Lutherarchiv in Eisleben eröffnet

Rechtzeitig vor dem Reformationsjubiläum wurde am 8. April 2016 ein Lutherarchiv in Eisleben eröffnet. Hier werden die reformationshistorischen Quellen aus der Turmbibliothek der St. Andreaskirche und die Sammlungsbestände der Stiftung Luthergedenkstätten an einem Ort vereint und der Lutherforschung zugänglich gemacht. Ferner werden im Archiv auch Räume für Bildungsangebote und Veranstaltungen hergerichtet.

Weitere Informationen :

Ausstellung zum Evangelischen Kirchentag 1965

Einband des Ausstellungskataloges

Einband des Ausstellungskataloges

153Aber warum gab es diese Ausstellung?

Die Lösung findet sich in den Texten des Begleitkataloges. Dort ist zu lesen, dass der Kirchentag in einem Gebiet stattfindet, das weder zur Diaspora noch zu einem Gebiet gehört, dem das gemeinsame Wirken der Konfessionen fremd ist. Die Ausstellung wünscht die Verbreitung und Wirkung reformatorischer Gedanken und Taten im Gebiet der früheren Rheinprovinz, also der heutigen Landeskirche. Die Ausstellung soll die 400jährige Geschichte dokumentieren. Die Vorbereitungen haben gezeigt, wie gering historische und künstlerische Dokumente oftmals gerade in evangelischen Kreisen in der Vergangenheit gewertet worden sind. Es soll mit dieser Ausstellung auch erreicht werden, das es ein breiteres Interesse an der Kirche, ihren Akten und kirchlichen Geräten gibt.

Der Ausstellungskatalog hat  214 Textseiten, die alle Ausstellungstücke erläutern und wird ergänzt durch 62 Bildseiten in schwarz/weiß, die verschiedene ausgewählte Exponate zeigen. Im Arbeitsausschuss hat Synodalassesor Pfarrer Friedrich Gerhard Vanderbosch mitgewirkt. Der Katalog enthält auch eine Literaturauswahl zur rheinischen Kirchengeschichte, ebenso ein Personen- und Ortsregister.

 

Können Sie Steno? Aus der Arbeitspraxis eines Archivars

Stenografierte Notizen von Pfarrer Hans Josten, ca. 1959 (6HA 029)

Stenografierte Notizen von Pfarrer Hans Josten, ca. 1959 (6HA 029)

Unleserliche Handschriften stellen Archivare im Arbeitsalltag häufig vor Probleme.

Worum geht es in dem Schriftstück? Das ist eine wichtige Frage, wenn es um die richtige archivische Einordnung geht. Selbst wenn man ältere Schriften wie die deutsche Kurrentschrift und Sütterlin relativ gut beherrscht, kann man manchmal nur einzelne Wörter entziffern. Am schwierigsten ist es bei Konzepten und Briefentwürfen. Noch schlimmer ist es bei Eigennamen und Unterschriften.  Aber immerhin geben einzelne Wörter eine Orientierung, mit der man sich den Inhalt nach und nach erschließen kann.

„Oh Mann, was für eine Klaue. Ich kann kein einziges Wort entziffern!“ war auch meine erste Reaktion, als mir das abgebildete Schriftstück aus den Handakten des Pfarrers Hans Josten, von 1935 bis 1954 Leiter des Rheinischen Pfarrfrauendienstes, beim Verzeichnen in die Hände fiel. Weiterlesen →

Quecksilber in der Suppe: Ein Ehedrama im Jahr 1601

Crustarius, Johannes (1552-1617) Pfarrer Kgm. Bacharach, Inspektor ( Superintendent ); AEKR 8SL 046 (Bildarchiv) 80034_2

Crustarius, Johannes (1552-1617) Pfarrer Kgm. Bacharach,
Inspektor ( Superintendent ); AEKR 8SL 046 (Bildarchiv) 80034_2

Bei dem grimmig blickenden Herrn auf dem Kupferstich handelt es sich um Johannes Crustarius, von 1587 bis 1617 als reformierter Inspektor oberster Geistlicher im kurpfälzischen Oberamt Bacharach am Mittelrhein.

