Leichte Sprache – auch in Archiven wichtig

Barrierefreiheit und das Thema „Leichte Sprache“ werden in unserer Gesellschaft zunehmend wichtiger. Es geht darum, möglichst vielen Menschen den Zugang zu Informationen und Wissen zu ermöglichen. Dies gilt daher ganz speziell für alle Institutionen, Kultureinrichtungen und eben auch für Archive.

Doch was bedeutet „Leichte Sprache“?

Leichte Sprache ist eine speziell geregelte sprachliche Ausdrucksweise des Deutschen, die auf sehr leichte und vereinfachte Verständlichkeit abzielt. Sie hat das Ziel, dass Texte in Leichter Sprache von jeder Person gelesen und verstanden werden können. Sie ist daher nicht mit Alltags- bzw. Umgangssprache zu verwechseln. Sie ist essentiell für die Barrierefreiheit, denn sie zielt speziell auf Menschen mit kognitiven Handicaps (Krankheit, Deutsch Lernende, Sehbehinderung, Lernbehinderung, Analphabetismus oder mangelndes Wissen über Textsorten) ab. Sie soll vor allem dazu benutzt werden, um eben Alltags- oder Fachsprache zu ergänzen. Sie sollte niemals ein Ersatz für Fachsprache sein, sondern lediglich ein ergänzendes Informationsangebot darstellen. Für den Gebrauch ist es zudem wichtig, leichte Wörter zu verwenden die aus wenigen Bausteinen bestehen. Sie sollten möglichst präzise sein, keine Metaphern sein und am besten keine Nebenbedeutung haben. Fremdwörter sollten vermieden werden. Ist dies nicht immer möglich, daher müssen Sie im Folgenden erklärt werden. Weiterhin können Zahlen und Satzzeichen problematisch sein.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass leichte Sprache unerlässlich im Zusammenhang mit Barrierefreiheit ist. Dies gilt sowohl online auf Hompages, aber auch analog bei Flyern oder Informationsmaterial. Viele große Archive wie z.B das Bundesarchiv verwenden auf ihren Internetseiten bereits leichte Sprache. Ziel sollte es sein, dass eben auch alle kleineren Archive im Bereich der Barrierefreiheit nachjustieren.

Als Beispiel für „Leichte Sprache“ ein Auszug von der Hompage der Evangelischen Kirche im Rheinland:

https://www.ekir.de/www/service/in-leichter-sprache-der-neue-vorlese-knopf-16787.php?desktop=1

Polizeiarbeit im frühen 20. Jh. – Historische Quellen mit Mehrwert

Bei der Digitalisierung von Archivalien stellt sich für ein Archiv immer die Frage, womit anfangen? Am liebsten würde man gerne sämtliche Quellen für Wissenschaft und Öffentlichkeit möglichst einfach zugänglich machen, aber dafür reichen die finanziellen und technischen Ressourcen in der Regel bei Weitem nicht. Zum Glück gibt es Förderprogramme, die ausgewählte Projekte finanziell unterstützen. Ein wichtiges Kriterium für die Bereitstellung von öffentlichen oder privaten Geldern für ein Digitalisierungsprojekt, ist der Quellenwert eines Bestandes für die wissenschaftliche Forschung. Die DFG fördert derzeit die Digitalisierung eines dieser historisch wertvollen Bestände im Landesarchiv NRW, die „Archivalien zur Überlieferung der preußischen Regierungen als staatliche Polizeibehörden aus dem 19. und der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts im Rheinland und Ostwestfalen“.

Die Exekutive des preußischen Obrigkeitsstaates im 19. und frühen 20. Jahrhunderts drang mit starker Reglementierung und Kontrolle in mehr Lebensbereiche der Bevölkerung ein, als wir es von unseren heutigen Ordnungshütern gewöhnt sind. Eine umfassend differenzierte Polizeiverwaltung übernahm nicht nur sichernde, ordnende und strafrechtliche Funktionen, sondern auch administrativ-regulative Tätigkeiten, die heute von der allgemeinen Verwaltung ausgeübt werden.

Somit liefern diese Bestände wichtige Quellen für die regionale Forschung hinsichtlich historischer Phänomene und gesellschaftlicher Prozesse. Sie sind nicht nur strafrechtlich relevant, sondern können beispielsweise auch Hinweise auf die Bevölkerungsentwicklung oder auf den strukturellen Auf- und Ausbau der Städte und Dörfer geben. Dabei stehen sie meist in Bezug zu anderen Beständen, beispielweise zu denen des preußischen Evangelischen Oberkirchenrats.1

Auch zu den Archivbeständen der EKiR lassen sich Verbindungen ziehen. Zum Beispiel der Prozess der evangelischen Gemeinde in Solingen gegen die preußische Wegepolizeibehörde und die Stadt im Jahre 1908. Neben Folgen für die Mobilitäts- und Stadtentwicklung der Stadt Solingen hat dieser Prozess auch Auswirkungen auf die Kirchenrechtsentwicklung und deren Auslegung in den ehemaligen französischen Gebieten gehabt.

