Erhebung von Kirchensteuern

Mahnung zur Entrichtung der Kirchensteuer, Ev. Kgmde Waldlaubersheim, aus Bestand: AEKR Boppard, Sammlung I unverzeichnet

Bei der Durchsicht der Sammlung I Vordrucke (angelegt von Dr. Schmidt; unverzeichnet) fand ich folgende Kirchensteuerzettel der Evangelischen Kirchengemeinde Waldlaubersheim, die heute zum Kirchenkreis an Nahe und Glan gehört. Der Vordruck mit der Mahnung zur Zahlung der Kirchensteuer stammt offensichtlich aus der Zeit vor der Gründung der Bundesrepublik, da dort die Bezeichnung RM für Reichsmark verwendet wurde. Die Verwendung des anderen ist wiederum nach der Gründung der Bundesrepublik zu vermuten, da dort schon die Bezeichnung DM für Deutsche Mark aufgedruckt wurde. Die Kirchensteuer im heutigen Sinn führte Preußen mit dem Gesetz, betreffend die Erhebung von Kirchensteuern für die evangelischen Gemeinden 1905 und 1906 ein. Das staatliche Hoheitsrecht wurde zunächst nicht allen Kirchengemeinden gegeben und sollte auch kein Recht auf Dauer sein. Weiterlesen →

Goldene Worte zu Ostern

Plakat mit Osterbotschaft von Christoph Blumhardt 16.4.1987, aus Bestand: AEKR Düsseldorf     8 SL 049 (Plakatsammlung) Nr.1938, © Herder Verlag

Wir wünschen allen Nutzern und Freunden des Archivs fröhliche und gesegnete Ostern!

In diesem Jahr tun wir das mit Worten des württembergischen Theologen Christoph Blumhardt (1842-1919), festgehalten auf einem Plakat der Serie Goldene Worte aus dem Jahr 1987. Blumhardt war ein Vertreter der religiös-sozialen Bewegung und schon zu Lebzeiten bekannt für seine wortgewaltigen Predigten. Seine Hinwendung zum Sozialismus und der Eintritt in die SPD führten aber dazu, dass er sein Pfarramt aufgeben musste.
Heute erfahren die geistlichen Einflüsse Blumhardts weitreichende Würdigung. Die EKD gedenkt seiner am 2. August.

Bei der Gestaltung des Plakats blieben die Herausgeber ihrer Philosophie treu und verzichteten auf aufwendige Grafikelemente, um das Wort in den Mittelpunkt zu stellen. Mehr zur Serie und zu den Goldenen Worten in der Plakatsammlung unseres Archivs finden Sie hier. Die Serie erscheint bis heute im Kreuz Verlag.

„Läuterungszeit“ vor 100 Jahren: Eine Passionspredigt in der Jerusalemer Erlöserkirche 1917

Der junge rheinische Theologe Carl Sachsse (1889-1966) hatte im Oktober 1913 sein erstes Examen bestanden. 1915 meldete er sich als Kriegsfreiwilliger. Bewandert in der türkischen Sprache, legte er 1916 am orientalischen Seminar in Berlin die Dolmetscherprüfung ab und wurde im September dieses Jahres mit dem neugebildeten deutschen Asien-Korps an die Sinaifront verlegt. Dort brachte er es in der Armee-Kraftwagenkolonne 708 bis zum Vizefeldwebel.

In Absprache mit seinen militärischen Vorgesetzten und dem evangelischen Propst zu Jerusalem hielt er aber auch regelmäßig Feldgottesdienste sowie Truppengottesdienste in der 1898 von Wilhelm II. eingeweihten Erlöserkirche in Jerusalem.

Im Archiv der EKiR hat sich ein kleiner Fundus von acht seiner Kriegspredigten 1917-18 erhalten (8SL 045, Nr. 472). Sie sind ein seltenes Zeugnis für die geistliche Truppenbetreuung an diesem wenig erforschten Frontabschnitt des Ersten Weltkrieges. Sachsses Predigt aus der Passionszeit 1917 sei hierfür näher untersucht. Weiterlesen →

Tipp: sehenswerte Ausstellung „Der geteilte Himmel“ in Essen

Seit Montag den 3. April 2017 ist sie nun bereits schon eröffnet – die Sonderausstellung „Der geteilte Himmel“ des Ruhr Museums auf Zollverein in Essen. Die Ausstellung beleuchtet, laut Museumsdirektor Heinrich Theodor Grütter (Video WDR Lokalzeit Ruhr), das interkonfessionelle Leben von über 250 verschiedenen Religionsgemeinschaften im Ruhrgebiet. Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen die Themen „Frömmigkeit“, „Heilige Schriften“, „Lebenssituationen“, „Tod und Jenseits“ oder „Propaganda und Toleranz“.

