Schriftgutlehrgang An Sieg und Rhein in Wahlscheid

Am 20. März 2019 fand in Wahlscheid der zweite Teil des Schriftgutverwaltungslehrgangs für Gemeindesekretärinnen des Kirchenkreises An Sieg und Rhein statt. Neun Damen und ein Herr waren im Gemeindehaus zusammengekommen, um sich über den Umgang mit dem Einheitsaktenplan, die Behandlung von Kassationsfällen und Fragen der elektronischen Kirchenbuchführung zu informieren. Die logistischen Rahmenbedingungen – ein angenehmer, heller Tagungsraum sowie ausreichend Tee, Kaffee und sonstige Verpflegung – waren von Frau Petra Jacob von der Kirchengemeinde Wahlscheid perfekt organisiert worden.

Schriftgutlehrgang AEKR

Das Thema Kassation – hier eine der Folien aus der Präsentation in dem Lehrgang – stieß bei den Teilnehmerinnen auf besonders großes Interesse. Schriftgutlehrgang an Sieg und Rhein in Wahlscheid

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Nana Kofu Marfu II. – Missionar Hans-Fritz Pawelzik in Afrika

Missionar Fritz Pawelzik als Aschanti-Häuptling Nana Kofu Marfu II. Copyright: Missio-Camp – Tagungsstätte Hohe Rhön gGmbH

1994 ernannte der Stamm der Aschanti Hans-Fritz Pawelzik, Weltdienst-Sekretär des CVJM-Westbunds, zum Häuptling Nana Kofu Marfu II. Auf seine Initiative hin hatte die Kleinstadt Konongo, die in der Region des Stammes der Aschanti in Ghana/Afrika lag, eine Berufsschule und ein Krankenhaus erhalten. Aus Dankbarkeit wurde er zum lebenslangen Mitglied in das Leitungsgremium der Stadt berufen, und war fortan für ihre Entwicklung mit verantwortlich. Bis ins hohe Alter flog er mindestens einmal jährlich nach Ghana und half mit in Deutschland gesammelten Spenden, Kindergärten, Schulen und Kliniken zu bauen. Weiterlesen →

Selbstbewusst aus dem Schatten treten – ein Thema für Frauen damals wie heute

Broschüren des Rheinischen Pfarrfrauendienstes 1986 – 1992, aus Bestand: AEKR 5WV 016M (Rheinischer Pfarrfrauendienst)

Selbstfindung, Meditation, Positionsbestimmung, den eigenen Wert erkennen. Das waren die Themen, die in den späten 1980er und frühen 1990er Jahren inhaltlich in der Tagungsarbeit des Rheinischen Pfarrfrauendienstes dominierten.

Themen, die sicherlich auch heute noch aktuell sind, wie man sich heute – am Internationalen Frauentag – noch einmal bewußt machen sollte.

Seit 1935 sah der Pfarrfrauendienst seine Aufgabe darin, die Ehefrauen der Pfarrer für ihre vielfältigen Aufgaben als „Pfarrfrau“ zuzurüsten und zu stärken. Allzu häufig verschwanden ihre Leistungen hinter der Tätigkeit ihrer Ehemänner. (Mehr zur Geschichte und zu den Quellen kirchlicher Frauenarbeit im Archiv der EKiR)

 

Beschaffung von Abendmahlsoblaten und Abendmahlswein im Kriegsjahr 1942

Rundschreiben des Rheinischen Konsistoriums betr. Beschaffung von Abendmahlsoblaten und Abendmahlswein, 27.03.1942, aus Bestand: AEKR Boppard 8SL 055B (Anordnungen-Rundschreiben-Merkblätter)

