Über Andreas Steinberg

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Ergänztes Online Findbuch: Bestand 7NL 002 – Oberkirchenrat Helmut Rößler

Rößler, Helmut; Pfarrer; Oberkirchenrat; Ca. 1962, Bestand: AEKR_8SL 046 (Bildarchiv), 010_0169

Der Bestand 7NL 002 umfasst alle wesentlichen Stationen des Lebens von Helmut Rößler (1903-1982): Pfarrstelle Beveringen in der Priegnitz (1929-1933), Auslandspfarrstelle in Heerlen / Niederlande (1933-1939), Studiendirektor am Predigerseminar Düsseldorf (1939-1941), Konsistorialrat in Düsseldorf (1942-1945) und Oberkonsistorialrat bzw. Oberkirchenrat (1945-1968).
Seine Predigten und Vorträge aus den Jahren 1946 bis 1968 bilden ein Schwergewicht dieses Bestandes. Die Revision des Evangelischen Kirchengesangbuchs (EKG) ist ausführlich festgehalten. Die Ev. Radiomission „Christus lebt“ bei Trans World Radio / Monaco hat ihn von 1962 bis 1969 beschäftigt.
Die Akte 9.2. dokumentiert die Konzerttätigkeit seiner Tochter Almut Rößler, später Kirchenmusikdirektorin der Kantorei der Neanderkirche Düsseldorf, in den Jahren 1955-1966. Die Korrespondenz seines Vaters Walter Rößler, vor dem Ersten Weltkrieg Konsul in verschiedenen Kolonien Afrikas, ist eine weitere Besonderheit dieses Bestandes (Punkt 11). Die Fotoalben aus den Jahren 1903 bis 1924 veranschaulichen das exotische Ambiente (Punkt 14).
Die Ergänzung: 2016-2019 gelangten aus dem Nachlass von Kirchenmusikdirektorin Almut Rößler weitere Unterlagen an das Archiv. Zusammen mit den bei der Ersterfassung 1983 unverzeichnet gebliebenen Stücken bilden sie nun Nr. 218-251 des Bestandes. Insgesamt umfasst der Bestand 252 Verzeichnungseinheiten und verteilt sich auf gut 7 Lfm. Archivgut.

Literatur: Holger Weitenhagen: Helmut Rößler – Der schwierige Weg der Mitte, in: MEKGR 56 (2007), S. 57-72. Kai Seyffarth: Entscheidung in Aleppo – Walter Rößler (1871-1929), Bremen 2015

Ergänzende Archivbestände: Pers. LKA Nr. 277; 2LR 002 (Pfarrerdienst beim Ev. Konsistorium der Rheinprovinz)

Digitales Gemeindebrief-Archiv

Digitalisierte Gemeindebriefausgaben als PDF. Abrufbar auf der homepage der Lutherkirchengemeinde, Düsseldorf.

In einem beispielgebendem Projekt der Evangelischen Lutherkirchengemeinde Düsseldorf ist ein digitales Gemeindebrief-Archiv entstanden welches nahezu den gesamten Bestand der gedruckten Gemeindebriefausgaben der Lutherkirchengemeinde Düsseldorf enthält, beginnend mit der ersten Ausgabe im Jahr 1950, bis zur aktuellen Ausgabe.

Unter der technischen Leitung von Herrn Andreas Weiner(ehrenamtlich) wurden die Gemeindebriefe digitalisiert und bearbeitet und letztlich auf der website der Lutherkirchengemeinde für die Öffentlichkeit abrufbar gemacht.

Der Gemeindebrief in gedruckter Form stellt auch im Jahr 2020 das Mittel der Wahl in der Breitenkommunikation der Kirchengemeinden mit Ihren Mitgliedern im Bereich der Evangelischen Kirche im Rheinland dar. Der Trend und die Nutzung von smartphone, tablet & Co. lassen vermuten, dass die Tage der gedruckten „analogen“ Gemeindebriefe gezählt sind. Dementgegen steht allerdings das individuelle Nutzer/Leserverhalten. So manches Gemeindemitglied hat die neuesten Informationen aus der Kirchengemeinde lieber in gedruckter Form vorliegen und blättert gern darin. Andere „wischen“ lieber auf ihrem smartphone, tablet od. reader von Seite zu Seite…

Die Elektronischen Gemeindebriefausgaben als PDF sind häufig begleitend zur aktuellen Gemeindebriefausgabe auf den websites vieler Kirchengemeinden abrufbar. Ein derart umfassender digitaler Bestand wie im Fall der Lutherkirchengemeinde findet sich leider noch selten. Hoffen wir, dass es mehr werden.

Neues Online-Findbuch Bestand 6HA 003 – Handakten Präses Prof. D. Dr. Joachim Beckmann

Prof. D. Dr. Joachim Beckmann, aus Bestand: AEKR 8SL 046 (Bildarchiv)

In seiner 1958 beginnenden 13-jährigen Amtszeit als Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland sind etliche Meter Handakten angefallen. Der Bestand gliedert sich in 2 Serien, A und B.

Die A-Serie bildet eine chronologische Korrespondenzserie im Zeitraum 1946 – 1973. Die Korrespondenzpartner sind prominente Vertreter aus Kirche und Politik: Hans Asmussen, Professor Karl Barth, Präsident des Deutschen Bundestages Hermann Ehlers, Bundespräsident Gustav W. Heinemann, Helmut Thielicke, Landesbischof Hanns Lilje um nur einige aufzuführen.

