Neues Online-Findbuch: Kirchengemeinde Laubenheim

Evangelische Kirche Laubenheim

Neu auf der Website des Archivs ist das Online-Findbuch der Kirchengemeinde 4KB 104B Laubenheim. Kurfürst Ottheinrich von der Pfalz führte 1577 in den kurpfälzischen Dörfern Laubenheim und Münster an der Nahe die Reformation ein. Die evangelischen Kirchengemeinden beider Orte waren zunächst selbständig, Laubenheim mit der Filiale Dorsheim (später auch Grolsheim), Münster mit der Filiale Sponsheim. Nach dem Tod des Pfarrers Conradi in Münster 1695 besetzte ein Binger Kapuziner dort Kirche und Pfarrhaus und erzwang unter dem Schutz der französischen Besatzung, dass kein evangelischer Pfarrer mehr dorthin berufen wurde, sondern der Laubenheimer Pfarrer Münster mit bedienen musste. Nach dem Übergang von Laubenheim an Preußen 1815 wurde die Verbindung mit dem rheinhessischen Grolsheim gelöst. Zum 1.7.1973 wurde Münster-Sarmsheim als selbständige Kirchengemeinde errichtet, Dorsheim und Laubenheim wurden dieser Gemeinde eingegliedert. Zum 1.1.2020 wurden die Gemeinden Münster-Sarmsheim und Waldalgesheim zur Gemeinde Münster-Sarsheim-Waldalgesheim vereinigt.

Gemeinsame Beschwerde der reformierten und lutherischen Pfarr- und Kirchenältesten zu Laubenheim betreffend die Nichtzahlung des Gotteshellers (2. Mai 1738), aus Bestand: AEKR 4KB 104B Nr. 27

Das allgemeine Schriftgut des Archivs der Kirchengemeinde umfasst einen Zeitraum vom 18. Jahrhundert (u.a. Gravamina ab 1729, Verhältnis zur katholischen Kirche ab 1700) bis in die 1970er Jahre (in Einzelfällen bis 1980). Das Schriftgut der Kirchengemeinde Laubenheim stammt aus der Zeit um 1700 (u.a. Rechnungswesen ab 1678, Pfarrstellenakten ab 1704, Schulwesen ab 1740) bis Ende der 1970er Jahre (in Einzelfällen bis 1990). Interessant ist ein Bestand an Brieftagebüchern aus dem Zeitraum von 1854-1919. Das Schriftgut der Filiale Münster-Sarmsheim reicht ebenfalls bis in das 17. Jahrhundert zurück (u.a. Vermögensverwaltung ab 1661, Rechnungswesen ab 1669, Kollekten ab 1729, Pfarrstellenakten ab 1770, Amtshandlungen ab 1794) und endet 1979. Ein Schwerpunkt liegt auf den Kirchenbauten (1742-83 bzw. 1971-79), außerdem auf dem Rechnungswesen. Auch das Schriftgut der Filiale Dorsheim entstammt zu einem großen Teil dem Rechnungswesen und der Vermögensverwaltung (Laufzeit 1917-1967) mit einem Schwerpunkt auf den Kirchensteuern (1814-1971). Der Bestand wird in der Evangelischen Archivstelle Boppard aufbewahrt.

Der Nachlass Walter Hoerder und die Evangelische Bühnengilde Koblenz

Auf der Website des Archivs ist jetzt das Findbuch zum Nachlass Walter Hoerder (7NL 133B) online verfügbar. Walter Hoerder (1904-1999) war lange Jahre Presbyter der Evangelischen Kirchengemeinde Koblenz. In den 1920er und 1930er Jahren engagierte er sich als Regisseur der Evangelischen Bühnengilde Koblenz, einer zwischen 1922 und 1935 bestehenden Laienschauspielergruppe. Die Bühnengilde führte sowohl Theaterstücke zur religiösen Erbauung auf wie die Tragödien „Franz von Sickingen“ und „Glaube und Heimat“ oder das Festspiel „Luther, der Lebendige“, als auch Lustspiele und Schwänke wie „Die 3 Zwillinge“ oder „Komtesse Guckerl“.

Evangelische Bühnengilde Koblenz, Tragödie „Glaube und Heimat“, 21. April 1929; aus Bestand: AEKR Boppard 7NL 133B (Nachlass Walter Hoerder)

Die Theatergruppe trat regelmäßig im großen Saal des Gemeindehauses am Altlöhrtor auf und gestaltete außerdem besondere Feierlichkeiten und Veranstaltungen. Zur Wiedereinweihung der Florinskirche am 7. September 1929 inszenierte sie das Sprechoratorium „Haus aller Häuser“, anlässlich der 33. Generalversammlung des Evangelischen Bundes führte sie in der Koblenzer Rheinhalle das Festspiel „Zeitenwende. Dramatisches Gemälde um Adolf Clarenbach“ auf. Die Evangelische Bühnengilde prägte so maßgeblich das kulturelle Leben der Kirchengemeinde Koblenz in der Zeit der Weimarer Republik. Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme wurden ihre Gestaltungsspielräume immer enger, bis sie im Frühjahr 1935 ihre Arbeit einstellen musste.

