Vor 30 Jahren wird Hannelore Häusler im Kirchenkreis Köln-Süd erste Superintendentin der Evangelischen Kirche im Rheinland

Der Kirchenkreis ist im dreistufigen Aufbau der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR) die mittlere Ebene, die von mehreren Kirchengemeinden gebildet wird. „Der Superintendent ist der Vorsitzende der Kreissynode und des Kreissynodalvorstandes. Er vertritt des Kirchenkreis in der Öffentlichkeit.“ So steht es noch 1997 in Artikel 162 der Kirchenordnung. Und so ist man es in kirchlichen Kreisen seit Jahrzehnten gewohnt. Doch sieht die Realität im Rheinland seit November 1992 anders aus: Hannelore Häusler wird als erste Pfarrerin in der EKiR von der Kreissynode Köln-Süd zur Superintendentin gewählt und am 14.12.1992 in ihr Amt eingeführt.

„Der Weg“ Ausgabe Köln, Nr. 47, 15.11.1992
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World Digital Preservation Day am 3.11.2022

Wie auch in den vergangenen Jahren, beteiligte sich das LVR-AFZ mit einer Vortragsveranstaltung am World Digital Preservation Day der in regelmäßigen Abständen seit 2017 stattfindet. Das diesjährige Motto lautete dabei „Data For All, For Good, Forever.“ Der Beitrag bestand dabei aus einem Vortrag zum Thema „Lesbare Dateien gestern, heute und morgen? Digitale Bestandserhaltung als Daueraufgabe der digitalen LZA“. Weiterhin standen Fragen nach der Notwendigkeit und Bedeutung von Bestandserhaltung bei digitalen Daten im Fokus.
Es wurde vor allem der Frage nachgegangen, welches Format zur digitalen Bestandserhaltung gewählt werden sollte. Grundsätzlich sollte man normierte und standardisierte (bspw. durch ISO-Norm) Formate zurückgreifen, die nicht von einem einzigen Programm abhängig sind und vor allem verbreitet sind. Darüber hinaus wurden Szenarien erläutert, die eintreten können, sollte man nicht gut genug auf Dateien acht geben. Dabei lag der Schwerpunkt des Vortrages auf Bilddateien. Im Anschluss wurden Tools zur Qualitätsprüfung von Formaterkennung, zur Validierung und zur Extraktion von Metadaten diskutiert.

Zum Abschluss des Vortrages war es allen Teilnehmenden möglich, noch einmal spezifische Fragen zu stellen. Es zeigte sich deutlich, dass das Interesse dabei zum Großteil auf der digitalen Bestandserhaltung von Fotografien lag.

Aus den Gästebüchern der Evangelischen Akademie Mülheim an der Ruhr

Im Dezember 1952 eröffnete Präses Held in Mülheim das „Haus der Begegnung“. Das erworbene Anwesen im Uhlenhorst diente dabei als Rüstzeitenheim, landeskirchliches Konferenzzentrum und als Tagungshaus für die Evangelische Akademie. Die Konzeption der Tagungen oblag dabei dem hauptamtlichen Studienleiter, der dabei eng mit kirchlichen Werken, Ämtern, Diensten und Ausschüssen kooperierte. In den ersten Jahren standen die Arbeit mit Berufsgruppen, das Themenumfeld Kirche und Gemeinde und sog. Begegnungstagungen im Vordergrund. Nach dem Ort ihrer Gründung und ihrem ersten Sitz hieß sie bis 2004 Evangelische Akademie Mülheim an der Ruhr. Aufgrund eines Beschlusses der Landessynode zog die Akademie zum 1. Januar 2004 nach Bonn-Bad Godesberg. Seit März 2016 hat die Akademie ihr Büro in Bonn-Beuel. Die Akademie hat kein festes Tagungshaus mehr, sondern lädt jetzt an unterschiedlichen Orten im Raum der rheinischen Kirche zu Veranstaltungen ein.

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Wie sich Geschichte manchmal wiederholt

Rundverfügung des Landeskirchenamtes zum Energiesparen beim Heizen und Lüften kirchlicher und sonstiger Gebäude, 25.6.1979, Anschreiben, aus: Bestand 6HA 032 (OKR Dr. h.c. Becker)

Fast muss man zweimal hinsehen, um sich zu vergewissern, dass die Rundverfügung des Landeskirchenamtes mit dem Aufruf zum Energiesparen beim Heizen und Lüften kirchlicher und sonstiger Gebäude aus dem Jahr 1979 stammt und nicht aus heutigen Tagen.

Sie entstand vor dem Hintergrund der zweiten Ölpreiskrise im Jahr 1979, ausgelöst durch die Verunsicherung nach der Islamischen Revolution im Iran und dem darauf folgenden ersten Golfkrieg.

Die politische Krise, die zur aktuellen Energiekrise geführt hat, ist eine andere. Die daraus folgenden Maßnahme sind aber die gleichen: Wir müssen Energie sparen!

