Besuch der Exponatec in Köln

Am Mittwoch dem 18.11.2021 besuchten wir als Mitarbeiter des Archivs der Evangelischen Kirche im Rheinland die Exponatec, die alle 2 Jahre stattfindet. Diese Messe stand für uns im Zeichen des Informationsaustausches und Wissenstransfer aus den Bereichen Restaurierung, Konservierung (Bestandserhaltung) und Lagermöglichkeiten von Archivalien, Büchern, Vasa Sacra und der Bekämpfung von Schädlingen in Archivalien, sowie die Klimatisierung von Magazinräumen. Dabei erfuhren wir, dass unsere Maßnahmen der Bekämpfung von Papierfischchen mit zu den effektivsten gehören. Darüber wurde schon in früheren Blogbeiträgen berichtet.

Ebenso interessant war es zu erfahren, welche Möglichkeiten es gibt, wertvolle Archivalien den Nutzern zu zeigen (auch in 3D) ohne diese direkt in den Händen zu halten. Es bot sich die Möglichkeit, nach dem Corona Lockdown die verschiedenen Lieferanten sowie ihre Produkte kennen zu lernen. Mit Kollegen/innen aus den Bereichen Museum, Bibliothek, verschiedenen Kultureinrichtungen und Restauratoren wurden sehr interessante Gespräche geführt. Man konnte feststellen, dass überall die gleichen Probleme wie Lagerung, Nutzung und Sicherung bestehen. Interessante Informationen erhielten wir über den Umgang mit geraubtem Kulturgut und mit menschlichen Überresten. Wir lernten einen Roboter kennen, der Besucher durch Ausstellungen führen kann und die verschiedenen Exponate erklärt. (Anmerkung: So ein Roboter wäre bei manchen Nutzern eine gute Hilfe.) Das Thema anlegen und verwalten von Datenbanken war auch noch ein Thema. Am Ende des Tages traten wir mit vielen Informationen im Gepäck die Rückreise an, um in den nächsten Tagen den Mitarbeiter des kirchlichen Archivwesens unsere Erkenntnisse mitzuteilen.

Bilder: EKiR

Kirchliches Amtsblatt der Rheinprovinz 1860-1948 online

Erste Ausgabe des kirchlichen Amtsblattes vom 01.07.1860.

Neben den im letzten Monat auf unserer Website zur Verfügung gestellten Digitalisaten der Rheinischen Provinzialsynode steht nun ein weiterer Quellensatz für Recherche- und Forschungszwecke bereit. Unter Quellentexte zur Rheinischen Kirchengeschichte findet sich die Verlinkung zu den digitalisierten kirchlichen Amtsblättern der Rheinprovinz der Jahre 1860 bis 1948. Die publizierten Einzelausgaben wurden jahrgangsweise zu Sammelbänden zusammen gefasst, die als PDFs zum Download angeboten werden. Die Digitalisate der Amtsblätter sind wie die der Rheinischen Provinzialsynode ebenfalls dank OCR per Stichwort durchsuchbar.

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Butter für den Kirchbau: Meddersheimer Turmsanierung in Zeiten der Hyperinflation

Preissteigerungen sind aktuell in aller Munde, allerdings kein Vergleich zu der durch die Auswirkungen des Ersten Weltkriegs verursachten Hyperinflation des Jahres 1923. Ein beredtes Beispiel findet sich im kürzlich verzeichneten Archiv der Kirchengemeinde Meddersheim, die just in dieser Zeit dringend notwendige Reparaturen am Turm ihrer Kirche in Angriff nehmen musste.

aus Bestand: AEKR Boppard 4KG 131B (Meddersheim), Nr. 56

Der Kostenvoranschlag des damit beauftragten Bauunternehmers von Ende August 1923 belief sich zunächst auf 3.812.837.500 Mark bei einem Stundenlohn von 480.000 Mark, die Summe steigerte sich jedoch im Zuge der galoppierenden Geldentwertung innerhalb nur weniger Wochen auf insgesamt gut acht Billionen Mark. Der Wertverlust verlief so rasant, dass Zahlungen bald innerhalb eines Tages überwiesen werden mussten. Da die Kirchengemeinde mit der Aufbringung der Beträge nicht mehr nachkam, drohte die durch Zahlungsstockungen und ausbleibende Materiallieferungen ebenfalls am Rande des Ruins stehende Baufirma mit dem Abbruch der Arbeiten, sofern die Gemeinde nicht wenigstens 60 Sack Kalk für die notwendigsten Ausbesserungen beschaffen würde. Mitte November 1923 war die Entwertung schließlich soweit fortgeschritten, dass der Bauunternehmer Rechnungen für geleistete Arbeiten nicht mehr in Geld, sondern in Naturalien, genauer: in Butter und „Frucht“ (also Getreide) als Ersatzwährung ausstellte.

