Über Ruth Rockel-Boeddrig

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Neue Vitrinenausstellung im Haus der Landeskirche

Anlässlich der Begrüßung der Mitarbeitenden des Kirchentagsteams im Haus der Landeskirche widmet sich die neue Vitrinenausstellung des Landeskirchlichen Archivs den Kirchentagen in Düsseldorf.

Im kommenden Jahr wird der Deutsche Evangelische Kirchentag in Düsseldorf zu Gast sein – und das nicht zum ersten Mal.

Bereits in den Jahre 1973 und 1985 fand der Kirchentag in der Rheinmetropole statt. Beide haben die Entwicklung und die Geschichte des Kirchentags auf ihre ganz eigene Weise geprägt und Superlative gesetzt.

Die Ausstellung zeigt neben den Mottoplakaten auch spannende Originaldokumente und fotografische Eindrücke der vergangenen Kirchentage, ordnet sie in den Entwicklungskontext ein und stimmt auf das kommende Großereignis ein. Ein besonderes Ausstellungstück ist dabei der Staffelstab, der nach jedem Kirchentag mit einer Plakette der gastgebenden Stadt versehen und dann an die nächste einladende Stadt weitergegeben wird – ein sichtbares Zeichen der Kontinuität und Verbundenheit.

2027 wird nun das nächste Kapitel in der Geschichten der Düsseldorfer Kirchentage geschrieben und die Vorfreude ist jetzt schon groß!

Zu sehen ist die Ausstellung im Alten Foyer im Haus der Landeskirche. Die meisten der Exponate stammen aus dem Archivbestand 1OB 031 Landesausschuss Rheinland des Deutschen Evangelischen Kirchentags. Wer sich weiter mit der Geschichte des Kirchentags beschäftigen möchte, findet hier reichhaltiges Quellenmaterial.

Präventive Bestandserhaltungsmaßnahmen im Archiv der EKiR

Ein zentraler Bestandteil der täglichen archivarischen Arbeit ist die Bestandserhaltung. Auch bei bereits gut geordneten, verzeichneten und verpackten Beständen kann es nötig werden, noch einmal präventiv tätig zu werden, denn gängige Lagerungsmethoden vergangener Jahrzehnte sind mittlerweile überholt.

So sind viele wertvolle Gemeindebestände, die zum Teil bis ins 16. Jahrhundert zurückreichen, in den späten 1950er- und frühen 1960er-Jahren nach der absolut üblichen Methode mit Kordeln zu Aktenpaketen verschnürt worden. Die Aktenbündel konnten so platzsparend aufrecht stehend gelagert werden und sind durch die mit eingebundenen festen Pappdeckel sehr stabil. Ein weiterer Vorteil war, dass die Bindung leicht wieder gelöst werden und einzelne Papiere bei Bedarf entnommen werden konnten. Aus archivischer Sicht ist das heute eher ein Nachteil, denn die Vollständigkeit der Akte kann so nur durch eine Foliierung nachvollzogen werden.

Alter Gemeindebestand im Archiv der EKiR
Aktenmappe mit Kordelverschnürung im Archiv der EKiR

Der entscheidende Nachteil liegt aber in den konservatorischen Risiken dieser Lagerungsmethode. Die stehende Lagerung birgt generell immer das Risiko von Stauchungen. Dafür genügt ein nicht ausreichend straff angebrachter Archivknoten. Noch häufiger kommt es aber zu mechanischen Schäden an den Papieren durch das Einschneiden der Kordeln an den Rändern.

Aktenbündel mit Kordelverschnürung im Archiv der EKiR
Durch Kordelverschnürung beschädigter Papierrand

Um weitere Lagerungsschäden zu vermeiden, werden diese Aktenbündel nach und nach von den Kordeln befreit und in heute üblichen Archivkartons in eine liegende Lagerung umgebettet. So überstehen sie hoffentlich auch noch die nächsten Jahrhunderte.

Bei Youtube findet man übrigens auch aktuell noch mehrere Videos, die das Binden eines klassischen Archivknotens vorführen. Ganz verschwunden ist er scheinbar auch in heutigen Verwaltungen noch nicht.

Zwischen Schulbank und Webstuhl: Schulpflicht und Alltag in Haan um 1850

Nur wenig mehr als 200 Jahre ist es her, dass die Schulpflicht in Preußen eingeführt wurde. Mit der Allerhöchsten Kabinettsorder betreffend die Schulzucht vom 14. Mai 1825 setzte König Friedrich Wilhelm III. den Startpunkt für einen verbindlichen und kontrollierten Schulbesuch. Die Durchsetzung gestaltet sich allerdings trotz angedrohter Strafen zäh, denn Schulpflicht bedeutete keineswegs, dass Kinder von ihren übrigen Aufgaben entbunden waren. Feldarbeit während der Erntezeit, Mithilfe im Haushalt oder eigene Erwerbstätigkeiten zur Aufbesserung des kargen Familieneinkommens blieben für viele Familien unverzichtbar.

Rundschreiben der Königlichen Regierung betr. den Schulbesuch, 12.6.1827, aus Bestand 4KG 122, 139

Die Verantwortlichen in den Schulen, die häufig von den Kirchengemeinden getragen wurden, mussten daher den Schulbesuch ihrer Schüler und Schülerinnen, beziehungsweise deren Fernbleiben, dokumentieren. Auf Antrag der Eltern konnten sie für bestimmte Zeiträume freigestellt werden.

