Pfingstbesuch aus Tschechoslowakei 1962 in Kaiserswerth

In den 1960er und 70er Jahren nimmt der Kaiserswerther Pfarrer Bernhard Wiebel als Mitglied der Kirchlichen Bruderschaft im Rheinland an den Allchristlichen Friedensversammlungen in Prag teil und ist an der Arbeit der Christlichen Friedenskonferenz (CFK) in der Bundesrepublik aktiv beteiligt. Die Christliche Friedenskonferenz war eine 1958 ins Leben gerufene internationale Friedensorganisation, die maßgeblich vom tschechischen protestantischen Theologen Josef L. Hromádka geprägt wurde.

Christliche Friedenskonferenz in Prag 1961 oder 1968 mit Pfarrer Bernhard Wiebel (Mitte);
Quelle: AEKR 7NL 017, Nr. 145; Fotograf unbekannt

Bernhard Wiebel war von 1951 bis zu seiner Emeritierung 1972 Pfarrer an der Evangelischen Diakonissenanstalt Kaiserswerth. Zuvor war er vier Jahre Superintendent des Kirchenkreises Trier und Pfarrer in Gerolstein (1934-1951).

Wiebel nutzte seine Position in Kaiserswerth, um Brücken zwischen Ost und West zu bauen. Aus den auf der Prager Konferenz im Jahre 1961 geknüpften Kontakten erwuchsen freundschaftliche ökumenische Beziehungen. Er organisierte und betreute Konferenzen und korrespondierte intensiv mit Amtsbrüdern aus der damaligen Tschechoslowakei.

In der Pfingstzeit 1962 wurden die Theologieprofessoren Dobiás, Michalko und Turnský zu einem Gegenbesuch in der Kaiserswerther Diakonissenanstalt eingeladen. Das zweiwöchige Programm hatte es in sich. Neben verschiedenen Besuchen und Besichtigungen in Düsseldorf, Essen und Bonn, führten die Gäste Gespräche mit zehn verschiedenen Gemeinden und hielten an allen Sonn- und Feiertagen Predigten. Zusätzlich wurde im Rahmen der Jahrestagung der Kirchlichen Bruderschaft von Westfalen in Siegen eine örtliche Pressekonferenz gehalten und die Theologieprofessoren beteiligten sich mit Vorträgen auch an der Tagung „Glaube und Denken“ in der Evangelischen Akademie Mülheim/Ruhr.

Die Berichte des Besuchs wurden publiziert und sind teilweise in den Kaiserswerther Mitteilungen (Ausgabe Nr. 1/1963) dokumentiert. Originale Tagungsunterlagen, Predigten und Korrespondenzen von Pfarrer Wiebel sind im verzeichneten Nachlass (Repertorium), der 26 Archivkartons umfasst, überliefert. Anlässlich des heutigen Pfingstfestes werden zwei Pfingstpredigten aus den Jahren 1962 und 1963 angefügt, die in der Mutterhauskirche Kaiserswerth von Professor Dr. Dobiás aus der Evangelischen Kirche der Böhmischen Brüder und von Pfarrer Wiebel gehalten wurden: 

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