Über Uwe Hauth

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Fahrscheine: Archivwürdig? Was macht man damit?

Was soll mit diesen Fahrscheinen geschehen?

In einem Sammelsurium, einer Art „Restekiste“ des geräumten Pfarrhauses in Horn fand sich ein Umschlag mit verschiedenen Pappfahrkarten, auch Billets genannt. Diese Fahrscheine gab es an einzelnen kleineren Bahnhöfen noch bis 1982. Diese Art der Fahrscheine wurde von dem Engländer Edmondson aus den ursprünglichen Zettelfahrscheinen entwickelt (Wikipedia: Edmondsonsche Fahrkarte). Die Fahrscheine wurden auf einem festen Karton gedruckt, mit Seriennummern versehen und die Entwertung konnte durch eine einfache Lochung oder eine Stempelung mit Datum entwertet werden. Durch ihr kleines Format von 30,5 x 57 mm konnten diese im Porte­mon­naie gut mitgenommen werden. Jetzt stellt sich die Frage, was macht man mit einem solchen Fund. In den Unterlagen fand sich kein Hinweis, warum der Pfarrer diese Fahrscheine aufgehoben hat. Hat er mit diesen Fahrscheinen selber Fahrten unternommen oder war es seine Frau oder ein Gemeindeglied?  Für mich als Archivar stellte sich die Frage: „Was soll mit diesen Fahrscheinen geschehen“? Sollen diese bei den Akten verbleiben oder nicht? Wie ich feststellen konnte, fanden sich keine Unterlagen, die Auskunft über die Verwendung der Fahrkarten gaben. Also bleibt normalerweise nur die Kassation oder aber die kostenlose Abgabe an einen Sammler oder ein Museum, das sich mit Eisenbahngeschichte beschäftigt.

Ordensfund im Bestand einer Kirchengemeinde

Kriegsmedaille

Kriegsdenkmünzen, Fundort Speicher des Gemeindehauses Alterkülz. Bestand: 4KG 024B (Ev. Kirchengemeinde Alterkülz)

Bei den Aufräumarbeiten auf dem Speicher des Gemeindehauses in Alterkülz fanden sich in einem Kasten Kriegsdenkmünzen, die vom Pfarrer als Orden bezeichnet wurden. Offenbar wurden diese Auszeichnungen eine Zeitlang im Pfarrhaus aufbewahrt und, wie die Schreiben zeigen, später die Nachfahren aufgefordert, diese abzuholen. Was aber offenbar nicht immer geschah. Diese Fundstücke werden ebenso wie die noch aufgefundenen Daten in den Bestand 4KG 024B Alterkülz eingeordnet.

Weitere Infos zu Kriegsdenkmünzen finden sich in diesem interessanten Beitrag auf Wikipedia: „Kriegsdenkmünze für die Feldzüge 1870–71 (Deutsches Reich)“

April Challenge #Archive30 – Tag 22: Mystery

Ein Rätsel oder Geheimnis:

Spardose aus einem Kirchenkreis, Archivstelle Boppard

In einem Karton mit abgegebenen Akten (Sammelsurium) aus einem Kirchenkreis fand sich diese Spardose. Man hatte zwar schon versucht das Vorhängeschloss zu öffnen, aber immer wieder davon abgelassen. Frage warum? Vielleicht wollte man auch nicht etwas zerstören. Dem Geräusch nach, finden sich darin Münzen oder metallische Gegenstände. Wer weiß es schon? Ob diese Dose irgendwann einmal geöffnet wird? Ich werde es auf jeden Fall so schnell nicht machen. Ich werde stattdessen, wann immer ich fremde Münzen in Akten finde, diese in die Spardose werfen.

