Neues Online-Findbuch Bestand 6HA 003 – Handakten Präses Prof. D. Dr. Joachim Beckmann

Prof. D. Dr. Joachim Beckmann, aus Bestand: AEKR 8SL 046 (Bildarchiv)

In seiner 1958 beginnenden 13-jährigen Amtszeit als Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland sind etliche Meter Handakten angefallen. Der Bestand gliedert sich in 2 Serien, A und B.

Die A-Serie bildet eine chronologische Korrespondenzserie im Zeitraum 1946 – 1973. Die Korrespondenzpartner sind prominente Vertreter aus Kirche und Politik: Hans Asmussen, Professor Karl Barth, Präsident des Deutschen Bundestages Hermann Ehlers, Bundespräsident Gustav W. Heinemann, Helmut Thielicke, Landesbischof Hanns Lilje um nur einige aufzuführen.

Die B-Serie umfasst v.a. die Handakten der Präseskanzlei. Hier finden sich die Themenpaletten der zahlreichen Ämter von Präses Prof. D. Dr. Joachim Beckmann wieder. Sein Engagement reicht hier vom Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft für Weltmission, Beauftragter des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland für Fragen der Kriegsdienstverweigerung und Ersatzdienstleistung, stellv. Vorsitzender des Rates der Evangelischen Kirche der Union, Mitglied des Rates der Evangelischen Kirche Deutschlands bis zum stellv. Vorsitzenden der Arnoldshainer Konferenz.

Der Bestand 6HA 003 mit über 46 lfm. bildet so umfassend das vielfältige Engagement von Prof. D. Dr. Joachim Beckmann vor, während und nach seiner Amtszeit als Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland ab.

Elternbeirat der evangelischen Volksschule Düren wollte 1926 den Reichsbahnfahrplan beeinflussen

Schreiben Reichsbahndirektion Köln, 1926, aus Bestand AEKR 1OB 008 (Ortsakten Düren AZ. 2)

Wussten Sie, dass es bereits 1926 so etwas modern anmutendes wie einen Elternbeirat einer Schule gab? Ich nicht, und fand besonders interessant, wofür sich der Elternbeirat der evangelischen Volksschule Düren 1926 eingesetzt hat (Archivbestand 1OB 008 – Ortsakten Düren Az. 2).

Südlich von Düren liegt das Gebiet der Voreifel, das damals noch weit überwiegend katholische Bewohner*innen hatte. Dieses wird durch die Eisenbahnlinie Düren – Nideggen – Heimbach erschlossen. Diese Strecke diente auch evangelischen Schüler*innen und Gemeindegliedern als Verbindung zur evangelischen Volksschule oder Gemeinde in Düren. Jedoch hatten die Eltern der Schulanfänger*innen ein Problem: Es fuhr kein Zug zur rechten Zeit!

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Neue Kollegin im Archiv der EKiR

Archivarin Ilona Schröder, Archiv der Evangelische Kirche im Rheinland – Düsseldorf

Wir begrüßen Frau Ilona Schröder als neue Mitarbeiterin im Archivteam.

Frau Schröder hat das Studium der Staatswissenschaften mit dem M.A. abgeschlossen und sammelte ihre erste archivische Praxis im GLA Karlsruhe und im Bistumsarchiv Passau. Frau Schröder unterstützt uns fortan in den Bereichen Digitalisierung, Erschließung und archivische Öffentlichkeitsarbeit.

Time for Change -Personalwechsel im AEKR

… eine Veränderung naht

Mit einem weinenden und lachenden Auge verlasse ich heute nach über elf Jahren das Landeskirchliche Archiv. Das weinende Auge blickt auf und all die lehrreichen Erfahrungen und die wunderbare Zeit mit den Kollegen zurück. Das lachende Auge freut sich wiederum auf die neuen Herausforderungen, Aufgaben und Kontakte, die mich auf meiner neuen Stelle im Kreisarchiv Bergisch Gladbach erwarten.

