Duisburg in den 1920er Jahren – in Ton und Farbe!

Gelegentlich erweist sich der YouTube-Algorithmus doch als ganz praktisch und kann einem auch Interessantes vorschlagen. Zum Beispiel die Seite des Filmschatzarchivs. Dieser Kanal stellt eine wahre Fundgrube alter Filmschätze dar und Liebhaber historischer Bewegtbilder kommen hier bestimmt auf ihre Kosten. Der Kanal selber konzentriert sich auf Aufnahmen des 20. Jahrhunderts aus dem Rheinland, der Städte und Regionen Deutschlands oder der Hauptstädte Europas. Die alten Filmaufnahmen werden eigenen Angaben nach digital restauriert, koloriert und auf YouTube geteilt.

Wer sich also schon immer fragte, wie es z.B. in Duisburg vor 100 Jahren aussah, kann sich nun tatsächlich einen Eindruck verschaffen. Geführt wird der Zuschauer u.a. zu der Ruhrmündung, dem Binnenhafen, der Schwanentor-Brücke, dem Burgplatz, dem Altstadtviertel und den Werften. Viel Spaß dabei!

Impressionen rheinischer Landessynoden

Aktuell tagt die Rheinische Landessynode, das oberste Leitungsgremium der EKiR, in Bonn. Diesen Anlass möchte das Archiv der EKiR nutzen, um Ihnen einige ausgewählte Aufnahmen vergangener Synoden vorzustellen. Natürlich finden sich unzählige Bildaufnahmen klassischer theologischer Themen wie das Feiern von Gottesdiensten. Die Fotografien, die das Archiv Ihnen vorstellen möchte, thematisieren allerdings den Tagungsablauf der Synode und bieten historische Einblicke, die auch gesellschaftliche Aspekte beleuchten.

  • Landessynode, Tagung in Rengsdorf, Gemeindehaus, 1958(verm.), Foto: Hans Lachmann, Fotoalbum: Nachlass Präses Joachim Beckmann, F02

Ein poetischer Neujahrswunsch aus dem 18. Jahrhundert

Wir wünschen allen Leserinnen und Lesern ein Frohes Neues Jahr mit diesem schönen Neujahrsgedicht!

Wiganders Poetisches Lautenspiel, S. 254-255, ca. 1770, aus Bestand: AEKR 8SL 048 (Sammlung Handschriften), Nr. 31

Neüer Jahres Wunsch
Christrühmlich war die Art der alten erster Zeiten,
Aus wohlgemeinten Hertz ein Wünschgen zu bereiten
Triumph zu stimmen an, zumahl wans alte Jahr
Rein aus in Grund und Ruh vergnügt gelauffen war.
Ich allerschönstes Kind muß mich auch untersehen,
Nach unsrer alten Art dich wünschend anzugehen,
Ach! Daß mein treüer Wunsch ging in dein Hertz hinein,
Wie wolte ich getrost und wohl zufrieden seyn!
In dieser Zuversicht versuch ich es zu wagen
Bin ich gleich was zu blöd und kans nicht deutlich sagen,
Ein Seufzer wird genug mein Wünschen zeigen an,
Laß nur, o schönstes Kind ihn lauffen seine Bahn,
Rufft schon der Mund nichts aus, so laß das Ächzen gelten,
Aus Lippen und durchs Hertz kan man ja gleiches melden,
Trau nur der Redlichkeit, und denke liebstes Kind,
So wie mein Hertze wünscht, daß auch die Worte sind!
Lebe Schönste in Vergnügen
Lebe in vergnügter Ruh,
Gottes Gnade deckt dich zu
Drum kanst du mit Ruhme singen
durch diß neu gekommen Jahr,
Über Unglück, über Neiden,
Über Krankheit, über Leiden,
Über Noth und Todts Gefahr
Biß die Zeit uns läst erleben,
Eins dem andern
Wünsche in die Hand zu geben.

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Jahresrückblick 2025

Das Jahr 2025 war für das Archiv der Evangelischen Kirche im Rheinland ein Jahr der (kleinen und großen) Veränderungen. Neben vielen spannenden Projekten, die unseren Arbeitsalltag geprägt haben, stand vor allem der personelle Wechsel im Mittelpunkt. In der Archivleitung wie auch in verschiedenen Aufgabenbereichen wurden neue Rollen übernommen, Verantwortlichkeiten neu verteilt und frische Perspektiven eingebracht.

