Über Dr. Stefan Flesch

Hallo, ich bin Stefan Flesch und blogge hier zu diversen Themen (Kirche/ Geschichte/ Archiv). Ihnen hat der Artikel gefallen? Dann teilen Sie ihn, ich freue mich darüber! Oder möchten Sie über neue Blogartikel informiert werden? Dann abonnieren Sie unser Archivblog per RSS-Feed – das finden Sie rechts oben auf der Startseite.

Archivgeschichte 1853-2003 jetzt online

1853 fiel der Beschluss zur Gründung des Rheinischen Provinzialkirchenarchivs Das Archiv der EKiR knüpft unmittelbar an dessen Tradition an und ist somit das älteste Archiv einer Landeskirche auf EKD-Ebene. Anlässlich des 150-jährigen Archivjubiläums 2003 wurde eine dem ehrwürdigen Anlass entsprechende, fast 500-seitige Bestandsübersicht erstellt.

Für die aktuelle Recherche nach und in Beständen sind an ihre Stelle natürlich längst die Online-Findbücher auf unserer Homepage bzw. den Archivportalen getreten.

Der detaillierte Abriss der Geschichte des Archivs auf den ersten 90 Seiten der Publikation lag bislang nur in Buchform vor. Auch er steht jetzt online zur Verfügung. Lesen Sie hier von frierenden Archivaren, die mit klammen Fingern kaum noch schreiben können oder auch von Lagerfeuern als nur bedingt geeigneter Kassationshilfe…

Wechsel im Bopparder Archivteam

Auch aus der Evangelischen Archivstelle Boppard gibt es Neuigkeiten: Herr Wolfgang Hoffmann ist zum Jahresende in den wohlverdienten Ruhestand gegangen. Seit 2004 hat er dort zahlreiche externe Gemeindebestände erschlossen. Wir begrüßen nun Frau Andrea Rönz als neue Mitarbeiterin im Bopparder Archivteam.

Frau Rönz hat das Studium der Germanistik und Geschichte mit dem M.A. abgeschlossen. Seit 2004 ist sie Leiterin des Stadtarchivs Linz am Rhein und auch als freie Redakteurin und Autorin tätig. In Boppard wird sie mit einer Teilzeitstelle an Erschließungs- und Digitalisierungsprojekten mitwirken.

Neue Kollegin im Archiv der EKiR

Wir begrüßen Frau Annika Hansen als neue Mitarbeiterin im Archivteam.

Frau Hansen hat das Studium der Geschichte mit dem M.A. abgeschlossen und erste archivische Praxis in Wirtschafts- und Kirchenarchiven erworben. Frau Hansen unterstützt uns fortan in den Bereichen Bestandserschließung und Digitalisierung.

5 Jahre Archivblog

Am 28.11.2014 ging das Blog des Archivs der Evangelischen Kirche im Rheinland online. Seither sind hier über 450 Artikel erschienen, womit wir einen kleinen Beitrag zu der -leider immer noch überschaubaren- archivischen Blogosphäre in Deutschland zu leisten suchen.

Die Bandbreite der Artikel reicht von Hinweisen auf aktuelle Fortbildungsveranstaltungen oder Publikationen hin zu längeren Miszellen über ausgewählte historische Themen. Regelmäßiges Feature sind auch die Informationen über benutzungsrelevante Bestandszugänge oder neue Online-Findmittel.

Tatjana Klein, die 2014 engagiert das Archivblog initiierte, hat ja mittlerweile die Leitung des Kreisarchivs des Rheinisch-Bergischen Kreises übernommen. Wir sind aber optimistisch, mit einer Mischung aus neuen KollegInnen und alten Hasen auch 2020ff. weiter für eine bunte Vielfalt an interessanten Themen zu stehen. Im Bereich der evangelischen Kirchenarchive sind übrigens seither die ansprechend gestalteten und informativen Blogs aus Nürnberg (1/2017) und Stuttgart (2/2019) hinzugekommen. Für diese -wie auch natürlich unser eigenes Blog- möge gelten: Ad multos annos!

