Wie sich Geschichte manchmal wiederholt

Rundverfügung des Landeskirchenamtes zum Energiesparen beim Heizen und Lüften kirchlicher und sonstiger Gebäude, 25.6.1979, Anschreiben, aus: Bestand 6HA 032 (OKR Dr. h.c. Becker)

Fast muss man zweimal hinsehen, um sich zu vergewissern, dass die Rundverfügung des Landeskirchenamtes mit dem Aufruf zum Energiesparen beim Heizen und Lüften kirchlicher und sonstiger Gebäude aus dem Jahr 1979 stammt und nicht aus heutigen Tagen.

Sie entstand vor dem Hintergrund der zweiten Ölpreiskrise im Jahr 1979, ausgelöst durch die Verunsicherung nach der Islamischen Revolution im Iran und dem darauf folgenden ersten Golfkrieg.

Die politische Krise, die zur aktuellen Energiekrise geführt hat, ist eine andere. Die daraus folgenden Maßnahme sind aber die gleichen: Wir müssen Energie sparen!

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„Bitte fröhlich mitarbeiten!!“ Die „Universität für Erwerbslose“ in Essen während der Weltwirtschaftskrise

In Essen-Altstadt amtierte seit 1929 der charismatische Theologe Wilhelm Busch (1897-1966) als Jugendpfarrer. Sein Arbeitsplatz war das 1912 errichtete und nach seinem Amtsvorgänger benannte Weigle-Haus.

Dort wurde Busch unmittelbar konfrontiert mit der um sich greifenden Verzweiflung unter den jüngeren Arbeitslosen. Diesen wollte er ein praxisorientiertes Fortbildungs- und Qualifizierungsangebot unterbreiten. Mit den räumlichen Ressourcen des Weigle-Hauses und der Hilfe ehrenamtlicher Dozenten aus Essen begann im Oktober 1930 die Arbeit der UfE, der Universität für Erwerbslose. Der ursprünglich geplante Name UfA (Universität für Arbeitslose) fiel einer Klageandrohung der gleichnamigen Filmgesellschaft zum Opfer.

Die bis zu 500 Erwerbslosen an der UfE  wurden nun von Montag bis Samstag nach einem vielfältigen Lehrangebot unterrichtet. Dazu konnte auch „Farmwesen“ zählen, das sich an Auswanderer nach Australien und Kanada richtete. Busch selbst bot eine „Weltanschauungsstunde“ an, in der er eingangs zehn Minuten über die Botschaft der Bibel sprach, was anschließend in eine freie Diskussion mündete. Nicht zu unterschätzen war bei diesen Teilnehmerzahlen auch die Verpflegungsfrage, die Busch mit Hilfe täglicher Lieferungen von Kaffee und Wurstbroten durch Sponsoren löste. Den Beitrag der UfE zum sozialen Zusammenhalt bringt er später so auf den Punkt:

„Man hatte wieder einen Lebensinhalt. Man musste früh aufstehen, um rechtzeitig in den „Kollegs“ zu sein. Man fand neue Freunde. Man lernte, andere Standpunkte zu verstehen. Man hatte Hausaufgaben zu machen.“

In einer Akte mit dem eher unauffälligen Titel „Zuschüsse zur Jugendpflege“ fand sich nun der letzte bekannte Arbeitsplan der UfE vom 30. Oktober 1934.

Arbeitsplan der Ufe (Universität für Erwerbslose) des evangelischen Jugendpfarramtes. Weiglehaus, Essen, 1934, aus Bestand: AEKR Düsseldorf 4KG 076 (Essen-Altstadt), Nr. 384
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Kriegsmotive des Ersten Weltkriegs auf Feldpost im Nachlass Hermann Schlingensiepen

Im vergangenen Jahr berichtete ein Blogbeitrag über Feldpost und sonstige Kriegskorrespondenz in unserem Archiv. Eine Auflistung der Post in den einzelnen Archivbeständen rundet den Beitrag ab. Der Nachlass 7NL 016 des Professors Hermann Schlingensiepen hebt sich mit 936 Korrespondenzen aus der Zeit des Ersten Weltkriegs deutlich von den anderen Beständen ab. Innerhalb der Schreiben in vielfältigen Formaten fallen einige farbige Postkarten mit Kriegsmotiven ins Auge.

Hermann Schlingensiepen, geboren 1896, hat sich nach dem Notabitur 1914 als Kriegsfreiwilliger gemeldet. 1916 wurde er, im Rang eines Unteroffiziers, vor Verdun durch eine Schussverletzung im Unterleib schwer verwundet. In der Zeit erreichte ihn zahlreiche Post, die im Bestand 1OB 016 archiviert ist, u. a. in den Archivalien Nr. 137 und 138, aus denen die hier dargestellten fünf Postkarten stammen. Im Oktober 1916 war die Post adressiert an das St. Petrus-Krankenhaus in Barmen, im Frühjahr 1917 an das Elternhaus in der Kaiserstraße in Unterbarmen. Schlingensiepen hatte sich eine offene Tuberkulose zugezogen, die er im Sommer 1917 in Bonn im Reserve-Lazarett „Brüderhaus“ kurierte.

