Wo finde ich Quellen zu Gerhard Tersteegen?

Anlässlich des 250. Todestages erinnert die EKiR mit einer biografischen Skizze an Gerhard Tersteegen und verweist dabei auf die kirchenhistorischen Quellen zum Leben, Werk und Netzwerk seiner Person. Viele seiner originalen Briefe verteilen sich in unserem Archiv über mehrere Sammlungsbestände. Sie sind uns im Laufe der Zeit über private Zustiftungen übergeben worden. Eine gute Grundlage für die Quellenforschung bietet die Edition von Professor Gustav Adolf Benrath. Weitere Tersteegen-Werke und Literatur über ihn können im Katalog der Archivbibliothek recherchiert werden.

Wer hierzu Fragen hat, kann sich gerne an uns wenden.

Kuriositäten: Bettgestell, Gehstock, Schrank und Kommode

Teilansicht des historischen Tersteegen-Zimmers, Tersteegenhaus Waldbröl, AEKR 8SL 046 (Bildarchiv), Bildserie 80106

Seit der Auflösung des Evangelischen Brüdervereins in Waldbröl-Rölefeld finden sich bei uns auch das Inventar des sogenannten Tersteegen-Zimmers sowie die Bestände der Bibliothek Otterbeck, die sich noch aus der Zeit Tersteegens erhalten haben. Weitere Infos finden sich im PDF-Findbuch .

Teilansicht des historischen Tersteegen-Zimmers, Tersteegenhaus Waldbröl, AEKR 8SL 046 (Bildarchiv), Bildserie 80106

Archivstelle bei der VEM Wuppertal ausgeschrieben

Die Archiv- und Museumsstiftung der Vereinten Evangelischen Mission (VEM) in Wuppertal schreibt eine Vollzeitstelle für die Betreuung ihres Archivs und ihrer Bibliothek aus. Die Missionare, die die Rheinische Mission seit 1828 nach Afrika und Asien aussandte, schickten vielfältiges Material an das Missionshaus in Deutschland: detaillierte Berichte über Länder und Leute, Dokumente der entstehenden einheimischen Gemeinden, Handzeichnungen, Fotos und Gegenstände aus der Kultur der überseeischen Partner.

Alle Informationen finden Sie hier: Stellenausschreibung_AMS-Archiv

Das Siegel der Landeskirche: Es hätte auch so aussehen können

„Die Siegel der Kirche sind ein Ausdruck ihrer kirchlichen Eigenständigkeit.“ notierte  Landeskirchenrat Dr. Karl-Werner Glaser als obersten allgemeinen Grundsatz in seinem Entwurf für die Siegelordnung.

Entwurf für ein Siegel der Evangelischen Kirche im Rheinland von Walter Sauer (Zeichnung, nicht realisiert), 1956;
in: Bestand 1OB 017I (Landeskirchenamt: Sachakten), Nr. 476

So überrascht es nicht, dass im Zuge der Neukonstituierung der rheinischen Kirche nach dem Zweiten Weltkrieg auch das Siegel eine Aktualisierung erhalten sollte. Diese fiel allerdings nur zurückhaltend aus und setzte mehr auf Kontinuität als auf Erneuerung. Nämlich indem lediglich die Umschrift des bestehenden Siegels des Konsistoriums geändert wurde. Nicht mal eine behutsame Veränderung des Siegelbilds, wie sie Grafiker Walter Sauer vorschlug, die das „Johanniterkreuz in grafisch verbesserter Form zeigen“ sollte, war erwünscht. Seine Entwürfe dazu sind leider nicht erhalten. In Gebrauch ging das Siegel in der Form, die auch heute noch verwendet wird.

Im Jahr 1956 eröffnete Präses Heinrich Held – scheinbar unbeabsichtigt – die Diskussion noch einmal.  Weiterlesen

Neue Online-Findbücher zur rheinischen Diakoniegeschichte

Stress in Kindergärten ist sicherlich ein Alltagsphänomen. 1968 entwarfen Lore und Kay Lorentz vom Düsseldorfer „Kommödchen“ einen Kabarett-Text mit dem Titel „Der Streßkindergarten“.

Der Text dieses Programms findet sich in dem Bestand Rheinische Verband Ev. Tageseinrichtungen für Kinder e.V., dessen Findbuch jetzt online verfügbar ist. Weitere neu recherchierbare Bestände sind die Organe des Diakonischen Werkes im Rheinland sowie der Nachlass von Superintendent Eduard Kaphahn. Sie sind sehr aussagekräftig für das sich ändernde Selbstverständnis der Diakonie seit den 1960er Jahren.