Im Kriegsjahr 1942 war es für die Kirchen nicht einfach Abendmahlsoblaten und Abendmahlswein zu beschaffen.
Da das Wetter 1941 nicht besonders gut war, bis zum Mai war es regnerisch und kalt, blieben die Erträge in der Landwirtschaft und Weinbau hinter den Erwartungen zurück.
Dies führte dazu, dass verschiedene Kirchengemeinden nachfragten, ob es möglich wäre, Bezugsscheine für diese Produkte zu bekommen, um Oblaten selber herzustellen und Wein für das Abendmahl zu haben. In den überwiegend landwirtschaftlich geprägten Regionen war es kein so großes Problem wie in den Städten. Hinzu kam auch das Problem bei der Ernte, das sich viele Männer als Soldaten an der Front befanden und somit für die Arbeit auf den Feldern und im Weinberg nicht zur Verfügung standen.
Das Evangelische Konsistorium der Rheinprovinz erließ ein Schreiben, das die Probleme darlegte, aber auch gleichzeitig Lösungen aufzeigte.
Auszüge aus dem Schreiben: „Unter Bezugnahme auf obiges Schreiben…..teile ich mit, dass ich die Getreidewirtschaftsverbände angewiesen habe, auf Antrag den Kirchengemeinde Mehlbezugscheine auszustellen. Mit Rücksicht darauf, dass ein höher ausgemahlenes Weizenmehl für die Herstellung von Oblaten nicht geeignet ist,….habe ich mich damit einverstanden erklärt, für diese Zwecke Dunst zur Verfügung zu stellen.“
Unter „Dunst“ ist der zwischen Gries und Mehl stehende Ausmahlungsgrad des Getreidekorns zu verstehen.
In einem weiteren Erlass gibt der Evangelische Oberkirchenrat bekannt, dass er sich mit den hier und dort entstandenen Schwierigkeiten bei der Beschaffung von Abendmahlwein befassen will.
Die Kirchenkanzlei empfahl deshalb, die Pfarrämter anzuweisen, mit dem vorhandenen und dem in nächster Zeit zu erwerbenden Abendmahlswein äußerst sparsam umzugehen und ihn gegebenenfalls nur noch mit Wasser gemischt zu gebrauchen. Von einer Wiederverwertung nicht gebrauchten Weins aus Abendmahlkelchen sei dabei jedoch selbstverständlich aus hygienischen Gründen grundsätzlich abzusehen.

60 – 40 – 30. Eine Zwischenbilanz im Archivdienst

Heute werde ich 60 Jahre alt. Mir kam die Idee einer kleinen Zwischenbilanz. Nach dem Abitur stand zunächst ein großes „?“. Eine Berufsberatung gab den Hinweis auf den Archivdienst. Interesse für Geschichte war vorhanden, wenn ich auch keinen Leistungskurs in Geschichte gewählt hatte. 1979 wurden Anwärter für den Gehobenen Archivdienst im Nordrhein-Westfälischen Hauptstaatsarchiv in Düsseldorf eingestellt. Erfahrungen eines Praktikums und eine gute Beurteilung konnten von Vorteil sein; Zeit hatte ich ja. Der damalige Leiter des Stadtarchivs Duisburg, Dr. Milz, stimmte einem knapp halbjährigen Praktikum zu. Schnell war ich von der abwechslungsreichen Tätigkeit dort begeistert. Eine Stelle hatte man dort nicht für mich, aber die Einstellung im Landesdienst gelang. Das ist bald 40 Jahre her.

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Karl August Groos (1789-1861) – Ein Pfarrerleben in Zeiten des Umbruchs

Karl Groos als Konsistorialrat (Quelle: Jubilate! Denkschrift zur Jahrhundertfeier der evangelischen Gemeinde Coblenz, 1903, S. 93. Bei der Namensschreibung „Groß“ handelt es sich um einen Irrtum)

Zum 230. Mal jährt sich heute die Geburt eines Mannes, der als Pfarrer in der Geschichte der rheinischen Kirche weitestgehend vergessen ist und allenfalls noch als Vertoner des bekannten Gedichts von Max von Schenkendorf „Freiheit die ich meine“ gelegentlich Erwähnung findet: Karl August Groos. Die Biographie dieses Theologen, der als junger Mann in den Befreiungskriegen gegen Napoleon mitkämpfte und sein Leben schließlich als Konsistorialrat in der Kirchenverwaltung der Rheinprovinz beschloss, war in vielerlei Hinsicht typisch für die evangelischen Pfarrer seiner Generation. Es lohnt sich deshalb, seinen Werdegang, der über Jahrzehnte hinweg eng mit der Geschichte des rheinischen Protestantismus in den ersten zwei Dritteln des 19. Jahrhunderts verbunden war, in den wesentlichen Zügen nachzuzeichnen.

Wittgensteiner Wurzeln

Karl Groos war kein Rheinländer, sondern ein Sohn des Wittgensteiner Landes. Am 16. Februar 1789 in Saßmannshausen bei Laasphe geboren, entstammte er einer alteingesessenen und weitverzweigten Familie, die über Generationen hinweg viele Staatsbeamte, Ärzte und Theologen hervorgebracht hatte. Schon sein Urgroßvater und sein Großvater waren Pfarrer gewesen, ebenso ein Großonkel, zwei Onkel und ein Vetter. Andere Mitglieder der Familie Groos hatten der kleinen Grafschaft Wittgenstein und später dem preußischen Staat als Hüttenverwalter und höhere Verwaltungsbeamte gedient. Karls  jüngerer Vetter Wilhelm Groos brachte es zum Landrat des Kreises Wittgenstein; Wilhelms Brüder Emil und Eduard Groos wurden angesehene Mediziner mit dem Titel eines fürstlichen Hofrats und Ehrenbürger von Laasphe.

