Über Uwe Hauth

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„Freidenker“

Der Bestand „Freidenker“ hat eine Laufzeit von 1927-1935 und umfasst, Vordrucke, Flugblätter, Zeitungsauschnitte, Lieder, Vorträge, Sammlungen von Zeitungen usw. (siehe Bilder).

Heute bezeichnet man als Freidenker im weiteren Sinne Personen, die für eine politisch und sozial selbstverantwortliche Lebensgestaltung eintreten, nicht an eine höhere Macht glauben und religiöse Dogmen ablehnen. Sie verstehen sich als Atheisten, Agnostiker bzw. Skeptiker und treten für einen säkularen Humanismus ein. Im engeren Sinne bezeichnet der Begriff Anhänger der Freidenkerbewegung, insbesondere Mitglieder von Freidenkerverbänden. Erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts vollzog sich unter dem Einfluss des naturwissenschaftlichen Weltbildes, der Religionskritik und des dialektischen Materialismus eine deutliche Akzentverlagerung von der religionsphilosophischen zur religionspolitischen Freidenkerbewegung. Der Streit der Freidenker mit der Kirche betraf in den Einzelfragen die radikale Forderung der Trennung von Kirche und Staat, darunter auch im Zusammenhang mit der Forderung der Feuerbestattung die Kontroverse um die Unsterblichkeit der Seele oder Auferstehung des Leibes. Bereits am 28. März 1931 schränkte die „Verordnung des Reichspräsidenten zur Bekämpfung politischer Ausschreitungen“ die Wirkungsmöglichkeiten des kommunistischen Freidenkertums in Deutschland stark ein. Eine weitere Verordnung vom 3. Mai 1932 verbot die kommunistischen Verbände mit dem Vorwurf der „Gottlosenpropaganda“; sie betraf ca. 150.000 Mitglieder. Unter der Diktatur des Nationalsozialismus wurden die bürgerlichen deutschen Freidenkerverbände, die 1932 etwa 540.000 Mitglieder zählten, durch gewaltsame SA-Aktionen aufgelöst, die Vermögenswerte der Feuerbestattungs-Kassen in die Neue Deutsche Bestattungskasse überführt; ferner wurde im März 1936 durch den Volksgerichtshof der Deutsche Freidenkerbund (DFV) zu einer hochverräterischen Organisation erklärt und verboten.

Link zum Findbuch: AEKR, 8SL 117B

Weblink: https://de.wikipedia.org/wiki/Freidenker

Der Zeitschriftenbeobachtungsdienst

„Schon im September 1956 gab die Leitung der EKiR den Auftrag, zunächst für 6 Monate einen vertraulich arbeitenden Mitarbeiterkreis zusammenzurufen, um auf Grund der der Kirchenleitung bekannten laufenden Beanstandungen im westdeutschen Illustriertenwesen zu einer eignen Urteilsfindung zu kommen. Der ebenso sorgfältige wie großzügig und in fast übertriebener Objektivität arbeitende 15-köpfige Stab, der sich aus den verschiedenen Gemeinden, Altersklassen und Berufen zusammensetzte, beschäftigte sich in eigner Prüfung wie im gegenseitigen Erfahrungsaustausch zunächst mit den Blättern: Quick, Neue Illustrierte, Stern, Constanze, Münchner, Revue, Frankfurter und Hörzu.“

„Im April 1957 beschloss die Kirchenleitung in Düsseldorf:“ Das Ergebnis des Zeitschriftenbeobachtungsdienstes soll mit Vertretern des Sozialethischen Ausschusses, der Jugendkammer, der Kammer für Erziehung usw. besprochen werden.“ In der Begründung hieß es u. a. „Die Kirche schuldet ihren Gliedern, vor allem ihren jungen Gliedern, einen Wächterdienst.“ Im selben Jahr nahmen die 40 Mitarbeiter im Landeskirchenamtes unter Vorsitz von Oberkirchenrat Rößler ihre Arbeit auf.

In dem Zeitraum von 1956 – 1958 wurden insgesamt 21 Zeitschriften beobachtet. Das Ergebnis der Beobachtung findet sich in den Scans, die von diesen Rundschreiben beigefügt sind. Die Auszüge aus den Rundschreiben finden sich in der Sammlung II der Archivstelle Boppard. Anordnungen, Rundschreiben, Merkblätter unter der Registraturplangruppe 06-15. Mehr über den Zeitschriftenbeobachtungsdienst finden Sie hier.

Rundschreiben, „Zeitschriftenbeobachtungsdienst“ aus Sammlung II, Archivstelle Boppard
Rundschreiben, „Zeitschriftenbeobachtungsdienst“ aus Sammlung II, Archivstelle Boppard
Rundschreiben, „Zeitschriftenbeobachtungsdienst“ aus Sammlung II, Archivstelle Boppard

Besuch der Exponatec in Köln

Am Mittwoch dem 18.11.2021 besuchten wir als Mitarbeiter des Archivs der Evangelischen Kirche im Rheinland die Exponatec, die alle 2 Jahre stattfindet. Diese Messe stand für uns im Zeichen des Informationsaustausches und Wissenstransfer aus den Bereichen Restaurierung, Konservierung (Bestandserhaltung) und Lagermöglichkeiten von Archivalien, Büchern, Vasa Sacra und der Bekämpfung von Schädlingen in Archivalien, sowie die Klimatisierung von Magazinräumen. Dabei erfuhren wir, dass unsere Maßnahmen der Bekämpfung von Papierfischchen mit zu den effektivsten gehören. Darüber wurde schon in früheren Blogbeiträgen berichtet.

