Nachlass von Pfarrer Eberhard von Mering (1909-1944)

Auf der Website des Archivs ist jetzt das Findbuch zum Nachlass von Pfarrer Eberhard von Mering online abrufbar.

Der Nachlass besteht aus vorwiegend privater Korrespondenz. Aus der Zeit von 1933-1936 gibt es 420 Briefe zwischen Eberhard von Mering und seiner Verlobten Ruth Liebert, die er am 17.08.1937 heiratet. Unter anderem reflektiert das Paar intensiv über den Beitritt in die Bekennende Kirche im Winter 1934.

Ein weiterer wesentlicher Bestandteil des Nachlasses sind die Feldpostbriefe. Es gibt 417 Briefe von Eberhard von Mering an seine Familie aus der Zeit seiner Einberufung zum Militär von Mai bis September 1940 und der zweiten Einberufung im September 1943 bis zu seinem Tod als Soldat bei der Schlacht um Dorpat (heute Tartu/Estland) am 21. August 1944. Sein letzter erhaltener Brief vom 15. August 1944 zeigt ihn als liebevollen Ehemann und Vater, der durch den Krieg von seiner Familie getrennt ist.

Eberhard von Merings letzten Zeilen richten sich an seine sechsjährige Tochter Christa, die bald ihren ersten Schultag hat. Christa Lippold, geb. von Mering, überreichte in den Jahren 2020 und 2021 unserem Archiv in mehreren Teilen das Nachlassfragment ihres Vaters. Frau Lippold führt eine lesenswerte Webseite zur Familiengeschichte und hält das Andenken an Ihren Vater in Ehren.

Feldpostbrief von Eberhard von Mering an seine Frau Ruth von Mering Datum: 15.08.1944 Ort: Dorpat (heute Tartu/Estland) Signatur: 7NL 225, Nr. 50; Seite 1
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Findbuch zum Nachlass von Pfarrer Philipp Bleek online

Auf der Website des Archivs ist das Findbuch zum Nachlass von Pfarrer Philipp Bleek online aufrufbar.

Das Nachlassfragment beinhaltet vorwiegend die Zeit nach dem „Fechinger Pfarrerstreit“ im Jahr 1936 bis zur Anerkennung Pfarrer Bleeks als Opfer des Nationalsozialismus durch den „Wiedergutmachungsbescheid“ vom 20.01.1953, der Folgendes bescheinigt: Philipp Bleek wurde „in der Zeit vom 27.06.1937 bis zum 28.02.1938 aus politischen und weltanschaulichen Gründen in der Strafanstalt Saarbrücken-Lerchesflur in Haft gehalten und anschließend aus dem Saarland ausgewiesen“. (VZ 10) Im Mai 1939 reiste Bleek mit seiner Frau nach Argentinien, wo seine Familie Grundbesitz besaß. Diese Reise rettete ihm vermutlich das Leben.

In einem Brief vom 11. Mai 1939 beschreibt Pfarrer Bleek seine Erleichterung über die Ausreisegenehmigung. Bereits am 16. Mai geht es für das Ehepaar Bleek „mit etwas bekümmertem Herzen und beschwerten Gewissen“ von Hamburg nach Argentinien.

Brief von Pfarrer Philipp Bleek betr. Ausreisegenehmigung, 11.05.1939, Bonn
Seite 2: Brief von Pfarrer Philipp Bleek betr. Ausreisegenehmigung, 11.05.1939, Bonn

Eine Rückkehr ist wegen des Kriegsbeginns am 1. September 1939 nicht mehr möglich. Am 17.07.1948 stirbt Philipp Bleek mit 70 Jahren an den Folgen seines Herzleidens auf der „Estancia Los Leones“ in der argentinischen Provinz Santa Fe.

Vergessene Weihnachtslieder

Bald nun ist Weihnachtszeit! Ob beim Weihnachtsbasteln und Dekorieren oder beim Backen für den Weihnachtsmann kommt die richtige Weihnachtsstimmung erst auf, wenn die musikalische Begleitung stimmt. Die Klassiker „Oh Tannenbaum“, „Stille Nacht“ und „Kling Glöckchen kling“ dürfen natürlich nicht fehlen.

Hrsg.: Wichern, Caroline Erschienen: Hamburg: Agentur des Rauhen Hauses, [ca. 1900], 47 S.
„Weihnacht, Weihnacht kehret wieder“ von Caroline Wichern

Aber kennt man noch „Warum willst du draußen stehen“ von Paul Gerhardt oder „Es war mal im Dezember“ (schlesisches Lied)? In der Sammlung von Caroline Wichern „Alte und neue Weihnachtslieder: Für Schule und Haus gesammelt und zum Teil neu bearbeitet“, Hamburg: Agentur des Rauhen Hauses, [ca. 1900] finden sich 60 Lieder wieder, die zum Teil auf das 16., 17. und 18. Jahrhundert datiert sind.

Als älteste Tochter von neun Kindern des evangelischen Theologen und Sozialreformers Johann Hinrich Wichern (1808-1881), der als Begründer der Inneren Mission gilt, wurde Caroline Wichern (1836-1906) musikalisch und gesangspädagogisch ausgebildet. Sie schrieb und veröffentlichte Lieder. Unmittelbar nach dem Tod ihres Vaters nahm Wichern den Ruf am Ellerslie-College in Manchester, einer Ausbildungsstätte für Kindergärtnerinnen, an. Sie arbeitete dort bis 1895 als Gesangslehrerin.

Caroline Wichern ist nicht nur Herausgeberin der Sammlung, es findet sich auch ein von ihr komponiertes Lied darin „Weihnacht, Weihnacht kehret wieder“.

Klavierbegabte wird es freuen, dass Elisabeth Friederichs, die Nichte von Caroline Wichern, 1913 eine passende Klavierausgabe veröffentlichte: „Alte und neue Weihnachtslieder gesammelt von Caroline Wichern. Klavierausgabe von Elisabeth Friederichs“, Fischers Musik-Bibliothek, 1913.

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