Quellentexte zu den rheinischen Provinzialsynoden online

Das Archiv der Ev. Kirche im Rheinland weitet seinen Service hinsichtlich der Bereitstellung von Quellen weiter aus. Auf unserer Website können nun unter der bekannten Rubrik „Quellentexte zur Rheinischen Kirchengeschichte“ fortan auch die Digitalisate zu den rheinischen Provinzialsynoden der Jahre 1835 bis 1935 eingesehen werden. Die einzelnen protokollierten Verhandlungen können über einen Link aufgerufen und natürlich kostenfrei als PDF herunter geladen werden. Mittels OCR (Texterkennung) sind die PDFs auch in der Frakturschrift, z.B. über eine Stichwortsuche, problemlos recherchierbar.

Nachdem im 18. Jahrhundert die Regelmäßigkeit des Zusammenkommens der Synoden abnahm (sie tagten noch 1766, 1778, 1791, 1806), fanden sie im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts in einem erfreulichen ca. dreijährigen Turnus abwechselnd in Koblenz, Bonn, Elberfeld, Barmen, Duisburg, vornehmlich aber in Neuwied wieder statt.

Neben den regulären Versammlungen finden sich in den Digitalisaten auch die Verhandlungen zu den außerordentlichen Rheinischen Provinzialsynoden 1892, 1898, 1908, 1909, 1919, 1932, 1934 und 1935, wobei die beiden letzten Treffen unter NS-Auspizien in Köln zusammen kamen.

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Neues zum Onlinebildarchiv „Alltag in der frühen Bundesrepublik“

Über die vor einem Monat abgeschlossene Digitalisierung von 5.000 Bildern des Fotografen Hans Lachmann hatten wir ja im Blog berichtet. Jetzt liegen weitere Texte zu dem Projekt auf ekir.de vor: Eine Motivauswahl und ein Interview finden Sie hier, ferner die Medienmitteilung.

Pergamentrecycling im Stiftsarchiv St. Goar

Das Stift St. Goar verfügte offenbar einst über eine gut sortierte Bibliothek mittelalterlicher lateinischer Handschriften. Vermuten lässt dies die Verwendung einzelner Buchseiten aus Pergament zum Einbinden von Rechnungen des Stifts und des Hospitals aus dem 16. und 17. Jahrhundert, die im Stiftsarchiv überdauert haben. Mit Einführung der Reformation in der Niedergrafschaft Katzenelnbogen 1527/28, dem Erlöschen der Klerikergemeinschaft von „Sanct Gewere“ wenige Jahrzehnte später und der gleichzeitigen Entwicklung des Buchdrucks hatten die Handschriften ihre Funktion verloren. Nun ist die Verwendung von Pergamentmakulatur an sich nichts Ungewöhnliches, dennoch finden sich in dem Bestand einige besonders schöne Beispiele, die vorzustellen sich lohnt.

In Pergamentmakulatur eingebundene Rechnungsbücher; aus Bestand: AEKR Boppard 5WV 021B (Stift St. Goar)
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Nachlass des BK-Theologen Fritz Stasch neu erschlossen

Friedrich Wilhelm (Fritz) Stasch wurde am 4. Januar 1909 in Essen geboren. Nach dem Studium der Evangelischen Theologie in Bonn, Tübingen und Marburg leistete er 1933-34 zunächst das Vikariat in der Kirchengemeinde Königswinter ab.  Früh engagierte er sich bei der Bruderschaft der Hilfsprediger und Vikare innerhalb der Rheinischen Pfarrbruderschaft. Bei einem Jugendarbeiter-Schulungskurs für Lehrvikare in Hainstein/Eisenach im September 1934 eskalierte der Konflikt vieler Vikare mit der offiziellen Reichskirche. Auch Stasch wurde daraufhin als Disziplinarmaßnahme vom Rheinischen Konsistorium entlassen und unterstellte sich fortan der Bekennenden Kirche.