Er stand dem reformierten Klassikalkonvent vor, der über die Kirchenzucht zu wachen hatte. Klagen über mangelnden Kirchenbesuch und Entheiligung des Sonntags standen dort ebenso auf der Tagesordnung wie Tanzvergnügungen und abergläubische Rückfälle in die katholische Vergangenheit. Im Frühjahr 1601 hatte sich der Konvent mit einem weitaus ernsteren Vergehen zu beschäftigen: Der erst 19-jährige Johannes Rödgen aus Nauheim bei Steeg hatte einen Giftanschlag auf seine Ehefrau verübt. Weiterlesen →

Kurt Wolff am 30. März 1916 in Barmen geboren

Prof. Kurt Wolff Foto: Hans Lachmann Sammlung Fliedner-Kulturstiftung

Professor Kurt Wolff
Foto: Elsbeth Kohl, Düsseldorf
Sammlung Fliedner-Kulturstiftung

geboren am 30. März 1916 in Barmen
gestorben am 12. August 2003 in Düsseldorf

Am 30. März 2016 wäre Professor Kurt Wolff hundert Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass möchte auch das Archiv der Evangelischen Kirche im Rheinland an diesen vielseitig begabten Künstler erinnern. Weiterlesen →

Kennen Sie diesen Pfarrer? Folge 2

 

Was bisher geschah: Am 18. Januar 2016 wurden 27 rheinische Pfarrer ohne Vergangenheit und Zukunft in die Weiten des Internet geschickt. Leider erreichte mich bislang über keinen von ihnen eine Nachricht.

Dieser Weg scheint also wenig erfolgversprechend zu sein. Da ich aber nach dem Motto lebe „Von der Politik lernen heißt Siegen lernen“ wende ich dies Mittel einfach weiter an und setze die Serie unverdrossen fort.

Im Jahre 1773 wurde der Pfarrer der kleinen lutherischen Gemeinde in Krefeld, Johannes Zacharias Dieterich, dienstunfähig.

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Osterkarte der Schülerbibelkreise

Schülerbibelkreise (BK) Johannes Schlingensiepen (l.) und Samuel Henrichs - Fröhliche Ostern Postkarte 1928

Schülerbibelkreise (BK)
Johannes Schlingensiepen (l.) und Samuel Henrichs – Fröhliche Ostern
Postkarte 1928

1928 übersandten Johannes Schlingensiepen, rheinischer Landeswart der Schülerbibelkreise (1924-1930, links) und Samuel Henrichs, Reichswart des Bundes Deutscher Bibelkreise (1926-1930, rechts), einen Ostergruß mit ihren Konterfeis an die Mitglieder.

1883 bildete sich in Elberfeld das erste Bibelkränzchen für Gymnasiasten. Die „Bibelkreise für Schüler höherer Lehranstalten“ (BK) waren seit 1915 als Reichsverband organisiert. 1934 wurden die Bibelkreise aufgelöst. Nach dem Krieg konstituierte sich die Evangelische Jugend Deutschlands – Schülerbibelkreise mit Sitz in Wuppertal-Barmen als Träger der Jugendarbeit innerhalb der EKD. Aus ihr erwuchs die Arbeitsgemeinschaft Evangelischer Schülerinnen- und Schülerarbeit (AES).

Die Schülerbibelkreise waren das Sprungbrett für so manche Karriere im kirchlichen Raum. Wir möchten Sie auf folgende Bestände unseres Archivs hinweisen:

  • Schülerbibelkreise (Signatur: 5WV 013), 1886-1989,
  • Nachlass von Pfarrer Werner Dümling, Landeswart der Schülerbibelkreise im Rheinland (Signatur: 7NL 190),
  • Nachlass des Superintendenten Samuel Henrichs (Signatur: 7NL 064),
  • Handakten des Oberkirchenrats Johannes Schlingensiepen (Signatur: 6HA 002).

Wir wünschen Ihnen ein gesegnetes und frohes Osterfest

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Archivs der Evangelischen Kirche im Rheinland