An dieser Stelle möchte ich mich bei meinen Kollegen und auch den Archivbenutzern für die gute Zusammenarbeit bedanken. Ihr werdet mir fehlen! Meiner Nachfolgerin, Ilona Schröder, wünsche ich viel Erfolg und denselben Teamspirit, den ich hier erleben durfte.

Eure/ Ihre Tatjana Klein

„Die Vorurtheile und Sorgenlosigkeit besonders bei den Landbewohnern“ – Ein Impfkonflikt im frühen 19. Jahrhundert

Die Forderung nach einer staatlichen Impfpflicht geistert regelmäßig durch die Medien und wird genauso regelmäßig von radikalen Impfgegnern heftig zurückgewiesen. Dieser Konflikt hat bereits eine über zweihundertjährige Tradition, wie aus einem Schriftstück aus dem Jahr 1815 hervorgeht, das jetzt im Rahmen einer Benutzung des Archivbestandes der Evangelischen Kirchengemeinde Meisenheim zutage kam.

Schreiben des Birkenfelder Kreisdirektors an die Pfarrer des reformierten Lokalkonsistoriums Meisenheim, 31. März 1815 (AEKR, Bestand 4KG 003B, Kirchengemeinde Meisenheim, Nr. 32)
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Otto Bartning und die Notkirchen

Der Architekt Otto Bartning (1883-1959) erarbeitete in der Nachkriegszeit ein Programm an standardisierten Notkirchen, um dem Mangel an Gottesdienststätten rasch abzuhelfen. Bis 1953 entstanden in Deutschland über 100 dieser Kirchen, von denen allein im Rheinland noch zwölf erhalten sind. Das Archiv der EKiR enthält zahlreiche Dokumente über das Wirken Bartnings, u. a. im Bestand Hilfswerk.

Am 6. Oktober 2019 eröffnet das LVR Freilichtmuseum Kommern eine Ausstellung über diesen bedeutenden Architekten. Herausragendes „Objekt“ ist die Versöhnungskirche aus Overath, die dort Anfang des Jahres abgebaut und in Kommern auf dem „Marktplatz Rheinland“, der das Leben in der Nachkriegszeit dokumentiert, vollständig wieder aufgebaut worden ist.

Noch einmal die Familie Poensgen – die Orientreise von Friederike und Rudolf Poensgen 1889 im Tagebuch

Vor knapp vier Jahren berichtete ich über Pfarrer und Unternehmer aus der Familie Poensgen. Ich möchte das Thema hier noch einmal aufnehmen und auf einen Beitrag im Düsseldorfer Jahrbuch, Band 89.2019, hinweisen. Julia Lederle-Wintgens berichtet dort auf den Seiten 131 bis 155 über „Eine Orientreise im Jahr 1889 – das Reisetagebuch der Friederike Poensgen.“

Friederike Poensgen (1834-1905), Quelle: Die Geschichte der Familie Poensgen, Theil 1, bearb. v. Heinrich Kelleter, Düsseldorf 1908, S. 118b

Diese wurde am 8.3.1834 als Tochter des Hüttenbesitzers Carl Poensgen in Schleiden in der Eifel geboren. Im Alter von 21 Jahren heiratete sie den acht Jahre älteren Rudolf Poensgen, einen entfernten Verwandten; die Großväter waren Brüder (siehe die genealogische Tafel des Beitrags 2015). Rudolf war ein Sohn des Hütten- und Walzwerkbesitzers Reinhard Poensgen, ebenfalls aus Schleiden. Reinhard wird in meinem damaligen Beitrag erwähnt. Nach dem Tod des Vaters 1848 hatte Rudolf zusammen mit seinem Bruder Gustav das Hüttenwerk geerbt, das sie 1860 wegen der besseren Infrastruktur nach Düsseldorf verlegten. Dieser Gustav ist übrigens der Namensgeber für die Gustav-Poensgen-Straße in Düsseldorf – diese Frage hatte ich vor vier Jahren aufgeworfen.

Das im Stadtarchiv Düsseldorf verwahrte Reisetagebuch der Friederike Poensgen berichtet über deren Reise mit ihrem Ehemann Rudolf im Jahr 1889 in den Orient, genauer nach Ägypten, Palästina, Syrien und in die Türkei.

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