Über Uwe Hauth

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Hochwassergeschädigte Akten aus Bad Neuenahr-Ahrweiler wieder nutzbar

Die historische Überlieferung lebt weiter: Die Akten der Evangelischen Kirchengemeinde Bad Neuenahr-Ahrweiler sind nach intensiver Aufarbeitung wieder einsehbar und stehen für Forschungszwecke zur Verfügung.

Bei der verheerenden Ahr-Flutkatastrophe im Juli 2021 wurde auch das Archiv der Kirchengemeinde schwer getroffen und massiv beschädigt. Dank sofort eingeleiteter Bergungsmaßnahmen konnte jedoch ein wertvoller Teil der Dokumente gerettet werden. Nach der Erstversorgung wurden die Unterlagen schrittweise gefriergetrocknet und aufwendig restauriert. Die erhaltenen und nutzbaren Akten wurden anschließend in die Evangelische Archivstelle überführt. Dort wurden sie nach dem aktuellen Aktenplan von 2021 neu verzeichnet und wieder fachgerecht und dauerhaft archiviert.

Der Verlust ist dennoch spürbar: Von den ursprünglichen 132 Archivkartons konnten lediglich 32 gerettet werden. Erschwerend kam hinzu, dass die alten Kartons vor der Flut nicht vollständig gefüllt waren, was die Beschädigungen durch das Wasser und den Schlamm noch vergrößert hat. Weitere Details zum Schadensausmaß sowie tiefergehende Informationen finden Sie unter den folgenden Links:

Bericht aus Bad Neuenahr: Bergung von Akten aus dem Gemeindearchiv.

Lagerung und Bewertung der geborgenen Akten des Ev. Gemeindearchiv Bad Neuenahr.

Folgende Aktenzeichen/Aktenplangruppen sind ohne große Verluste vorhanden:

02 Kirchengemeinde
03 Kirchenkreis und Verbände
07 Ökumene, andere Kirchen, Judentum
08 Staat und Politik
11 Pfarrerinnen und Pfarrer
21 Gottesdienst und gottesdienstliche Veranstaltungen
44 Männer- und Frauenarbeit
61 Grundstücke
70 Gebäude
90 Finanz- und Vermögensverwaltung
A1 Amtsbücher

Die früheren Findbücher sind noch erhalten, aber sind z.T. schwer beschädigt.

Bearbeitete Akten auf dem Weg in das Archivmagazin

Religionsangaben auf den Steuerkarten

Bei Ordnungsarbeiten im Bestand 8SL055B (Anordnungen, Rundschreiben, Merkblätter) bin ich auf ein Rundschreiben aus dem Jahr 1937 gestoßen, das die Religionsangabe auf Steuerkarten betrifft. Dabei stellte sich mir die Frage: „Ist das heute auch noch so?” (Link: https://taxfix.de/ratgeber/steuern-sparen/kirchensteuer-steuererklaerung/) Nachfolgend ein Auszug der Internetseite aus dem Jahr 2025.

Evangelisch: EV
Römisch-katholisch: RK
Alt-katholische Kirche: AK
Evangelisch-reformiert: RF
Französisch-reformiert: FR
Freie Religionsgemeinschaft Alzey: FA
Freireligiöse Landesgemeinde Baden: FB
Freireligiöse Landesgemeinde Pfalz: FG
Freireligiöse Landesgemeinde Mainz: FM
Freireligiöse Landesgemeinde Offenbach/M.: FS
Israelitische Religionsgemeinschaft Baden: IB
Israelitische Religionsgemeinschaft Württemberg: IW
Israelitische Gemeinden in Bayern: IS
Israelitische Kultussteuer Land Hessen: IL
Israelitische Synagogengemeinde Saar: IS
Israelitische Kultussteuer Frankfurt (Hessen): IS
Jüdische Kultusgemeinden Koblenz und Bad Kreuznach: IS
Jüdische Kultussteuer Nordrhein-Westfalen: JD
Jüdische Kultussteuer Hamburg: JH
Was trägt man bei Konfession ein, wenn man keine hat?
Bist du konfessionslos, trägst du in deine Steuererklärung das Kürzel VD ein.

Man erkennt, dass die Abkürzungen für die Konfession gleichgeblieben sind und dass eine Religionsangabe auf der Steuerkarte erforderlich ist. In dem Schreiben von 1937 findet sich auch die Bemerkung: gg = gottgläubig oder gl = glaubenslos.

Aus Bestand: 8SL055B, Nr. 302, Religionsangaben auf Steuerkarten:

Lagerung und Bewertung der geborgenen Akten des Ev. Gemeindearchiv Bad Neuenahr

In meinem Blogbeitrag vom 23. Juli 2021 berichtete ich von der Bergung der durch das Ahrhochwasser beschädigten Akten und schrieb: „Die Akten werden in ein Kühlhaus verbracht und eingefroren, damit die Schäden nicht fortschreiten. Zu einem späteren Zeitpunkt werden diese Akten dann gefriergetrocknet und restauratorisch behandelt.“Bericht aus Bad Neuenahr: Bergung von Akten aus dem Gemeindearchiv.

Im April 2025 wurden die auf zwei Europaletten gelagerten Akten dann von dem Gutachter der Versicherung, dem Restaurator und mir in einem Kühlhaus in Troisdorf besichtigt, um die Kosten für die Gefriertrocknung zu ermitteln.

