Schreibschriften – Eine illustrierte Kulturgeschichte

Unter diesem Titel hat die Grafikerin Lena Zeise jetzt einen sehr ansprechend gestalteten Überblick über die Schriftarten und Schreibtechniken von der Antike bis zur Gegenwart vorgestellt. Eine ausführliche Besprechung finden Sie hier.

Obgleich der Band zahlreiche aussagekräftige Schriftbeispiele von der Antike bis zum 20. Jahrhundert bietet, ist er nicht als praktische Übungshilfe für das Transkribieren der gotischen Minuskel oder der deutschen Kurrentschrift zu verstehen. Hierfür gibt es in Buchform und im Web zahlreiche hilfreiche Angebote gerade auch für familienkundlich Interessierte. Ein guter Überblick findet sich bei Archivalia. Für die ganz Eiligen seien hier etwa die „Zehn Goldenen Regeln der Paläographie“ genannt, u. a. mit dem meines Erachtens empirisch wirklich zutreffenden Tipp: „Im Zweifel ist es immer ein ´W´…“

Warum also der Buchhinweis in einem Archivblog? Nun, es schadet auch den meist sehr pragmatisch agierenden Archivarinnen und Archivaren nicht, den Blick vom reinen Entzifferungsgeschäft auf die Kulturtechnik des Schreibens zu weiten. Diese ist bekanntlich durch den technisch-kulturellen Wandel vielfach bedroht. Der vorliegende Band regt dazu an, wieder stärker ihren kognitiven Wert anzuerkennen.

Hygiene in der Schule – nicht erst seit der Corona-Pandemie

Anweisung der Königlichen Regierung zu Düsseldorf für die Lehrerschaft und die Schulverwaltungen über Schulgesundheitspflege; Amtliches Schulblatt für den Regierungsbezirk Düsseldorf ; [9,] Beil

Mir lag beim Katalogisieren ein Heft vor mit dem Titel „Anweisung der Königlichen Regierung zu Düsseldorf für die Lehrerschaft und die Schulverwaltungen über Schulgesundheitspflege“ aus dem Jahr 1916. Schulen war vor gut 100 Jahren noch mehr als heute ein Betätigungsfeld der Kirche, gab es doch zahlreiche konfessionelle Elementarschulen. Das Thema „Hygiene“ ist ja gerade wegen der Maßnahmen gegen die Verbreitung der Covid 19-Viren hoch aktuell.

Das Vorwort beginnt unerwartet emotional: „Körperliche Entartung und sittliche Verwilderung der Völker gehen Hand in Hand. Das lehrt ein Blick in die Geschichte, besonders die des alten Roms, das dem jugendfrischen, kraftvollen Germanentum unterlag. Deswegen sollen auch die Pflegestätten des Geistes und des Herzens, die Schulen, nicht minder solche des Körpers sein.“

Der Text ist in die drei Hauptabschnitte gegliedert

  • A. Gesundheitsmäßige Unterhaltung und Benutzung der Räume und Einrichtungen der Schule
  • B. Gesundheitliche Anforderungen an die Lehr- und Lernmittel und an die Verteilung der Unterrichtsstunden
  • C. Überwachung des Gesundheitszustandes der Schulkinder.

„Reinlichkeit ist die erste Regel der Gesundheitspflege“ klingt wie eine Überschrift, ist aber der erste Satz des Punktes 1) über den Zugang zur Schule und die Frage des Straßenschmutzes.

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Regionale Handbücher der evangelischen Kirchenbauten im Rheinland. Teil 7

Die Übersicht über die nordrheinischen Kirchenkreise haben wir abgeschlossen und wollen die Gottesdienststätten in den südrheinischen, hessischen und saarländischen Kirchenkreisen der Evangelischen Kirche im Rheinland in den Blick nehmen. Hier bietet sich statt der alphabetischen eher eine regionale Gliederung an, die wir von Nordost nach Südwest vornehmen; wir beginnen daher in den Kirchenkreisen rechts des Rheins von Altenkirchen (Westerwald) über die hessischen Exklaven nach Wied.

Kirchenkreis Altenkirchen (Westerwald)

Evangelische Kirche an der Sieg und auf dem Westerwald; Schriftenreihe des Vereins für Rheinische Kirchengeschichte ; 99

1990 gab der Kirchenkreis Altenkirchen aus Anlass des 400jährigen Jubiläums der Saynischen Kirchenordnung das Buch „Evangelische Kirche an der Sieg und auf dem Westerwald. Der Kirchenkreis Altenkirchen in Vergangenheit und Gegenwart 1590-1990“ heraus. Im vierten Teil (ab Seite 229) werden die Gotteshäuser der evangelischen Gemeinden im Text beschrieben und mit Fotos illustriert. Es schließen sich Abschnitte über die Glocken und Orgeln der Kirchen an.