April Challenge #Archive30 – Tag 20: A Collection

Die Kartensammlung in der Archivstelle Boppard und ihre Erschließung

Erschließung der Kartensammlung im Archiv der Evangelischen Kirche im Rheinland, Archivstelle Boppard. Bestand: 8SL 050 (Karten)

Das Archiv der Evangelischen Kirche im Rheinland verfügt über drei Standorte. Es wurde festgelegt, dass alle Landkarten zentral in der Evangelischen Archivstelle in Boppard gelagert werden. Nach der Überführung der Karten von Düsseldorf nach Boppard, werden diese dort erschlossen und mit  ActaPro erfasst. Die Lagerung erfolgt in Einschlagmappen liegend in Planschränken für die Größe A0. Da es im Registraturplan des Archivs der EKiR keine Vorgaben gab, wie die Karten erschlossen und unter welchen Gruppen diese abgelegt werden, musste ein Plan mit den entsprechenden Gruppen erarbeitet werden. Die erste Gruppe trägt die Bezeichnung: 01. Kirchliche Karten / Übersichten, die letzte Gruppe die Bezeichnung 27. Kartensammlung / Kartenwerke.

Erschließung der Kartensammlung im Archiv der Evangelischen Kirche im Rheinland, Archivstelle Boppard. Bestand: 8SL 050 (Karten)

Insgesamt werden jetzt die Karten in  die gebildeten Aktengruppen unterteilt und abgelegt. In jede Einschlagmappe, kommen maximal. 10 Karten.  Die Anzahl der zu erschließenden Karten, lässt sich noch nicht ermitteln. Die Laufzeit der Karten reicht von Mitte des 17. Jahrhunderts bis heute. Der Zustand der Karten kann als gut bezeichnet werden, obwohl man vor langer Zeit einige Karten mit transparentem Klebefilm repariert hat oder in die Legende einen Stempel gemacht hat. Bei den Karten finden sich von der Postkartengröße bis zum Überformat (größer als A0) alle Formate. Wann die Erschließung der Karten beendet sein wird, lässt sich heute noch nicht genau abschätzen.

Die Sammlung hat die Bestandsbezeichnung: 8SL 050.

 

Beschaffung von Abendmahlsoblaten und Abendmahlswein im Kriegsjahr 1942

Rundschreiben des Rheinischen Konsistoriums betr. Beschaffung von Abendmahlsoblaten und Abendmahlswein, 27.03.1942, aus Bestand: AEKR Boppard 8SL 055B (Anordnungen-Rundschreiben-Merkblätter)

Im Kriegsjahr 1942 war es für die Kirchen nicht einfach Abendmahlsoblaten und Abendmahlswein zu beschaffen.
Da das Wetter 1941 nicht besonders gut war, bis zum Mai war es regnerisch und kalt, blieben die Erträge in der Landwirtschaft und Weinbau hinter den Erwartungen zurück.
Dies führte dazu, dass verschiedene Kirchengemeinden nachfragten, ob es möglich wäre, Bezugsscheine für diese Produkte zu bekommen, um Oblaten selber herzustellen und Wein für das Abendmahl zu haben. In den überwiegend landwirtschaftlich geprägten Regionen war es kein so großes Problem wie in den Städten. Hinzu kam auch das Problem bei der Ernte, das sich viele Männer als Soldaten an der Front befanden und somit für die Arbeit auf den Feldern und im Weinberg nicht zur Verfügung standen.
Das Evangelische Konsistorium der Rheinprovinz erließ ein Schreiben, das die Probleme darlegte, aber auch gleichzeitig Lösungen aufzeigte.
Auszüge aus dem Schreiben: „Unter Bezugnahme auf obiges Schreiben…..teile ich mit, dass ich die Getreidewirtschaftsverbände angewiesen habe, auf Antrag den Kirchengemeinde Mehlbezugscheine auszustellen. Mit Rücksicht darauf, dass ein höher ausgemahlenes Weizenmehl für die Herstellung von Oblaten nicht geeignet ist,….habe ich mich damit einverstanden erklärt, für diese Zwecke Dunst zur Verfügung zu stellen.“
Unter „Dunst“ ist der zwischen Gries und Mehl stehende Ausmahlungsgrad des Getreidekorns zu verstehen.
In einem weiteren Erlass gibt der Evangelische Oberkirchenrat bekannt, dass er sich mit den hier und dort entstandenen Schwierigkeiten bei der Beschaffung von Abendmahlwein befassen will.
Die Kirchenkanzlei empfahl deshalb, die Pfarrämter anzuweisen, mit dem vorhandenen und dem in nächster Zeit zu erwerbenden Abendmahlswein äußerst sparsam umzugehen und ihn gegebenenfalls nur noch mit Wasser gemischt zu gebrauchen. Von einer Wiederverwertung nicht gebrauchten Weins aus Abendmahlkelchen sei dabei jedoch selbstverständlich aus hygienischen Gründen grundsätzlich abzusehen.

