Räderwerk Landeskirchenamt

Landeskirchenamt der Evangelischen Kirche im Rheinland – Mitarbeiter, ca. 1961
Foto: unbekannt

Funktionieren soll eine Verwaltung wie ein Uhrwerk. Ein Rädchen greift ins gut geölte andere. Bisweilen allerdings knirscht es. Sandkörner haben sich ins Getriebe verirrt. In der Nachkriegszeit von 1949 bis 1960 bemühte sich Oberkirchenrat Hans Ulrich, juristischer Dirigent, zusammen mit dem Amtmann und späteren Verwaltungsdirektor Heinrich Dudey, das Räderwerk Landeskirchenamt der Evangelischen Kirche im Rheinland in Gang zu halten. Die Dinge, die einer Regelung bedurften, nahmen permanent zu. Die Verwaltungsspitze sah sich genötigt, ständig und en détail nachzujustieren. Die Halbwertzeit so mancher Hausverfügung erwies sich allerdings als gering. Im Folgenden finden Sie einige Kostproben aus den Handakten von Präses Heinrich Held (Bestand: 6HA006, Nr. 308-311). Weiterlesen →

La Rochelle, belle et rebelle: Reformierte Netzwerke zwischen Aachen und La Rochelle im 17. Jahrhundert

Siège de la Rochelle, aus Bestand: AEKR 7NL015 (Nachlass J. F. Goeters), Nr. 863

Das Archiv der EKiR verwahrt eine Sammlung von sechs Briefen, die zwischen Dezember 1657 und Oktober 1658 in der französischen Hafenstadt La Rochelle geschrieben wurden. Ihr Verfasser war der aus einer wohlhabenden reformierten Aachener Familie stammende Daniel Römer (1629-1686). Wie schon sein Vater reüssierte er im Bankgeschäft. Adressat war sein Schwager Dr. Georg Ulrich Wenning (1615-1696), reformierter Pfarrer in Aachen und Vaals.

Wenning verfügte über ausgezeichnete Beziehungen in die Niederlande und hatte 1648 bei den Friedensverhandlungen in Münster und Osnabrück als diplomatischer Emissär Aachens gewirkt. 1652 hatte er Römers Schwester Katharina geheiratet. Weiterlesen →

König Friedrich Wilhelm von Preußen bittet um Spende für die Brandopfer in Hamburg

Kollektenaufruf König Friedrich Wilhelm von Preußen für die Abgebrannten in Hamburg 9. Mai 1842, aus Bestand: AEKR Boppard, Sammlung I unverzeichnet;

In der Zeit vom 5. Bis 8. Mai 1842 gab es einen großen Stadtbrand in Hamburg. In den damals erschienenen Berichten ist zu lesen, dass die Nikolaikirche, die Petrikirche und die Gertrudenkapelle abgebrannt waren. Nach dem Brand wurden nur die Petrikirche und die Nikolaikirche wieder aufgebaut. Es wurden mehr als 4000 Wohnungen und Speicher zerstört und 20000 Menschen obdachlos.

Am 9. Mai 1842 erließ der König Friedrich Wilhelm von Preußen einen Aufruf, dass in sämtlichen Kirchen und Gemeinden seiner Staaten eine Kollekte für die Brandopfer in Hamburg einzusammeln sei. Die Königliche Regierung, Abteilung des Inneren in Koblenz erinnerte in dem gleichen Schreiben daran, das in den „schlechten“ Jahren 1816/17 eine Unterstützung für die hiesigen Bezirke durch die Hamburger Einwohner erfolgte.

Wie kämpften die Feuerwehrleute 1842 gegen den Großen Brand? Siehe hierzu der NDR Beitrag.

Archivische Kriegsvorbereitung in der Grenzregion

Rundschreiben des Evangelischen Konsistoriums der Rheinprovinz vom 8. Mai 1939 betr. Sicherung kirchlicher Archive im Kriegsfall. Aus Bestand 8SL 055B (Sammlung Anordnungen-Rundschreiben-Merkblätter).

