Über Ruth Rockel-Boeddrig

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Findbuch zum neuverzeichneten Nachlass von Paul Schneider ist jetzt online

Schneider. Paul, Pfarrer. Foto aus dem Besitz von: Evamarie Vorster

Am 29. August jährt sich der Geburtstag von Pfarrer Paul Schneider zu 125. Mal. Dieses Jubiläum haben wir uns zum Anlass genommen, um seinen Nachlass, der bisher nur sehr flach verzeichnet war, noch einmal gründlich zu überarbeiten. Entstanden ist dabei ein 88 Nummern umfassendes Findbuch, das erstmals auch das umfangreiche Material zur Wirkungsgeschichte Paul Schneiders beinhaltet.

Er gilt als der erste Märtyrer der Bekennenden Kirche im Konflikt mit dem NS-Staat und nahm dadurch schon früh eine identitätsstiftende Stellung in der Evangelischen Kirche im Rheinland ein. Dementsprechend wertvoll ist sein Nachlass.

Der Bestand ist kein Nachlass im klassischen Sinne. So enthält er, abgesehen von den Korrespondenzserien, nur wenige persönliche Unterlagen. Dafür sind die besagten Korrespondenzserien aber umso wertvoller und aussagekräftiger! Sie sind eine absolut zentrale Quelle der Paul Schneider-Forschung. Viele wissenschaftliche Arbeiten, die den Versuch unternehmen, sich der Lebens- und Glaubenswelt Paul Schneiders anzunähern, haben den Zugang über ebenjene Texte gesucht.

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Neues Lernvideo zum Thema Schriftgutverwaltung ist online

Im März ist die neue Reihe von Lernvideos zum Thema Schriftgutverwaltung mit einer Einführung in die neue Schriftgutverordnung (SGVO) gestartet. Jetzt ist das zweite Video online und diesmal geht es direkt in die Praxis und um die Frage: Wie lege ich eine Registratur an? Dazu wird das zentrale Hilfsmittel zur Schriftgutverwaltung, der Einheitsaktenplan der EKiR, näher beleuchtet und Wege aufgezeigt, wie man mit Hilfe des Aktenplans die Registratur auf die jeweilige Verwaltung zuschneidet.

Dieses Schulungsmaterial kann von Interessierten zu jeder Zeit in Anspruch genommen werden.

Wir freuen uns über Feedback und Vorschläge für weitere Videothemen!

Neue Reihe: Lernvideos zum Thema Schriftgutverwaltung

Wie bei so vielem, macht uns Corona auch bei der Durchführung der Lehrgänge zur Schriftgutverwaltung seit zwei Jahren einen Strich durch die Rechnung.

Um Abhilfe zu schaffen bis wir auch die präsente Schulungsarbeit hoffentlich sehr bald wieder aufnehmen können, sind wir dabei, ein Online-Lernangebot zu erstellen. Das kann natürlich auch danach noch jederzeit zum Einstieg ins Thema genutzt werden. Den Auftakt macht unser erstes Video mit Informationen zur neuen Schriftgutverordnung, die am 19.1.2022 in Kraft getreten ist. Weitere sollen bald folgen. Schauen Sie doch mal rein!

Klein aber fein: Mini-Kirchenbuch im Bestand der Kirchengemeinde Kleve

Taufbuch der Ref. Kirchengemeinde Cleve 1811-1822. Aus Bestand 4KG 013 Kleve

Klein aber fein! Diese Beschreibung trifft wohl am ehesten auf das Taufbuch der Reformierten Gemeinde Kleve von 1811 zu. Gerade mal 16 Zentimeter in der Höhe und 10 Zentimeter in der Breite misst es und hat damit absoluten Seltenheitswert. Es ist auch im Bestand selbst die Ausnahme: die übrigen Amtsbücher aus Kleve haben, wie üblich, mindestens Folio-Format.

Taufbuch der Ref. Kirchengemeinde Cleve 1811-1822. Aus Bestand 4KG 013 Kleve

In sehr feiner Schrift hat Pfarrer Adolf von Essen auf 37 Seiten die von ihm Getauften aus seinen immerhin 11 Jahren in Kleve notiert, insgesamt 72 Personen. Die Einträge sind dabei keinesfalls besonders kurz gehalten. Sie enthalten alle relevanten Daten und sind alle durch Unterschrift bestätigt.

