Wie aus einem Gelegenheitsarbeiter ein Pfarrer wurde

Manche Akten, die einem bei der Arbeit in die Hände fallen, sind einfach spannend, als würde man ein Boulevard-Magazin lesen…

Urteil gegen Friedrich K. wegen Amtsanmaßung, 1950 (erste Seite); in: 1OB 017I, Nr.336, Az. 11-6-5, Bd. 1

So zum Beispiel die Akte 1OB 017I, Nr.336 aus dem Bestand der Sachakten des Landeskirchenamtes. Darin sind Präzendenzurteile gesammelt, die für die Wahrung kirchlicher Interessen in der staatlichen Gesetzgebung von Bedeutung waren. Eines dieser Urteile betrifft die Strafsache des ehemaligen Gelegenheitsarbeiters Friedrich K. vor dem Schöffengericht in Bad Kreuznach 1950. Er hatte sich während und nach dem Krieg als Pfarrer ausgegeben.

Insgesamt sieben eng beschriebene Seiten umfasst die Urteilsbegründung, die in der Einleitung auch den Werdegang K.s nachzeichnet, der seine Kindheit und Jugend in den ersten beiden Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts im damals noch deutschen Memelland verbrachte. Weiterlesen →

Aus dem Nachlass des Koblenzer Kirchenmalers Fritz Schönhagen

Titelblatt der Zeichnungssammlung „Florinskirche Koblenz“ von Fritz Schönhagen, um 1930 (Bestand AEKR 7NL 173B, Nachlass Kirchenmaler Fritz Schönhagen)

Der Kirchenmaler Fritz Schönhagen (1888-1964) hat in den 1930er bis 1950er Jahren zahlreiche rheinische und hessische Kirchen ausgemalt. Viele seiner Aufträge bekam er von seinem älteren Bruder Otto Schönhagen (1885-1954) vermittelt, der als Leiter des Provinzialkirchlichen Bauamts der Rheinischen Landeskirche für zahlreiche Kirchenrenovierungen und -restaurierungen verantwortlich war und auch die Umgestaltung der Koblenzer Florinskirche in den Jahren 1929/30 leitete. Bruder Fritz hielt das neue Erscheinungsbild dieser mittelalterlichen Kirche Anfang der 1930er Jahre in einer Serie von 12 Federzeichnungen fest, die sich in seinem in der Archivstelle Boppard aufbewahrten Nachlass befinden und ein eindrückliches Bild von der ästhetischen Gestaltungskraft dieses Kirchenmalers geben.

Findbuch zur Partnerschaftsarbeit Berlin-Brandenburg jetzt online

Wikimedia Commons: Katalog von 1986 der Geschenkdienst- und Kleinexporte GmbH (Genex), Bild Public Domain

Was haben Ceresit-Abdichtungsmasse, Melitta-Filter, ein Ormig-Abzugsapparat oder eine Honka-Hebebadewanne gemeinsam? Zusammen mit unzähligen weiteren Produkten standen sie auf der Wunschliste von Kirchengemeinden und diakonischen Einrichtungen in der DDR an ihre Partner im Westen, um die alltägliche Mangelwirtschaft ein wenig erträglicher zu gestalten. Die Abwicklung lief dabei monopolisiert über Handelsorganisationen wie die Genex, die zum KoKo-Imperium von Alexander Schalck-Golodkowski zählte.

Das Findbuch zum Bestand Partnerschaftsarbeit Berlin-Brandenburg des Diakonischen Werkes Rheinland ist jetzt online recherchierbar und ermöglicht wertvolle Einblicke in die deutsch-deutsche Alltagsgeschichte. Weiterlesen →

Noch mehr kirchliche Plakate…

….gibt’s auch im Landeskirchlichen Archiv in Baden

Plakate sind gefragte Archivalien, da sie wie kaum ein anderes Medium Stimmungen und Zeitgeist visuell erlebbar machen. Die umfangreiche Plakatsammlung unseres Archivs ist online recherchierbar.

Auch das Badische Landeskirchenarchiv hat nun sein neues Findbuch zur Plakatsammlung mit vielen interessanten Motivbeschreibungen online zur Verfügung gestellt.

Wolfgang Kliege, Siegelzeichner der Evangelischen Kirche im Rheinland

Wolfgang Kliege, 2014, Foto: M.L. Syring

Wolfgang Kliege, Bildhauer, Grafiker und Zeichner, geb. 1939 in Altena, hat in den frühen Jahren seines Schaffens für die Evangelischen Kirchengemeinden Siegel gezeichnet. Einige dieser Siegel  sind im Archiv der Evangelischen Kirche im Rheinland aufbewahrt.

 

Weitere Informationen zur Person und ein Interview mit Wolfgang Kliege >>

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Bildschirmtext (Btx) – einer der größten Technikflops der Bundespost

Das Heinz Nixdorf Museum, Computermuseum in Paderborn, hat unseren Beitrag „Als die Zukunft noch statisch war“ um weitere Angaben zur Entwicklung des Btx ergänzt.

Weitere Infos zur Btx-Entwicklung finden sich im Spiegelartikel vom 14.03.1983:  Bildschirmtext – Computerwissen für alle?  und bei Zeit-Online : Die ersten Online-Gehversuche der Deutschen (Volker Schmidt).

Akten zur Einführung des Bildschirmtextes in Ev. Kirche im Rheinland finden sich im Bestand 1OB 017 LKA Sachakten Az. 13, Nr. 5408ff . Siehe auch (Gesprächsnotiz von Friedrich Schwanecke, betreffend Vorbereitungen der Btx-Einführung im März 1979.

Funkausstellung mit Bildschirmtext

 

Konfessionelle Zwänge unter dem landesherrlichen Kirchenregiment

Gottesdienstliche Gebete für die Gesundheit des Landesherrn waren in der Zeit des landesherrlichen Kirchenregiments, die in Deutschland bis 1918 währte, eine Selbstverständlichkeit. In gemischtkonfessionellen Territorien der Frühen Neuzeit konnte es dabei vorkommen, dass eine Gemeinde inbrünstig für einen Fürsten beten musste, der einer anderen Konfession als der ihrigen angehörte oder sogar deren ausgewiesener Gegner war. Das war im 18. Jahrhundert in der Kurpfalz der Fall.

Erste und letzte Seite des Gebets um Genesung des pfälzischen Kurfürsten Johann Wilhelm, 1712 (AEKR Boppard, Bestand Kirchengemeinde Heddesheim, Nr. 4, Akte 08)

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