Evangelische Bühnengilde Koblenz, Lustspiel „Komtesse Guckerl“, 7. April 1929; aus Bestand: AEKR Boppard 7NL 133B (Nachlass Walter Hoerder)

Zur Tätigkeit der Bühnengilde sind im Nachlass von Walter Hoerder wertvolle Dokumente wie zahlreiche Textbücher für Theaterstücke, Schriftverkehr, Programmzettel, Skizzen von Bühnenbildern, Jahresberichte und ein Protokollbuch erhalten. Einen schönen Eindruck davon vermittelt ein Album auf der flickr-Seite des Archivs der Evangelischen Kirche im Rheinland. Der Nachlass besteht des Weiteren aus persönlichen Unterlagen von Walter Hoerder wie Briefen, Postkarten und Fotos, ergänzt durch eine Sammlung von Zeitungsartikeln, Büchern und einigen Objekten aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg. Der Bestand wird in der Evangelischen Archivstelle Boppard aufbewahrt.

Die Findbücher der Kirchengemeinden Linz am Rhein und Bad Hönningen sind online

Auf der Website des Archivs sind jetzt die Findbücher der Kirchengemeinden 4KG 114B Linz am Rhein und 4KG 115B Bad Hönningen online verfügbar. Die evangelische Kirchengemeinde Linz wurde 1845 mit Unterstützung des Wiedischen Gustav-Adolf-Vereins gegründet und der Katharinenhof als Betsaal, Pfarrer- und Lehrerwohnung angekauft. Im gleichen Jahr fand der erste evangelische Gottesdienst in Linz statt. 1852 wurde ein eigener Friedhof angelegt, 1854 eine evangelische Volksschule eingerichtet. 1856 schließlich wurde die Kirchengemeinde selbständig. Die Einweihung der Evangelischen Kirche 1865 krönte das zwei Jahrzehnte währende Aufbauwerk. Die Kirchengemeinde Linz umfasste den größten Teil der Bürgermeistereien Linz, Unkel und Leutesdorf.

Einladung zur Einweihung des Betsaals im Katharinenhof 1845 (Ausschnitt) aus Bestand: 4KB 114B
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Neues Findbuch zum Bestand der Landeskirchenmusikschule jetzt online!

Schüler der Landeskirchenmusikschule in Düsseldorf, Fotograf: Hans Lachmann, Bestand: AEKR, 2LR 007

Auf der Website des Archivs lässt sich fortan das Findbuch zum Bestand 2LR 007 Landeskirchenmusikschule online einsehen.

Die Landeskirchenmusikschule (LKMS) wurde 1949 ins Leben gerufen, um Kirchenmusiker professionell ausbilden zu können. Der Bedarf an qualifizierten Organisten, Chorleitern und Kantoren für den Dienst in evangelischen Gemeinden sollte auch langfristig und vor allem weitgehend selbst gestillt werden. Gab es innerhalb der Rheinischen Kirche vor dem Krieg ca. 25 hauptamtliche Stellen für Kirchenmusiker, so stieg die Anzahl der Stellen bis in die 1970er Jahre an die 300 an!

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April Challenge #Archive30 – Tag 28: Outreach

Analoge Öffentlichkeitsarbeit des Archivs der Evangelischen Kirche im Rheinland

Das Thema ist „Outreach“ – „Reichweite“, der Begriff auf der deutschsprachigen Themenliste lautet allerdings „Öffentlichkeitsarbeit“. Bezogen auf das Landeskirchliche Archiv könnte man feststellen, das Archiv habe bis zum Jahr 2000 kaum Öffentlichkeitsarbeit, aber doch eine Reichweite gehabt.

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Noch mehr kirchliche Plakate…

….gibt’s auch im Landeskirchlichen Archiv in Baden

Plakate sind gefragte Archivalien, da sie wie kaum ein anderes Medium Stimmungen und Zeitgeist visuell erlebbar machen. Die umfangreiche Plakatsammlung unseres Archivs ist online recherchierbar.

Auch das Badische Landeskirchenarchiv hat nun sein neues Findbuch zur Plakatsammlung mit vielen interessanten Motivbeschreibungen online zur Verfügung gestellt.

Plakatmission seit mehr als 100 Jahren: Die GOLDENEN WORTE

… und fast 300 Motive kann man bei uns einsehen.

Goldene Worte berühmter Männer, ca. 1928, 8SL 049 Plakatsammlung, Nr. 1739

Eine Besonderheit der neuen Verzeichnungsschicht der Plakatsammlung ist das große Konvolut der Plakatreihe GOLDENE WORTE, die seit 1912 im Verlag der Plakatmission Stuttgart erschien.
„Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, alle 14 Tage ein Plakat […] herzustellen mit einem Wort solcher Männer, die durch ihre Bedeutung auf Gehör rechnen können. Darunter werden immer auch Bibelworte verwendet. Wir möchten unseren Mitmenschen behilflich sein, den Frieden im Heil Gottes zu finden, besonders solchen, die sonst nicht mehr unter den Schall des Evangeliums kommen. Die Plakatmission ist ein Weg, auch sie zu erreichen “, beschrieb die Plakatmission selbst in einem Heftchen aus den 1960er Jahren ihren Auftrag.

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