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Katalog der Kirchenfenster im Rheinland

Kirchenfenster der Johanneskirche Moers-Meerbeck, Fotograf: Ulrich Dühr

Dieses Kirchenfenster aus unserem Außenarchiv in Moers, der ehemaligen Johanneskirche der Evangelischen Kirchengemeinde Moers-Meerbeck, soll den Eingang bilden zu einem Beitrag über Kirchenfenster im Gebiet der ehemaligen preußischen Rheinprovinz, also dem Gebiet unserer Landeskirche in Teilen von Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und des Saarlandes. Auf katholischer Seite sind hier die Gebiete oder Teile mehrerer Bistümer betroffen. Genauer geht es um den Katalog der Glaskunst im Rheinland, den das Ehepaar Dr. Annette und Dipl.-Ing. Ernst Jansen-Winkeln aus Mönchengladbach in jahrelanger Fleißarbeit zusammengestellt hat. Aufmerksam wurde ich auf dieses Projekt durch einen Artikel in der Neuen Rhein Zeitung (NRZ) vom 16.10.2021. Dort heißt es, dass die Eheleute „sämtliche Glaskunst in der ehemaligen preußischen Rheinprovinz“ erfasst haben. 10.000 sakrale und weltliche Gebäude hätten sie besucht, jedes Fenster dokumentiert.

Der Katalog der Glaskunst ist im Internet unter der Seite www.glasmalerei-ev.de zu finden. Probehalber habe ich die Johanneskirche in Moers-Meerbeck eingegeben, und Abbildungen der Kirche und der Glasfenster gefunden. Die bunten Glasfenster der Straßenfront wurden beim Umbau zum Archivgebäude erhalten. Auch meine Heimatkirche, die Matthäikirche in Düsseldorf, ist dokumentiert. Ein Katalog der Künstler ist mit den jeweiligen Bauwerken verknüpft.

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Neue Serie auf Facebook + Twitter

Unter dem Hashtag #NichtNurPapier hat das Archiv der Evangelischen Kirche im Rheinland auf den Social Media Plattformen Facebook und Twitter den Followern über ein Jahr hinweg verschiedene Objekte und Kuriositäten präsentiert. Diese reichten über Schenkungen, Vasa Sacra, Siegel bis hin zu Karnevalsorden und sogar Einrichtungsgegenstände wie einen Kanonenofen. Neben dieser Serie möchten wir in der kommenden Zeit gerne eine weitere Reihe etablieren.

Auf Grund dessen, dass die Fotosammlung des Fotografen Hans Lachmann von einem breiten Publikum so gut angenommen wurde, haben wir uns dazu entschieden, Ihnen einen Einblick in seine unzähligen und internationalen Reisen zu geben. So werden sie künftig regelmäßig Bilder dazu unter dem Hashtag #LachmannAufReise finden.

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Tag der rheinland-pfälzischen Landesgeschichte in Ingelheim

Am 9. Oktober 2021 fand in Ingelheim der 2. Tag der Landesgeschichte Rheinland-Pfalz statt, an dem auch das Team der Evangelischen Archivstelle Boppard aktiv beteiligt war.

Das Team der Evangelischen Archivstelle Boppard am Infostand auf dem Tag der Landesgeschichte in Ingelheim. V.l.n.r.: Andrea Rönz M.A., Dr. Andreas Metzing, Dipl.-Archivar Uwe Hauth (Foto: N. Reichert).
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Quellentexte zu den rheinischen Provinzialsynoden online

Das Archiv der Ev. Kirche im Rheinland weitet seinen Service hinsichtlich der Bereitstellung von Quellen weiter aus. Auf unserer Website können nun unter der bekannten Rubrik „Quellentexte zur Rheinischen Kirchengeschichte“ fortan auch die Digitalisate zu den rheinischen Provinzialsynoden der Jahre 1835 bis 1935 eingesehen werden. Die einzelnen protokollierten Verhandlungen können über einen Link aufgerufen und natürlich kostenfrei als PDF herunter geladen werden. Mittels OCR (Texterkennung) sind die PDFs auch in der Frakturschrift, z.B. über eine Stichwortsuche, problemlos recherchierbar.

Nachdem im 18. Jahrhundert die Regelmäßigkeit des Zusammenkommens der Synoden abnahm (sie tagten noch 1766, 1778, 1791, 1806), fanden sie im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts in einem erfreulichen ca. dreijährigen Turnus abwechselnd in Koblenz, Bonn, Elberfeld, Barmen, Duisburg, vornehmlich aber in Neuwied wieder statt.

Neben den regulären Versammlungen finden sich in den Digitalisaten auch die Verhandlungen zu den außerordentlichen Rheinischen Provinzialsynoden 1892, 1898, 1908, 1909, 1919, 1932, 1934 und 1935, wobei die beiden letzten Treffen unter NS-Auspizien in Köln zusammen kamen.

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