Die politische Sozialisation des jungen Karl Groos stand ganz im Zeichen des gesellschaftlichen Umbruchs, den die Französische Revolution, die in seinem Geburtsjahr 1789 ausgebrochen war, in ganz Europa ausgelöst hatte. Als der 17jährige Groos im Jahr 1806 das Theologiestudium in Marburg aufnahm, hatte seine Wittgensteiner Heimat soeben aufgrund der Rheinbundakte vom 12. Juli ihre Reichsunmittelbarkeit verloren. Wenige Wochen später hörte das Heilige Römische Reich Deutscher Nation auf zu existieren, und im Oktober desselben Jahres wurde die preußische Armee bei Jena und Auerstedt von den Truppen Napoleons vernichtend geschlagen. All diese Ereignisse – das Ende der deutschen Kleinstaaterei, die Auflösung des Alten Reichs und die von vielen Zeitgenossen als nationale Schmach empfundene Niederlage gegen die Franzosen – dürfte den jungen Karl Groos zutiefst geprägt haben. Auch seine studentische Tätigkeit als Erzieher in der Familie des 17 Jahre älteren Reichsgrafen Christian Detlev Karl zu Rantzau, eines aufgeklärten Geistes, der 1793 in der Deutschen Monatsschrift den Essay „Über die Nationalgleichgültigkeit der Deutschen gegen öffentliche Denkmäler“ publiziert hatte, brachte ihn in Kontakt mit der frühen Nationalbewegung. Die Söhne Heinrich und Ernst zu Rantzau begleitete er nach Genf und Berlin und trat 1813 mit dem damals 17jährigen Heinrich als Freiwilliger ins preußische Garde-Jäger-Bataillon ein, das eine wichtige Rolle in den Befreiungskriegen 1813/14 spielte.

Freiheit die ich meine

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230-jähriges Geburtstagsjubiläum: Karl August Groos

Amtsgeschäfte Karl August Groos

Bericht über Amtsgeschäfte von Karl August Groos, Garnisonsprediger in Koblenz, 8. Februar 1829, aus Bestand: AEKR 1OB 002 (Konsistorium der Rheinprovinz), 1336

Anlässlich des 230-jährigen Geburtstagsjubiläums erinnern wir heute an Karl August Groos, der am 16.02.1789 in Saßmannshausen geboren wurde. Er wurde u.a. als Militäroberpfarrer in Koblenz und Herausgeber von Liedsammlungen bekannt. Interessant an seiner Person ist die Tatsache, dass er im rheinischen Widerstand gegen die Berliner Agendenpolitik des Königs Friedrich Wilhelms III., nach der Amtsenthebung von Gemeindepfarrer Cunz, als Militärpfarrer in Koblenz staatlicherseits ernannt und dadurch das freie Pfarrerwahlrecht umgangen wurde. (siehe Andreas Metzing „Die Anfänge evangelischen Lebens in Koblenz (1783-1835)“ S.101f.) „So musste die Gemeinde Koblenz den ehemaligen Militärprediger Groos zähneknirschend als Gemeindepfarrer akzeptieren.“

Ein Fundstück zu seiner Person findet sich in unserem Archiv im Bestand des Konsistoriums der Rheinprovinz. Es handelt sich dabei um einen Bericht, den Karl August Groos über seine Amtsgeschäfte als Garnisonsprediger am 8. Februar 1829 verfasste: 4-seitiger Textauszug als PDF (1,55 MB). Weitere umfangreiche biografische Angaben bietet dieses Datenblatt aus unserer Pfarrerdatenbank.

Heute bloggt auch das „siwiarchiv“ über Karl Groos und widmet ihm einen Beitrag: Heute vor 230 Jahren: Karl Groos geboren. In unserem Blog folg auch ein Beitrag von Andreas Metzing : Karl August Groos (1789-1861) – ein Pfarrerleben in Zeiten des Umbruchs. Eine Blogkooperation!

Siehe auch ein weiterer Beitrag im Blog des Stadtarchivs Koblenz: „Karl August Groos (1789-1861), evangelischer Pfarrer und Konsistorialrat in Koblenz“