April Challenge #Archive30 – Tag 10: Animals, Teil 2

Titelblatt der Grundabgabentabelle („Fauller Hundt“) für das Dorf Nächst-Hochstetten, aus Bestand: AEKR 4KG 066B (Ev. Kirchengemeinde St. Johannisberg), Altes Archiv a 3

Mein Fauller Hundt

Macht Eß Kundt

Waß Ein Jeder Gibt

Von Seinem Grundt

Mit diesem Vierzeiler ist ein Dokument aus dem Jahr 1762 überschrieben, das sich im Archivbestand der Kirchengemeinde Sankt Johannisberg an der Nahe befindet. Von der Sache her handelt es sich um ein für das 18. Jahrhundert völlig gängiges Schriftstück: eine tabellarische Übersicht über die auf verschiedenen Bodenqualitätsklassen lastenden Grundabgaben. Was stutzig macht, ist die Bezeichnung „Fauler Hund“. Sie kommt nicht nur in dem kleinen Gedicht im Titel vor, sondern wird auch mit der größten Selbstverständlichkeit im Text verwendet: „Eß begreifft dieser faulle Hund in sich erstl. die 6 Classen oder Buchstaben über daß Ackerfeld, wie hoch jede Class geschätzt …“. Über die Hintergründe der Bezeichnung „Fauler Hund“ für eine derartige tabellarische Übersicht konnte das Bopparder Archivpersonal trotz intensiver Recherchen bislang nichts ermitteln. Deshalb wenden wir uns an die Netzcommunity: Wer weiß Näheres über den „Faulen Hund“?

April Challenge #Archive30 – Tag 10: Animals, Teil 1

Tiere und Archiv – nein, ich möchte nicht über die Tierchen schreiben, die man im Archiv gar nicht gerne sieht. Hier soll es heute um Tiere gehen, von denen wir sehr spezielle Abbildungen in unserem Archiv besitzen: Tiermotive auf Kirchensiegeln. Über Kirchensiegel und deren Künstler haben wir bereits mehrfach berichtet (Suche in diesem Blog: Kirchensiegel). Ich stellte mir heute die Frage: Welche Tiermotive zieren die Siegel der evangelischen Kirchengemeinden z.B. im Bereich der Stadt Essen?

Siegel der Evangelischen Kirchengemeinde Essen-Holsterhausen, Kirchenkreis Essen, Siegelumschrift: „Evangelische Kirchengemeinde Essen-Holsterhausen“, Symbol: Kreuz, Schlange, 1. Kor. 15, 55-58, außer Geltung gesetzt nach Fusion der Essener Kirchenkreise zum 1.7.2008

In unserer digitalen Siegelsammlung wurde ich fündig: In den Siegeln von sechs Essener Kirchengemeinden ermittelte ich Tierdarstellungen:

Die Schlange ist in zwei Gemeinden im Siegel abgebildet. Nach dem Schöpfungsbericht im Buch Genesis überredet die Schlange im Paradies Eva, von dem Baum der Erkenntnis von Gut und Böse zu essen (der berüchtigte „Apfel“); sie gilt auch als Synonym für den Satan. Die Schlange ringelt sich im Siegelbild der Kirchengemeinde Essen-Holsterhausen neben dem Kreuz, in dem der Kirchengemeinde Werden am Kreuz.

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April Challenge #Archive30 – Tag 5: Favourite Item

Diese charmante Entwurfszeichnung für eine spezielle Amtstracht der Vikarinnen aus dem Jahr 1946 ist eine der gefragtesten Archivalien unseres Archivs in den vergangenen Jahren. Sie wurde in mehreren Ausstellungen gezeigt (siehe z.B. Ausstellung „Pionierinnen im Pfarramt„) und in zahlreiche Publikationen zum Thema Frauenordination aufgenommen. Deshalb hat sie sich definitiv das Prädikat #Lieblingsstück verdient!

