Neuer Kollege im Archiv der EKiR

Wir begrüßen Herrn Marius Höpfner als neuen Mitarbeiter im Düsseldorfer Archivteam.

Herr Höpfner hat Geschichte und Evangelische Theologie an der Ruhr-Universität Bochum studiert und erste archivische Praxis im Konzernarchiv der thyssenkrupp AG erworben. Herr Höpfner unterstützt uns fortan u. a. in den Bereichen Bestandserschließung und Digitalisierung.

Kirchliche Archive auf dem Kirchentag in Hannover

Bericht vom 39. Deutschen Evangelischen Kirchentag 2025 in Hannover, der vom 30. April bis 4. Mai stattfand und dessen Motto lautete: „Mutig-stark-beherzt“.

Gemeinschaftsstand AG der Archive u. Bibliothekare in der ev. Kirche mit Archion
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Die Archivtruhe in der Evangelisch-reformierten Kirche zu Schöller

In der romanischen ehemaligen St. Vitus-Kirche in Schöller steht heute neben der Kanzel an der Ostwand des Kirchenschiffes eine alte Truhe. Sie ist aus einem einzigen massiven Eichenstamm gefertigt und verkörpert damit den Typus einer sogenannten Einbaumtruhe. Diese „Safes des Mittelalters“ bildeten die frühesten mobilen Verwahrstätten für die wertvollen Urkunden und Amtsbücher einer Pfarrei und sind somit von archivgeschichtlichem Interesse.

Truhe in der Ev. Kirche Schöller

Die Truhe in Schöller ist 146 cm lang, 44 cm hoch und 45 cm tief. Durch die massiven Wandstärken verbleibt aber nur ein Innenraum von 86 cm x 25 cm x 36 cm. Gesichert war sie durch drei Schlösser mit jeweils unterschiedlichen Schlüsseln, so dass offensichtlich ein Sechs-Augen-Prinzip für den Zugang bestand.

Mit Blick auf die Ausführung der Beschläge wird sie meist in die frühe Neuzeit datiert, wobei eine genaue dendrochronologische Datierung noch aussteht. Die Reformation setzte sich in Schöller recht früh bereits um die Mitte des 16. Jahrhunderts durch. Die Truhe kann der jungen Gemeinde also sehr gut als Pfarrarchiv für die besitzrechtlich relevanten Schriftstücke sowie die Protokolle des Presbyteriums gedient haben. Alternativ oder komplementär wird auch ihre Nutzung als Gerichtstruhe des 1689 eingerichteten Gerichtes Schöller vertreten.

Evangelische Kirche Schöller

Abschied

Heute ist es an der Zeit, mich von Ihnen als Leserinnen und Leser des Archivblogs zu verabschieden. Zum 01. Mai 2025 trete ich in den Ruhestand. Seit mehr als 36 Jahren bin ich im Landeskirchlichen Archiv tätig gewesen. Hier im Blog habe ich mehr als 100 Beiträge verfasst. Einige sind mir sehr gut im Gedächtnis geblieben, wie z.B. „Die Poensgen-Familie: 86 cm vom Pfarrer zum Industriellen“ (2015) oder „Spurensuche: Wer war ‚unser lieber Sohn Johannes‘? Zur Familie des Pfarrers und Buchdruckers Friedrich Zillessen“ (2019). Anfangs war ich skeptisch, ob mir das liegt; ich war in der Schule kein guter Aufsatz-Schreiber. Es hat dann aber doch zunehmend Spaß gemacht, einen Beitrag für das Blog zu verfassen. Ich musste erstmal eine Idee oder eine Quelle haben, aus der etwas zu machen war. Manchmal entwickelte sich die Recherche in Richtungen, die vorher gar nicht abzusehen waren, wie z.B. bei dem Beitrag „Die Zeitschrift ‚Adlerauge‘ der evangelischen Jugend Düsseldorf-Eller und Dr. Sommer (‚Bravo‘)“ (2021).

Ich danke Ihnen für Ihr Interesse! Bleiben Sie dem Blog verbunden.

Mehr Goldene Worte zu Ostern

Unser Fundus an Plakaten aus der Reihe der Goldenen Worte kann sich mit mehr als 500 Motiven mittlerweile wirklich sehen lassen.

Daher wünschen wir auch in diesem Jahr allen Leserinnen und Lesern unseres Blogs fröhliche und gesegnete Ostern mit diesen sehr klassischen Goldenen Worten aus dem Jahr 1967.

„Gelobt sei Gott, …“ Plakat aus der Reihe „Goldene Worte“, 1967, aus Bestand: AEKR Düsseldorf , 8 SL 049 (Plakatsammlung), Nr.1921, © Herder Verlag

Ostern – eine Zeit des Protests?