Kirchenkreis An Lahn und Dill (bis 2019 Kirchenkreise Braunfels und Wetzlar)

Dieser Kirchenkreis liegt als Exklave in Hessen. Daher haben die beiden ehemaligen Kirchenkreise Braunfels und Wetzlar schon immer partiell zusammengearbeitet und so auch 1953 das „Gemeindebuch der Kreissynoden Braunfels und Wetzlar“ herausgegeben. Jede Kirchengemeinde wird mit Angaben zu ihrer Geschichte und einer Abbildung der Gottesdienststätte dargestellt.

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Regionale Handbücher der evangelischen Kirchenbauten im Rheinland. Teil 6

Nach einer längeren Unterbrechung soll heute die Literatur über die Kirchenbauten in den noch fehlenden Kirchenkreisen im nördlichen Rheinland – die Kirchenkreise Solingen, Wesel und Wuppertal – dargestellt werden.

Kirchenkreis Solingen

Für den Kirchenkreis Solingen konnte ich keine Literatur ermitteln, die einen Überblick über die Kirchenbauten der evangelischen Gemeinden gibt. Ein Gemeindebuch aus dem Jahr 1962 betrifft nur die Stadtkirchengemeinde Solingen.

Kirchenkreis Wesel

Gemeindebuch Kirchenkreis Wesel, Lichtweg Verlag, Essen (1952)

Für den Kirchenkreis Wesel existiert das „Gemeindebuch 1952 der Kreissynode Wesel“, das der Kirchenkreis herausgegeben hat. Die Borschüre ist mit umfangreichen Texten zur Geschichte der Kirchengemeinden und Fotos der Gottesdienststätten versehen. Eine neuere Darstellung ist mir nicht bekannt.

Im Landeskirchlichen Archiv (OW 17 074) ist eine Mappe mit Kopien von Abbildungen und Texten zu fast allen evangelischen Kirchen des Kirchenkreises vorhanden; nach Aussagen eines älteren Pfarrers 1997 sollen diese großenteils aus dem Dombau-Kalender Wesel stammen.

Kirchenkreis Wuppertal

Erst gut 75 Jahre nach dem kommunalen Zusammenschluss der Städte Barmen und Elberfeld zur Stadt Wuppertal wurden die beiden Kirchenkreise Barmen und Elberfeld 2005 ebenfalls vereinigt. Daraus resultiert auch die nach alten Strukturen aufgeteilte Literatur.

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Regionale Handbücher der evangelischen Kirchenbauten im Rheinland. Teil 5

Im hier vorliegenden Teil geht es im Bereich Nordrhein um die Kirchenkreise Lennep, Leverkusen, Moers, Niederberg und Oberhausen.

Kirchenkreis Lennep

Gemeindebuch des Kirchenkreises Lennep, erschienen 1952, Lichtweg Verlag, Essen

Der Kirchenkreis Lennep umfasst die Stadt Remscheid, den nördlichen Teil des Oberbergischen Kreises und die östlichen Gemeinden des Rheinisch-Bergischen Kreises. Der Kirchenkreis gab 2017 das Buch „Evangelisch im Bergischen Land. Der Kirchenkreis Lennep und seine Gemeinden 1817-2017“ heraus, das Wolfgang Motte verfasst hat. Lediglich im Text verteilt finden sich Angaben und Fotos zu den Gottesdienststätten des Kirchenkreises. Das „Gemeindebuch des Kirchenkreises Lennep“ hat dieser 1952 herausgegeben. Es enthält in bewährter Art Texte zu den Kirchengemeinden und Fotos der Kirchen. Für die südlichen Kirchengemeinden, die im Oberbergischen Kreis liegen, möchte ich auf den Beitrag über den Kirchenkreis An der Agger, dort meinen zweiten Kommentar, verweisen.

Kirchenkreis Leverkusen

Dieser erst 1962 gegründete Kirchenkreis gab zu seinem Jubiläum 1987 eine Broschüre „25 Jahre Kirchenkreis Leverkusen“ heraus, die aber keine Angaben zu den Kirchengemeinden und ihren Gottesdienststätten enthält.

Kirchenkreis Moers

Der Kirchenkreis Moers erstreckt sich von Moers und Duisburg-Friemersheim im Süden bis Alpen im Norden. Er publizierte 2008 als Festschrift und Ausstellungskatalog den Titel „Synode Moers 1608-2008“, verfasst von Joachim Daebel. Es ist jeweils eine Abbildung der Kirchen enthalten, allerdings keine Texte. Unter dem Titel „Jahrbuch 1951 der Kreissynode Moers“ erschien das Gemeindebuch des Kirchenkreises und enthält Abbildungen der Kirchen und Texte zu den Kirchengemeinden.

