Womit beschäftigten sich die Damen des Deutschen Evangelischen Frauenbundes?

Im Herbst 2020 war der Deutsche Evangelische Frauenbund bereits Inhalt eines Blogbeitrags mit seinen Frauenkalendern und einem Blick in die Mitgliederlisten. Über die Arbeit der Ortgruppen wird im „Mitteilungsblatt des Rheinischen Verbandes des Deutsch-Evang. Frauenbundes“ berichtet, das seit 1933 erschien und in unserer Archivbibliothek unter der Signatur ZK 1109 vorhanden ist.

Die Ortsgruppe Boppard berichtet in der Ausgabe Nr. 2 vom Mai 1934 über das Vereinsjahr 1933/34. Eine Mitgliederversammlung wurde nicht abgehalten, es wurden jedoch drei „große Mütterabende“ durchgeführt. Themen waren Vorträge („Katharina von Bora und Luthers Familienleben“; „Die Lage in der evangelischen Kirche“, durch den Ortspfarrer Goebel; „Mathilde Wrede, der Engel der Gefangenen“), Aufführungen durch Kindergruppen (Lutherspiel; Adventsspiel).und Gesangsdarbietungen.

Mitteilungsblatt des Rheinischen Verbandes des Deutsch-Evang. Frauenbundes, 2. Jg., 1934, Heft 2

In der Arbeit für die „Winterhilfe“ engagierten sich die Mitglieder an 14tägigen Nähnachmittagen und täglich durch eine Dame in der Volksküche. In mehreren anderen Vereinigungen war ein Mitglied im Vorsitz aktiv (Frauenhilfe, Verein der Freundinnen junger Mädchen, Hausangestelltenverein, NS-Frauenschaft, Luisenbund, Kolonialverein). Es wird ebenfalls erwähnt, dass bis zur letzten Wahl des Presbyteriums der Evangelischen Kirchengemeinde Boppard fünf Damen des Frauenbundes diesem angehörten; nun seien keine Frauen mehr gewählt worden. Im Nachgang sind noch drei „Lesenachmittage“ notiert („Die Nation vor Gott. Die Schöpfungsverantwortung Gottes“; Tagungsbericht ; „Das Judenproblem“).

Der Jahresbericht 1936/37 ist im „Mitteilungsblatt“ Nr. 1/2, April/Mai 1937, abgedruckt. Die einzelnen Aktivitäten sind jeweils mit einigen Sätzen erläutert. Ich möchte hier den Text zu den drei großen Mütterabenden zitieren:

„Sie bildeten rechte Höhepunkte im Gemeinschaftsleben und führten uns mit sämtlichen Frauen der Gemeinde zusammen. Wir stellten das Evangelium stets in den Mittelpunkt der Abende, so daß sie ein Bekenntnis zum Christentum und zu unserer Kirche waren. Sie waren stets durchdrungen von echt deutschem, vaterländischen Empfinden und vom Dank für die Segnungen des Dritten Reiches, so daß sie dem Programm unseres Bundes voll und ganz gerecht wurden und uns als deutsche, evang. Frauen zeigten.“

Mitteilungsblatt des Rheinischen Verbandes des Deutsch-Evang. Frauenbundes, 5 Jg., 1937, Heft 1-2

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