Während der Digitalisierung des Bestandes 6HA004 Kirchenkampf Beckmann begegnete mir ein Heftchen mit dem eindrucksvollen Titel „christliche Gemeindespiele“. Eine Begrifflichkeit die heute vermutlich hauptsächlich in Form des weihnachtlichen Krippenspiels bekannt sein sollte. Das Heftchen, welches in den Jahren 1930-1940 erschien und vom „Christian Kaiser Verlag München“ veröffentlicht worden ist, listet insgesamt 53 Gemeindespiele.
Bereits das Vorwort erklärt, dass unter christlichen Spielen jene Spieldichtungen verstanden werden, die ihre „Fabeln“ ausschließlich aus dem christlichen Glaubensgut beziehen würden. Das Werk gliedert seine Spiele in die Kategorien Passion, Konfirmation, Ostern, Gemeindeabend, Pfingsten, Erntefest, Totengedächtnis, Reformation und Advent/Weihnachten, wobei für jede Kategorie unterschiedliche Spiele samt Regeln abgedruckt wurden. Natürlich findet sich auch eine Anleitung zu der Aufführung eines klassischen Krippenspiels. Mein Interesse weckte allerdings die Kategorie „Passion“. In der Osterzeit können gleich 7 Spiele aufgeführt werden, während für Ostern weitere 6 Spiele beschrieben werden. Für das Spiel „Der Herr ist auferstanden. Ein Osterspiel“ betrug die Spieldauer bspw. 60 min. und inkludierte 14 männliche und 4 weibliche Spieler samt Chor. Hierbei wird explizit betont, dass es sich nicht um ein Theaterstück handle, sondern um ein Spiel der Verkündigung, welches das biblische Geschehen darstellen soll.