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Kirchliche Archive auf dem Kirchentag in Hannover

Bericht vom 39. Deutschen Evangelischen Kirchentag 2025 in Hannover, der vom 30. April bis 4. Mai stattfand und dessen Motto lautete: „Mutig-stark-beherzt“.

Gemeinschaftsstand AG der Archive u. Bibliothekare in der ev. Kirche mit Archion
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Arischer Nachweis

Die Sammlung 8SL 055B Sammlung – Anordnungen – Rundschreiben – Merkblätter ist vorläufig abgeschlossen.
Auszüge aus dem Vorwort:
Die nach dem Registraturplan für Kirchengemeinden von 1991 geordnete Sammlung enthält Anordnungen, Rundschreiben und Merkblätter aus allen Bereichen des kirchlichen Lebens. Mit dem Aufbau der Sammlung wurde 2003 begonnen, und sie wird seitdem laufend ergänzt.
Da an diesem Bestand seit 2003 unterschiedliche Mitarbeiter gearbeitet haben und Unterlagen z. T. im Nachhinein hinzugefügt wurden, ist bei der Benutzung folgendes zu beachten:
Die Erschließungstiefe des Bestandes ist sehr unterschiedlich. Teilweise sind die Schriftstücke innerhalb einer Aktenplangruppe einzeln verzeichnet, teilweise liegt nur eine allgemeine Beschreibung der Inhalte der jeweiligen Aktenplangruppe ohne Einzelblattverzeichnung vor.
Zum Teil sind die Anordnungen, Rundschreiben und Merkblättern mit Kopien aus anderen Veröffentlichungen ergänzt wurden.
In dieser Sammlung findet sich auch ein Schreiben aus der Aktengruppe 04-5 Schriftliche Auskünfte aus Kirchenbüchern und Archivalien. Dieses Schreiben von 1938 zeigt, dass man sich über die Ariernachweise zu Recht „lustig“ machen kann, aber auch, wie die Behörden in Deutschland in dieser Zeit damit umgingen.

Schreiben des Evangelischen Konsistoriums der Rheinprovinz an das Kirchliche Aussenamt der Deutschen Evangelischen Kirche vom 12. Dezember 1938 mit Anweisungen bzgl. Dr. Jacobus Wiedemann, Stadtpfarrer in St. Gallen. Aus Bestand: AEKR 8SL 055B (Sammlung Anordnungen – Rundschreiben – Merkblätter)

Tag der Landesgeschichte Rheinland-Pfalz

Ein kurzer Erfahrungsbericht vom Tag der Landesgeschichte Rheinland-Pfalz in Frankenthal am 28.09.2024:

Der 3. Tag. der Landesgeschichte von Rheinland-Pfalz, ausgerichtet von der Kommission des Landes für Geschichte fand am 28.09.2024 in Frankenthal statt. Beim 2. Tag der Landesgeschichte von Rheinland-Pfalz 2021 waren wir von der Evangelischen Archivstelle in Boppard noch mit einem Stand beim Tag der rheinland-pfälzischen Landesgeschichte in Ingelheim vertreten. Der diesjährige Schwerpunkt der Veranstaltung lag auf dem Thema „Demokratiegeschichte(n)“.Für mich als Besucher dieser Veranstaltung waren die anwesenden Institutionen, Verbände und Vereine sehr interessant. Unter den Ausstellern waren unter anderem das Landesarchiv Speyer, das Institut für Geschichtliche Landeskunde und die Kommission des Landtages für die Geschichte des Landes anwesend. Neben der Podiumsdiskussion im Plenum gab es für die interessierten Besucher auch noch Workshops zu den Arbeiten, dem Fundraising und der Öffentlichkeitsarbeit im Archiv. Außerdem gab es eine Escape Room Challenge und ein Mitmach-Angebot zur Demokratie. Nachfolgend noch der Link zum bunten Veranstaltungsprogramm. https://landtag-rlp.de/de/mitmachen/veranstaltungen/tag-der-landesgeschichte-rlp.htm

Findbuch der Ev. Kirchengemeinde Simmern unter Dhaun

Evangelische Kirche Simmern unter Dhaun

Der Bestand der Kirchengemeinde Simmern unter Dhaun wurde Anfang 2024 in die Ev. Archivstelle Boppard gebracht.  Die erste Ordnung und Verzeichnung erfolgte 1962 durch Archivrat W. Schmidt. Beim Sichten und der neuen Erschließung der Akten, wurde der vorhandene Registraturplan mit den Gruppen beibehalten, da er nur bei den Amts- und Rechnungsbüchern von dem Registraturplan 1994 abwich. Der geordnete Bestand hat eine Laufzeit von 1371 (Urkunden) bis 2015. Er hat 204 Verzeichnungseinheiten und ist in 34 Kartons verpackt. Durch das damalige zubinden der Akten mit Schnüren kam es an den Rändern zu Beschädigungen. Bei der Durchsicht der Akten wurden nur solche Schreiben kassiert, die keinen Bezug zur Gemeinde haben und auch an anderer Stelle vorliegen. Die Altarbibeln blieben bei dem Bestand. In diesem Bestand finden sich auch Archivalien zu den Filialgemeinden Weitersborn, Brauweiler, Horbach und Martinstein. Interessant sind auch die Familienpapiere zu der Fabry-Stiftung (1590-1877), sowie die Urkunden von 1371 bis 1530.

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