250. Todestag von Gerhard Tersteegen

Gerhard Tersteegen Blutbrief 1724 – Meinem Jesu, Bestand: AEKR Düsseldorf 8SL 046 (Bildarchiv), 80040_03

Leider ist kein authentisches Portrait des faszinierenden Mystikers und Liederdichters überliefert. Daher begnügen wir uns zur Illustration mit seinem bekanntesten Schriftzeugnis, dem „Blutbrief“ von 1724.

Heute vor 250 Jahren, am 3. April 1769, ist Gerhard Tersteegen im Alter von 72 Jahren in Mülheim an der Ruhr verstorben. Im Blog haben wir wiederholt über ihn und seinen Kreis berichtet, zuletzt hier. Eine Reihe von Vorträgen und Gedenkveranstaltungen hat sich seit Beginn des Jahres mit Facetten seiner Persönlichkeit beschäftigt. Sie finden ihren Höhepunkt am kommenden Wochenende mit mehreren Tagungen in Mülheim. Über alle Termine informiert die Seite Tersteegen 2019.

April Challenge #Archive30 – Tag 2: Something Big

Weitere Infos zum Urkundenregest und den Bildern dazu siehe Vorjahres Post hier im Blog.

Nana Kofu Marfu II. – Missionar Hans-Fritz Pawelzik in Afrika

Missionar Fritz Pawelzik als Aschanti-Häuptling Nana Kofu Marfu II. Copyright: Missio-Camp – Tagungsstätte Hohe Rhön gGmbH

1994 ernannte der Stamm der Aschanti Hans-Fritz Pawelzik, Weltdienst-Sekretär des CVJM-Westbunds, zum Häuptling Nana Kofu Marfu II. Auf seine Initiative hin hatte die Kleinstadt Konongo, die in der Region des Stammes der Aschanti in Ghana/Afrika lag, eine Berufsschule und ein Krankenhaus erhalten. Aus Dankbarkeit wurde er zum lebenslangen Mitglied in das Leitungsgremium der Stadt berufen, und war fortan für ihre Entwicklung mit verantwortlich. Bis ins hohe Alter flog er mindestens einmal jährlich nach Ghana und half mit in Deutschland gesammelten Spenden, Kindergärten, Schulen und Kliniken zu bauen. Weiterlesen →

Das Evangelische Rheinland: Eine Zeitschrift aus der Weimarer Republik ist online

Das Evangelische Rheinland 1924

War Ihnen bekannt, dass es in den 1920er Jahren in der Rheinprovinz eine evangelische Laienspielberatungsstelle gab? Sind Ihnen die regelmäßigen „Tagungen rheinischer evangelischer Stadtverordneter und Parlamentarier“ ein Begriff? Beides stellt zugegeben selbst für kirchliche Zeithistoriker keine Bildungslücke dar. Es veranschaulicht aber die unglaubliche Vielfalt an Themen und Arbeitsfeldern, die während der Weimarer Republik in der Rheinischen Provinzialkirche diskutiert wurden.

Sie spiegelt sich wider in der Zeitschrift „Das Evangelische Rheinland“, die nur von 1924 bis 1933 erschienen ist. Alle Jahrgänge sind jetzt auf unserer Homepage zugänglich und über OCR trotz Frakturschrift leicht durchsuchbar.

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Leerer Bauch studiert nicht gern: Die Ernährungslage an der Kirchlichen Hochschule Wuppertal in der Nachkriegszeit

Studentenspeisung – Sommersemester 1951, aus Bestand: AEKR 2LR 045 (Kirchliche Hochschule Wuppertal), 4679

Die Sentenz in der Überschrift gilt ebenso wie ihre bekanntere Umkehrung („Plenus venter non studet libenter“). Als die vom NS-Regime 1937 verbotene Kirchliche Hochschule Wuppertal im Herbst 1945 ihren Lehrbetrieb wieder aufnahm, galt es vor allem auch, die Verpflegung für die 78 Studierenden -darunter zwei Frauen- und ihre Dozenten sicher zu stellen. Die umfänglichen Akten des Bestandes KiHo im Archiv der EKiR dokumentieren die kreativen Wege, die hierbei von den Verantwortlichen beschritten wurden. Weiter halfen dabei ein Netzwerk an Sponsoren und die in der Vereinsstruktur der KiHo begründete Spendenkultur.

