Fortbildungsveranstaltung „Alles gut geordnet und verzeichnet? Die Auswirkungen der kirchlichen Verwaltungsstrukturreform auf die Schriftgutverwaltung“

Bisher galt die Regel: Vor Ort, in den jeweiligen Kirchengemeinden, werden die Unterlagen der kirchlichen Einrichtungen verwahrt. Dies sah die kirchliche Archivgesetzgebung im Einklang mit der presbyterial-synodalen Kirchenordnung der Evangelischen Kirche im Rheinland, ihrer Verfassung, vor. Im Bedarfsfall soll das Presbyterium, das Leitungsorgan der Kirchengemeinde, auf die Dokumente unmittelbar zugreifen können. Dies setzt allerdings voraus, dass die Akten gemäß der Schriftgutordnung und dem Registraturplan geführt werden – in der Praxis eher die Ausnahme als die Regel.

Die Verwaltungsstrukturreform der evangelischen Kirche im Rheinland lässt das Vor-Ort-Prinzip obsolet werden. Ihr Ziel, die mittlere Ebene, die Kirchenkreise und ihre Verwaltung, zu stärken, bringt es mit sich, dass nunmehr hier verstärkt die Akten angelegt und geführt werden. Vor Ort, in den Kirchengemeinden, finden sich zwar noch Akten, die jedoch eher den Charakter von Handakten haben: Sie werden nicht systematisch geführt, sondern bedarfsweise, nach Gutdünken angelegt. Das Kriterium „Vollständigkeit“ erfüllen diese Aktenbestände nicht.

Archive sind bei diesen Reformen nicht außen vor, sondern mittendrin im Geschehen. Einerseits sind die finanziellen Aufwendungen in personeller und räumlicher Hinsicht erheblich, andererseits verlangt die Gesetzgebung, Unterlagen auch von Einrichtungen, die nicht mehr oder nur in veränderter Form existieren, zu magazinieren. Wenn mit dem Argument der Kostensenkung ehemals getrennte Verwaltungen vereinigt und als Folge Verwaltungsgebäude aufgegeben werden, muss über die Archivstandorte nachgedacht werden.

Hierzu bietet das Archiv der EKiR in Zusammenarbeit mit dem Landschaftsverband Rheinland am 6. November 2018 eine Fortbildungsveranstaltung in Köln an. Den Programmflyer zur Tagung finden Sie hier, die Online-Anmeldung erfolgt über die Seite des LVR-Archivberatungs- und Fortbildungszentrums.

Veranstaltung: „Blogs als Werkzeuge der Archivarbeit“

Veranstaltung am 11./12. Oktober 2018 – LVR Kulturzentrum in Pulheim- zum Thema „Blogs als Werkzeuge der Archivarbeit“.

❗Aufgepasst: Am 11. /12. Oktober 2018 findet eine Tagung zum Thema „Blogs als Werkzeuge der Archivarbeit“ statt❗

Das Programm bietet sowohl für Archivarinnen und Archivare aller Archivsparten mit und ohne Blog-Erfahrung bis hin zu Leserinnen und Leser archivischer Blogs zahlreiche interessante Vorträge.

Ich freue mich besonders auf die Workshops, die Gelegenheit bieten sich über neue Blog-Projekte und technische Möglichkeiten von Blog-Software auszutauschen, sowie neue Tools für Blogs kennenzulernen. >> Zur Online-Anmeldung

52. Rheinischer Archivtag in Frechen beendet

Der diesjährige Rheinische Archivtag stand unter dem ansprechenden Thema „Der Servicegedanke beginnt im Kopf – Für eine archivische Willkommenskultur“. Die exzellent organisierte Tagung vermittelte den ca. 160 Teilnehmerinnen und Teilnehmern viele Anregungen zur Optimierung digitaler Angebote und Dienstleistungen für ihre Kunden. #neuland: Manche Potentiale des Web scheinen in den Archiven – wie anno 2013 bei der Kanzlerin – noch nicht so recht angekommen zu sein.

Einen ersten guten Überblick über die Beiträge bietet das Tagungsblog des LVR unter https://lvrafz.hypotheses.org/.

Jetzt online: Videos und Präsentationen des 78. Südwestdeutschen Archivtags in Augsburg

Nützliche Tipps und Hinweise, wenn es um Fragen der Planung von Archivmagazinen, Techniken der Magazinverwaltung und Schädlingsbekämpfung geht.

>> hier die Präsentationen und Videos auf Youtube:

Weitere Infos zu Papierfischchen bei den Archivberatungsstellen Rheinland und Westfalen:

Tagung der süddeutschen Kirchenarchive in Darmstadt

Am 4. und 5. Juni 2018 fand in Darmstadt die 27. Tagung der süddeutschen Kirchenarchive. Eingeladen hatte das Archiv der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, das ein interessantes, vielfältiges und manchmal auch kontroverses Programm zusammengestellt hatte.

