Neue Reihe: Lernvideos zum Thema Schriftgutverwaltung

Wie bei so vielem, macht uns Corona auch bei der Durchführung der Lehrgänge zur Schriftgutverwaltung seit zwei Jahren einen Strich durch die Rechnung.

Um Abhilfe zu schaffen bis wir auch die präsente Schulungsarbeit hoffentlich sehr bald wieder aufnehmen können, sind wir dabei, ein Online-Lernangebot zu erstellen. Das kann natürlich auch danach noch jederzeit zum Einstieg ins Thema genutzt werden. Den Auftakt macht unser erstes Video mit Informationen zur neuen Schriftgutverordnung, die am 19.1.2022 in Kraft getreten ist. Weitere sollen bald folgen. Schauen Sie doch mal rein!

Retrokonvertiertes Findbuch der Ev. Kirchengemeinde Aachen online

Amtsbücher der Ev. Kirchengemeinde Aachen, Bestand 4KG 004 Aachen







Bereits in den Jahren 1959 und 1960 bearbeitete und erschloss Kirchenarchivrat Walter Schmidt (1908-1992) den Bestand des kirchlichen Gemeindearchivs Aachen nach dem damaligen Registraturplan für die Kirchengemeinden und Verbände der Ev. Kirche im Rheinland. Im Zuge der Retrokonvertierung alter Findbücher wurde nun dieses Repertorium in unsere Archivsoftware retrokonvertiert. Damit kann dieser wichtige Bestand 4KG 004 Aachen auch in die Metadatenbank Archivportal-NRW, -Deutschland und – Europa eingespeist werden.

Die Anfänge protestantischer Gemeinden in Aachen reichen in die 1550er Jahre zurück. Im Verlauf der nächsten drei Jahrzehnte kam es im 16. Jahrhundert, unter anderem durch Einwanderung aus den Niederlanden, zur verstärkten Herausbildung von Gemeinden unterschiedlichen protestantischen Couleurs. So etablierten sich eine deutsch-reformierte, eine wallonisch-reformierte, eine lutherische und eine mennonitische Gemeinde in der katholischen Reichsstadt. Das Zusammenleben von Menschen verschiedener Konfessionen wirkte sich maßgeblich auf den Alltag, die Entwicklung und schließlich auch auf die Geschichte der Stadt aus. „Aachen wurde eine konfessionelle Stadt, ohne dass die Stadtgemeinde im Sinne eines einzigen Bekenntnisses konfessionalisiert wurde“ (Kirchner, Thomas 2015: S. 3).

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Schimmel – eine Herausforderung

Unter diesem Titel hat jetzt das LWL-Archivamt für Westfalen ein „praktisches Handbuch für Beschäftigte in schriftgutverwaltenden Institutionen“ (so der Untertitel) veröffentlicht. Das reich illustrierte Paperback mit 172 Seiten Umfang kann beim LWL bestellt werden; Inhaltsverzeichnis und Bestellformular finden Sie hier.

Schimmelbefall zählt bekanntlich statistisch zu den Hauptgefahren für Archivbestände. Nach erster Durchsicht bietet der Band wertvolle praxisnahe Tipps zu Prophylaxe und Behandlungsmethoden. Auch für alle ehrenamtlich in der Archivpflege Engagierten lohnt sich die Anschaffung!

Besuch der Exponatec in Köln

Am Mittwoch dem 18.11.2021 besuchten wir als Mitarbeiter des Archivs der Evangelischen Kirche im Rheinland die Exponatec, die alle 2 Jahre stattfindet. Diese Messe stand für uns im Zeichen des Informationsaustausches und Wissenstransfer aus den Bereichen Restaurierung, Konservierung (Bestandserhaltung) und Lagermöglichkeiten von Archivalien, Büchern, Vasa Sacra und der Bekämpfung von Schädlingen in Archivalien, sowie die Klimatisierung von Magazinräumen. Dabei erfuhren wir, dass unsere Maßnahmen der Bekämpfung von Papierfischchen mit zu den effektivsten gehören. Darüber wurde schon in früheren Blogbeiträgen berichtet.

