Emotionaler Abschied von einer Glocke

Glockenabschied, Predigt von Johannes Hanke (1887-1958), 8.7.1917, erste Seite;
aus: 7NL 009

„Lieber Freund! Heute will jemand von uns Abschied nehmen, der 27 Jahre unserer Gemeinde treu gedient hat, nun aber auch des Königs Ruf folgen muß. Unsere Vaterunserglocke! Sie, die kleinste unserer 3 Glocken, ist für tüchtig befunden, ihre eherne Stimme in vielfachen Schrei aufgelöst über das Schlachtfeld erschallen zu lassen.Sie, die einsam soll hinein gezerrt werden ins nächste Schlachtgewühl. Sie, die dem Dienste Gottes gedacht war, soll mithelfen im sündengeborenen Streit der Völker dieser Erde. Sie, die wie mit Kinder Stimme freundlich und friedvoll, entsang im Chor ihrer großen Schwestern soll nun in andrer Gestalt Schmerzensschreie auslösen und Herzen zerreißen. Sie, die erhaben über den Raub der Erde mit ihrem Klang nur einziehen wollte in den Frieden der Ewigkeit, soll nun Tod und Verderben speien“

Mit diesen martialischen Worten beginnt die Predigt des Pfarrers Johannes Hanke am 8. Juli 1917 in Eckardtsheim, einer Zweiganstalt der von Bodelschwing’schen Anstalten Bethel. Weiterlesen →

Vorgestellt: Ingrid Drobny, Siegelzeichnerin der Evangelischen Kirche im Rheinland

Ingrid Drobny,  geboren am 24. Februar 1935, Foto: Website Drobny Design

Ingrid Drobny ist eine vielseitige Grafikerin, u. a. hat sie in den Jahren 1952-2010 Kirchensiegel für rheinische Kirchengemeinden gezeichnet.

Im Archiv der Evangelischen Kirche im Rheinland liegen aus dieser Zeit 22 Siegel vor.

Für das Blog des Archivs der Evangelischen Kirche im Rheinland beantwortet Ingrid Drobny Fragen zur grafischen Gestaltung von Kirchensiegeln und zur Siegelordnung:

 

 

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Glockengießer

Erschienen im Heft „Musik und Kunst“ 20. Jahrgang, 1950 September/Oktober

Konkurrenz oder Mitanbieter, diese Frage stellt sich einem, wenn man die Werbung der Glockengießer in der Veröffentlichung des Heftes „Musik und Kunst“ 20. Jahrgang, 1950 September/Oktober sieht. Dort werben 12 Hersteller von Bronzeglocken um Kunden. In diesen Anzeigen findet man auch Hinweise auf weitere Produkte, die diese Firmen produzieren: dazu zählen Läutewerke, Glockenstühle und Turmuhren.

Das Kreuz mit der deutschen Kurrentschrift (Teil II)

Vor knapp zwei Jahren haben wir hier über die ersten Versuche einer automatisierten Erkennung älterer Handschriften berichtet. Hierzu wurde das Tool Transkribus entwickelt. Nun wird zur ersten Transkribus User Conference eingeladen, die am 2.-3. November 2017 in Wien stattfinden wird. Die Tagung wird ausgerichtet von der EU-Initiative READ (Recognition and Enrichment of Archival Documents). Im Mittelpunkt steht das Feedback der Testnutzer der Software:

„The event will shed light on the latest technological advances in the fields of Automated Text Recognition, Layout Analysis, Writer Identification, Keyword Searching and Information Extraction.  It will also provide many opportunities for users to give feedback to Transkribus developers and ask questions about how automated processing can work on their documents.“

Es ist gut vorstellbar, dass in vielleicht zehn Jahren die Entzifferung und Transkription handschriftlicher Dokumente des 16.-20. Jahrhunderts wie selbstverständlich über solche Tools laufen wird.