Die B-Serie umfasst v.a. die Handakten der Präseskanzlei. Hier finden sich die Themenpaletten der zahlreichen Ämter von Präses Prof. D. Dr. Joachim Beckmann wieder. Sein Engagement reicht hier vom Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft für Weltmission, Beauftragter des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland für Fragen der Kriegsdienstverweigerung und Ersatzdienstleistung, stellv. Vorsitzender des Rates der Evangelischen Kirche der Union, Mitglied des Rates der Evangelischen Kirche Deutschlands bis zum stellv. Vorsitzenden der Arnoldshainer Konferenz.

Der Bestand 6HA 003 mit über 46 lfm. bildet so umfassend das vielfältige Engagement von Prof. D. Dr. Joachim Beckmann vor, während und nach seiner Amtszeit als Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland ab.

April Challenge #Archive30 – Tag 16: Something Small

#Archive30 Tag 16: Something Small – Heftklammern

Den heutigen Beitrag der April Challenge möchte ich einem kleinen „Bürohelfer“ widmen: Der Heftklammer – Aus dem Alltag in Büro und Registratur nicht mehr wegzudenken, leider zu Lasten der Archivarbeit. Stichwort: Entmetallisieren. Heftklammern gibt es in einer Vielzahl von Ausführungen hinsichtlich Länge, Material und Stärke. Aktuell findet man im Gebrauch häufig die Variante mit der Bezeichnung 24/6, welche der zurückgezogenen Norm DIN 7405 entsprechen und so seit 1963 verwendet wird. Bei der Bezeichnung gibt die Ziffer vor dem Schrägstrich die Materialstärke an (je kleiner die Zahl desto stärker das Material), die Ziffer hinter dem Schrägstrich die Schenkellänge der Klammer. Die Norm  DIN 7405 erstreckte sich hierbei nicht nur auf Materialstärke und Länge, sondern ebenfalls auf die im Handel erhältliche Konfektionierung und Bezeichnung. Bis zu ca. 30 Blatt Papier können mit einer 24/6 Heftklammer geheftet werden. Für größere Stapelmengen Papier gibt es Heftklammern mit einer Schenkellänge bis ca. 18mm. Interessanterweise entsprechen aber nur Heftklammern mit der Bezeichnung 24/6 der Norm DIN 7405. Eine Normung nach DIN für die übrigen Ausführungen gab es nicht. Im Gegensatz zur Büroklammer, dem handhabungsleichteren „Bürohelfer“, benötigt man zur Anbringung der Heftklammern ein sogenanntes „Heftgerät“ welches häufig auch als „Tacker“ od. „Klammeraffe“ bezeichnet wird. Keine ewige Verbindung: Zum Auflösen der Heftklammerverbindung wird wiederum ein Heftklammernentferner benötigt. Betrachtet man das materielle Umfeld des Heftens mittels Heftklammern in der Gesamtheit, so müsste es eigentlich heißen: something small from something bigger, denn ohne ein Heftgerät lässt sich die Heftklammer nicht ohne weiteres einbringen und ohne Heftklammernentferner nur mühsam mit Fingerspitzengefühl und etwaigen „Ersatzwerkzeugen“ entfernen. Einzeln betrachtet bleibt sie was sie ist: einer der kleinsten zweckmäßigen Gegenstände die uns im Büro- /Archivalltag begegnen.

(K)eine Frage des Kelches

Die Austeilung des heiligen Abendmahls, aus Bestand: AEKR 1OB 002 (Konsistorium der Rheinprovinz), 710

Eine Akte des Königl. Konsistoriums Koblenz aus dem Archivbestand 1OB 002 Konsistorium der Rheinprovinz mit einer Laufzeit von nahezu 90 Jahre befasst sich mit der Austeilung des hl. Abendmahls. Im Hinblick auf die Frage ob eines der essentiellen Riten im christlichen Glauben nur mit gemeinsam genutztem Abendmahlskelch oder auch mit Einzelkelchen gefeiert werden darf, entstand ein reger Schriftverkehr zwischen den kirchlichen Gemeinden, dem Königl. Konsistorium zu Koblenz bis hin zu den kaiserlichen Ämtern. Weiterlesen

Neue Online-Findbücher zur rheinischen Diakoniegeschichte

Stress in Kindergärten ist sicherlich ein Alltagsphänomen. 1968 entwarfen Lore und Kay Lorentz vom Düsseldorfer „Kommödchen“ einen Kabarett-Text mit dem Titel „Der Streßkindergarten“.

Der Text dieses Programms findet sich in dem Bestand Rheinische Verband Ev. Tageseinrichtungen für Kinder e.V., dessen Findbuch jetzt online verfügbar ist. Weitere neu recherchierbare Bestände sind die Organe des Diakonischen Werkes im Rheinland sowie der Nachlass von Superintendent Eduard Kaphahn. Sie sind sehr aussagekräftig für das sich ändernde Selbstverständnis der Diakonie seit den 1960er Jahren.

Eine über alle Jahrzehnte konstante Untugend war dabei die Unpünktlichkeit von Tagungsteilnehmern. So sah sich der spätere Direktor Karl Wilhelm Gattwinkel anlässlich der Jahrestagung des Diakonischen Werkes 1965 veranlasst, eine satirische Kongressbeobachtung unter dem Titel „Unbequemes zur Ordnungspflicht des Christen“ zu verfassen.