Frühe Netzwerke gegen Frauenhandel

Mitgliedskarte Pastor Otto Ohl, Deutsche Liga zur Bekämpfung des Frauenhandelns, München 1. April 1914; Bestand: AEKR 7NL 211 (Nachlass Otto Ohl), 634

Im Nachlass von Otto Ohl , dem Leiter und Referenten der Inneren Mission im Rheinland, befindet sich eine Mitgliedskarte der Deutschen Liga zur Bekämpfung des Frauenhandels aus dem Jahre 1914. Die Frage tauchte bei mir auf, welche Frauengruppen damals und heute betroffen sind und wie der Frauenhandel ablief. Die Dokumente geben darauf eine Antwort. Ist das Ziel, die Abschaffung der Zwangsprostitution heute erreicht? Das darf bezweifelt werden. Weiterlesen

Selbstanfertigung von Reproduktionen durch die Archivbenutzer

Archivalia verweist auf die neue Ausgabe des NLA Magazins, der Nachrichten aus dem Niedersächsischen Landesarchiv. Dort findet sich ein Bericht  über die rundum positiven Erfahrungen, die man in den dortigen Staatsarchiven mit der Liberalisierung der Benutzungsbedingungen gemacht hat. Seit dem 1.7.2017 dürfen Benutzer im Lesesaal mit eigener Kamera Digitalaufnahmen relevanter Schriftstücke anfertigen.

An unseren Archivstandorten Düsseldorf und Boppard ist dies schon seit längerem bewährte Praxis. Es ist erfreulich, dass vor allem immer mehr staatliche und kommunale Archive obsolete Restriktionen für ihre Kunden abbauen.

Wie aus einem Gelegenheitsarbeiter ein Pfarrer wurde

Manche Akten, die einem bei der Arbeit in die Hände fallen, sind einfach spannend, als würde man ein Boulevard-Magazin lesen…

Urteil gegen Friedrich K. wegen Amtsanmaßung, 1950 (erste Seite); in: 1OB 017I, Nr.336, Az. 11-6-5, Bd. 1

So zum Beispiel die Akte 1OB 017I, Nr.336 aus dem Bestand der Sachakten des Landeskirchenamtes. Darin sind Präzendenzurteile gesammelt, die für die Wahrung kirchlicher Interessen in der staatlichen Gesetzgebung von Bedeutung waren. Eines dieser Urteile betrifft die Strafsache des ehemaligen Gelegenheitsarbeiters Friedrich K. vor dem Schöffengericht in Bad Kreuznach 1950. Er hatte sich während und nach dem Krieg als Pfarrer ausgegeben.

Insgesamt sieben eng beschriebene Seiten umfasst die Urteilbegründung, die in der Einleitung auch den Werdegang K.s nachzeichnet, der seine Kindheit und Jugend in den ersten beiden Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts im damals noch deutschen Memelland verbrachte. Weiterlesen

Im Zeichen des Bergischen Löwen: Akademietagung in Bensberg

Eine mehrhundertjährige Geschichte des Herzogtums Berg hat zahlreiche und vielfältige Denkmale und kulturlandschaftlichen Zeugnisse hinterlassen. Sichtbares und Verborgenes erinnert an eine wechselvolle Geschichte: Bauwerke, regionale Bautypen, Kulturlandschaft und Wirtschaftsgeschichte sind von den Herrschaften des Herzogtums Berg geprägt.
Wie weit hat das Herzogtum Berg die Region tiefgreifend geprägt? Wie kann heute angemessen mit dem „Erbe von Berg“ umgegangen werden? Welche neuen Forschungsergebnisse liegen zum kulturellen Erbe des Herzogtums Berg vor? Welche Bedeutung hat „Berg“ heute in Nordrhein-Westfalen?

Diesen Fragen widmet sich eine Tagung der Thomas-Morus-Akademie in Bensberg am 25.-26. November 2018. Auch kirchengeschichtliche Aspekte wie der Bautyp der „Bergischen Predigtkirche“ werden behandelt. Genaue Infos zu Programm und Anmeldung finden Sie hier.

Aus dem Nachlass des Koblenzer Kirchenmalers Fritz Schönhagen

Titelblatt der Zeichnungssammlung „Florinskirche Koblenz“ von Fritz Schönhagen, um 1930 (Bestand AEKR 7NL 173B, Nachlass Kirchenmaler Fritz Schönhagen)

Der Kirchenmaler Fritz Schönhagen (1888-1964) hat in den 1930er bis 1950er Jahren zahlreiche rheinische und hessische Kirchen ausgemalt. Viele seiner Aufträge bekam er von seinem älteren Bruder Otto Schönhagen (1885-1954) vermittelt, der als Leiter des Provinzialkirchlichen Bauamts der Rheinischen Landeskirche für zahlreiche Kirchenrenovierungen und -restaurierungen verantwortlich war und auch die Umgestaltung der Koblenzer Florinskirche in den Jahren 1929/30 leitete. Bruder Fritz hielt das neue Erscheinungsbild dieser mittelalterlichen Kirche Anfang der 1930er Jahre in einer Serie von 12 Federzeichnungen fest, die sich in seinem in der Archivstelle Boppard aufbewahrten Nachlass befinden und ein eindrückliches Bild von der ästhetischen Gestaltungskraft dieses Kirchenmalers geben.

Rheinische Pfarrer bei der Weltausstellung in Brüssel 1958

Weltausstellung!! Was für ein beeindruckendes Wort! Und was für ein Erlebnis! Ich erinnere mich noch gut an meinen Besuch bei der Expo 2000 in Hannover – ich war damals 16 und auf Abschlussfahrt der 10. Klasse. Ich erinnere mich vor allem an das Zusammentreffen mit den vielen internationalen Besuchern im Expo-Dorf, wo wir im Haus „Sydney“ in 10-Bett-Zimmern untergebracht waren, und an die tollen Pavillons auf dem Expogelände.

Bleibende Eindrücke nahmen auch die rheinischen Pfarrer mit, die im Jahr 1958 bei der Weltausstellung in Brüssel „Expo 58“ im Pavillon der Protestantischen Kirchen Dienst taten.

Modell des Evangelischen Pavillons bei der Weltausstellung 1958 in Brüssel; in: AEKR Düsseldorf, 1OB 017 (Landeskirchenamt: Sachakten), Nr. 299

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Findbuch zur Partnerschaftsarbeit Berlin-Brandenburg jetzt online

Wikimedia Commons: Katalog von 1986 der Geschenkdienst- und Kleinexporte GmbH (Genex), Bild Public Domain

Was haben Ceresit-Abdichtungsmasse, Melitta-Filter, ein Ormig-Abzugsapparat oder eine Honka-Hebebadewanne gemeinsam? Zusammen mit unzähligen weiteren Produkten standen sie auf der Wunschliste von Kirchengemeinden und diakonischen Einrichtungen in der DDR an ihre Partner im Westen, um die alltägliche Mangelwirtschaft ein wenig erträglicher zu gestalten. Die Abwicklung lief dabei monopolisiert über Handelsorganisationen wie die Genex, die zum KoKo-Imperium von Alexander Schalck-Golodkowski zählte.

Das Findbuch zum Bestand Partnerschaftsarbeit Berlin-Brandenburg des Diakonischen Werkes Rheinland ist jetzt online recherchierbar und ermöglicht wertvolle Einblicke in die deutsch-deutsche Alltagsgeschichte. Weiterlesen