Zum Porträt von Georg Maus

Schulausflug des Gymnasiums Betzdorf nach Grafenwerth bei Bonn am 12. Juli 1933. Signatur: AEKR 8SL 046 (Bildarchiv), 012M_0174. Fotosammlung: 10. M/63

Die knapp vierminütige Podcastfolge über Georg Maus aus der Reihe Rheinische Kirchengeschichte(n) ist zwischendurch oder auch in der Mittagspause lohnenswert zu hören. Das im Podcast abgebildete Foto von Georg Maus ist ein Ausschnitt von einem Gruppenbild, das auf einem Schulausflug des Gymnasiums Betzdorf nach Grafenwerth bei Bonn am 12. Juli 1933 entstand und in der Festschrift zum 50jährigen Bestehen des Gymnasiums in Betzdorf („Gymnasium des Kreises Altenkirchen zu Betzdorf (Sieg) 1901-1951„, Betzdorf 1951, S. 44) abgebildet ist. Im Mediencenter des Archivs der Evangelischen Kirche im Rheinland steht der Schnappschuss digital zur Verfügung. Die Rückseite der überlieferten Fotografie ist mit dem Titel „Stiftungsfestexbummel der Rheinmark E. Th. V.“ beschriftet. Dieser traditionelle Ausflug-„Bummel“ der Evangelisch-Theologischen Verbindung „Rheinmark“ zu Bonn fand zum Abschluss des Stiftungsfestes im Sommer 1933 statt. Ein Fotograf ist nicht bekannt. Georg Maus (mit Baskenmütze) steht vorne links auf der Treppenstufe. Zu seiner Linken stehen laut rückseitiger Beschriftung Frau Roloff und Fräulein Reilinghaus. Weitere abgebildete Personen sind u.a. Bruder Blodau, Bruder Opel, Bruder Butz (obere Reihe).

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Georg Maus im Porträt – Neues aus dem Podcast „Rheinische Kirchengeschichte(n)“

Wer sich im Landeskirchenamt in Düsseldorf mit einem Kaffee stärken will, kommt an ihm nicht vorbei: Georg Maus. Sein Wandbild befindet sich nämlich in direkter Nähe zum Kaffeeautomaten im 1. Obergeschoss. Georg Maus zählt zu den 20. Persönlichkeiten, die die Ev. Kirche im Rheinland mit der Aktion „Kirchenköpfe“ würdigte. Nun widmet ihm auch der Podcast „Rheinische Kirchengeschichte(n)“ eine Folge und wirft ein Schlaglicht darauf, was es bedeutet, trotz aller Widerstände nach seinen Überzeugungen zu leben und für diese einzustehen.

Viel Spaß beim Reinhören!

Neues vom Podcast „Rheinische Kirchengeschichte(n)“

Es gibt wieder neue Folgen für alle, die Podcasts lieben und sich für rheinische Kirchengeschichte interessieren!

In der 11. Podcast Folge „Kampf für Frauen im Pfarramt – Aus dem Leben von Ina Gschlössel (1898-1989)“ wird der Werdegang einer Frau beleuchtet, die sich mit dem Status Quo nicht zufrieden gab und sich für die Rechte von Mädchen und Frauen stark machte.

Die Podcast Folge 12. „Klare Positionierung in der NS-Zeit – Pfarrer Hans Encke (1896-1976)“ lenkt den Fokus auf die Vita eines Mannes, der sich in seiner Gemeinde stark machte gegen den Einfluss der Deutschen Christen und des Nationalsozialismus.

Wer schon immer mal einen „Blick hinter die Kulissen“ des Podcasts werfen wollte, erhält nun die Gelegenheit dazu. Prof. Dr. Thomas Schneider und Dr. Bettina Förster stellen den Podcast vor.

Wie immer: viel Spaß beim Reinhören!

