Findbuch zur Partnerschaftsarbeit Berlin-Brandenburg jetzt online

Wikimedia Commons: Katalog von 1986 der Geschenkdienst- und Kleinexporte GmbH (Genex), Bild Public Domain

Was haben Ceresit-Abdichtungsmasse, Melitta-Filter, ein Ormig-Abzugsapparat oder eine Honka-Hebebadewanne gemeinsam? Zusammen mit unzähligen weiteren Produkten standen sie auf der Wunschliste von Kirchengemeinden und diakonischen Einrichtungen in der DDR an ihre Partner im Westen, um die alltägliche Mangelwirtschaft ein wenig erträglicher zu gestalten. Die Abwicklung lief dabei monopolisiert über Handelsorganisationen wie die Genex, die zum KoKo-Imperium von Alexander Schalck-Golodkowski zählte.

Das Findbuch zum Bestand Partnerschaftsarbeit Berlin-Brandenburg des Diakonischen Werkes Rheinland ist jetzt online recherchierbar und ermöglicht wertvolle Einblicke in die deutsch-deutsche Alltagsgeschichte.Im Rahmen der patenschaftlichen Zuordnung zwischen West- und Ostkirchen seit 1949 waren rheinische Kirche und Diakonie zuständig für den Großteil des Kirchengebietes Berlin-Brandenburg (Kirchenkreise von Angermünde bis Oranienburg und Seelow). Die Palette der Hilfsmaßnahmen reichte von der Paket- und Päckchenhilfe über Textil-, Medikamenten- und Bücherhilfen, über die Kindergarten- und Mitarbeiterhilfen, einschließlich Bartransfers, bis hin zu der im großen Stil angelegten Vermittlung von Industriewaren mit den bedeutenden Einzelposten PKW-Vermittlung und Baubeihilfen.

Regelmäßig kam es zu Patenschaftstreffen auf Ebene der Kirchenkreise, die viel zum Aufbau menschlicher Brücken zwischen Ost und West beitrugen. Zu den von der Diakonie mitbetreuten Hilfsaktionen zählte nicht zuletzt der Freikauf politischer Häftlinge (sog. H-Fälle), den das stets klamme SED-Regime zur Devisenbeschaffung nutzte. Auch zu diesem deprimierenden Kapitel deutsch-deutscher Geschichte enthält der Bestand ausagekräftiges Material.

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