird überwältigt, dann aber bald von Katholiken mit Gewalt aus Vaals befreit. Diese Verletzung ihrer Souveränität können wiederum die niederländischen Generalstaaten nicht auf sich sitzen lassen: Sie arretieren Kunigunde ebenso wie den katholischen Pater Johann Wilhelm Bosten, der sie zu ihrer Tat angestachelt habe. Beide verbringen die nächsten fünf  (!) Jahre in Haft in Maastricht. Während dieser Zeit eskalieren die Übergriffe auf die evangelische Minderheit in Aachen, die kaum noch unbeschadet zu ihren Sonntagsgottesdiensten in Vaals gelangen kann.

Diese Konflikte zeichnet der amerikanische Historiker Benjamin J. Kaplan in einer faszinierenden Studie nach, die auf Quellenfunden im Nationalarchiv Den Haag und unserem Bestand Aachen basiert. Weiterlesen

Wohin mit alten Dienstsiegeln?

Wenn Kirchengemeinden fusionieren und eine neue Gemeinde ins Leben gerufen wird, dann muss neben zahlreichen anderen verwaltungstechnischen Formalitäten auch an die Schaffung eines neuen Siegels gedacht werden. So geschah es kürzlich bei der Vereinigung der drei Gemeinden Merxheim, Monzingen und Meddersheim zur Evangelischen Kirchengemeinde Mittlere Nahe, deren neu entworfenes Siegel bereits im Amtsblatt publiziert worden ist. Siegel KG Mittlere NaheWas aber soll mit den bisher gebrauchten Dienstsiegeln geschehen? Diese Frage hat die Gemeinde Mittlere Nahe geradezu vorbildlich geklärt. Weiterlesen

Neue Findbücher zur Geschichte des Rheinischen Pfarrfrauendienstes online

Auszug aus dem Gästebuch des Rheinischen Pfarrfrauendienstes, auf dem Foto in der Mitte Pfarrer Hans Josten, aus Bestand: AEKR Düsseldorf 5WV 016 (Rheinischer Pfarrfrauendienst), Nr. 29

Auszug aus dem Gästebuch des Rheinischen Pfarrfrauendienstes, auf dem Foto in der Mitte Pfarrer Hans Josten, aus Bestand: AEKR Düsseldorf 5WV 016 (Rheinischer Pfarrfrauendienst), Nr. 29

Anlässlich des 40jährigen Jubiläums der Frauenordination in der Evangelischen Kirche im Rheinland ist die Rolle der Frau innerhalb der Kirche in den letzten Jahren stark in den Fokus der Forschung gerückt. Hierbei standen meist die theologisch ausgebildeten Frauen im Mittelpunkt des Interesses.  Die vorliegenden Bestände nehmen eine Personengruppe in den Blick, der bisher wenig Beachtung geschenkt worden ist: Die Ehefrau des Pfarrers.
Die Akten ergänzen die kirchliche Frauenforschung um eine weitere Facette.

Es handelt sich zum einen um die Handakten des Pfarrers Hans Josten (1883-1964), seit 1935 zunächst im Nebenamt, ab 1949 hauptamtlich zuständig für die Seelsorge an den Pfarrfrauen (6HA 029).
Zum anderen um den Bestand des Rheinischen Pfarrfrauendienstes (5WV 016, übrigens nicht zu verwechseln mit dem Pfarrfrauenbund!). Der setzt sich hauptsächlich aus den Akten der jeweiligen Vorsitzenden seit den 1960er Jahren zusammen und reicht bis in das Jahr 1999.
Mit den beiden Beständen ist die Geschichte des Pfarrfrauendienstes, bis auf das letzte Jahrzehnt, relativ vollständig überliefert und kann online recherchiert werden! Weiterlesen

Orgelmusik und Kirchenheizung

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Schallplatte und Außencover

In unserem unverzeichneten Sammlungsgut fand ich eine Werbeschallplatte der Firma MAHR Heizung (Aachen). Diese Werbeschallplatten bezeichnet man auch als Schallfolie, da diese überwiegend aus dem Kunststoff Polyethylen bestehen und sehr biegsam und dünn waren. Zum Abspielen verwendete man eine normale Platte mit kleinem Mitteloch als Unterlage. Diese flexibleren Werbeschallplatten sind  nur einseitig bespielt. Um ein längeres Musikstück auf diese Schallplatte (Single, 17,5 cm Durchmesser) zu bekommen, wurde die Abspielgeschwindigkeit von normal 45 Umdrehungen pro Minute (Upm) auf 33 Upm verlangsamt. diese Geschwindigkeit war in der Regel für Langspielplatten vorgesehen (LP). Die meisten Schallplattenspieler hatten eine Umstelltaste, wo man unter den Geschwindigkeiten 78, 45 und 33 Upm wählen konnte. Der Kirchenmusiker Hans Hulverscheid spielt auf der Stahlhuth-Orgel der Evangelischen Anna-Kirche zu Aachen. Diese Orgel wurde 1958 errichtet. Die gespielten Sätze sind von dem Komponisten und Organisten Dietrich Buxtehude.

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Innencover mit erläutertem Text