In den Handakten des vormaligen Verwaltungsdirektors Gerhard Gooßes finden sich zwei umfängliche Aktenordner mit den versammelten Programme aller Gemeinschaftsveranstaltungen des Landeskirchenamtes seit der Nachkriegszeit. Einige dieser Events seien hier schlaglichtartig vorgestellt.
Erstaunlich, zumindest von ihrem quantitativen Umfang, ist die Gelegenheitslyrik, die anlässlich von runden Dienstjubiläen oder Verabschiedungen vorgetragen wurde. So sei aus dem 18-seitigen (sic!) Epos zum 25-jährigen Dienstjubiläum von Oberkirchenrat Helmut Rößler im Jahr 1953 nur die kleine Passage zitiert, die sich mit seiner selbst für Archivare schwer lesbaren Handschrift beschäftigt:
„Mit den Männern der BK/ er die KL gegründet hat;/ nun ist er Oberkirchenrat/ und hat zu tun an allen Ecken,/ ich möcht´ in seiner Haut nicht stecken./ Der Aktenbock schwillt täglich an,/ er ist ein vielgeplagter Mann./ Und was besonders schlimm dabei:/ dass seine fleiß´ge Schreiberei/ man oftmals nicht entziffern kann,/ die andern müssen raten dann./ Und manches Mal Verdruß entsteht,/ wenn´s Raten mal daneben geht./ Doch wenn dann sein Gesang ertönt,/ ist aller wieder ausgesöhnt/ ´ne schlechte Schrift ist halb so schlimm,/ hat man dabei ´ne gute Stimm./ Drum bitten wir ihn jetzt im Chor:/ Sing, Bruder Rößler, uns was vor!“
Ende der 1960er Jahre wurden die Hausfeiern vom klassischen Betriebsausflug abgelöst. So ging es 1976 für einen anstrengenden langen Tag in die aus Düsseldorfer Sicht bereits exotische Gegend an Nahe und Glan:

Mit PSG ist das Paul-Schneider-Gymnasium in Meisenheim gemeint, das sich bis heute in Trägerschaft der Rheinischen Kirche befindet. Mutig von den damaligen Dezernenten im LKA (und sicherlich nicht von unbeträchtlichem Unterhaltungswert) war es, sich im Hallenfußball mit den Lehrern des PSG zu messen.
Zeittypisch sind die bei den Ausflügen jeweils alternativlos angebotenen Menufolgen: 1982 ging es in den Hunsrück, wobei eine Gruppe stationär in Boppard blieb, eine weitere Gruppe sehenswerte Kirchen der Gegend besichtigte und die dritte Gruppe im Soonwald wanderte. Man musste freilich schon sehr viel wandern, um zunächst die mittags angebotene Speck-Grießsuppe mit Spießbraten und hausgemachtem Kartoffelsalat zu bewältigen, ehe einen das Abendessen mit der Hunsrücker Schlachtplatte (Wellfleisch, Blutwurst, Leberknödel, kleine Brühwurst und Sauerkraut) endgültig komatös in den Bussessel zur Heimfahrt beförderte. Vergleichsweise stellt da das 1983 im Ratskeller von Aachen angebotene Schnitzel Lugano schon fast Schonkost dar.
Last but not least gab es immer schon die persönlichen Geburtstagsfeiern von Mitarbeitenden, für die das Landeskirchenamt bereits 1961 gewisse regulative Vorgaben machte:






