In den 1960er und 70er Jahren nimmt der Kaiserswerther Pfarrer Bernhard Wiebel als Mitglied der Kirchlichen Bruderschaft im Rheinland an den Allchristlichen Friedensversammlungen in Prag teil und ist an der Arbeit der Christlichen Friedenskonferenz (CFK) in der Bundesrepublik aktiv beteiligt. Die Christliche Friedenskonferenz war eine 1958 ins Leben gerufene internationale Friedensorganisation, die maßgeblich vom tschechischen protestantischen Theologen Josef L. Hromádka geprägt wurde.
Christliche Friedenskonferenz in Prag 1961 oder 1968 mit Pfarrer Bernhard Wiebel (Mitte); Quelle: AEKR 7NL 017, Nr. 145; Fotograf unbekannt
Bernhard Wiebel war von 1951 bis zu seiner Emeritierung 1972 Pfarrer an der Evangelischen Diakonissenanstalt Kaiserswerth. Zuvor war er vier Jahre Superintendent des Kirchenkreises Trier und Pfarrer in Gerolstein (1934-1951).
Paul-Schneider-Gymnasium. Schüler strömen in den Haupteingang. Fotograf: Hans Lachmann. Datum: Sommer 1967. Ort: Meisenheim. Signatur: AEKR 8SL046 (Bildarchiv), 23_00016, CC-BY-SA 4.0/Hans Lachmann
Nach dem Zweiten Weltkrieg stellte sich die nunmehrige Rheinische Landeskirche verstärkt ihrer Verantwortung im Bildungsbereich. Kirchliche Schulen, zum Teil verbunden mit Internaten, wurden neu gegründet oder durch Wechsel der Trägerschaft auf stabile Grundlagen gestellt. Bereits Mitte der 1950er Jahre waren im Rheinland neun von der Landeskirche, von Kreissynoden und Kirchengemeinden getragene Schulen vorhanden. Im Sammelbestand 2LR 024 Schulen in kirchlicher Trägerschaft, dessen Findbuch ab sofort auf unserer Webseite online zur Verfügung steht, sind Quellen zu Errichtung und Trägerwechsel der Schulen überliefert. Die Laufzeit erstreckt sich von den frühen 1950er Jahren bis 1984.
In der Festschrift zum 25jährigen Bestehen (1953-1978) des Internats des Martin-Butzer-Gymnasiums werden die bescheidenen Anfänge der Schule nach dem Zweiten Weltkrieg vom Oberstudiendirektor Heinrich Hoffmann rückblickend geschildert: „Der Zustand der Dierdorfer Schule war nicht verlockend.“ Es mangelte an Inventar, Raum und Platz. Die Heizung der Klassenräume erfolgte mit Kohleöfen. Die primitiven Schul- und Internatsverhältnisse machten einen Neubau unabdingbar. Auf Anweisung des Oberkirchenrats Edgar Boué wurden Fotografien erstellt, die in den landeskirchlichen Bauakten überliefert sind, um die Zustände im provisorischen Schülerheim 1951 zu dokumentieren.
Karneval und Alkohol gehören für viele traditionell zusammen. Der Bildjournalist Hans Lachmann lenkt mit seinen Fotografien die Aufmerksamkeit auf diesen Umstand. Die Aufnahmen zeigen, wie schmal der Grat zwischen fröhlichem Beisammensein und sozialer Ausgrenzung ist. Neben ausgelassenen Festveranstaltungen sind auch alkoholfreie Karnevalsfeiern und sogenannte Heilstätten für Suchtkranke, die nicht selten in kirchlicher Trägerschaft waren, beliebte Fotomotive des Fotografen.
Alkoholfreie Karnevalsfeier 1981Prostende Biergläser – 1962Alkoholfreie Karnevalsfeier 1984Betrunkene Person lehnt sich an ein ParkverbotsschildSommer 1978Schlafender Obdachloser in der Düsseldorfer Altstadt 1972Stammtisch – 1967Collage Gesprächsfetzen zum Thema AlkoholKurhaus Siloah der Diakonenanstalt Duisburg – ca. 1958Sonntäglicher Spaziergang – Kurheim Annabrunn 1960Weiterlesen →
Jugendtag Herne 1971
Thesen für eine ständige Reformation der Kirche
Fotograf: Hans Lachmann, AEKR 8SL046 (Bildarchiv), 7_011834
Jugendtag Herne 1971
Thesen für eine ständige Reformation der Kirche
Fotograf: Hans Lachmann, AEKR 8SL046 (Bildarchiv), 7_011835
Jugendgottesdienst Kreuzkirche Herne 1971
St. Stephans Band beim Jugendgottesdienst in der Kreuzkirche. Vorn rechts der für diesen Jugendtag verantwortliche Jugendpfarrer B. Schlottoff, Wanne-Eickel, Fotograf: Hans Lachmann, AEKR 8SL046 (Bildarchiv), 7_011833
Jugendtag Herne 1971
Superintendent Fritz Schwarz begrüßt seine Gäste. Er ist eingerahmt von Jugendlichen, die gegen diese Veranstaltung mit Plakat- und Sprecheraktionen protestieren.
Fotograf: Hans Lachmann, AEKR 8SL046 (Bildarchiv), 7_011831
Jugendtag Herne 1971
Sporthalle Herne
Superintendent Fritz Schwarz (2.v.l.) begrüßt seine Gäste. Jugendliche unterbrechen die Rede
Protest mit Plakaten
Fotograf: Hans Lachmann, AEKR 8SL046 (Bildarchiv), 7_011830
Jugendtag Herne 1971
"The Settlers" und Zuhörer auf der Europarty in der Sporthalle Herne
Fotograf: Hans Lachmann, AEKR 8SL046 (Bildarchiv), 7_011832
Fietz Team auf dem Jugendtag in Herne 1971
Fotograf: Hans Lachmann, AEKR 8SL046 (Bildarchiv), 7_011841
Pauline and The People auf Jugendtag in Herne 1971, Fotograf: Hans Lachmann, AEKR 8SL046 (Bildarchiv), 7_011837
Die Folk-Rock-Gruppe "Pauline and The People" singen neue Bekenntnissongs und Gospels auf dem Jugendtag in Herne 1971
Fotograf: Hans Lachmann
Signatur: AEKR 8SL046 (Bildarchiv), 7_011837
Pauline and The People auf Jugendtag in Herne 1971
Fotograf: Hans Lachmann, AEKR 8SL046 (Bildarchiv), 7_011839
Pauline and The People auf Jugendtag in Herne 1971
Fotograf: Hans Lachmann, AEKR 8SL046 (Bildarchiv), 7_011840
Jugendtag in Herne "Jesusgeneration"
Faith Dietrich von den Jesus People in den USA evangelisiert in der Sporthalle
Fotograf: Hans Lachmann, AEKR 8SL046 (Bildarchiv), 7_011843
Jugendtag in Herne "Jesusgeneration"
Faith Dietrich von den Jesus People in den USA evangelisiert im Ludwig Steil Haus: "Jesus spricht zu dir: Steh auf, lass alles liegen und folge mir nach"
Fotograf: Hans Lachmann, AEKR 8SL046 (Bildarchiv), 7_011842
Der heutige Reformationstag soll zum Anlass genommen werden an den polarisierenden Evangelischen Jugendtag in Herne im Jahre 1971 zu erinnern. „Help, Hope und Halleluja“ stand unter der Schirmherrschaft des Kreisjugendpfarrers Bernd Schlottoff. Am 25. und 26. September 1971 veranstaltete die sogenannte Jesus Generation ein Festival in der Sporthalle Herne, an der über 3000 junge Menschen teilnahmen. Neben den deutschen Gospel-Bands Fietz Team (Siegen) und St. Stephans (Wanne-Eickel) traten auch zwei Gesangsgruppen aus London auf. Pauline and The People und The Settlers spielten Bekenntnis- und Erweckungslieder. Auch die US-amerikanische Mitbegründerin der Children of God-Bewegung Faith Dietrich war geladen, um zu evangelisieren.
Die platte Missionsveranstaltung rief eine Gegenbewegung auf den Plan, die eine kritische Auseinandersetzung mit der Jesus-Bewegung forderte. Der Arbeitskreis Kritische Jugend Herne organisierte mithilfe des CVJM-Diakon Rolf Schubeius eine Demonstration gegen das Jesus-Festival. Die Demonstranten torpedierten die Eröffnungsrede des Superintendenten und Missionars Fritz Schwarz und protestierten gegen die Veranstaltung mit Plakat- und Sprechaktionen. „Show verzaubert – Analyse entzaubert“ oder „Hier werden Verhältnisse verschleiert“ war auf den Plakaten zu lesen.
Vor knapp zwei Jahren übergab Prof. Dr. Joachim Conrad dem Landeskirchlichen Archiv einen geordneten und verzeichneten Bestand (Repertorium) im Umfang einer Archivmappe mit Dokumenten des am 12. Februar 1944 bei Michailowka / Nikopol gefallenen rheinischen Hilfspredigers Werner Bernhardt. Der Bestand wurde zur Biografischen Sammlung (8SL 045) aufgenommen. Geboren wurde Bernhardt als Sohn eines Malermeisters am 1. März 1911 in Barmen. Er studierte Theologie in Marburg, Göttingen und Bonn. Nach dem Vikariat in Speldorf verrichtete er seinen Hilfsdienst zuletzt in Waldniel, als er 1940 in den Militärdienst eingezogen wurde. Neben Arbeiten aus Studium und Examen hat der Nachlass vornehmlich Predigten und Andachten zum Inhalt.
Bernhardt, Werner (1911-1944) Signatur: AEKR 8SL046 (Bildarchiv), 012B_0269
Exemplarisch soll hier eine Predigt an Himmelfahrt 1938 vorgestellt werden. Der 27-jährige Hilfsprediger Bernhardt hält eine Predigt zu Markus 16,14-20 und fordert die Gemeinde auf, sich zu „besinnen, auf das, was uns dieser heutige Feiertag sein soll und was er ist.“ Denn auch schon 1938 wird der Feiertag gerne dafür genutzt, einen „schönen traditionellen Himmelfahrtsausflug“ zu machen und den „beginnenden Frühling würdig zu begrüßen“. Bernhardt stellt fest, dass Christi Himmelfahrt „dasjenige von allen christl. Festen (ist,) welches eigentlich am wenigsten verstanden wird.“
Pfarrer Hans Rudolf Jürgen Fangmeier (1931-2013) war Dozent und später Professor an der Kirchlichen Hochschule Wuppertal. 1963 promovierte er bei Karl Barth in Basel mit dem Thema Erziehung in Zeugenschaft. Karl Barth und die Pädagogik. Fünf Jahre später wurde Fangmeier auf den Lehrstuhl für Systematische Theologie an der Kirchlichen Hochschule Wuppertal berufen. Die Professur war mit der Pfarrstelle der evangelisch-reformierten Gemeinde im niederbergischen Schöller verbunden. In beiden Funktionen folgte er Wilhelm Niesel im Amt.
In einer österlichen Semestereröffnungspredigt in der Kirchlichen Hochschule Wuppertal am 15. April 1975 bezieht Fangmeier Stellung zum Theologiestudium und den damit verbundenen Hindernissen:
Jürgen Fangmeier spricht auf der 9. Wissenschaftlichen Tagung der Internationalen Ernst-Wiechert-Gesellschaft, 3.6.2007, Mülheim an der Ruhr Signatur: AEKR 8SL 046 (Bildarchiv), 013_0164
Sie, liebe Kommilitonen, drängen zahlreich ins Theologiestudium – in einer Zeit, wo der kirchliche Wohlstand nachläßt oder aufhört, wo deshalb „Planstellen“ reduziert werden müssen…, und wo zugleich Rückversicherung schwieriger wird. (…)
In der Zukunft – die derweise naht, daß sie für uns schon begonnen hat – ist die persönliche Sicherheit klein zu schreiben. ‘..der verleugne sich selbst‘ ! Arbeit aber wird durchaus da sein. Denn die Menschen um uns befinden sich in tiefer Glaubensverlegenheit (auch wenn sie aus der Kirche austreten). Sie wollen von uns nicht überfordert, aber sie wollen geliebt sein und wollen geholfen haben, gehorsam (oder doch nicht ganz und gar ungehorsam) leben und getrost sterben zu können. „Planstellen“ können rar werden, aber A r b e i t wird sein. (…) Schon das Studium ist Kreuz bzw. will als solches genommen und getragen sein.
Die Predigt hat auch nach 50 Jahren ihre Aktualität kaum verloren. Die Tätigkeit der KiHo wird in der bisherigen Form bis Ende März 2027 eingestellt. Die Landessynode 2025 der Evangelischen Kirche im Rheinland hat die Errichtung eines Theologischen Bildungscampus als Weiterbildungsgesellschaft beschlossen.
Friedhof für die im 2. Weltkrieg gefallenen Soldaten. Fotograf: Hans Lachmann. Datum: 1956. Ort: Lebach/Saar. Signatur: AEKR 8SL 046 (Bildarchiv), 26_0014. Schachtel: 646 (3A/1365)
Heute vor 86 Jahren hielt Pfarrer Karl Ludwig August Halaski (1908-1996) eine Predigt über Ps. 44,2-4 am Heldengedenktag, den 12.03.1939. Der sogenannte Heldengedenktag wurde in der Zeit des Nationalsozialismus als Propagandamittel benutzt, um beispielshalber Kriegsvorbereitungen zu rechtfertigen.
In der Predigt am Sonntag Okuli von Pfarrer Halaski liegt neben dem Gedenken an das „grosse Heldentum des Weltkrieges“ der Fokus auf dem christlichen Glauben. Halaski beschreibt das Bild eines deutschen Soldatenfriedhofes auf folgende Weise:
Pfarrer Karl Halaski Gruiten, ca. 1955
Da liegen sie, Reihe in Reihe, und über ihren Gräbern erhebt sich Kreuz an Kreuz. (…) [Nur] die Kreuze sind geblieben. Ein Zeichen dafür, dass das Deutsche Volk und unsere Soldaten damals gewusst haben, in welchem Zeichen Sieg und Frieden über den Tod hinaus zu finden ist. (…) nicht die Kaiserkrone, noch des Reiches Adler, für die sie ihr Leben gern und willig gaben, Sinn und Ziel ihres grossen Opfers war, sondern das Kreuz.
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