Ebenso interessant war es zu erfahren, welche Möglichkeiten es gibt, wertvolle Archivalien den Nutzern zu zeigen (auch in 3D) ohne diese direkt in den Händen zu halten. Es bot sich die Möglichkeit, nach dem Corona Lockdown die verschiedenen Lieferanten sowie ihre Produkte kennen zu lernen. Mit Kollegen/innen aus den Bereichen Museum, Bibliothek, verschiedenen Kultureinrichtungen und Restauratoren wurden sehr interessante Gespräche geführt. Man konnte feststellen, dass überall die gleichen Probleme wie Lagerung, Nutzung und Sicherung bestehen. Interessante Informationen erhielten wir über den Umgang mit geraubtem Kulturgut und mit menschlichen Überresten. Wir lernten einen Roboter kennen, der Besucher durch Ausstellungen führen kann und die verschiedenen Exponate erklärt. (Anmerkung: So ein Roboter wäre bei manchen Nutzern eine gute Hilfe.) Das Thema anlegen und verwalten von Datenbanken war auch noch ein Thema. Am Ende des Tages traten wir mit vielen Informationen im Gepäck die Rückreise an, um in den nächsten Tagen den Mitarbeiter des kirchlichen Archivwesens unsere Erkenntnisse mitzuteilen.

Bilder: EKiR

Hat Luther existiert?

Beweis, daß Luther nie existiert hat – Eine Satire auf alte und neue „Christusmythen“

Diesen Buchhinweis fand ich in einem Konvolut von Sammlungsgut, das noch erschlossen werden muss. Neugierig geworden sah ich mir diesen „Flyer“ in Postkartenformat genauer an.

Im Internet fand ich dann folgenden Hinweis auf diese Veröffentlichung: Bratenvorlesung beim Luther-Schiller Festmahle am 10. November 1837 in Berlin, gehalten von Professor Friedrich Heinrich von Hagen.

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Bericht aus Bad Neuenahr: Bergung von Akten aus dem Gemeindearchiv.

Einige Tage nach dem schlimmsten Hochwasser im Ahrtal, wurden wir als Landeskirchliches Archiv von der Ev. Kirchengemeinde Bad Neuenahr um Unterstützung bei der Bergung ihres Archivguts gebeten. Schon bei der Anreise hatte ich den Eindruck durch ein „Kriegsgebiet“ zu fahren. An solche Bilder muss man sich erst mal gewöhnen. Ich wohne zwar an der Mosel und kenne Hochwasserlagen, aber das was ich sah, war einfach unvorstellbar.

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Sammlung von Dankesgrüßen auf Postkarten

In dem Bestand der Kirchengemeinde Meisenheim, der noch nicht in Acta Pro verzeichnet ist (Erschlossen 1977), fand sich bei der Überprüfung und Durchsicht des Bestandes ein Album, das selbst hergestellt wurde. In diesem wurden 158 Feldpostkarten gesammelt, diese haben eine Laufzeit von 1916-1917. Inhaltlich geht es um die Dankesgrüße der Soldaten des 1. Weltkrieges, die von dem Vaterländischen Frauenverein Meisenheim Geschenke erhalten hatten.

Der Vaterländische Frauenverein wurde von der preußischen Königin und späteren Kaiserin Augusta 1866 gegründet. Der vollständige Name des Vereins lautete: „Deutscher Frauenverein zur Pflege und Hilfe für Verwundete im Kriege.“ Im Laufe der Zeit bildeten sich in vielen Gemeinden Ortsvereine. Die Tätigkeit ergibt sich aus dem Wortlaut des Vereinsnamens. 1937 wurde der Vaterländische Frauenverein von den Nationalsozialisten aufgelöst und in das Rote Kreuz überführt.

Feldpostkarten, um 1917, Vorderseiten
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Suchtprobleme gab es schon immer!

In Zeiten von „Corona“ hat der Alkoholkonsum in Deutschland zugenommen. Zum Teil haben Menschen mit dem vermehrten Alkoholkonsum etwas Schwierigkeiten. Aber schon in früheren Zeiten gab es Probleme mit den Suchterkrankungen. Durch die Abgabe des Archivs des Diakonischen Werk der Evangelischen Kirche im Rheinland an das Archiv der Evangelischen Kirche im Rheinland in Düsseldorf bekamen die Bibliotheken einen großen Zuwachs an Literatur die sich mit dem Suchtproblem beschäftigt. Die „kleinen Schriften“ bzw. „graue Literatur“ aus dieser Abgabe, wird oder ist bereits schon im Bibliotheksbestand des Archiv der Evangelischen Kirche im Rheinland eingegliedert und ist somit für jeden interessierten Zugänglich. Auf der Seite der: Diakonie Deutschland Infoportal, Arbeitsfelder im historischen Verlauf; Suchtkrankenhilfe, hat der Autor Stefen Meyer sich mit der Suchtproblematik beschäftigt und einen Bericht darüber geschrieben. Er ist Mitarbeiter der Historische Kommunikation/Archiv der Dachstiftung Diakonie mit Sitz in Gifhorn und hat mir erlaubt seinen Bericht zu verwenden.