Vikarinnen, Amtstracht, ca. 1946; in Bestand: 7NL 084 (Pastorin Änne Kaufmann), Nr. 7
1946

Die damaligen Vikarinnen fanden die Entwürfe übrigens gar nicht so charmant. Sie erinnerten sie eher an „modische Morgenröcke“ als an die angemessenen Amtstracht eines Geistlichen. Realisiert wurde schließlich eine schlichte Form des Talars mit einem weißen Schutzkragen anstatt des Beffchens, das den männlichen Pfarrern vorbehalten blieb (Übrigens ganz ähnlich auch in der württembergischen Kirche).

April Challenge #Archive30 – Tag 4: Memory

Erinnerung an Pfarrer Klaus Lohmann

Siehe dazu den Blogbeitrag vom 14. November 2018: 80 Jahre Novemberpogrome: Tagebucheintrag Pfarrer Klaus Lohmann. Hier finden sich auch weitere Infos zu seiner Person und Hinweise zu Beständen.

Tagebucheintrag von Pfarrer Klaus Lohmann, nach der Pogromnacht am 9./10 November 1938, Tagebuchnotiz unter dem Datum: Montag, 14.11.1938; aus Bestand: AEKR 7NL 091 (Nachlass Pfr. Klaus Lohmann)

April Challenge #Archive30 – Tag 2: Something Big

Weitere Infos zum Urkundenregest und den Bildern dazu siehe Vorjahres Post hier im Blog.

Selbstbewusst aus dem Schatten treten – ein Thema für Frauen damals wie heute

Broschüren des Rheinischen Pfarrfrauendienstes 1986 – 1992, aus Bestand: AEKR 5WV 016M (Rheinischer Pfarrfrauendienst)

Selbstfindung, Meditation, Positionsbestimmung, den eigenen Wert erkennen. Das waren die Themen, die in den späten 1980er und frühen 1990er Jahren inhaltlich in der Tagungsarbeit des Rheinischen Pfarrfrauendienstes dominierten.

Themen, die sicherlich auch heute noch aktuell sind, wie man sich heute – am Internationalen Frauentag – noch einmal bewußt machen sollte.

Seit 1935 sah der Pfarrfrauendienst seine Aufgabe darin, die Ehefrauen der Pfarrer für ihre vielfältigen Aufgaben als „Pfarrfrau“ zuzurüsten und zu stärken. Allzu häufig verschwanden ihre Leistungen hinter der Tätigkeit ihrer Ehemänner. (Mehr zur Geschichte und zu den Quellen kirchlicher Frauenarbeit im Archiv der EKiR)

 

Leerer Bauch studiert nicht gern: Die Ernährungslage an der Kirchlichen Hochschule Wuppertal in der Nachkriegszeit

Studentenspeisung – Sommersemester 1951, aus Bestand: AEKR 2LR 045 (Kirchliche Hochschule Wuppertal), 4679

Die Sentenz in der Überschrift gilt ebenso wie ihre bekanntere Umkehrung („Plenus venter non studet libenter“). Als die vom NS-Regime 1937 verbotene Kirchliche Hochschule Wuppertal im Herbst 1945 ihren Lehrbetrieb wieder aufnahm, galt es vor allem auch, die Verpflegung für die 78 Studierenden -darunter zwei Frauen- und ihre Dozenten sicher zu stellen. Die umfänglichen Akten des Bestandes KiHo im Archiv der EKiR dokumentieren die kreativen Wege, die hierbei von den Verantwortlichen beschritten wurden. Weiter halfen dabei ein Netzwerk an Sponsoren und die in der Vereinsstruktur der KiHo begründete Spendenkultur.

So fragte im März 1949 ein Pastor aus der agrarisch strukturierten Grafschaft Bentheim bei der KiHo an, ob sich die Tochter des Schulrates, die gerade das Abitur bestanden hatte, für ein Theologiestudium bewerben könne. Unvermittelt folgt im Brief dann dieser Abschnitt: „Ob in den nächsten Wochen einer ihrer Studenten noch in die Grafschaft kommt? Ich werde die Schlachtspende aus unserer Gemeinde nicht allein nach dort bringen können. Es ist noch schätzungsweise 60-80 Pfund zurück.“ Weiterlesen →