Gerhard Tersteegen Blutbrief 1724 – Meinem Jesu, Bestand: AEKR Düsseldorf 8SL 046 (Bildarchiv), 80040_03

Gezeigt werden erstmals über 800 kulturhistorische Exponate aus Museen, Kirchen, Bibliotheken und Archiven. Darunter befinden sich, neben dem Blutbrief Gerhard Tersteegens (1724), auch 13 weitere Quellen aus den Beständen des Landeskirchlichen Archivs in Düsseldorf.

Zu sehen ist die Ausstellung bis zum 31. Oktober 2017
weitere Informationen zur Ausstellung

Kirchen- und Gemeindeaufbau in der Diaspora

Baustein zum Bau des am 7. November 1954 eingeweihten evangelischen Gemeindehauses in Weißenthurm, aus Bestand: AEKR Boppard 3MB 009B (Kirchenkreis Koblenz II), Nr. 25

Der nordwestlich von Koblenz am unteren Mittelrhein gelegene Ort Weißenthurm ist tiefste evangelische Diaspora. In dem im 17. Jahrhundert gegründeten kurtrierischen Ort ließen sich erst nach dem Zweiten Weltkrieg die ersten Evangelischen nieder und wurden der Kirchengemeinde Andernach zugeordnet. Anfang der 1950er Jahre wuchs die Zahl der evangelischen Gemeindeglieder jedoch so stark an, dass man den Bau eines eigenen Gemeindehauses in Weißenthurm plante. Zur Finanzierung des Projekts mit einem Gesamtkostenaufwand von 160.000 DM war die Gemeinde auf die Unterstützung ihre Mitglieder angewiesen. Das Presbyterium zeigte sich dabei erfinderisch und gab „Bausteine“ in Form von Wertmarken aus, die man zum Preis von 1,- DM käuflich erwerben konnte. Am 7. November 1954 konnte das Gemeindezentrum nach kurzer Bauzeit feierlich eingeweiht werden. Die Altarbibel hatte der damalige Bundespräsident Theodor Heuss gestiftet.

Fünf Jahre nach Einweihung des neuen Gemeindehauses hatte sich die Zahl der Evangelischen im Weißenthurm erneut so vergrößert, dass die Gemeinde zum 1. April 1959 selbständig wurde.

Die Bibel auf einem Bierdeckel? Evangelische Kirche in Hessen und Nassau

Bibe-auf-Bierdeckel.de, Evangelische Kirche in Hessen und Nassau

Während eines Spaziergangs durch Frankfurt am Main, kehrte ich um Ruhe zu finden in eine Kirche ein. Beim Ausgang fand ich diesen Bierdeckel auf einem Tisch liegen. Bierdeckel in der Kirche? Bei näherem hinsehen stellt ich fest, dass es sich um die Aktion „Bibel auf einem Bierdeckel“ handelt. Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau ( mit ihrem Sitz in Darmstadt) hat damit meiner Meinung nach eine tolle Aktion ins Leben gerufen, um die Bibel auch in Kneipen zubringen. Nachfolgend der Link zu der Seite der EKHN: „Christsein Konkret – 30.442 Verse in 3 Sätzen“

Reformatorinnen zu Besuch im Landeskirchenamt

Auf der Parkbank mit Argula von Grumbach

Seit dem 8.3. ist die Ausstellung „Reformatorinnen. Seit 1517“ – passend zum Internationalen Frauentag – im Landeskirchenamt zu sehen.

In dieser Wanderausstellung stellt die Gender- und Gleichstellungsstelle der EKiR exemplarisch 17 Frauen aus fünf Jahrhunderten vor, die als Schriftstellerinnen, Liederdichterinnen, Pfarrfrauen, Predigerinnen und Herrscherinnen unsere Kirche zu dem machten, was sie heute ist. Es begegnen sowohl bekannte Namen wie Katharina von Bora als auch weniger bekannte wie Wibrandis Rosenblatt. Abgerundet wird der biografische Zugang durch Ausstellungstafeln zu Querschnittsthemen wie dem Zugang zu Bildung, dem Wandel von Frauenrollen und Lebensformen und dem Thema Frauenordination.

Eine Besonderheit der Ausstellung sind die lebensgroßen Holzfiguren, die es dem Besuchern ermöglichen, den vorgestellten Persönlichkeiten auf Augenhöhe im öffentlichen Raum zu begegnen. Weiterlesen →