Pfarrer Friedrich Wilhelm Stasch, aus Bestand: AEKR 7NL226(Pfarrer Friedrich Wilhelm Stasch), Nr. 46
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„Warum?“ – Terroranschläge am 11. September 2001

Es ist ein trauriges Jubiläum, das sich an diesem Tag zum 20. Mal jährt. Vor genau 20 Jahren entführten am 11. September 2001 Mitglieder der terroristischen Gruppierung al-Qaida vier Passagierflugzeuge, um diese auf zivile und militärische Ziele in den USA zu lenken. Um 8:45 Uhr Ortszeit raste ein Flugzeug in den nördlichen Turm des World Trade Centers in New York, um 9:05 Uhr in den Südturm. Ein drittes Flugzeug stürzte um 9:39 Uhr über dem Pentagon in Arlington im Bundesstaat Virginia und um 10:29 Uhr auch das vierte in der Nähe der Stadt Pittsburgh ab. Es ist wohl dem mutigen Einsatz der Passagiere zu verdanken, dass die vierte Maschine ihr Ziel, das Weiße Haus in Washington, nicht erreichte.

Diese Terroranschläge forderten über 3.000 Tote, doppelt so viele wurden verletzt. Auf der ganzen Welt standen Menschen unter Schock. Die Vereinigten Staaten von Amerika antworteten ihrerseits mit dem „war on terror“, dem Kampf gegen den Terrorismus. Die Folge waren die Kriegseinsätze in Afghanistan 2001 und Irak 2003.

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Die Zeitschrift „Adlerauge“ der evangelischen Jugend Düsseldorf-Eller und Dr. Sommer („Bravo“)

Kürzlich erhielt das Landeskirchliche Archiv einen wahren Schatz: die Zeitschrift „Adlerauge“ (später „Elleraner Prisma“ bzw. „Eller-Prisma“) der evangelischen Jugend Düsseldorf-Eller aus den Jahren 1955 bis 1960. Gesammelt hatte diese Hefte Klaus Hüttner, der seine Jugendzeit in Düsseldorf-Eller verbracht hatte. Er hatte sich der Jugendarbeit der Ev. Kirchengemeinde unter der Leitung von Dr. Martin Goldstein angeschlossen und war „technischer Direktor (in Wirklichkeit auch Chefredakteur)“ der Zeitschrift, wie er in einem Brief 2018 schrieb. Die Sammlung hat seine Tochter freundlicherweise nach seinem Tod dem Archiv übergeben.

Dass hier über sechs Jahre hindurch die Jugendarbeit einer evangelischen Kirchengemeinde in der zweiten Hälfte der 1950er dokumentiert ist, dürfte eine absolute Seltenheit sein. „Adlerauge“ erschien im Prinzip monatlich, z.T. allerdings in Doppelausgaben. Die Sammlung umfasst 50 hektographierte Hefte von meist 10 bis 16 Seiten Umfang; wenige Hefte fehlen.

Zeitschrift Adlerauge, 1. Jg., Okt. 1955, Nr. 1 Bestand: Archivbibliothek AEKR, Signatur: ZK 1485
Zeitschrift Adlerauge, 3. Jg., März. 1958, Nr. 6 Bestand: Archivbibliothek AEKR, Signatur: ZK 1485

Die Zeitschrift berichtet über Veranstaltungen wie Singabende, Bastelgruppen, Elternnachmittag, Gemeindejubiläum, Offene Jugendabende, Allianz Gebetswoche, Jugendfahrten, Kirchentage, Jugendtage, die Arbeiten an dem Ferienheim in Herchen, neue Mitarbeitende in der Gemeinde, die Jugendräume, Filmabende und bringt geistliche Betrachtungen, Geschichten, Rätsel, Geburtstagswünsche, Interviews.

Jetzt muss noch die rätselhafte Formulierung in der Überschrift aufgelöst werden: Was hat „Adlerauge“ mit Dr. Sommer von der Zeitschrift „Bravo“ zu tun?

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Neues Onlinebildarchiv – Die junge Republik in Bildern von Hans Lachmann

Flüchtlingslager Rheydt-Odenkirchen, AEKR 8SL046 (Bildarchiv), BRD_1948_2927

Über das Förderprogramm „WissensWandel“ wurden dem Archiv der Evangelischen Kirche im Rheinland Anfang des Jahres Mittel bewilligt, um einen großen Fotobestand zu digitalisieren und im Web zu veröffentlichen. Im Mai starteten die extra für das Projekt eingestellten Kräfte Sandra Otto und Anastasia Schulz-Zawieska mit der Veröffentlichung der bis zum heutigen Abschluss über 5000 digitalisierten Bilder.

