Seminar: Das Historische Archiv der Stadt Köln

Archivgebäude Eifelwall, Historisches Archiv der Stadt Köln und Rheinisches Bildarchiv
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Historisches_Archiv_der_Stadt_Köln vom 22.09.2022

Im vergangenen Herbst wurde der Neubau des Historischen Archivs und des Rheinischen Bildarchivs der Stadt Köln nach einer Bauzeit von über vier Jahren nach dem Einsturz im Jahre 2009 eröffnet.

Das Seminar in Zusammenarbeit mit dem LVR-AFZ am 21.09.2022 sollte dazu den Mitarbeitenden der rheinischen Archive die Möglichkeit eröffnen, das Historische Archiv der Stadt Köln am neuen Standort mit all seinen Besonderheiten kennenzulernen. Der Neubau beeindruckte zum einen mit seiner Optik, viel interessanter war es jedoch zu erfahren, dass im Inneren verschiedene Klimazonen eingerichtet sind, die die besten Bedingungen für Lufttemperatur und -feuchtigkeit bieten. Auch der Einblick in den Lesesaal war beachtlich. So können zeitgleich 45 Nutzer vor Ort arbeiten.


Weiterhin bekamen wir bei einer Hausführung Einblicke in die Werkstatt des Historischen Archivs, in denen Mitarbeitende damit beschäftigt waren, dass vom Einsturz betroffene Archivgut zu reinigen. Dazu gibt es verschiedene Arbeitsplätze für die Trocken- als auch die Nassreinigung.

Reinigungsutensilien
Blick in den Innenhof des Archivs

Nachdem wir einen ersten Eindruck gewinnen konnten, ging es mit zwei interessanten Vorträgen weiter. Der erste mit dem Titel „Auf dem Weg zur digitalen Verwaltung: Behördenberatung und archivische Vorfeldarbeit in einer Großstadtverwaltung thematisierte ganz aktuell die Einführung und die Umsetzung von digitalem Schriftgut und elektronischen Akten und die damit einhergehenden Probleme.
Der zweite Vortrag stellte das Dokumentationsprofil des Historischen Archivs der Stadt Köln vor, welches quasi aufzeigen soll, wofür sich das Archiv in der Verantwortung sieht und wofür auch eben nicht.

Am Nachmittag folgte dann eine weitere Führung, die die logistischen Abläufe des Archivs zeigte. So konnten wir nachvollziehen, wie neues Archivgut angeliefert wurde und zunächst für 4 Wochen in einem spezielles „Quarantäne-Magazin“ eingelagert wurde.
Im Anschluss daran, besichtigten wir einen der Magazinräume. Interessant zu sehen war es, dass hier alles über Barcodes funktioniert. Wird ein Archivkarton ausgehoben, so muss dieser abgescannt werden. Ebenso muss er wieder gescannt werden, wenn er beispielsweise im Lesesaal oder bei einem der Archivmitarbeitenden abgegeben wird. So bleibt es stehts nachvollziehbar, wo sich das Archivgut gerade befindet (solange man nicht vergisst zu scannen, denn ansonsten hat man in einem Archiv dieser Größe, ein erhebliches Problem).

Zum Ende der Veranstaltung folgten dann noch einmal zwei weitere Vorträge. Der Vortrag „Was es bedeutet, ein Bürger*innenarchiv zu sein“ machte deutlich, dass sich das Historische Archiv der Stadt Köln als ein Archiv für ALLE definiert und thematisierte weiterhin verschiedene Aspekte der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.
Aus gegebenem Anlass des vergangenen Jahres, thematisierte der zweite Vortrag mit dem Titel „Wiederholung ausgeschlossen! Notfallvorsorge und Kulturgutschutz als Schwerpunktaufgabe“ das Hochwasserunglück und machte deutlich, dass es künftig noch wichtiger für alle Archive ist, einen Notfallplan zu haben und für den Katastrophenfall vorbereitet zu sein.

Den Abschluss des Seminars machte dann eine gemeinschaftliche Diskussion mit den Referierenden, bei der alle Teilnehmenden noch einmal Fragen stellen konnten.

Insgesamt war es eine gelungene und informative Veranstaltung, vor allem für diejenigen, die das Historische Archiv zuvor noch nicht besucht hatten.

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