Motiv „Der Sanitätshund im Felde“ zeigt Transport eines durch Sanitätshund aufgespürten Verwundeten, 16.10.1916. Aus Bestand: AEKR Düsseldorf 7NL 016 Nr. 137
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Quellen des Provinzialkirchenarchivs online – Teil 1

Unterschiedliche Archivalien des Provinzialkirchenarchivs Bestand 1OB 020

Das Provinzialkirchenarchiv 1OB 020 stellt den ältesten und wichtigsten Bestand des Archivs der Evangelischen Kirche im Rheinland dar. Umso erfreulicher ist es, dass die Quellen nun in ihrer Gänze für Recherchen auf der Homepage des Archivs online gestellt werden können. Den Anfang machen dabei die Unterlagen der Reformierten Kirche von der Reformation bis zur französischen Zeit 1794 (Gliederungspunkt A l). Zur schnelleren Navigation und leichteren Handhabung orientiert sich die Präsentation der PDFs auf der Website am Inhaltsverzeichnis des Findbuches, über die jeweiligen Kapiteln bzw. Unterkapiteln gelangt man zu den gewünschten Bestandsnummern.

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EDV-Schulung in den 70er Jahren

Der Umgang mit EDV-Mitteln gehört im Informationszeitalter, beruflich wie privat, zum Alltag. Anwenderschulungen mit zielgerichteten, auf die praktische Anwendung bezogenen Inhalten bestimmen die Weiterbildungsmaßnahmen unserer Zeit. Vor 50 Jahren sahen EDV-Schulungen noch ein wenig anders aus.

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Handakten von Otto Wehr im Bestand Kirchenkreis Saarbrücken

Bericht über eine Kundgebung der Deutschen Christen am 31. Januar 1934 in Saarbrücken, aus Bestand: AEKR Boppard 3MB 017B (Saarbrücken I), Nr. 7

Otto Wehr, Pfarrer der Gemeinde Alt-Saarbrücken, zählt zu den Gründern der Bekennenden Kirche (BK) und war der entscheidende Akteur des Kirchenkampfes im Saargebiet. Er geriet früh in den Blick der Gestapo, weshalb seine Handakten zu den Angelegenheiten der BK aufgrund der Gefahr einer Beschlagnahme versteckt aufbewahrt werden mussten. Die äußerst bedeutsame und sehr persönliche Sammlung wurde seit den 1950er Jahren, ergänzt um die in Ausübung der verschiedenen kreis- und provinzialkirchlichen Ämter Otto Wehrs entstandenen Akten, als Nachtrag des Kirchenkreisbestandes Saarbrücken geführt, der ebenfalls wertvolle Unterlagen zum Kirchenkampf enthält.

Gleichermaßen bedeutsam für die Verhältnisse im Saarland und darüber hinaus in der unmittelbaren Nachkriegszeit bis Ende der 1950er Jahre sind die Handakten von Otto Wehr im Amt des Bevollmächtigten der Evangelischen Kirche im Rheinland für das Saarland, zu dem er Ende 1945 ernannt worden war. Der umfangreiche Bestand enthält zugleich auch den Schriftverkehr des Kirchenkreises Saarbrücken, dessen Superintendent Otto Wehr seit 1946 in Personalunion war.

Die Findbücher der inhaltlich engstens verzahnten Bestände wurden daher kürzlich als drei Teilbestände des Kirchenkreises Saarbrücken unter der gemeinsamen Signatur 3MB 017B zusammengefasst. Durch eine Neuaufnahme der Findbücher sind sie jetzt auch im Portal „Archive in Nordrhein-Westfalen“ recherchierbar.

Seminar: Das Historische Archiv der Stadt Köln

Archivgebäude Eifelwall, Historisches Archiv der Stadt Köln und Rheinisches Bildarchiv
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Historisches_Archiv_der_Stadt_Köln vom 22.09.2022

Im vergangenen Herbst wurde der Neubau des Historischen Archivs und des Rheinischen Bildarchivs der Stadt Köln nach einer Bauzeit von über vier Jahren nach dem Einsturz im Jahre 2009 eröffnet.

Das Seminar in Zusammenarbeit mit dem LVR-AFZ am 21.09.2022 sollte dazu den Mitarbeitenden der rheinischen Archive die Möglichkeit eröffnen, das Historische Archiv der Stadt Köln am neuen Standort mit all seinen Besonderheiten kennenzulernen. Der Neubau beeindruckte zum einen mit seiner Optik, viel interessanter war es jedoch zu erfahren, dass im Inneren verschiedene Klimazonen eingerichtet sind, die die besten Bedingungen für Lufttemperatur und -feuchtigkeit bieten. Auch der Einblick in den Lesesaal war beachtlich. So können zeitgleich 45 Nutzer vor Ort arbeiten.

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