Demonstration, AEKR 8SL046 (Bildarchiv), BRD_1981_0130

„WissensWandel“ ist in direkter Folge der Corona-Pandemie entstanden. Es soll dazu beitragen, die Folgen der einschränkenden Maßnahmen bei den Gedächtnisinstitutionen zu mildern und ebenso den Zugang zu Inhalten unabhängig von einer Nutzung vor Ort zu erlauben. Ziel ist es, ein umfassendes Angebot aus digitalen Services dauerhaft zu etablieren. Diese Unterstützung vom Deutschen Bibliotheksverband ist Teil des Rettungs- und Zukunftsprogramms NEUSTART KULTUR der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. Mittlerweile sind die bereitgestellten Mittel, die interessierte Institutionen seit November 2020 beantragen konnten, weitgehend erschöpft. Dafür können wir in naher Zukunft auf umfangreiche digitale Service-Angebote im Archiv- und Bibliotheksbereich hoffen.

Reisebus, AEKR 8SL046 (Bildarchiv), BRD_1964_2694

Wir reihen uns dort mit einem Teil unserer Bildersammlung ein, der ohne dieses Projekt vermutlich nie auf diese Art erschlossen worden wäre.
Im Archiv der Evangelischen Kirche wurden bereits einige Bilder aus dem Oeuvre des Fotografen Hans Lachmann (1920-2006) digitalisiert und online gestellt, denn wir verfügen vertraglich festgelegt über alle Verwertungsrechte am Nachlass. Im Sinne unserer Open-Access-Linie haben wir dies konsequent dazu genutzt, die klassischen kirchlichen Themen (Synoden, Kirchentage, Bauten, Theologen und Theologinnen u. ä.), die Lachmann dokumentiert hat, unter einer Creative-Commons-Lizenz zu veröffentlichen.

Mit einer virtuellen Ausstellung über Hans Lachmann haben wir bereits darauf hingewiesen, dass dieser leidenschaftliche Fotograf auch außerhalb des kirchlichen Spektrums Welt und Gesellschaft dokumentiert und eine breit gefächerte Sammlung angelegt hat. Mit den finanziellen Ressourcen der EKiR konnten wir uns aber bisher bei unseren Digitalisierungsbemühungen nur auf die kirchennahen Motive konzentrieren.

Trümmerspielplatz, AEKR 8SL046 (Bildarchiv), BRD_1952_2188

Im geförderten Projekt geht es daher um etwas Anderes und Neues, um die zweite (private) Seite seines Schaffens. Lachmann hat von der Nachkriegszeit an in vielfältiger Weise den Alltag der westdeutschen Gesellschaft beobachtet. Er hatte ein gutes Gefühl für Themen und Stimmungen und „hielt dann drauf.“ Der Bedarf an solchem Fotomaterial für zeitgeschichtliche Publikationen ist hoch. Die Datierung der Bilder beläuft sich auf den Zeitraum von 1949 bis 1982 (Grauzone Mitte 80er Jahre), die Motivauswahl ist reichhaltig, die ausgewählten Bilder thematisieren hauptsächlich das alltägliche Leben in der Bonner Republik von Freizeit und Sport über Feiertage und Demonstrationen bis hin zu Architektur und Technik.

Schlossturm Düsseldorf, AEKR 8SL046 (Bildarchiv), BRD_1972_2154


Die Digitalisate der ausgewählten Aufnahmen können nun über unsere Online-Bildersammlung aufgerufen und in diversen Formaten und Auflösungen heruntergeladen werden. Eine spannende Zeitreise, die man gemütlich von zu Hause aus erleben kann.

Hier gelangen Sie zum neuen Bildarchiv: Alltag in der frühen Bundesrepublik: Das Bildarchiv des Fotografen Hans Lachmann (1920-2006)