Throwback II: Workshop „Moderne Erschließung“ – das LVR-AFZ zu Besuch im Archiv der EKiR

Das LVR-AFZ zu Gast im Archiv der EKiR

Die Erschließung von Archivbeständen ist eine der zentralen Aufgaben archivarischer Tätigkeit. Denn nur eine systematische Erschließung ermöglicht die Bereitstellung von Archivalien für Öffentlichkeit und Forschung. Vor diesem Hintergrund gehört sie daher gewissermaßen zum „daily business“ des Archivalltags.

Es ist somit nur folgerichtig, regelmäßig den Blick auf die eigene Erschließungspraxis zu richten, diese näher unter die Lupe zu nehmen und zu hinterfragen, für wen genau wie erschlossen wird? Ähnlich hat das LVR-AFZ gedacht und den Workshop „Moderne Erschließung“ angeboten. Hierfür durften wir das AFZ Ende April im Landeskirchenamt begrüßen und die Veranstaltung gemeinsam ausrichten.

Nach Anmeldung, Begrüßungskaffe und einer Vorstellungsrunde startete der Workshop direkt mit fünf Thesen zu Erwartungen Archivnutzender und ihrer Implikationen. Diskutiert wurde unter anderem inwiefern sich Vorgehensweisen bei Erschließungsarbeiten ändern, wenn Nutzende darauf bauen, auf Bestandsinformationen und Daten jederzeit, von überhall aus und voraussetzungsfrei zugreifen zu können? Wie verfährt man, wenn bei Nutzenden davon auszugehen ist, dass sie bei ihren Recherchern nicht in behördlichen Strukturen denken oder kein bzw. wenig Vorwissen zu Sperrfristen mitbringen? Welchen Einfluss üben Informationsportale wie Wikipedia oder KI-Tools aus und welche Schritte müssten Archive einleiten, um ihr „Bestandsangebot“ stärker in den Fokus potentieller Archivnutzender zu rücken?

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Etwas zum Schmunzeln….Stilblüten aus dem Reichsberufswettkampf

Bei emsiger Arbeit an den Lösungen der Aufgaben zum Reichs-Berufswettkampf, in den Lehrräumen eines Textilwerkes 1934. Bundesarchiv, Bild 146-2003-0051 / CC-BY-SA 3.0

Der Reichsberufswettkampf war ein im Dritten Reich zwischen 1934 und 1939 reichsweit ausgerichteter Wettstreit um die beste berufliche Leistung. Die Organisation und Durchführung des Wettkampfes oblagen der Reichsjugendführung und der Deutschen Arbeitsfront. Teilnehmen konnten alle Jugendlichen oder jungen Auszubildenden aller Berufe und Betriebe. Man könnte das in etwa von der Idee her mit dem heutigen Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks oder dem Berufswettkampf des Bundes der Kaufmannsjugend etc. vergleichen.

Messen konnte man sich in ca. 20 Fachsparten auf drei verschiedenen Ebenen. Innerhalb seines Wohnortes, auf Gau- bzw. auf Reichsebene. Geprüft wurde das handwerkliche Geschick in der Praxis, das theoretische Wissen und die weltanschauliche Schulung (im Grunde die Verinnerlichung der NS-Ideologie). Mädchen mussten zudem ihre Fähigkeiten im Bereich der Hauswirtschaft unter Beweis stellen.

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