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„Bitte fröhlich mitarbeiten!!“ Die „Universität für Erwerbslose“ in Essen während der Weltwirtschaftskrise

In Essen-Altstadt amtierte seit 1929 der charismatische Theologe Wilhelm Busch (1897-1966) als Jugendpfarrer. Sein Arbeitsplatz war das 1912 errichtete und nach seinem Amtsvorgänger benannte Weigle-Haus.

Dort wurde Busch unmittelbar konfrontiert mit der um sich greifenden Verzweiflung unter den jüngeren Arbeitslosen. Diesen wollte er ein praxisorientiertes Fortbildungs- und Qualifizierungsangebot unterbreiten. Mit den räumlichen Ressourcen des Weigle-Hauses und der Hilfe ehrenamtlicher Dozenten aus Essen begann im Oktober 1930 die Arbeit der UfE, der Universität für Erwerbslose. Der ursprünglich geplante Name UfA (Universität für Arbeitslose) fiel einer Klageandrohung der gleichnamigen Filmgesellschaft zum Opfer.

Die bis zu 500 Erwerbslosen an der UfE  wurden nun von Montag bis Samstag nach einem vielfältigen Lehrangebot unterrichtet. Dazu konnte auch „Farmwesen“ zählen, das sich an Auswanderer nach Australien und Kanada richtete. Busch selbst bot eine „Weltanschauungsstunde“ an, in der er eingangs zehn Minuten über die Botschaft der Bibel sprach, was anschließend in eine freie Diskussion mündete. Nicht zu unterschätzen war bei diesen Teilnehmerzahlen auch die Verpflegungsfrage, die Busch mit Hilfe täglicher Lieferungen von Kaffee und Wurstbroten durch Sponsoren löste. Den Beitrag der UfE zum sozialen Zusammenhalt bringt er später so auf den Punkt:

„Man hatte wieder einen Lebensinhalt. Man musste früh aufstehen, um rechtzeitig in den „Kollegs“ zu sein. Man fand neue Freunde. Man lernte, andere Standpunkte zu verstehen. Man hatte Hausaufgaben zu machen.“

In einer Akte mit dem eher unauffälligen Titel „Zuschüsse zur Jugendpflege“ fand sich nun der letzte bekannte Arbeitsplan der UfE vom 30. Oktober 1934.

Arbeitsplan der Ufe (Universität für Erwerbslose) des evangelischen Jugendpfarramtes. Weiglehaus, Essen, 1934, aus Bestand: AEKR Düsseldorf 4KG 076 (Essen-Altstadt), Nr. 384
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Kriegsmotive des Ersten Weltkriegs auf Feldpost im Nachlass Hermann Schlingensiepen

Im vergangenen Jahr berichtete ein Blogbeitrag über Feldpost und sonstige Kriegskorrespondenz in unserem Archiv. Eine Auflistung der Post in den einzelnen Archivbeständen rundet den Beitrag ab. Der Nachlass 7NL 016 des Professors Hermann Schlingensiepen hebt sich mit 936 Korrespondenzen aus der Zeit des Ersten Weltkriegs deutlich von den anderen Beständen ab. Innerhalb der Schreiben in vielfältigen Formaten fallen einige farbige Postkarten mit Kriegsmotiven ins Auge.

Hermann Schlingensiepen, geboren 1896, hat sich nach dem Notabitur 1914 als Kriegsfreiwilliger gemeldet. 1916 wurde er, im Rang eines Unteroffiziers, vor Verdun durch eine Schussverletzung im Unterleib schwer verwundet. In der Zeit erreichte ihn zahlreiche Post, die im Bestand 1OB 016 archiviert ist, u. a. in den Archivalien Nr. 137 und 138, aus denen die hier dargestellten fünf Postkarten stammen. Im Oktober 1916 war die Post adressiert an das St. Petrus-Krankenhaus in Barmen, im Frühjahr 1917 an das Elternhaus in der Kaiserstraße in Unterbarmen. Schlingensiepen hatte sich eine offene Tuberkulose zugezogen, die er im Sommer 1917 in Bonn im Reserve-Lazarett „Brüderhaus“ kurierte.

Motiv „Der Sanitätshund im Felde“ zeigt Transport eines durch Sanitätshund aufgespürten Verwundeten, 16.10.1916. Aus Bestand: AEKR Düsseldorf 7NL 016 Nr. 137
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Quellen des Provinzialkirchenarchivs online – Teil 1

Unterschiedliche Archivalien des Provinzialkirchenarchivs Bestand 1OB 020

Das Provinzialkirchenarchiv 1OB 020 stellt den ältesten und wichtigsten Bestand des Archivs der Evangelischen Kirche im Rheinland dar. Umso erfreulicher ist es, dass die Quellen nun in ihrer Gänze für Recherchen auf der Homepage des Archivs online gestellt werden können. Den Anfang machen dabei die Unterlagen der Reformierten Kirche von der Reformation bis zur französischen Zeit 1794 (Gliederungspunkt A l). Zur schnelleren Navigation und leichteren Handhabung orientiert sich die Präsentation der PDFs auf der Website am Inhaltsverzeichnis des Findbuches, über die jeweiligen Kapiteln bzw. Unterkapiteln gelangt man zu den gewünschten Bestandsnummern.

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