Neue Vitrinenausstellung im Haus der Landeskirche

Anlässlich der Begrüßung der Mitarbeitenden des Kirchentagsteams im Haus der Landeskirche widmet sich die neue Vitrinenausstellung des Landeskirchlichen Archivs den Kirchentagen in Düsseldorf.

Im kommenden Jahr wird der Deutsche Evangelische Kirchentag in Düsseldorf zu Gast sein – und das nicht zum ersten Mal.

Bereits in den Jahre 1973 und 1985 fand der Kirchentag in der Rheinmetropole statt. Beide haben die Entwicklung und die Geschichte des Kirchentags auf ihre ganz eigene Weise geprägt und Superlative gesetzt.

Die Ausstellung zeigt neben den Mottoplakaten auch spannende Originaldokumente und fotografische Eindrücke der vergangenen Kirchentage, ordnet sie in den Entwicklungskontext ein und stimmt auf das kommende Großereignis ein. Ein besonderes Ausstellungstück ist dabei der Staffelstab, der nach jedem Kirchentag mit einer Plakette der gastgebenden Stadt versehen und dann an die nächste einladende Stadt weitergegeben wird – ein sichtbares Zeichen der Kontinuität und Verbundenheit.

2027 wird nun das nächste Kapitel in der Geschichten der Düsseldorfer Kirchentage geschrieben und die Vorfreude ist jetzt schon groß!

Zu sehen ist die Ausstellung im Alten Foyer im Haus der Landeskirche. Die meisten der Exponate stammen aus dem Archivbestand 1OB 031 Landesausschuss Rheinland des Deutschen Evangelischen Kirchentags. Wer sich weiter mit der Geschichte des Kirchentags beschäftigen möchte, findet hier reichhaltiges Quellenmaterial.

Der Kirchentag kehrt nach Nürnberg zurück

„Wenn tausende Gäste aus Deutschland und der Welt in den Straßen Kirchentag feiern, färbt sich das Stadtbild in den Kirchentagsfarben.“ So beschreibt es die Webseite zum Deutschen Evangelischen Kirchentag 2023, der ab dem 7. Juni nach 44 Jahren wieder in Nürnberg stattfindet, diesmal unter dem Motto „Jetzt ist die Zeit“. In diesem Jahr wird die entsprechende Farbe ein kräftiges Türkis sein.

Plakat zum 18. DEKT in Nürnberg 1979; aus Bestand: AEKR 1OB 031 (Landesausschuss Rheinland), Nr 19b

Sicherlich war dieser Farbeffekt im Jahr 1979, als der Kirchentag zum letzten Mal in Nürnberg stattfand, noch nicht ganz so stark. Ausgehend von der Hintergrundfarbe des Plakats hätten sich die Straßen Nürnbergs in diesem Jahr in einem wenig fröhlichen Graugrün gefärbt. Dennoch waren die ausdrucksstarken Plakate zu den jeweiligen Kirchentagen von Anfang an zentrales optisches Aushängeschild für die Großveranstaltung und prägten ihr Erscheinungsbild. Die Präsentation des neuen Plakats wird jedes Mal mit Spannung erwartet.

Weiterlesen

Lila Tage – Stuttgarter Kirchentag zu Zeiten der Studentenbewegung 1969

Deutscher Evangelischer Kirchentag (DEKT), Eröffnungsgottesdienst
Stuttgart, 16. Juli 1969
Hans Lachmann, Schachtel Nr. 293: DEKT Stuttgart 1969

Action. Dass der Stuttgarter Kirchentag 1969 ein anderer als der letzte in Hannover 1967 werden würde, zeigte sich bereits vor seinem Beginn. In der illustren Fernsehrunde von Werner Höfers „Internationalem Frühschoppen“ huschten die „Kirchenmäuse“ des Freiburger Pfarrers Martin Schneider über die Mattscheibe und kommentierten das bevorstehende protestantische Großereignis: „In Stuttgart sind die lila Zeiten angebrochen… Und wenn heute dieser Jesus wiederkäme – was fingen wir mit ihm an?“

Für jeden etwas dabei. Das Spektrum der Arbeitsgruppen des Stuttgarter Kirchentags vom 16. bis 20. Juli 1969 war kaum zu überbieten: Gottesfrage, Streit um Jesus, Kirche, Der Einzelne und die Anderen, Demokratie, Gerechtigkeit in einer revolutionären Welt, Tribunal zur Ermittlung des Glücks sowie Christen und Juden. Entsprechend die Prominenten: die Politiker Rainer Barzel, Helmut Schmidt, Wolfgang Mischnik, Hildegard Hamm-Brücher, Horst Ehmke und Erhard Eppler, die Soziologen und Politikwissenschaftler Eugen Kogon und Ralf Dahrendorf, die Psychoanalytiker Alexander und Margarete Mitscherlich, Schriftsteller Günter Grass, Präsident des Bundes der Steuerzahler Volkmar Muthesius, die Journalisten Thilo Koch, Leo Brawand und Gerhard Mauz und der Präsident des Deutschen Sportbundes Willi Daume. Generalsekretär Hans Hermann Walz versicherte: „Es wird auch Gottesdienst und Seelsorge geboten.“

Deutscher Evangelischer Kirchentag (DEKT), Lesung und Diskussion mit dem Schriftsteller Günter Grass, Stuttgart 16.–20. Juli 1969
Hans Lachmann, Schachtel Nr. 293: DEKT Stuttgart 1969

Weiterlesen

Deutscher Ev. Kirchentag in Dortmund 1963 – „Alltags-Kirchentag“ oder „Glaubensparade“?