Adolf von Essen amtierte von 1811 bis 1822 in der zweiten reformierten Pfarrstelle in Kleve. Sein Taufbuch hat er offenbar parallel zu dem der restlichen Gemeinde geführt. Zumindest in Stichproben fanden sich die von ihm getauften Personen nicht im sich zeitlich überschneidenden Taufregister der Reformierten Gemeinde von 1778 bis 1829.

Taufbücher der Ref. Kirchengemeinde Cleve 1723-1777 u. 1811-1822. Aus Bestand 4KG 013 Kleve

Mehr als 400 Jahre Gocher Gemeindegeschichte rund um ein Gasthaus

Das vollständige Findbuch ist jetzt online

Ältestes Lagerbuch der Reformierten Gemeinde Goch von 1585, aus Bestand: 4KG 055 (Goch), Nr 371

Dass der alte Aktenbestand der Kirchengemeinde Goch sehr interessant und wertvoll ist, steht außer Frage. Die Überlieferung ist, insbesondere für die reformierte Gemeinde und die im Jahr 1824 vereinigte Evangelische Gemeinde Goch, nicht nur sehr dicht, sie beginnt auch ausgesprochen früh: nämlich mit dem ältesten Lagerbuch von 1585. Selbst Archivrat Walter Schmidt, der im Jahr 1952 das erste Repertorium zum Bestand anlegte, ließ es sich nicht nehmen einzelne Aktenstücke mit dem Hinweis „hochinteressant“ zu versehen (s. z.B. Nr.115). Unter der Obhut des Gocher Archivpflegers wurden zahlreiche Aktenstücke bereits aufwendig restauriert. So zum Beispiel die 27 Pergamenturkunden, die unter dem Klassifikationspunkt Urkunden I erfasst sind. Die älteste Urkunde datiert aus dem Jahr 1379 und betrifft die Finanzierung des Gocher Gasthauses. Gasthaus meint in diesem Kontext natürlich nicht das Gasthaus, wie wir es heute kennen. Zwar stand es vermögenden Reisenden und Pilgern gegen Bezahlung für Übernachtung und Kost zur Verfügung, aber auch Alte, Kranke, Notleidende erhielten hier Hilfe. Nicht zuletzt wurden auch Waisen aufgenommen.

Rechnungsbuecher des Gast- und Waisenhauses der Evangelischen Kirchengemeinden Goch aus vier Jahrhunderten, aus: Bestand 4KG 055 (Goch), Nr.411
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Ein Jahr geht poetisch zu Ende

Silvester-Gedicht von Heinrich Weisgerber (1798-1868);
in: 7NL 019, Nr. 301

Wir verabschieden das alte Jahr mit diesem wunderbaren Silvester-Gedicht aus der Liedersammlung von Heinrich Weisgerber.

Silvester!

Andachtsvoll stehn an der Jahreswende
wir, und schauen noch zurück,
das Jahr, das lange, ja es ist zu Ende
und flüchtig werfen wir noch einen Blick
aufs Jahr, das uns so lang einst schien,
es ist vorüber – es ist hin! – […]

Das alte Jahr, es schwand in die Äonen
in die Vergangenheit, der man gedenkt,
doch sieh‘ wie jetzt in unser stillen Zonen
sich nun ein neues Jahr herniedersenkt,
wer wird im neuen Jahr uns denn geleiten?
Wir treten kühn in dessen Pforten ein!
Wir sind ja still, der Herr wird für uns streiten
Er wird im neuen Jahr auch mit uns sein!
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Nun ist er gekommen, der Tag des Schulanfangs

Heute und morgen beginnt in Nordrhein-Westfalen wieder für viele Kinder der Schulalltag.

Wir wünschen allen Schulanfängern, -rückkehrern und natürlich auch den Eltern alles Gute für diesen Tag, der sicherlich auch mehr als 60 Jahre später immer noch genauso aufregend ist, wie er 1956 in der Kirchenzeitung Der WEG beschrieben wurde!

Interessant: damals wie heute war das Fotografieren bei den Einschulungsfeiern ein zentrales Thema…

Kommentar zum Schulanfang, 1956; in: Der WEG, Nr. 16/1956 vom 15.04.1956