Neuerscheinung: 100 Lebensbilder des rheinischen Protestantismus

Zwischen Bekenntnis und Ideologie, Evangelische Verlagsanstalt Leipzig

Ab sofort lieferbar ist ein neues Buch der Evangelischen Verlagsanstalt Leipzig. Unter dem Titel „Zwischen Bekenntnis und Ideologie“ bündelt es 100 Kurzbiografien bekannter wie unbekannter evangelischer Rheinländerinnen und Rheinländer. Die Geburtsjahrgänge reichen von 1856 bis 1934 und umfassen damit Menschen, die aktiv Einfluss auf die Entwicklung in Kaiserreich und Weimarer Republik genommen haben ebenso wie auch Menschen, die ihre Kindheit und Jugend unter totalitären Vorzeichen erleben mussten.

Die Kommission der Evangelischen Kirche im Rheinland für Kirchengeschichte hatte im Auftrag der Kirchenleitung die Konzeption erarbeitet. Insgesamt haben sich vierzig Autorinnen und Autoren an dem Band beteiligt. Auch vier Mitarbeitende unseres Archivs haben zu dem Buch beigetragen. Die „Lebensbilder“ können zum Preis von 30,–€ im Buchhandel bezogen werden.

Bildschirmtext (Btx) – einer der größten Technikflops der Bundespost

Das Heinz Nixdorf Museum, Computermuseum in Paderborn, hat unseren Beitrag „Als die Zukunft noch statisch war“ um weitere Angaben zur Entwicklung des Btx ergänzt.

Weitere Infos zur Btx-Entwicklung finden sich im Spiegelartikel vom 14.03.1983:  Bildschirmtext – Computerwissen für alle?  und bei Zeit-Online : Die ersten Online-Gehversuche der Deutschen (Volker Schmidt).

Akten zur Einführung des Bildschirmtextes in Ev. Kirche im Rheinland finden sich im Bestand 1OB 017 LKA Sachakten Az. 13, Nr. 5408ff . Siehe auch (Gesprächsnotiz von Friedrich Schwaneckebetreffend Vorbereitungen der Btx-Einführung im März 1979.

Funkausstellung mit Bildschirmtext

 

Kinderverschickung in die Niederlande 1948-1950

Kinderverschickung, Ankunft der Kinder am Bahnhof in Rotterdam, „Plaatselijk comité Pleegkinderen Buitenland“, ca. 1949, aus Bestand: AEKR 5WV 052 (Diak. Werk – Hilfswerk, Geschäftsstelle Düsseldorf)

Etwas verloren schauen sie schon drein, die 4-10 jährigen Kinder aus dem Rheinland und Westfalen, als sie im Frühjahr 1949 nach ihrer Ankunft auf dem Hauptbahnhof in Rotterdam von ihren Betreuerinnen in Empfang genommen werden. Jedes von ihnen trägt um den Hals eine Namens- und Adresskarte mit den nötigsten Angaben.

Das Foto stammt aus unserem neu erschlossenen Bestand Hilfswerk und dokumentiert eine beeindruckende Hilfsaktion der holländischen Bevölkerung gegenüber den Deutschen, deren Überfall auf den Nachbarn 1940 und die anschließende vierjährige Besatzungszeit über 200.000 Todesopfer gefordert hatten. Alles begann im Juni 1949 mit einem überraschenden Angebot des „Interkerkelijk Bureau Pleegkinderen uit het buitenland“ (IKB) in Den Haag. Weiterlesen

Neue FaMI-Stelle im Archiv der EKiR ausgeschrieben

In unserem Archiv ist die Stelle eines/ einer Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste (Fachrichtung Archiv) zu besetzen. Es handelt sich um eine unbefristete Vollzeitstelle.

Die Bewerbungsfrist läuft bis zum 24. September 2018. Die vollständige Stellenausschreibung finden Sie auf den Portalen der Archivschule Marburg und Augias-Net.

