Ein zentraler Bestandteil der täglichen archivarischen Arbeit ist die Bestandserhaltung. Auch bei bereits gut geordneten, verzeichneten und verpackten Beständen kann es nötig werden, noch einmal präventiv tätig zu werden, denn gängige Lagerungsmethoden vergangener Jahrzehnte sind mittlerweile überholt.
So sind viele wertvolle Gemeindebestände, die zum Teil bis ins 16. Jahrhundert zurückreichen, in den späten 1950er- und frühen 1960er-Jahren nach der absolut üblichen Methode mit Kordeln zu Aktenpaketen verschnürt worden. Die Aktenbündel konnten so platzsparend aufrecht stehend gelagert werden und sind durch die mit eingebundenen festen Pappdeckel sehr stabil. Ein weiterer Vorteil war, dass die Bindung leicht wieder gelöst werden und einzelne Papiere bei Bedarf entnommen werden konnten. Aus archivischer Sicht ist das heute eher ein Nachteil, denn die Vollständigkeit der Akte kann so nur durch eine Foliierung nachvollzogen werden.
Der entscheidende Nachteil liegt aber in den konservatorischen Risiken dieser Lagerungsmethode. Die stehende Lagerung birgt generell immer das Risiko von Stauchungen. Dafür genügt ein nicht ausreichend straff angebrachter Archivknoten. Noch häufiger kommt es aber zu mechanischen Schäden an den Papieren durch das Einschneiden der Kordeln an den Rändern.
Um weitere Lagerungsschäden zu vermeiden, werden diese Aktenbündel nach und nach von den Kordeln befreit und in heute üblichen Archivkartons in eine liegende Lagerung umgebettet. So überstehen sie hoffentlich auch noch die nächsten Jahrhunderte.
Bei Youtube findet man übrigens auch aktuell noch mehrere Videos, die das Binden eines klassischen Archivknotens vorführen. Ganz verschwunden ist er scheinbar auch in heutigen Verwaltungen noch nicht.