Kirchenkreis Niederberg

Der Kirchenkreis Niederberg umfasst Kirchengemeinden in Velbert, Heiligenhaus, Wülfrath und zwei, die kommunal zu Wuppertal zählen. Eine neuere Darstellung der Kirchen konnte ich nicht ermitteln. So bleibt das „Gemeindebuch der Kreissynode Niederberg“ aus dem Jahr 1953 zu erwähnen mit Informationen über die Kirchengemeinden und Fotos der Kirchen zu erwähnen.

Kirchenkreis Oberhausen

Evangelische Kirchengemeinden und Kirchenbauten in Bildern und Geschichte, Erschienen in Oberhausen, 1993

Etwas ungewöhnlich ist die Entstehung der Broschüre „Evangelische Kirchen in Oberhausen.“ Bilder und Text wurden der Beilage zum Geschäftsbericht 1991 der Stadtsparkasse Oberhausen entnommen und vom Kirchenkreis herausgegeben. Neben dem Text stellen postkartengroße Fotos die Kirchen vor. Die Broschüre „50 Jahre Evangelischer Kirchenkreis Oberhausen 1954-2004“ enthält lediglich Fotos der Kirchen in Passbildgröße.

Regionale Handbücher der evangelischen Kirchenbauten im Rheinland. Teil 4

In der heutigen vierten Folge unserer Serie stelle ich den Kirchenkreis Kleve, die Kölner Kirchenkreise und den Kirchenkreis Krefeld-Viersen vor.

Kirchenkreis Kleve

Ein Handbuch der Kirchenbauten im Kirchenkreis Kleve konnte ich nicht ermitteln. Das Gemeindebuch aus dem Jahr 1953 bietet einen Text zu jeder Kirchengemeinde mit Fotos der Kirchen und der Angabe des Standortes. Der Kirchenkreis hat 2001 eine Broschüre herausgegeben, die Auf einen Blick die Einrichtungen und Kirchengemeinden vorstellt. Die Gottesdienststätten werden mit ihrer Anschrift genannt und zum Teil abgebildet.

Evangelische Kirchenkreise im Kirchenverband Köln und Region

Evangelische Kirchen in Köln und Umgebung, ISBN 978-3-7616-1943-8, 1. Auflage; Das evangelische Köln – Die Kirchen bis 1939, ISBN 3-7616-1639-2

Im Jahr 2000 bot der Verwaltungs-Verlag mit dem Titel Kirchen in Köln erstmals eine Darstellung aller katholischen und evangelischen Kirchen in Köln, finanziert durch die enthaltene Werbung; je Seite werden drei evangelische Kirchen in Wort und Bild vorgestellt. Ausführlicher präsentiert werden die Kirchen in dem ebenfalls konfessions-übergreifenden Werk Kölner Kirchen (2004). Auf einer halben bis zwei Seiten wird jede evangelische Predigtstätte im Gebiet der Stadt Köln mit Text und Foto porträtiert.

Bereits drei Jahre später veranlasste der Kirchenverband Köln aus Anlass des Deutschen Evangelischen Kirchentages 2007 in Köln die Herausgabe des Buches Evangelische Kirchen in Köln und Umgebung . Nach den Kölner Kirchenkreisen sortiert werden auf ein bis zwei Seiten auch die Kirchen außerhalb des Stadtgebietes von Köln vorgestellt, deren Kirchengemeinden zu einem der Kölner Kirchenkreise gehören, von Elsdorf im Westen über Lindlar im Osten bis Lechenich im Süden.

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Regionale Handbücher der evangelischen Kirchenbauten im Rheinland. Teil 3

In diesem dritten Teil sollen die Übersichten über die Kirchenbauten in den Gemeinden des nordrheinischen Teils unserer Landeskirche in den Kirchenkreisen Essen, Gladbach-Neuss und Jülich behandelt werden.

Kirchenkreis Essen

Kirchen, Kapellen, Synagogen in Essen; ISBN 3-922785-52-2

Der 1998 von Heinz Dohmen und Eckhard Sons vorgelegt Band Kirchen, Kapellen, Synagogen in Essen ist ein Beispiel für ökumenisch und sogar interreligiös angelegte Handbücher der Gotteshäuser einer Region oder Stadt. Das reich bebilderte, großformatige Buch widmet jeder Kirche meist eine Seite.

Ein Gemeindebuch ist im Kirchenkreis Essen in den 1950er Jahren offensichtlich nicht erschienen. Jedoch hat die Kreissynode ein Jahrbuch 1950 herausgegeben, dass nach einer 50seitigen Darstellung der Kirchengeschichte Essens eine knappe Übersicht über die Kirchengemeinden gibt. Jede Kirche ist nur mit der Anschrift und meist auch mit einer Abbildung aufgeführt.

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