Post aus Japan – Nutzen und Reichweite von Digitalisaten

Das landeskirchliche Archiv erhält täglich Post – nur nicht unbedingt vom anderen Ende der Welt. Eine Buchsendung aus Japan ließ das Archivteam daher letztens kurz grübeln, wer denn möglicherweise was und wann aus Japan bestellt haben mochte? Ein Blick in die Mails und ein Abgleich mit dem Namen des Absenders lösten das Rätsel schnell auf.

Mitsuaki Yamagata: Christen, die Hitler nicht fürchteten – Buchcover, Veröffentlichung 2026.


Die an uns zugestellte Publikation stammt vom Autor Mitsuaki Yamagata und trägt (übersetzt in etwa) den Titel: Christen, die Hitler nicht fürchteten: Eine Reise auf den Spuren des Widerstands gegen die Nazis. Eigenen Angaben nach ist Yamagata ein Doktor der Philosophie und interessiert sich sehr für das Thema Kirchenkampf, v.a. für diejenigen Christen, die sich der nationalsozialistischen Diktatur nicht beugten. Konkret nannte er u.a. Friedrich Weißler, Karl Friedrich Stellbrink, Konrad Graf von Preysing, Bernhard Lichtenberg, Alfred Delp und Paul Schneider, der ihn besonders beindruckt hatte. In seiner an uns gestellten Anfrage erklärte er, ein Buch über diese Persönlichkeiten schreiben zu wollen und erbat die Erlaubnis, eine Fotografie von Paul Schneider verwenden zu dürfen.

Das Porträt von Paul Schneider im Halbprofil, dem Archiv durch die Tochter zur Verfügung gestellt, ist sowohl in unserem Online-Bildarchiv als auch flickr einsehbar. Die Fotografie gilt mittlerweile als gemeinfrei. Das Archiv erlaubte Herrn Yamagata natürlich die Verwendung und wies auch darauf hin, dass der Nachlass auf unserer Homepage digitalisiert vorliege. Als Dankeschön erhielten wir eine Ausgabe der Veröffentlichung, was uns natürlich freute. Zugegebenermaßen sind die Japanischkenntnisse des Archivteams leider nicht existent, was die Lektüre erheblich erschwert.

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Pfingstbesuch aus Tschechoslowakei 1962 in Kaiserswerth

In den 1960er und 70er Jahren nimmt der Kaiserswerther Pfarrer Bernhard Wiebel als Mitglied der Kirchlichen Bruderschaft im Rheinland an den Allchristlichen Friedensversammlungen in Prag teil und ist an der Arbeit der Christlichen Friedenskonferenz (CFK) in der Bundesrepublik aktiv beteiligt. Die Christliche Friedenskonferenz war eine 1958 ins Leben gerufene internationale Friedensorganisation, die maßgeblich vom tschechischen protestantischen Theologen Josef L. Hromádka geprägt wurde.

Christliche Friedenskonferenz in Prag 1961 oder 1968 mit Pfarrer Bernhard Wiebel (Mitte);
Quelle: AEKR 7NL 017, Nr. 145; Fotograf unbekannt

Bernhard Wiebel war von 1951 bis zu seiner Emeritierung 1972 Pfarrer an der Evangelischen Diakonissenanstalt Kaiserswerth. Zuvor war er vier Jahre Superintendent des Kirchenkreises Trier und Pfarrer in Gerolstein (1934-1951).

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Das „Smartphone“ seiner Zeit: Ein Tischkalender von 1939

Taschenkalender 1939, aus: Bestand 7NL 060 (Albert Rosenkranz)

Für die Organisation des pfarramtlichen Alltags war er sicher so unverzichtbar wie heute das Smartphone: der Tischkalender. Dieses Exemplar „für Pult und Tasche“ für das Jahr 1939 stammt aus dem Nachlass von Albert Rosenkranz (1876-1975), der bis 1951 das Provinzialkirchenarchiv, das heutige Landeskirchliche Archiv, leitete.

Albert Rosenkranz hat ihn nur wenig genutzt. Eingetragen sind lediglich ein paar Geburtstage und einige wenige Notizen, die zum Teil fast tagebuchartig wirken. Im April notierte er beispielsweise mehrere Tage lang das Wetter. „Herrlichstes Wetter“ am 9. April, „unbeständig warm mit Regen“ am 13. April usw.

