Hans und Lotte Josten: Gründer des Rheinischen Pfarrfrauendienstes

Freizeit des Rheinischen Pfarrfrauendienstes, ca. 1958, eingekreist: Pfarrer Hans Josten und Ehefrau Lotte Josten, aus Bestand: AEKR, 5WV 016 (Rheinischer Pfarrfrauendienst), Nr. 29

Im Sommer 2016 wurde hier bereits über die Neuverzeichnung zweier Bestände zur Geschichte des Rheinischen Pfarrfrauendienstes berichtet.

Diesem Thema widmet sich nun einen neue Vitrinenausstellung des Archivs der EKiR im oberen Foyer des Landeskirchenamtes. Neben der Geschichte des Rheinischen Pfarrfrauen im Allgemeinen stellt die Ausstellung auch zwei der sicherlich wichtigsten und richtungsweisensten Protagonisten des Pfarrfrauendienstes vor: Das Ehepaar Hans und Lotte Josten.

Ursprünglich hatte es Hans Josten (1883-1964) nach dem Theologiestudium in die weite Welt gezogen. Von 1910 bis 1911 war er als Missionar in London und Brasilien. Doch sah er auch „wie viel auch hier in der Heimat noch zu tun ist“, und entschied sich schließlich für das heimische Gemeindepfarramt. Ein solches erhielt er zunächst im westfälischen Müsen. 1917 wechselte er nach Witten und 1922 schließlich in die Gemeinde Honnef. Im Sommer 1912 heiratete Hans Josten Charlotte „Lotte“ Nourney (1884-1971).
Während der Zeit des Kirchenkampfes hielt er sich zur Bekennenden Kirche, wurde mehrfach von Gemeindegliedern denunziert und von der Gestapo beobachtet, aber nie ernstlich verfolgt.

Den Pfarrfrauendienst übernahm Hans Josten im Juli 1935 im Nebenamt. Der Impuls dafür war aber von Lotte Josten ausgegangen, die bereits im Februar ein erstes Zusammentreffen von Pfarrfrauen veranstaltet hatte. Die Angebote des Dienstes richteten sich von Anfang an explizit auch an die Pfarrfrauen außerhalb der BK.
1947 erneuerte die neue rheinische Kirchenleitung die Beauftragung von Hans Josten mit dem Pfarrfrauendienst und die Aktivitäten konnten deutlich ausgedehnt werden.
Bald zeigte sich, dass die Aufgaben trotz der Mitarbeit von Lotte Josten nicht in nebenamtlicher Arbeit bewältigt werden konnten. Daher wurde Hans Josten nominell in den Ruhestand versetzt und übernahm den Dienst von da an hauptamtlich.

1955 wurde er aus Altersgründen von seinem Dienst entbunden. Auch Lotte Josten schied damit aus dem aktiven Dienst aus, blieb dem Pfarrfrauendienst aber bis zu ihrem Tod eng verbunden.

Alle Folien der Ausstellung gibt’s hier.

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