Nachlass des Pfarrers Werner Dümling (1914-2006)

Bezirkshelferausflug zur Rurtalsperrel 1955

Bezirkshelferausflug der Evangelischen Kirchengemeinde Wichlinghausen zur Rurtalsperrel 1955

Pfarrer Werner Dümling hat das Gemeindeleben der Evangelischen Kirchengemeinde Barmen-Wichlinghausen über seine gesamte Amtszeit von 1951 bis 1979 hinweg mit seiner Kamera begleitet. Er fing die unbeschwerten Momente enger Verbundenheit der Gemeindeglieder ein, die wohl typisch für die Aufbruchjahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs sind.

Werner Dümling, geboren am 24. Juli 1914 in Hamburg, war von 1947 bis 1948 Lagerpfarrer für Kriegsgefangene in Nordwales/Großbritannien, anschließend von 1948 bis 1950 Landeswart der Schülerbibelkreise im Rheinland und über 28 Jahre, von 1951 bis 1979 Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Barmen-Wichlinghausen.

Pfarrer Werner Dümling

Pfarrer Werner Dümling 1949

Nach dem Umzug der Familie nach Köln engagierte sich Werner Dümling im B.K. (Schülerbibelkreis) Köln-Mülheim und übernahm eine Gruppe, die Jungmannschaft der „Geusen“. Zusammen mit Hans „Fifi“ Specht und Helmut Thielicke leitete er im August 1935 eine FF (Ferienfahrt) auf der Nordseeinsel Baltrum. Er gehörte zum festen Mitarbeiterkreis der Zeitschriften „Jungenwacht“ und „Ritterschaft“. Seine zahlreichen Artikel kennzeichnete er mit „Umba“.

Sein Theologiestudium musste Werner Dümling mehrmals unterbrechen. Er begann es im November 1934 (bis 1936) in Marburg, setzte es 1938 in Erlangen und dann wiederum ebenda 1940 fort. Das erste Theologische Examen legte er im April 1941 bei der Bekennenden Kirche in Wuppertal-Barmen ab, das zweite Theologische Examen im November 1946 im Norton Camp. Oberkirchenrat Johannes Schlingensiepen ordinierte ihn im November 1948 in Barmen-Wichlinghausen.

1937 bis 1938 leistete Werner Dümling seinen Militärdienst ab. Unmittelbar nach Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde er als Soldat nach Münster i.W. eingezogen. Am 1. September 1940 wurde er zum Leutnant und am 1. September 1942 zum Oberleutnant ernannt. Am 6. April 1944 heiratete er Renate Weber in Regensburg. Fünf Monate später, am 21. September 1944, geriet er in britische Gefangenschaft. Nach diversen Lagern kam er in das Norton-Camp bei Mansfield. Mitte Januar 1947 wurde er Lagerpfarrer. Erst Ende März 1948 konnte er nach Deutschland zurückkehren.

1948 berief die Rheinische Landeskirche Werner Dümling zum Landeswart der Rheinischen Schülerbibelkreise. Die Kirchengemeinde Wichlinghausen wählte ihn am 28. Januar 1951 zum Pfarrer des zweiten Bezirks. Neben seinem Pfarrdienst vertrat Dümling die rheinische Landeskirche bei der von Cansteinschen Bibelanstalt, arbeitete beim Neukirchner Jugendkalender mit, gab den Wichlinghausener Gemeindebrief mit heraus, betreute das Seniorenheim der Kirchengemeinde, war Pfarrer der Barmer Frauenhilfe, gab Religionsunterricht an der Berufsschule und Schulgottesdienste an sieben Volks- und Sonderschulen.

Am 12. August 1979 nahm er Abschied von der Gemeinde Wichlinghausen. In seinem Ruhestand legte er eine umfangreiche Materialsammlung zur Geschichte der Kirchengemeinde Wichlinghausen an, die Hans Helmich für seine Gemeindeschichte heranzog.

Konfirmanden-Freizeit in Esborn 1956

Konfirmanden-Freizeit in Esborn 1956

Werner Dümling verstarb im Alter von 91 Jahren am 23. April 2006 in Köln.

Herr Dr. Albrecht Dümling übergab den gut erhaltenen Nachlass seines Vaters im Oktober/November 2014 dem Archiv der Evangelischen Kirche im Rheinland. Hierfür danken wir ihm herzlich.

Archivbestand: AEKR 7NL 190 (Pfarrer Werner Dümling)

3 Gedanken zu “Nachlass des Pfarrers Werner Dümling (1914-2006)

  1. Werner Dümling habe ich in guter Erinnerung. Von früheren BK-Tagungen und dann als Pensionär in meiner Gemeinde. Ulrich Hoffmann

    • Ja, seine Ehefrau war Renate geb. Weber. Seine Amts- und auch persönliche Daten sind im Pfarrerbuch „Die evangelischen Pfarrerinnen und Pfarrer im Rheinland von der Reformation bis zur Gegenwart“, bearb. von Jochen Gruch, Bd. 1, Bonn 2011, Nr. 2633 (s. 364) veröffentlicht. Dort fehlt allerdings ein Sterbedatum und -ort von Renate Dümling.

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