Gestern habe ich an einer Fortbildung zum Thema Bildungsarbeit in Archiven beim LWL-Archivamt in Münster teilgenommen.
Geleitet wurde das Seminar von Dr. Jan Matthias Hoffrogge (Stadtarchiv Münster), der die Inhalte sehr strukturiert und zugleich praxisnah vermittelt hat. Neben einer Einführung in die Rahmenbedingungen archivischer Bildungsarbeit lag der Schwerpunkt vor allem auf der konkreten Umsetzung. Anhand modular aufgebauter Konzepte wurde gezeigt, wie sich wiederholbare Formate entwickeln lassen, die flexibel an unterschiedliche Zielgruppen und Archivgrößen angepasst werden können.
Ein zentraler Bestandteil des Seminars waren Partner- und Gruppenarbeitsphasen, in denen wir einzelne Ansätze – etwa Formen des Stationenlernens – exemplarisch erarbeitet und anschließend im Plenum diskutiert haben. Diese Arbeitsweise hat deutlich gemacht, wie wichtig eine klare Struktur, zielgruppenspezifische Ansprache und die Einbindung originaler Quellen für gelingende Bildungsangebote sind.
Besonders gut gefallen hat mir der konsequente Praxisbezug: Die vorgestellten Methoden sind so angelegt, dass sie auch in kleinen und mittelgroßen Archiven (und auch Archivsparten übergreifen) mit überschaubarem Aufwand umgesetzt werden können. Gleichzeitig wurde deutlich, welches Potenzial in der Bildungsarbeit liegt – nicht nur im Hinblick auf die Vermittlung historischer Kompetenzen, sondern auch für die Sichtbarkeit und Vernetzung von Archiven.
Die Arbeitsatmosphäre war dabei durchweg offen und kollegial. Die Mittagspause, die wir für einen gemeinsamen Spaziergang im angrenzenden Park genutzt haben, bot zusätzlich Raum für informellen Austausch. Insgesamt erwies sich gerade dieser kollegiale Dialog als besonders wertvoll, da er Einblicke in unterschiedliche Praxisfelder und Herangehensweisen ermöglichte.
Die Fortbildung war insgesamt sehr informativ und hat zahlreiche konkrete Impulse für die eigene Archivarbeit geliefert.