Wo jedoch zu jenen Besorgnissen kein Grund vorhanden ist, wo namentlich keine kleineren Kinder benutzt werden, da darf eine billige Rücksicht sowohl auf den Vortheil der Fabrikanten, als auch auf den Verdienst der Eltern und den Nutzen für die Kinder sich frühe an ausdauernde Thätigkeit zu gewöhnen, genommen werden.“ präzisierte Oberregierungsrat Bislinger in einem Rundschreiben der Königlichen Regierung vom 12. Juni 1827 die Kriterien für die Beurteilung einer Dispensation.

Im Bestand der Kirchengemeinde Haan hat sich nicht nur dieses Rundschreiben, sondern auch die Verzeichniße der in der Schule zu Haan nachgesuchten, amtlich beantragten und genehmigten Dispensationen vom gewöhnlichen Schulbesuche erhalten.

Schuldispensationen der Evangelischen Schule Unterhaan, aus Bestand 4KG 122 (Kgm. Haan), Nr. 144
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Ein poetischer Neujahrswunsch aus dem 18. Jahrhundert

Wir wünschen allen Leserinnen und Lesern ein Frohes Neues Jahr mit diesem schönen Neujahrsgedicht!

Wiganders Poetisches Lautenspiel, S. 254-255, ca. 1770, aus Bestand: AEKR 8SL 048 (Sammlung Handschriften), Nr. 31

Neüer Jahres Wunsch
Christrühmlich war die Art der alten erster Zeiten,
Aus wohlgemeinten Hertz ein Wünschgen zu bereiten
Triumph zu stimmen an, zumahl wans alte Jahr
Rein aus in Grund und Ruh vergnügt gelauffen war.
Ich allerschönstes Kind muß mich auch untersehen,
Nach unsrer alten Art dich wünschend anzugehen,
Ach! Daß mein treüer Wunsch ging in dein Hertz hinein,
Wie wolte ich getrost und wohl zufrieden seyn!
In dieser Zuversicht versuch ich es zu wagen
Bin ich gleich was zu blöd und kans nicht deutlich sagen,
Ein Seufzer wird genug mein Wünschen zeigen an,
Laß nur, o schönstes Kind ihn lauffen seine Bahn,
Rufft schon der Mund nichts aus, so laß das Ächzen gelten,
Aus Lippen und durchs Hertz kan man ja gleiches melden,
Trau nur der Redlichkeit, und denke liebstes Kind,
So wie mein Hertze wünscht, daß auch die Worte sind!
Lebe Schönste in Vergnügen
Lebe in vergnügter Ruh,
Gottes Gnade deckt dich zu
Drum kanst du mit Ruhme singen
durch diß neu gekommen Jahr,
Über Unglück, über Neiden,
Über Krankheit, über Leiden,
Über Noth und Todts Gefahr
Biß die Zeit uns läst erleben,
Eins dem andern
Wünsche in die Hand zu geben.

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Sehet, die vierte Kerze brennt!

Das Team des Archiv der Evangelischen Kirche im Rheinland wünscht allen Freunden und Freundinnen des Archiv fröhliche Weihnachten!

Wir schließen die Bürotüren ab, lassen die Tasten ruhen und verabschieden uns bis zum 5. Januar 2026 in die Winterpause.

(c) AEKR/ Hans Lachmann

Adventssammlung damals und heute

In einer Pressemitteilung vom 4. November 2025 verkündeten Diakonie und Caritas den Start der diesjährigen Adventssammlung, einer „der erfolgreichsten ökumenischen Fundraising-Aktionen“, heute am 16. November. Die Spendensammlung geht bis zum 6. Dezember. Unterstützt werden zahlreiche Hilfsangebote und Projekte, die in den Gemeinden vor Ort konkrete und unmittelbare Hilfe leisten.

Dementsprechend lautet das diesjährige Motto „Füreinander. Für hier.“

Die Adventssammlung hat eine lange Tradition. Seit mehr als 75 Jahren gibt es sie. Im Jahr 1948 sammelten Caritas und Diakonie, damals noch Evangelisches Hilfswerk, erstmals gemeinsam in Nordrhein-Westfalen, um der immensen materiellen und seelischen Not zu begegnen, die drei Jahre nach dem Ende des Krieges allerorten herrschte. Das Plakat dieser ersten gebündelten Spendenaktion findet sich in unserer Plakatsammlung.

Plakat Adventssammlung 1948 des Evangelischen Hilfswerks Westfalen/ Caritas-Verband, Design: H. Lange, aus Bestand: 8SL 049 (Plakatsammlung), Nr. 2595
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Mehr Goldene Worte zu Ostern

Unser Fundus an Plakaten aus der Reihe der Goldenen Worte kann sich mit mehr als 500 Motiven mittlerweile wirklich sehen lassen.

Daher wünschen wir auch in diesem Jahr allen Leserinnen und Lesern unseres Blogs fröhliche und gesegnete Ostern mit diesen sehr klassischen Goldenen Worten aus dem Jahr 1967.

„Gelobt sei Gott, …“ Plakat aus der Reihe „Goldene Worte“, 1967, aus Bestand: AEKR Düsseldorf , 8 SL 049 (Plakatsammlung), Nr.1921, © Herder Verlag