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NRW-Stiftung legt Hilfsprogramm für Behandlung von Hochwasserschäden auf

Die NRW-Stiftung hat ein Hilfsprogramm aufgelegt, über das auch Maßnahmen zur Rettung und Sicherung von Archivgut wie Trockengeräte oder die Anmietung von Lagerräumen bezuschusst werden. Hierfür können Soforthilfen in Höhe von bis zu 5.000 € beantragt werden. Alle Infos und den Link zum Antragsfomular finden Sie hier.

Mittlerweile liegt ein erster Überblick über den archivischen Schadenstand im Sprengel des LVR vor. Im Bereich der EKiR sind neben dem katastrophal getroffenen Bad Neuenahr kirchliche Archive und Registraturen in Schleiden, Opladen, Rheinbach und Wuppertal beschädigt worden.

Wenn ein Kollektenbeutelchen erzählen könnte…

Kollektenbeutelchen und -büchlein zur Sammlung für den Mörschieder Schulhausbau 1707 (AEKR Boppard, Bestand 4KG 025B, Hintersponheimisches Archiv, Bd. 21, Nr. 5)

Bauen war schon immer eine teure Angelegenheit – und für kleine Kirchengemeinden auf dem Land galt das ganz besonders. Als im Jahr 1707 die Gemeinde Mörschied im Hunsrück ein eigenes Schulhaus bauen wollte, um den Kindern den beschwerlichen Fußweg in den Pfarrort Herrstein zu ersparen, war es nur dem Organisationstalent des damals für die Hintere Grafschaft Sponheim zuständigen lutherischen Inspektors Johann Peter Klick in Trarbach zu verdanken, dass zahlreiche Nachbargemeinden etwas zu dem Projekt beisteuerten und schließlich eine erkleckliche Summe zusammenkam. Klicks rühriges Wirken ist im Aktenbestand des Hintersponheimischen Archivs anschaulich dokumentiert, und selbst der Kollektenbeutel, in dem er die eingesammelten Gelder aufbewahrte, ist erhalten.

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Bericht aus Bad Neuenahr: Bergung von Akten aus dem Gemeindearchiv.

Einige Tage nach dem schlimmsten Hochwasser im Ahrtal, wurden wir als Landeskirchliches Archiv von der Ev. Kirchengemeinde Bad Neuenahr um Unterstützung bei der Bergung ihres Archivguts gebeten. Schon bei der Anreise hatte ich den Eindruck durch ein „Kriegsgebiet“ zu fahren. An solche Bilder muss man sich erst mal gewöhnen. Ich wohne zwar an der Mosel und kenne Hochwasserlagen, aber das was ich sah, war einfach unvorstellbar.

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Womit beschäftigten sich die Damen des Deutschen Evangelischen Frauenbundes?

Im Herbst 2020 war der Deutsche Evangelische Frauenbund bereits Inhalt eines Blogbeitrags mit seinen Frauenkalendern und einem Blick in die Mitgliederlisten. Über die Arbeit der Ortgruppen wird im „Mitteilungsblatt des Rheinischen Verbandes des Deutsch-Evang. Frauenbundes“ berichtet, das seit 1933 erschien und in unserer Archivbibliothek unter der Signatur ZK 1109 vorhanden ist.

Die Ortsgruppe Boppard berichtet in der Ausgabe Nr. 2 vom Mai 1934 über das Vereinsjahr 1933/34. Eine Mitgliederversammlung wurde nicht abgehalten, es wurden jedoch drei „große Mütterabende“ durchgeführt. Themen waren Vorträge („Katharina von Bora und Luthers Familienleben“; „Die Lage in der evangelischen Kirche“, durch den Ortspfarrer Goebel; „Mathilde Wrede, der Engel der Gefangenen“), Aufführungen durch Kindergruppen (Lutherspiel; Adventsspiel).und Gesangsdarbietungen.

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Präses Dr. Latzel besichtigt in Bad Neuenahr das zerstörte Gemeindearchiv

Unser rheinischer Präses Dr. Thorsten Latzel besucht einige der von den Überflutungen am stärksten heimgesuchten Kirchengemeinden. Er macht sich ein Bild von den Schäden und sucht das Gespräch mit den betroffenen Menschen. In Bad Neuenahr-Ahrweiler zeigt ihm Elke Eumann, die Leiterin des Gemeindeamtes, das völlig zerstörte Archiv: https://news.ekir.de/meldungen/2021/07/kirchehilft-praeses-latzel-besucht-von-hochwasser-betroffene-sowie-helfende/

Das Archiv der 1878 gegründeten Kirchengemeinde war zuletzt 2012 mit einem knapp 200-seitigen Repertorium erschlossen worden. Ein vollständiger Überblick über die archivische Gesamtlage in den betroffenen Kirchenkreisen der EKiR liegt noch nicht vor. Aktuelle Infos und Kontaktadressen zu den notwendigen Bergungsmaßnahmen von Archivgut finden Sie hier.