7NL 038 Nr. 28 – Broschüre „Ostermasch 1968“

Ostern kann mit vielen Dingen in Verbindung gebracht werden. Ob man dabei an Osterhasen, bunte Eier, Eiersuchen, Schokolade, Hefegebäck, Schulferien, Ratschen oder Palmstöcke denkt, ist von Mensch zu Mensch verschieden. An Ostern feiert man die Auferstehung Jesu Christi und somit seinen Sieg über den Tod. Für die Christenheit ist Ostern das wichtigste Fest im Kirchenjahr.

Für die einen mag Ostern nun damit die Zeit der Besinnung und Ruhe sein. Für andere hingegen ist Ostern die Zeit des Protests und der Demonstration, genauer gesagt die Zeit der Ostermärsche.

Ostermärsche haben ihren Ursprung in der Nachkriegszeit in Großbritannien. Die Campaign for Nuclear Disarment (CND) protestierte 1958 zum ersten Male gegen die atomare Aufrüstung. Von London aus marschierten Aktivisten nach Aldermaston (Aldermaston March), wo ein Kernforschungszentrum angesiedelt war. Der Protestzug fiel dabei mit dem Osterfest zusammen, was keineswegs ein Zufall war. Man entschied sich viel mehr bewusst für den kirchlichen Feiertag, um die symbolische Bedeutung von Ostern, als Fest der Auferstehung, des Friedens und der Hoffnung, verstärkt in die Welt hinauszutragen.

Die Protestbewegung stieß international auf breite Resonanz. Bereits an Karfreitag 1960 fand auch in Deutschland der erste Ostermarsch statt. Die Ostermärsche entwickelten sich schnell zu einer Massenbewegung, die von vielen verschiedenen Friedensinitiativen und politischen Gruppen getragen wurde. Protestiert wurde gegen Atom- und Massenvernichtungswaffen, generell gegen Aufrüstung und Krieg (Vietnamkrieg) und für Frieden, Völkerverständigung, Menschenrechte und Umweltschutz.

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Österliche Predigt im Semestereröffnungsgottesdienst der KiHo Wuppertal vor 50 Jahren

Pfarrer Hans Rudolf Jürgen Fangmeier (1931-2013) war Dozent und später Professor an der Kirchlichen Hochschule Wuppertal. 1963 promovierte er bei Karl Barth in Basel mit dem Thema Erziehung in Zeugenschaft. Karl Barth und die Pädagogik. Fünf Jahre später wurde Fangmeier auf den Lehrstuhl für Systematische Theologie an der Kirchlichen Hochschule Wuppertal berufen. Die Professur war mit der Pfarrstelle der evangelisch-reformierten Gemeinde im niederbergischen Schöller verbunden. In beiden Funktionen folgte er Wilhelm Niesel im Amt.

In einer österlichen Semestereröffnungspredigt in der Kirchlichen Hochschule Wuppertal am 15. April 1975 bezieht Fangmeier Stellung zum Theologiestudium und den damit verbundenen Hindernissen:

Jürgen Fangmeier spricht auf der 9. Wissenschaftlichen Tagung der Internationalen Ernst-Wiechert-Gesellschaft, 3.6.2007, Mülheim an der Ruhr
Signatur: AEKR 8SL 046 (Bildarchiv), 013_0164

Sie, liebe Kommilitonen, drängen zahlreich ins Theologiestudium – in einer Zeit, wo der kirchliche Wohlstand nachläßt oder aufhört, wo deshalb „Planstellen“ reduziert werden müssen…, und wo zugleich Rückversicherung schwieriger wird. (…)

In der Zukunft – die derweise naht, daß sie für uns schon begonnen hat – ist die persönliche Sicherheit klein zu schreiben. ‘..der verleugne sich selbst‘ ! Arbeit aber wird durchaus da sein. Denn die Menschen um uns befinden sich in tiefer Glaubensverlegenheit (auch wenn sie aus der Kirche austreten). Sie wollen von uns nicht überfordert, aber sie wollen geliebt sein und wollen geholfen haben, gehorsam (oder doch nicht ganz und gar ungehorsam) leben und getrost sterben zu können. „Planstellen“ können rar werden, aber A r b e i t wird sein. (…) Schon das Studium ist Kreuz bzw. will als solches genommen und getragen sein.

Die Predigt hat auch nach 50 Jahren ihre Aktualität kaum verloren. Die Tätigkeit der KiHo wird in der bisherigen Form bis Ende März 2027 eingestellt. Die Landessynode 2025 der Evangelischen Kirche im Rheinland hat die Errichtung eines Theologischen Bildungscampus als Weiterbildungsgesellschaft beschlossen.

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