So fragte im März 1949 ein Pastor aus der agrarisch strukturierten Grafschaft Bentheim bei der KiHo an, ob sich die Tochter des Schulrates, die gerade das Abitur bestanden hatte, für ein Theologiestudium bewerben könne. Unvermittelt folgt im Brief dann dieser Abschnitt: „Ob in den nächsten Wochen einer ihrer Studenten noch in die Grafschaft kommt? Ich werde die Schlachtspende aus unserer Gemeinde nicht allein nach dort bringen können. Es ist noch schätzungsweise 60-80 Pfund zurück.“ Weiterlesen →

Seltene Zeitschrift zur Dienstgruppenseelsorge in den Sachakten des Landeskirchenamtes

Titelblätter der Zeitschrift der Betreuungsgemeinschaft e.V./ Interessengemeinschaft für die Deutschen Zivilen Arbeitsgruppen, 1949-1971; in: Bestand 1OB 017I, Nr. 368-375

In den Sachakten des Landeskirchenamtes zur Dienstgruppen-Seelsorge (1OB 017I, Nr. 368-375, Az. 11-7-5) bin ich auf mehrere Ausgaben einer Zeitschrift der Betreuungsgemeinschaft der Deutschen Dienstorganisationen e.V. gestoßen.Sie ermöglicht interessante Einblicke in ein bisher wenig bekanntes Feld seelsorgerlicher Arbeit.

Es ist nicht ganz einfach den vollständigen Erscheinungsverlauf der Zeitschrift nachzuvollziehen, da sie mehrfach den Namen gewechselt hat: von „GCLO-Echo“ zu „GSO-Echo“, „BG-Echo“ und schließlich nur noch „Das Echo“. Die Zeitschriftendatenbank (ZDB) listet nur wenige vereinzelte Ausgaben auf. Für die Anfangsjahre ist unser Archiv sogar der einzige Eintrag. Weiterlesen →

Christival ’76 – Kongress junger Christen in Essen

Christival, Essen, winkende Jugendliche vor der Grugahalle, Fotograf: Hans Lachmann, aus Bestand: AEKR 8SL 046 (Bildarchiv), 07214_21

In der ihm eigenen Art mahnte Karl Immer, Präses der  Evangelischen Kirche im Rheinland, zu Beginn des Jugendkongresses „Christival ’76“ die Veranstalter, „dass jeder, der die Jugend für sich einzunehmen versuche, in der Gefahr stehe, sie auch auf Irrwege zu führen.“ Er verwies in diesem Zusammenhang auf Ulrike Meinhof und Gudrun Ensslin, Mitglieder der terroristischen Vereinigung RAF, die aus der evangelischen Jugendarbeit gekommen seien. „Die Leitung der rheinischen Kirche sehe deshalb auch mit einer gewissen Sorge auf das, was sich in den nächsten Tagen beim „Christival“ abspielen wird.“

Die Skepsis von Präses Immer erwies sich als unberechtigt. Es sollte weder ein Kirchentag noch eine Bekenntniskundgebung werden, sondern ein Kongress für Mitarbeiter in der „missionarischen Jugendarbeit“. Jugendevangelisation und soziale Verantwortung erfordern ein klares biblisches Profil, so die Träger des eigens gegründeten Vereins für das Christival, das in einem Grundkurs sowie in den zahlreichen Seminaren des Kongresses herausgearbeitet und geschärft werden sollte und das die Teilnehmer anschließend in die permanente Arbeit vor Ort und darüber hinaus auch in Konzerten, Jugendwochen und Offenen Abenden einbringen sollten.

Christival, Essen, Grugahalle mit Blick auf die Bühne, 31.07.-03.08.1976, Fotograf: Hans Lachmann, aus Bestand: AEKR 8SL 046 (Bildarchiv), 02714_07

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