Schon Monate bevor am 1. September 1939 der Zweite Weltkrieg begann waren die Vorbereitungen auf den Waffengang angelaufen. Von kirchlichen Stellen war dabei frühzeitig auch der Archivalienschutz in den Blick genommen worden, insbesondere in den Grenzregionen Deutschlands. Das Evangelische Konsistorium der Rheinprovinz traf bereits im Mai 1939 Vorkehrungen für die Sicherung der kirchlichen Archive im Kriegsfall.

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Ein Blick in die eigene Vergangenheit

Titelblatt Der WEG, Nr. 36/ 1979, 9.9.1979; aus Bestand: AEKR Düsseldorf Archivbibliothek ZK70

Die Titelseite der Ausgabe vom 9. September 1979 widmeten die Herausgeber der Kirchenzeitung Der WEG einem Artikel über die Landeskirchlichen Archive in Bielefeld und Düsseldorf. Darauf zu sehen ist der westfälische Landesarchivrat Dr. Hans Steinberg in einem Archivmagazin in Bielefeld.

In einem doppelseitigen Artikel werden die Archive in Bielefeld und Düsseldorf näher vorgestellt. 530 laufende Regalmeter umfassten die Bestände im Düsseldorfer Archiv  damals. Heute sind es mehr als 7000. Ein Teil davon lagert mittlerweile in einem Außenmagazin in Moers. Neben Archivdirektor Dr. Dietrich Meyer waren damals noch ein Bibliothekar und eine Sekretärin für die Betreuuung der Unterlagen zuständig.Heute sind alleine am Düsseldorfer Standort außer Archivleiter Dr. Stefan Flesch noch fünf Mitarbeiter beschäftigt.
(Ganzer Artikel: DerWEG36_1979_Archivartikel)
Vieles hat sich in den beinah 40 Jahre verändert, das Ziel archivischer Arbeit ist aber gleich geblieben: Weiterlesen →

„Büchergabe“: Die rheinische Landeskirche förderte die Beschaffung theologischer Literatur für ihre Vikare

Büchergabe der Evangelischen Kirche im Rheinland an ihre Vikare nach 1950; aus Bestand: 1OB 017 (Landeskirchenamt Sachakten 1), Az. 12-10-05

Zu dem hier abgebildeten Exlibris erhielt das Landeskirchliche Archiv eine Anfrage. Das Motiv ist uns bekannt, d.h. es befindet sich ein Digitalisat in unserem Bildarchiv (Bestand 8SL 046). Jedoch fehlen dort weitere Angaben zum Hintergrund der genannten „Büchergabe der Evangelischen Kirche im Rheinland an ihre Vikare“. Ich habe in unserem Archivbestand 1OB 017 (Sachakten Landeskirchenamt I) Az. 12-10-5, Bd. 1, Vorgänge zur Einführung der Bücherbeihilfe für Vikare ermitteln können.

Ins Vikariat werden angehende Pfarrer und Pfarrerinnen nach dem bestandenen ersten theologischen Examen, das die unversitäre Ausbildung abschließt, eingewiesen. Sie werden in der Regel in einer Kirchengemeinde eingesetzt und erhalten eine(n) der dortigen Pfarrer oder Pfarrerin als Mentor(in). Weiterlesen →

Walter Sauer, Siegelzeichner der Evangelischen Kirche im Rheinland

Sauer Walter, Düsseldorfer Grafiker Kirchensiegel, Foto um 1980 von Inge Sauer (Privatbestand);

„Siegel sind kleine Kunstwerke“

Walter Sauer war ein Düsseldorfer Grafiker, Produktgestalter und Maler, der neben innovativen Entwicklungen im Bereich des Industrie-Designs auch zahlreiche neue Kirchensiegel für die Evangelische Kirche im Rheinland entworfen hat. Sein Talent für klare Formgebung führte zu einer Neugestaltung von Zeichen und Siegeln, die der traditionellen Gattung ein ebenso modernes wie zeitloses Erscheinungsbild gaben. Walter Sauer war  an der Siegelordnung der Evangelischen Kirche im Rheinland beteiligt, indem er dem Archiv der Evangelischen Kirche im Rheinland Vorschläge für die Formulierung der Siegelordnung unterbreitete. Er arbeitete in diesem Bereich eng mit Archivrat Walter Schmidt zusammen.

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