Eine über alle Jahrzehnte konstante Untugend war dabei die Unpünktlichkeit von Tagungsteilnehmern. So sah sich der spätere Direktor Karl Wilhelm Gattwinkel anlässlich der Jahrestagung des Diakonischen Werkes 1965 veranlasst, eine satirische Kongressbeobachtung unter dem Titel „Unbequemes zur Ordnungspflicht des Christen“ zu verfassen.

„Die Bahnverbindungen sind nicht günstig“. Die Landessynode tagte 1950 in Velbert unter schwierigen Bedingungen

Bis zum 11. Januar 2019  tagte in Bad Neuenahr die 71. ordentliche Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland. Die Plenarsitzungen fanden im Dorint Parkhotel statt, dort und in anderen Hotels waren die Mitglieder der Synode auch untergebracht. Die Anreise erfolgte im eigenen PKW oder mit dem im Takt verkehrenden Zug.

Unter ganz anderen Bedingungen kam die 2. ordentliche Tagung der Landessynode vom 12. bis 18. November 1950 in Velbert, südlich von Essen gelegen, zusammen. In dieser Stadt hatten auch die letzte Provinzialsynode 1946 und die erste Landessynde der EKiR 1948 stattgefunden. Tagungsort war – wie in den Vorjahren – der große Saal des Bürgerhauses. Dieses Gebäude aus dem Jahr 1910 hatte den Zweiten Weltkrieg ohne Schäden überstanden.

Quelle: Velbert Wiki (CC-BY), Das Bürgerhaus Velbert, früher auch „Bürger-Vereinshaus“ genannt, ist ein 1910 eröffnetes Gebäude in Velbert Mitte. Es steht unter Denkmalschutz.

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Trinkerfürsorge und Suchthilfe im rheinischen Protestantismus

Alkoholfreies Restaurant u. Café des Frauenvereins gegen den Missbrauch geistiger Getränke, Köln; aus Bestand: AEKR 5 WV 051 (Diakonisches Werk – Bestand Otto Ohl), 45.1.1

Nicht vegetarisch! Gleich viermal findet sich diese offenbar tröstlich gemeinte Empfehlung auf dem Werbezettel für ein alkoholfreies Restaurant in Köln aus dem Jahr 1912. Fehlender Trinkzwang und der Verzicht auf Trinkgelder mögen weitere sparsame Gemüter angesprochen haben. Betreiber des Etablissements war der Frauenverein gegen den Missbrauch geistiger Getränke.

Diese Werbung findet sich in den umfänglichen Aktenserien zur Süchtigenfürsorge aus der Amtszeit von Otto Ohl, von 1912 bis 1963 Geschäftsführer des Rheinischen Provinzialausschusses für Innere Mission (Az. 45). Der heitere Einstieg soll keineswegs den Ernst des Themas verhehlen. Der gestiegene Konsum von billigem Branntwein und anderen Spirituosen hatte im 19. Jahrhundert die Alkoholsucht unabhängig von allem bürgerlichem Moralismus virulent gemacht. Die Innere Mission entwickelte in der Folge eine eigene Trinkerfürsorge und suchte die Kooperation mit bereits bestehenden Vereinen.  Weiterlesen

Schwindel an der Pfarrhaustür

Betrugswelle in den 50er Jahren

Im Oktober habe ich den spannenden „Fall K.“ hier vorgestellt. Die Wirren der Nachkriegszeit hatte der ungelernte Gelegenheitsarbeiter aus dem Memelgebiet genutzt, um sich in den Kirchen der jungen Bundesrepublik als Pfarrer auszugeben, in ihren Gemeinden zu predigen und Unterkunft und Versorgung in Anspruch zu nehmen.

Betrugswarnung im Kirchlichen Amtsblatt Nr. 11/12, 1954, 20.8.1954

Dieser Fall ist sicherlich einer der dreisteren Versuche, die kirchliche Solidarität auszunutzen. Ein Einzelfall ist er indes nicht. Vier Aktenbände (Az. 11-8-7)  füllen die Meldungen und Warnungen, die kirchliche Verwaltungsstellen einander zukommen ließen, um vor Betrügern jeglicher Art zu warnen. Weiterlesen