Präeses Ernst Wilm
Hans Lachmann, Schachtel Nr. 278: DEKT Dortmund

Der westfälische Präses Ernst Wilm forderte in einem vorab geführten Interview des Magazins „Der Spiegel“: „Es soll ein Alltags-Kirchentag werden mitten im Alltag der Welt.“ Der Alltag in Dortmund werde bestimmt von Zechen und Gruben, metallverarbeiten Fabriken, und auch Verwaltungen, Banken und Versicherungen. Die Interviewer wiesen darauf hin, dass nicht alltägliche 21 Sonderzüge, 5000 Posaunen, 600 Versammlungen mit Kundgebungen und Aufmärschen und prominente Entertainer das Stadtbild bestimmen werden. Wilm entgegnete: „Es ist doch so, dass der Christ sonntags in den Gottesdienst geht und montags auf dem Bildschirm den Frankenfeld sieht.“ Peter Frankenfeld moderierte sehr erfolgreich Spielshows im Fernsehen. Das evangelische Sonntagsblatt „Der Weg“ kommentierte: „Auch Quizmaster und Schlagersänger können gute Christen sein, dass sie sich mit Freuden einer evangelischen Großveranstaltung zur Verfügung stellten und sie zu einem Erfolg ohnegleichen führten.“ Weiterlesen

April Challenge #Archive30 – Tag 25: Fashion

Ein absolutes Must-have beim Deutschen Evangelischen Kirchentag: der bunte Kirchentagsschal!

33. Deutscher Evangelischer Kirchentag in Dresden, 2011

Eine Auswahl der bunten Accesoires findet sich in der Dokumentationssammlung, die zusammen mit dem Aktenbestand des Landesauschusses Rheinland (1OB 031) an das Archiv der Evangelischen Kirche im Rheinland abgegeben wurde.

Die modischen Anwendungs-möglichkeiten sind riesig. Schlicht um den Hals geschwungen, ums Handgelenk geknotet oder als Gürtelersatz… Im Jahr 2011 in Dresden – ein ziemlich warmes Jahr – war besonders der Einsatz als Haarband angesagt. In diesem Jahr gab es den Schal sogar in zwei Varianten, pink und neongrün. Pink war allerdings schon am ersten Tag vergriffen.

Deutscher Evangelischer Kirchentag

Bunte Kirchentagsschals, aus Bestand: AEKR 1OB 031 (Landesausschuss Rheinland des Deutschen Evangelischen Kirchentags)

Anleitung zur Herstellung einer Kirchenfahne

KirchenfahneWas man beim Ordnen, Verzeichnen und Katalogisieren so alles finden kann! In einem großen Stoß alter  Zeitungen fand ich nebenstehendes Blatt. Trotz intensiver Suche war es mir nicht möglich festzustellen, wieso dieses Blatt in den Stoß alter Zeitungen kam und aus welcher Quelle es stammt. Also begann ich mich zu informieren, was es mit unserer Kirchenfahne auf sich hat. Ich fand heraus, dass die Kirchfahne ihren Ursprung in der Novemberrevolution 1918 hatte, als das Wilhelminische Kaiserreich und die Landesherrlichen Kirchenregimente ihrem Ende entgegen gingen. Nach dem Ende der Monarchie und dem Ausrufen der Weimarer Republik, entwickelte die evangelische Kirche eine eigene Fahne, die an den Gotteshäusern der Gemeinde zu besonderen Gottesdiensten aufgehangen wurde. Vorher wurde die Kaiserfahne an den Kirchen aufgehangen. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde überwiegend nur die Nationalfahne (Hakenkreuzfahne) aufgehangen. Erst nach 1945 wurde dann die Fahne mit dem violetten Kreuz auf weißem Hintergrund als offizielle Fahne der Evangelischen Kirche an den Kirchen wieder aufgehangen.

Da auf dem Blatt keine Jahresangaben zu finden sind, es aber bekannt ist, dass die Sütterlinschrift in den 1920 Jahren begann die deutsche Kurrentschrift abzulösen und der Deutsche Evangelische Kirchenausschuss am 9. Dezember 1926 diese Fahne  zur Kirchenfahne des Deutschen Evangelischen Kirchenbunds erklärte, dürfte dieses Blatt Mitte der 1920er Jahre gedruckt worden sein. Dieses Blatt trägt den Titel „Anweisung für die Herstellung der Kirchenflagge“. Neben den Angaben zum Verhältnis des Kreuzes zu der gesamten Fläche der Fahne, findet sich auch der Hinweis, dass das violette Kreuz nicht aufzunähen, sondern aufzudrucken ist und welchem Farbton das Violett zu entsprechen hat.