In unserem Jahresrückblick möchten wir auf die letzten 12 Monate zurückschauen:

Ein besonderer Schwerpunkt lag auch in diesem Jahr auf der Digitalisierung von Archivgut. Zahlreiche neue Digitalisate konnten online gestellt und damit einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Der Rheinische Archivtag war auch in diesem Jahr ein wichtiger Ort des fachlichen Austauschs. Archivarin­nen und Archivare aus der Region diskutierten aktuelle Herausforderungen, neue Entwicklungen und gemeinsame Perspektiven. Themen wie Digitalisierung, Erschließung, Nutzerorientierung und rechtliche Rahmenbedingungen standen im Mittelpunkt. Der Austausch stärkte nicht nur die fachlichen Netzwerke, sondern auch das Bewusstsein für gemeinsame Aufgaben in einer sich stetig wandelnden Archivlandschaft.

Ein weiterer Fortschritt in diesem Jahr waren detaillierte Neuerungen beim Archivportal NRW. Die verbesserten Funktionen und Inhalte erleichtern die Recherche und Nutzung archivischer Beständen. Aus diesem Grund sind wir auch weiterhin bemüht, unser Angebot dort stetig auszubauen.

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Die Zerstörung der Stadt Bitburg

Am 24. Dezember des Jahres 1944 wurde die Stadt Bitburg durch einen alliierten Fliegerangriff fast gänzlich zerstört. Auch die evangelische Gemeinde wurde bei diesem Angriff hart getroffen.

Bitburg / Eifel – Einweihung der Kirche vor der Kirche 28.09.1952 Bestand: 7NL008 (Nachlass Präses Heinrich Held), Abgabe: 15.03.2017

So zählten zu den zerstörten Gebäuden der Stadt Bitburg, die fast gänzlich zerstört worden war, auch die Gustav-Adolf-Kapelle und das ansässige Pfarrhaus. Besonders tragisch erscheint hierbei, dass auch der Weihnachtsschmuck der Gustav-Adolf-Kapelle dem Luftangriff zum Opfer fiel. Zusätzlich zu diesem Umstande war ein Ausweichen in die benachbarte Kyllburger Kirche unmöglich, da diese ebenfalls bei einem Artilleriebeschuss zerstört wurde. Folglich suchte die evangelische Gemeinde eine neue, provisorische Heimat, die sich in der Kapelle des kath. Krankenhauses der Stadt Bitburg fand. Die Gottesdienste der Gemeinde Bitburg wurden in den Jahren 1945-1950 in jener Kapelle gefeiert, ehe in den 1950er Jahren ein neues Pfarrhaus errichtet wurde. Der Neubau wurde erst 1951 fertiggestellt und inkludierte erhalten gebliebene Teile des Altbaus. Die Weihung der neuen Kirche hingegen erfolgte erst am 28. September 1952, womit die Gemeinde Bitburg fast acht Jahre ohne eigene Kirche auskommen musste und somit auch die Weihnachtsfeste in der „Diaspora“ gefeiert wurden.

Literatur:

Festschrift 125 Jahre Evangelische Kirche Kyllburg. 100 Jahre Evangelische Kirche Bitburg (28. Oktober 2000)

Rosenkranz, Albert: Das Evangelische Rheinland, in: Schriftenreihe des Vereins für Kirchengeschichte, Nr. 7, Bd. 1, 1956.

Sehet, die vierte Kerze brennt!

Das Team des Archiv der Evangelischen Kirche im Rheinland wünscht allen Freunden und Freundinnen des Archiv fröhliche Weihnachten!

Wir schließen die Bürotüren ab, lassen die Tasten ruhen und verabschieden uns bis zum 5. Januar 2026 in die Winterpause.

(c) AEKR/ Hans Lachmann

Der Neuser-Gate! Oder auch Spionageaffäre in Altenessen

„Acta betreffend: der Verfahren gegen Kandidaten der Theologie, welche in Kriminaluntersuchungen geraten sind, sonstige Disziplinarangelegenheiten, Anzeigen über unwürdiges Betragen von Kandidaten; Rehabilitierung und Wiederaufnahme in die Liste der wahlfähigen Kandidaten“. Diese Anmerkung findet sich auf dem Aktendeckel der Nummer 1791 des Bestandes 1OB 002 – Evangelisches Konsistorium der Rheinprovinz. Die Akte, die von 1838 bis in das Jahr 1940 reicht, inkludiert unterschiedliche Fälle. Von eher schlichteren Ehestreitigkeiten bis hin zu spektakulären Spionagevorwürfen.

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