Klassenfoto mit Massenmörder, oder: Die Problematik christlicher Schuldvergebung

Der vielfach ausgezeichnete Journalist Jürgen Gückel hat jetzt eine aufrührende Studie zu dem SS-Hauptsturmführer Artur Wilke veröffentlicht, seinem ersten Lehrer in der Nachkriegszeit. 1963 wurde dieser zu zehn Jahren Zuchthaus verurteilt. Hierzu hat Gückel auch im Archiv der EKiR geforscht. Wer aber war Artur Wilke und warum finden sich zahlreiche Briefe von ihm im Düsseldorfer Archiv?

Klassenfoto mit Massenmörder; Vandenhoeck & Ruprecht; ISBN: 978-3-525-31114-1

Diese Fragen führen zu einem Bestand, der seit seiner Erschließung 2005 bereits Gegenstand mehrerer wissenschaftlicher Publikationen wurde: Der Nachlass des Wuppertaler Theologen Prof. Hermann Schlingensiepen enthält umfängliche Korrespondenzen mit den in den großen NS-Prozessen der 1960er Jahre verurteilten Massenmördern der Einsatzgruppen und Konzentrationslager.

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Kirchenvisitationsprotokolle des Herzogtums Pfalz-Zweibrücken

Kirchenvisitationsprotokolle des Herzogtums Pfalz-Zweibrücken, Bd. 1, 1538-1555, Hg. Bernhard H. Bonkhoff, ISBN 978-3-930250-52-3

Der Titel klingt zunächst recht trocken, in den Berichten der strengen Visitatoren geht es aber um das pralle Leben in den Pfarreien der Oberämter des Herzogtums. Wie liefen dort Predigt, Untericht, Seelsorge und Sittenzucht vor knapp 500 Jahren ab? Vorigen Freitag ist hierzu auf der Burg Lichtenberg bei Kusel Band 39 der Schriftenreihe des Archivs der EKiR der Öffentlichkeit vorgestellt worden.

Der erste Band dieser auf drei Teile konzipierten Edition behandelt den Zeitraum 1538-1555. Als Herausgeber konnte mit Bernhard H. Bonkhoff einer der besten Kenner der pfälzischen Kirchengeschichte gewonnen werden. Mit der Publikation dieses Bandes ist es gelungen, nach über 25 Jahren ein Forschungsprojekt zum Abschluss zu bringen, an dem Vertreter der pfälzischen und rheinischen Landeskirchen beteiligt waren. Der Band ist zum Preis von 19,80 € im Buchhandel oder beim Archiv der EKiR erhältlich.

Once again: Der Weseler Konvent 1568 als Erfindung der Historiker

Auf den Tag genau vor zwei Jahren stellten wir hier im Blog die damals frisch erschienene Studie des amerikanischen Historikers Jesse Spohnholz zum Weseler Konvent 1568 vor. Er legte hierin überzeugend dar, wie im Laufe des 17.-19. Jahrhunderts ein reines Positionspapier mit einigen Unterschriften zum vermeintlichen Schlüsseldatum reformierter rheinischer Kirchengeschichte stilisiert wurde.

Etwas naiv formulierte ich damals die Erwartung, dass sich die kirchenhistorische Zunft zumal im Rheinland zeitnah mit den Thesen von Spohnholz auseinandersetzen werde. Stattdessen kann man den Eindruck gewinnen, dass das Thema einfach totgeschwiegen wird. Immerhin hat man 2018 in Wesel auf größere Jubiläumsfeierlichkeiten verzichtet. Umso erfreulicher ist daher die jetzt im rheinischen Geschichtsblog Histren veröffentlichte detaillierte Besprechung von Jonas Bechtold, für die er auch auf Ergebnisse der diesjährigen Conference der GSA in Portland (USA) zurückgegriffen hat