Im Ferienlager der Schülerbibelkreise herrschte Zucht und Ordnung

Rheinisches Lager der Schülerbibelkreise in Dhünn / Bergisches Land, 1932 (1933?), Blick über den Platz mit den Zelten, aus Bestand: AEKR 8SL046 (Bildarchiv), 80092_05

Die Sommerferien gehen zu Ende, viele kirchliche Ferienfahrten sind wieder durchgeführt worden. Vielleicht haben Sie auch in Ihrer Jugend an einer solchen Fahrt teilgenommen? Einer der großen Veranstalter von Ferienlagern waren in der Zeit des ausgehenden 19. Jahrhunderts bis in die 1960er Jahre die Schülerbibelkreise (B.K.), deren lokale Einheiten  unter dem Dach des Deutschen Reichsverbandes organisiert waren. Dass die Durchführung solcher Lager sehr gut organisiert werden musste und die Leiter und Führer – diesen Begriff haben nicht die Nazis erfunden – eine große Verantwortung hatten, liegt auf der Hand.

Hier hilft eine Ordnung, und eine solche befindet sich im Bestand unserer Archivbibliothek unter dem Titel: Ferienlager-Ordnung, herausgegeben im Auftrage des Deutschen Reichsverbandes der Leiter von Schülerbibelkreisen (B.K.) durch Paul Both im Jahr 1928 (Signatur PF 3 263).

B.K. Ferienlagerordnung, hrsg. i. Auftr. d. Deutschen Reichsverbandes d. Leiter von Schülerbibelkreisen (B.K.) durch Paul Both, Bestand: AEKR Archivbibliothek PF 3 263

Das Heft hat ein praktisches Taschenformat und einen verstärkten Einband, damit es mehr als ein Ferienlager lang seinem Zweck dienen konnte. Auf 39 Seiten werden in sechs Hauptgruppen alle Bereiche abgehandelt; die Gliederungspunkte sind: Vorbereitungsdienst, Einleitung und Führung, Verwaltungsdienst, Lagerbeschäftigung, Ein Lagertag, Anhang. Wenn heute eine Gruppenfahrt der Freizeit, Erholung und natürlich auch dem Erleben der Gemeinschaft dient, so sollte „die Lagergemeinschaft und Führerschaft … den Einzelnen harmonisch nach Seele, Leib und Geist erziehen. … Das BK.-Lager soll einen jeden vor die letzte Frage stellen: Des Menschen Leben und der ewige Gott.“ (Seite 7). Weiterlesen

Sprachförderung für Vertriebene

Jungendwohnheim für Vertriebene Mädchen

Zeitungsartikel „Deutsche Mädchen lernen Deutsch“- Förderschule im Bergischen Land hat sich bewährt, von Walter Vitten, Rheinische Post, Nr. 241, Mittwoch 16. Oktober 1957, Bilder Hasselbeck;

Die Sammlung mit Dokumenten zu Kirchengemeinden und Kirchenkreisen des Archivs der Evangelischen Kirche im Rheinland enthält unter anderem einen Zeitungsartikel aus dem Jahr 1957 zur Sprachförderung für Vertriebene.

Dieser Artikel fand mein besonderes Interesse, weil ich von diesen frühen Bemühungen zur Sprachförderung von Vertriebenen und Flüchtlingen hier in Deutschland bisher keine Kenntnisse hatte.

„Deutsche Mädchen lernen – Deutsch“

Schon 1957 hatten Verantwortliche in der Evangelischen „Hasensprungmühle“ bei Leichlingen beziehungsweise die Evangelische Kirche im Rheinland das Problem erkannt, dass Vertriebene außerhalb der ehemaligen Ostgebiete erst einmal Deutsch lernen müssen, um sich beruflich in Deutschland integrieren zu können.

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Konfessionelle Zwänge unter dem landesherrlichen Kirchenregiment

Gottesdienstliche Gebete für die Gesundheit des Landesherrn waren in der Zeit des landesherrlichen Kirchenregiments, die in Deutschland bis 1918 währte, eine Selbstverständlichkeit. In gemischtkonfessionellen Territorien der Frühen Neuzeit konnte es dabei vorkommen, dass eine Gemeinde inbrünstig für einen Fürsten beten musste, der einer anderen Konfession als der ihrigen angehörte oder sogar deren ausgewiesener Gegner war. Das war im 18. Jahrhundert in der Kurpfalz der Fall.

Erste und letzte Seite des Gebets um Genesung des pfälzischen Kurfürsten Johann Wilhelm, 1712 (AEKR Boppard, Bestand Kirchengemeinde Heddesheim, Nr. 4, Akte 08)

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