Registratur von Präses Held (1948-1957) für Forschung neu erschlossen

© Markus Feger Düsseldorf / EKiR: Eröffnung des Wandportraits des ehemaligen Präeses Heinrich Held. Das Porträt von Held (1897 – 1957) vor dem Martin-Luther-Saal im Düsseldorfer Landeskirchenamt stammt von der Münchner Künstlerin Celina Szelejewska-Pigulla.

An seinem 120. Geburtstag wurde Heinrich Held, der erste Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, im Rahmen der Aktion „Kirchenköpfe“ mit einer künstlerisch ansprechenden Collage geehrt.

Pünktlich zum Jubiläum liegt nun auch das neue Findbuch zu den Handakten von Präses Held aus seiner Amtszeit vor. Der inhaltlich facettenreiche Bestand wurde bereits öfter für Themen der deutschen Nachkriegszeit herangezogen. Bislang lag nur eine knappe Erschließungsliste vor, was die Benutzung sehr erschwerte. Nunmehr können Themen wie die Saarabstimmung 1955, das Verhältnis der Kirche zu den politischen Parteien oder  die Kontroversen um die Wiederbewaffnung mit Hilfe detaillierter Enthältvermerke recherchiert werden.

Frauen in den Synoden

Landessynode in Bad Godesberg mit Präses Joachim Beckmann am Rednerpult 13.-18. Januar 1963, Foto: Archiv der Evangelischen Kirche im Rheinland, Hans Lachmann, Bestand: AEKR Düsseldorf 8 SL 046 (Bildarchiv), 10_19630113

Man vermutet es auch nicht anders: Frauen waren 1948 in kirchlichen Gremien stark unterrepräsentiert. Das Mitgliederverzeichnis der verfassungsgebenden Kirchenversammlung der Evangelischen Kirche in Deutschland vom 11. bis 13. Juli 1948 in Eisenach wies lediglich drei Frauen aus. Es war zu dieser Zeit und auch einige Zeit danach unüblich, daran muss man erinnern, dass verheiratete Frauen einer Berufstätigkeit nachgingen. Die drei Frauen, zwei Vikarinnen und eine Oberin, nahmen sich neben den 144 männlichen Personen, allesamt in leitenden kirchlichen Ämtern oder in Führungspositionen der Verwaltung und der Industrie, geradezu deplatziert aus. Es blieb auch 1949 dabei. Im Kreis der 120 Mitglieder der ersten Tagung der ersten EKD-Synode in Bethel vom 9. Bis 13. Januar 1949 fanden sich ebenfalls lediglich drei Frauen.

Auf dieses Missverhältnis machte die Oberkirchenrätin Dr. Elisabeth Schwarzhaupt, promovierte Juristin und Mitarbeiterin der Kanzlei der Evangelischen Kirche in Berlin, CDU-Mitglied und spätere Bundesministerin für Gesundheit, Oberkirchenrat Heinrich Held, Mitglied des Rates der EKD, im Namen der Evangelischen Frauenarbeit in Deutschland in dem besagten Jahr 1948 aufmerksam. Weiterlesen →

Liederbücher von 1945/46 dienten als „Notnagel“ und „Nothelfer“

Gesangbücher als „Notnagel“ und „Nothelfer“, AEKR Archivbibliothek: Hh 184; Hh 034; 2017.259

„Zehntausende von Gesangbüchern liegen verschüttet und verbrannt unter den Trümmern unserer zerstörten Häuser. Neue Gesangbücher mit 500 und mehr Seiten können vorerst nicht gedruckt werden. Wir stellten deshalb dies Heftchen zusammen. Es enthält knapp 150 Kirchenlieder, nach der Nummernordnung wortgetreu dem ev. Gesangbuch entnommen. Ein Nothelfer will es sein, kann es auch sein, wenngleich manches manchem liebgewordene Lied fehlen muss. Gleichwohl wird das Heftchen beim Gottesdienst wie auch in Sorgenstunden daheim willkommen sein, denn es birgt in schlichtestem Gewand viele Schätze zur inneren Stärkung.“

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