Schließlich nutzte er die vielen leergebliebenen Seiten, um seine kirchenhistorischen Arbeiten zu Papier zu bringen.

Bei allem, was der Kalender über Albert Rosenkranz aussagt, ist auch der Kalender selbst ein zeithistorisches Objekt und versprüht auf jeder Seite den nationalsozialistischen Geist der Zeit. Jede Doppelseite ist überschrieben mit einem zeittypischen Zitat. Bis auf wenige Ausnahmen stammen die meisten von Adolf Hitler und sind gewohnt kämpferisch.

Taschenkalender 1939, aus: Bestand 7NL 060 (Albert Rosenkranz)
Taschenkalender 1939, aus: Bestand 7NL 060 (Albert Rosenkranz)

Der 16-seitige Anhang beinhaltet jede Menge Informationen zum Alltag im nationalsozialistischen Staat. Es gibt zum Beispiel eine Liste der Feiertage, die neben den üblichen christlichen Feiertagen auch den Heldengedenktag und den Nationalen Feiertag des deutschen Volkes aufführt. Außerdem findet sich eine weitere lange Liste mit sogenannten Gedenktagen, wozu unter anderem die Geburtstage Adolf Hitlers und Hermann Görings gehören sowie die Einführung der Hakenkreuzflagge als Nationalflagge durch das Reichsflaggengesetz vom 15.9.1935.

Hinzu kommen ausführliche Informationen, für die wir heute schnell zum Smartphone greifen würden: aktuelle Post- und Bahntarife, Größen- und Gewichtseinheiten, Hinweise zum Wehr-, Arbeits- und Luftschutzdienst und einiges mehr.

Der Tischkalender dokumentiert damit nicht nur den Alltag seines Besitzers, sondern auch den Geist einer ganzen Zeit.

Quellen zu landeskirchlichen Schulen und Einrichtungen

Paul-Schneider-Gymnasium. Schüler strömen in den Haupteingang.
Fotograf: Hans Lachmann. Datum: Sommer 1967. Ort: Meisenheim. Signatur: AEKR 8SL046 (Bildarchiv), 23_00016, CC-BY-SA 4.0/Hans Lachmann

Nach dem Zweiten Weltkrieg stellte sich die nunmehrige Rheinische Landeskirche verstärkt ihrer Verantwortung im Bildungsbereich. Kirchliche Schulen, zum Teil verbunden mit Internaten, wurden neu gegründet oder durch Wechsel der Trägerschaft auf stabile Grundlagen gestellt. Bereits Mitte der 1950er Jahre waren im Rheinland neun von der Landeskirche, von Kreissynoden und Kirchengemeinden getragene Schulen vorhanden. Im Sammelbestand 2LR 024 Schulen in kirchlicher Trägerschaft, dessen Findbuch ab sofort auf unserer Webseite online zur Verfügung steht, sind Quellen zu Errichtung und Trägerwechsel der Schulen überliefert. Die Laufzeit erstreckt sich von den frühen 1950er Jahren bis 1984.

In der Festschrift zum 25jährigen Bestehen (1953-1978) des Internats des Martin-Butzer-Gymnasiums werden die bescheidenen Anfänge der Schule nach dem Zweiten Weltkrieg vom Oberstudiendirektor Heinrich Hoffmann rückblickend geschildert: „Der Zustand der Dierdorfer Schule war nicht verlockend.“ Es mangelte an Inventar, Raum und Platz. Die Heizung der Klassenräume erfolgte mit Kohleöfen. Die primitiven Schul- und Internatsverhältnisse machten einen Neubau unabdingbar. Auf Anweisung des Oberkirchenrats Edgar Boué wurden Fotografien erstellt, die in den landeskirchlichen Bauakten überliefert sind, um die Zustände im provisorischen Schülerheim 1951 zu dokumentieren.

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