In einem ersten Block ging es um aktuelle Themen aus der kirchenarchivischen Praxis. Zunächst gaben Siglind Ehinger (Stuttgart) und Holger Bogs (Darmstadt) einen Sachstandsbericht über ein Problemfeld, mit dem viele Kirchenarchive konfrontiert sind: Die Übernahme  unerschlossener und oft sehr umfangreicher Altregistraturen diakonischer Einrichtungen, deren archivische Bearbeitung im laufenden Dienstbetrieb nur sehr schwer zu bewältigen ist. Es folgte ein Überblicksreferat von Birgit Hoffmann (Wolfenbüttel) über den aktuellen Stand der Diskussion um das Strategiepapier der kirchlichen Archive und Bibliotheken. Im Anschluss daran führte Henning Pahl (Berlin) in die aktuelle rechtliche Situation nach Inkrafttreten des neuen EKD-Datenschutzgesetzes und der europäischen Datenschutz-Grundverordnung ein.

Der zweite inhaltliche Block war zwei Themen gewidmet, über die schon auf der letztjährigen Tagung in Speyer diskutiert und für die eine Vertiefung gewünscht worden war, nämlich Pfarrarchivpflege und Kooperation mit Ehrenamtlichen. Hannelore Schneider (Eisenach) sowie Udo Wennemuth und Johanna Wohlgemuth (beide Karlsruhe) gaben Praxisberichte über den Stand der Archivpflege in der mitteldeutschen und in der badischen Landeskirche. Insbesondere das badische Modell, bei dem mit von der Landeskirche finanzierten Projektstellen innerhalb von fünf Jahren sämtliche badischen Pfarrarchive erschlossen werden sollen, stieß auf großes Interesse, aber auch auf Skepsis hinsichtlich der Realisierbarkeit.

Den inhaltlichen Schlusspunkt der Tagung setzte Andreas Metzing (Boppard) mit einem Bericht über die Zusammenarbeit des Archivs der Evangelischen Kirche im Rheinland mit genealogischen Vereinen. Das Konzept des Archivs der EKiR, als Gesellschafter des Kirchenbuchportals ARCHION seine Gemeindekirchenbücher grundsätzlich in diese Bezahlplattform einzustellen, aber sich gleichzeitig die Freiheit vorzubehalten, im überschaubaren Segment der Militärkirchenbücher auch Erfahrungen mit Open-Access-Lösungen (Zusammenarbeit mit dem Verein für Computergenalogie und dem Portal Matricula) zu sammeln, wurde ausgesprochen kontrovers diskutiert. Gerade in diesem Punkt verspricht die nächstjährige Tagung, die Anfang Juni 2019 von der Archivstelle Boppard ausgerichtet werden wird, Anlass für weitere Debatten zu werden.

Internationaler Tag der Archive am 9. Juni 2018

Bitte nicht verwechseln mit dem „Tag der Archive“, der unlängst mit zahlreichen Veranstaltungen bundesweit und natürlich auch in Düsseldorf stattgefunden hat. Der heutige Tag erinnert vielmehr an die Gründung des International Council on Archives (ICA) am 9. Juni 1948. Dieser versteht sich als Netzwerk zum fachlichen Dialog und zur Erhaltung des archivischen Kulturerbes weltweit.

Internationaler Tag der Archive, Thema: Archives Governance, Memory and Heritage, am 9. Juni 2018; Veranstaltet vom International Council on Archives

Seine Mitglieder verteilen sich auf 195 Staaten der Erde. Das Motto „Archives: Governance, Memory and Heritage“ ist zugleich Thema der ICA Konferenz 2018, die im November in der Hauptstadt Kameruns Yaoundé stattfinden wird.

Unser Archiv nun ist -wie wir wenigstens hoffen und woran wir stetig arbeiten- kein Saftladen, wohl aber ein SAFT-Archiv. Innerhalb des ICA gehört es nämlich als Mitglied der „Section for Archives of Faith Instititutions – SAFT“ an.

siehe auch:
Archivalia Beitrag: Happy International Archives Day!
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Kunst und protestantische Kirche während des Nationalsozialismus

Unter diesem Titel veranstaltet die Evangelische Akademie Loccum am 15. – 17. Juni 2018 eine Tagung zum Umgang mit kirchlichem Kunstgut aus der Zeit des Nationalsozialismus. Die Hakenkreuzglocken, die den öffentlichen Diskurs der letzten Monate bestimmt haben, bilden dabei nur eine Facette. Die Leitfragen der Tagung lauten:

Was ist zu tun, um systematisch die Basis einer Aufarbeitung von Kunstgut in protestantischen Kirchen bereit zu stellen (Inventarisierung; Überblick über verlorengegangene Kunstwerke; Provenienzfragen)?

Unter welchen Bedingungen und in welchen politischen und institutionellen Zwängen wurde Kunst produziert?

Was kann man aus der Analyse von „schwierigen Fällen“ für die vielerorts noch ausstehende Deutungsarbeit gewinnen?

Was kann man von den Herausforderungen und Schwierigkeiten der Aufarbeitung in anderen Institutionen lernen?

Welches sind die nächsten Schritte und Verfahren auf dem Weg zu einer sachgerechten Aufarbeitung von Kunstgut im Raum der protestantischen Kirche während der Zeit des Nationalsozialismus?

Das vollständige Programm und den Link zur Anmeldung finden Sie hier.