„Man muss auch jönne könne“: Das Rheinische Grundgesetz in seiner Anwendung für die archivische Praxis

Beim 27. Norddeutschen Kirchenarchivtag in Hofgeismar hatte das Archiv der EKiR die Gelegenheit, aus seiner aktuellen Arbeit zu berichten (Vortragstext und Präsentation).

Man muss auch gönnen können: Scherzhaft formuliert, geht es doch um einen ernsthaften archivfachlichen Hintergrund: Der Wegfall obsolet gewordener Restriktionen im Benutzungsmanagement, die kostenfreie Onlinestellung von Fotobeständen, das aktive Ansteuern von Crowdsourcing-Projekten auch für Kirchenbücher sind freilich Positionen, die sich -vorsichtig formuliert- noch keiner breiten Mehrheit im Bereich der kirchlichen Archive erfreuen.

Man wird sehen, wohin die Entwicklung führt. Inmitten des digitalen Medienwandels und im Sinne einer professionellen Dienstleistungs- und Serviceorientierung gilt schließlich für uns alle. die wir im Archivbereich tätig sind, Artikel 5 des Rheinischen Grundgesetzes: „Et bliev nix wie et wor.“

Die Geschichte des Einkaufswagens

Einer der größten Vorzüge des Archivarberufs ist, dass es beinahe täglich etwas Neues zu lernen gibt. Zugegeben: es ist nicht immer die große Geschichte und noch nicht mal immer Kirchengeschichte, wie man es im Landeskirchenarchiv erwarten könnte.
Aber manchmal sind auch die ganz alltäglichen Dinge interessant, ganz einfach aus dem Grund, dass man sich noch nie tiefergehend darüber Gedanken gemacht hat.

So bin ich bei der Verzeichnung der Fotosammlung des Presseverbandes auf dieses scheinbar völlig banale Foto gestoßen.

Frauen mit Einkaufswagen im Selbstbedienungsladen, aus Bestand 8SL 069 (Fotosammlung Presseverband), © Archiv der Evangelischen Kirche im Rheinland/ Hans Lachmann, in: Der Weg 41/1964

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Tips for Social Media Success des amerikanischen Nationalarchivs

Die US National Archives haben im Rahmen ihrer Social Media Strategy 2017-2020 auch praxisnahe Ratschläge für archivische Beiträge in Blogs und in Social-Media-Plattformen formuliert. Wir werden versuchen, sie nach Kräften zu beherzigen. Dies gilt unter anderem auch für folgende Empfehlung:

Tweet about topics you know and love; your passion and expertise will show!

Schule hat wieder angefangen!

Wir wünschen allen Schülerinnen und Schülern – und natürlich auch den Eltern – einen guten Start ins neue Schuljahr!

Muster für ein Einladungsschreiben zur Schulanfängerandacht,
aus: Walter Geißler, Die Schulanfänger-Andacht, Berlin 1934, Archivbibliothek Sig. C II a 044

Den ganzen Text des Musters gibt es hier: DieSchulanfängerandachtS23

Ein Kirchenbrand und seine Folgen

Aufruf des Presbyteriums der evangelischen Gemeinde Schöneberg/Westerwald zur Unterstützung des Kirchenneubaus nach dem Brand vom 23. Mai 1854, aus Bestand: AEKR Boppard 8SL 055B (Sammlung Anordnungen-Rundschreiben-Merkblätter)

Ein verhängnisvolles Unglück traf am 23. Mai 1854 das Westerwalddorf Schöneberg: Es brach ein Brand aus, der binnen weniger Stunden neunzehn Gehöfte, darunter sämtliche Pfarrgebäude, in Schutt und Asche legte. Auch die alte romanische Kirche wurde von den Flammen ergriffen und zerstört. Drei schwere Glocken aus dem Turm zerschmolzen.

Die Brandkatastrophe belastete das kirchliche Leben in Schöneberg auf Jahrzehnte hinaus. Pfarrer Emil Müller und seine Familie mussten zwischenzeitlich im Pfarrhaus der Nachbargemeinde Almersbach untergebracht werden. Die Gottesdienste fanden bis auf weiteres im Freien statt. Bei Beginn der kalten Jahreszeit baute man die Ruine des abgebrannten Gotteshauses zur behelfsmäßigen Notkirche um.

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Spruchkärtchen als Lesezeichen

Spruchkärtchen mit Bibelversen, die ehemals als Lesezeichen benutzt wurden.

Immer wieder finden sich in Büchern oder zwischen Archivalien Spruchkärtchen mit Bibelversen, die als Lesezeichen gedient haben. Bei den Texten auf diesen Kärtchen handelt es sich in der Regel um ein Zitat aus der Bibel oder eine Vers. Diese Kärtchen können aufwendig gestaltet sein und werden mit verschiedenen Drucktechniken hergestellt. Diese Kärtchen dienen der Erbauung, dem moralischen Zuspruch oder erinnern an ein Ereignis. Die hier abgebildeten Kärtchen befinden sich in der Evangelischen Archivstelle Boppard und sind zum Teil als Bildcollage eingerahmt. In diesem Sammlungskonvolut finden sich auch noch Totenzettel und Kärtchen mit Bildnissen der katholischen Kirche.

Aus evangelischen Archiven 56 (2016) jetzt online

Gut Ding will Weile haben, aber jetzt ist er auch online abrufbar: Der neue Jahresband der Zeitschrift des Verbandes kirchlicher Archive bietet auf 181 Seiten wieder einen Überblick über Projekte und Themen in den landeskirchlichen und diakonischen Archiven im Berreich der EKD. Die Palette reicht von der elektronischen Kirchenbuchführung und dem Handling von MAV-Unterlagen bis hin zu einem Erschließungsbericht über den Bestand des Berliner Komitees für Deutsche Evangelische Seemannsmission 1881-1943.

Der „rheinische“ Beitrag (S. 40-58) beschäftigt sich unter dem Titel „Geteiltes Wissen ist doppeltes Wissen“ u. a. mit genealogischen Kooperationsprojekten, der Publikation von Fotobeständen und dem immergrünen Thema Fotografieren im Lesesaal. Bei letzterem ist mit Freude zu konstatieren, dass immer mehr Archive -auch im staatlichen Bereich- ihre Benutzungsrichtlinien liberalisieren.