Ebenso interessant war es zu erfahren, welche Möglichkeiten es gibt, wertvolle Archivalien den Nutzern zu zeigen (auch in 3D) ohne diese direkt in den Händen zu halten. Es bot sich die Möglichkeit, nach dem Corona Lockdown die verschiedenen Lieferanten sowie ihre Produkte kennen zu lernen. Mit Kollegen/innen aus den Bereichen Museum, Bibliothek, verschiedenen Kultureinrichtungen und Restauratoren wurden sehr interessante Gespräche geführt. Man konnte feststellen, dass überall die gleichen Probleme wie Lagerung, Nutzung und Sicherung bestehen. Interessante Informationen erhielten wir über den Umgang mit geraubtem Kulturgut und mit menschlichen Überresten. Wir lernten einen Roboter kennen, der Besucher durch Ausstellungen führen kann und die verschiedenen Exponate erklärt. (Anmerkung: So ein Roboter wäre bei manchen Nutzern eine gute Hilfe.) Das Thema anlegen und verwalten von Datenbanken war auch noch ein Thema. Am Ende des Tages traten wir mit vielen Informationen im Gepäck die Rückreise an, um in den nächsten Tagen den Mitarbeiter des kirchlichen Archivwesens unsere Erkenntnisse mitzuteilen.

Bilder: EKiR

Bericht aus Bad Neuenahr: Bergung von Akten aus dem Gemeindearchiv.

Einige Tage nach dem schlimmsten Hochwasser im Ahrtal, wurden wir als Landeskirchliches Archiv von der Ev. Kirchengemeinde Bad Neuenahr um Unterstützung bei der Bergung ihres Archivguts gebeten. Schon bei der Anreise hatte ich den Eindruck durch ein „Kriegsgebiet“ zu fahren. An solche Bilder muss man sich erst mal gewöhnen. Ich wohne zwar an der Mosel und kenne Hochwasserlagen, aber das was ich sah, war einfach unvorstellbar.

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Bis nächstes Jahr…

Wir schauen zurück auf ein turbulentes Jahr 2020. Die Corona Pandemie hat auch uns im Archiv der Evangelischen Kirche im Rheinland schwer getroffen und unseren Arbeitsalltag massiv verändert. Dennoch haben wir es mit viel Engagement und Kreativität geschafft, neue Wege und Methoden zu finden, um den Arbeitsalltag weiterhin gestalten zu können. Wir konnten unser Bildarchiv in diesem Jahr weiter ausbauen, unser Social Media Angebot erweitern und auch unseren Blog weiterhin pflegen. Auch die Kommunikation zwischen den Mitarbeitern ging in diesen Zeiten dank der heutigen Technik nicht verloren und so war ein Zusammenarbeiten zu jeder Zeit gegeben.
Auch Mitarbeiterkonferenzen und die wöchentliche Teilnahme an der hausinternen Andacht waren Dank Videoschalten möglich. Gleiches gilt auch für Fortbildungen. So war es uns Kolleginnen möglich, immerhin virtuell an Schulungen und auch an einer Fortbildung des LVR-AFZ teilzunehmen. Dies funktionierte (bis auf den einen oder anderen technischen Fehler) weitestgehend sehr gut. Daher sind wir guter Dinge, dass sich im neuen Jahr daran anknüpfen lässt. Man wird sehen, wie lange uns die Pandemie noch begleiten wird.
In diesem Sinne wünschen wir Ihnen einen guten Start in das neue Jahr 2021. Bleiben Sie gesund!

Jahresrückblick 2020 (Bilder AEKR)

Heiße Sommertage: Probleme für das Klima im Archivmagazin

Bestandserhaltung im Archiv ist ein wichtiges und präsentes Thema. Um eine dauerhafte Aufbewahrung und Erhaltung von Archivgut zu gewährleisten sind die in den Magazinen herrschenden Temperatur- und Feuchtigkeitswerte von essentieller Bedeutung. Ein Raumklima, das nicht an die dort gelagerten Archivalien angepasst ist, beeinträchtigt die Haltbarkeit, schädigt diese und reduziert somit die Lebensdauer maßgeblich. Weiterhin kann eine zu hohe Luftfeuchtigkeit und eine zu hohe Raumtemperatur dazu führen, Schimmel zu erzeugen und den chemischen Abbauprozess von Papier deutlich zu beschleunigen. Daher ist die Schaffung eines geeigneten und konstanten Magazinklimas eine zentrale Aufgabe im Archiv.

Archivmagazin K29
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