Gottesdienstplakat

Ankündigung evangelischer und katholischer Gottesdienste in der Stadt Linz am Rhein

Plakat, Ankündigung evangelischer und katholischer Gottesdienste in der Stadt Linz am Rhein, von A. Schulte in Linz; aus Bestand: AEKR Boppard Sammlung R. W. Schmidt (unverzeichnet)

In der noch nicht ganz erschlossen Sammlung von Dr. K. W. Schmidt in der Evangelischen Archivstelle Boppard findet sich ein Plakat, auf dem die katholische und die evangelische Pfarrkirche ihre Gottesdienste ankündigen. Das Plakat stammt vermutlich aus der Zeit Anfang des 20. Jahrhunderts und hat die Größe von DIN A3.  Es zeigt Abbildungen beider Kirchen sowie Telefonnummern beider Pfarrämter. Umrandet wird das Plakat von Motiven des ausgehenden Jugendstils. Der Druck erfolgte durch A. Schulte in Linz, vermutlich im Auftrag der Stadt. In der Stadt Linz am Rhein scheint es ein friedliches Miteinander der beiden Konfessionen gegeben zu haben. 

Weiß jemand die genaue Datierung?

Aufbau der Landeskundlichen Dokumentation in der Evangelischen Archivstelle in Boppard

Neuer Sammlungsbestand mit Faltblättern und andere Informationen

Landeskundliche Dokumentation im Archiv der Evangelischen Kirche im Rheinland, Archivstelle Boppard. Bestand: AEKR Boppard 8SL 085B ( Landeskundliche Sammlung)

Immer wieder findet man in Aktenbeständen oder Kirchengemeinden usw. Faltblätter von Gebäuden und Orten oder Informationen zu Veranstaltungen und vieles mehr. Da diese manchmal keinen Bezug zu dem Aktenbestand haben, werden diese nun in einem eigenen neuen Sammlungsbestand aufgenommen:  8SL 085B Landeskundliche Sammlung.

Diese Sammlung von Faltblättern, Prospekten und Informationen umfasst den Zeitraum von 1950 bis heute. Diese sind nach folgenden Obergruppen schematisch gegliedert: Kirchen und Klöster; Orte; Landesgeschichte; Burgen, Festungen und Schlösser; Landschaften; Gedenkstätten und Museen; Bibliotheken; Archive; Vereine und Stiftungen; Kirchliche Einrichtungen; Landeskirchliche Informationen; Judentum; Persönlichkeiten; Kultur- und Baudenkmäler. Die Faltblätter und Informationen können zur Ergänzung von Ausstellungen, aber auch als Vorlage für Veröffentlichungen usw. dienen. Diese Sammlung umfasst das gesamte Gebiet der Evangelischen Kirche in Deutschland und teilweise das angrenzende Ausland und den deutschsprachigen Raum, da einige der Informationen einen Bezug zu dem Gebiet der EKD bzw. EKiR haben. Der Schwerpunkt liegt aber auf dem Gebiet der Evangelischen Kirche im Rheinland, das Teile der Bundesländer Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Nordrhein-Westfalen umfasst.