Gut gemeint heißt nicht unbedingt gut gemacht

Parkplatzschild Studienstelle Christen und JudenParkplätze sind in Düsseldorf rar und so war auch die Situation vor der 1995 gegründeten Studienstelle „Christen und Juden“ der Evangelischen Kirche im Rheinland. Abhilfe sollten zwei reservierte Stellplätze schaffen, für die eigens ein neues Parkplatzschild bestellt wurde.

Dass dieses Schild aber so nicht bleiben konnte, stellte sich bereits nach wenigen Tagen heraus und bedarf beim Blick in die deutsche Zeitgeschichte keines weiteren Kommentars. Rasch wurde eine neue und unverfängliche Version aufgestellt: Weiterlesen →

Wo wäre dein Platz im Gottesdienst Anno 1769 ?

Ein Sitzplan und Verpachtung der Sitze in der Evangelischen Kirche? 

– Ja, das gab es.

Die im Archiv der EKiR überlieferte Meisenheimer Kirchenstuhlordnung von 1769 ist ein Zeugnis dessen.

Kirchenstuhlordnung Meisenheim 1769, aus Bestand: AEKR Boppard 4 KG 003 (Ev. Kirchengemeinde Meisenheim), 127

Kirchenstuhlordnung Meisenheim 1769, aus Bestand: AEKR Boppard 4 KG 003 (Ev. Kirchengemeinde Meisenheim), 127

Das Ansehen und der Berufsstand bestimmten den Sitzplatz: Fürst, Pfarrer, Stadtrat, Beamter, Rechtsanwalt, Notar, Kirchenälteste und Geistliche, Ehefrauen, Witwen und Töchter der Pfarrer, Gerichtsschöffen, Bürger der Stadt, Bauern am Ende der Skala Hirten, in der Stadt dienende Mägde, Lehrjungen, Lateinschüler, Stadtschüler, Kinder der Hirten und Schützen. In den vorderen Bänken durften die Älteren und Verheirateten Platz nehmen, die Jüngeren und Ledigen in den hinteren Bänken, die Frauen auf der einen Seite, die Männer auf der anderen Seite.

>> Hier dazu die Reprographien der Aktenstücke …

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Präsenz in Archivportalen

In Portalen können Interessierte in allen Findmitteln der teilnehmenden Archive übergreifend zu ihrem Thema recherchieren. Sie stellen somit die zukunftsorientierte Basis für Archivrecherchen dar. Auch das Archiv der Evangelischen Kirche im Rheinland beteiligt sich seit Sommer 2015 an allen relevanten nationalen und internationalen Portalen. Weiterlesen →

Pfarramts-Poker in der frühen Neuzeit

Scherenschnitt von Wilhelm Valentin Denhard (1758-1798), 8SL063, Nr.37

Scherenschnitt von Wilhelm Valentin Denhard (1758-1798), 8SL063, Nr.37

Wilhelm Valentin Denhard war ein typischer Vertreter neuzeitlicher, reformierter Pfarrerfamilien im Rheinland: mit ausgeprägtem Traditionsbewusstsein und weit verzweigten Beziehungen zu einflussreichen Familien des protestantischen Bürgertums im Rheinland und darüber hinaus.
Sein Lebensweg ist gut dokumentiert.
Er wurde am 9. Oktober 1758 als Sohn des reformierten Pfarrers Johann Valentin Denhard in Gemarke geboren.
Er trat in die Fußstapfen seines Vaters und studierte Theologie in Duisburg und Marburg.
1778 wurde er an die Gemeinde Stolberg berufen, den Herkunftsort seiner Ehefrau Ida Gertrud Schleicher, die er im Jahr 1780 heiratete. Bis zu seinem Tod am 30. September 1798 blieb er in Stolberg – obwohl sich ihm 1791 noch eine weitere attraktive Möglichkeit bot: Die Berufung an die Hochdeutsche reformierte Gemeinde in Amsterdam.

Die Überlieferung zu dieser Berufung ist bemerkenswert dicht. Sie wirft einerseits ein interessantes Streiflicht auf die damalige Praxis bei der Pfarrstellenbesetzung, und ist andererseits ein spannender Einzelfall, denn die schlussendliche Absage Denhards kam einem Affront gleich.
Der spannende schriftliche Niederschlag dieses Pfarrstellen-Pokers, hier in Auszügen wiedergegeben, findet sich in der Sammlung Pfarrerfamilie Denhard (8SL 063, Nr. 13 u. 14). Weiterlesen →

“Schatzsuche” – aus der Arbeitspraxis eines Archivars

Quellenrecherche Anstaltskirchengemeinde Theodor- Fliedner-WerkAnruf einer Mitarbeiterin des Kirchenkreises “An der Ruhr” in Mülheim: Es muss geklärt werden, welche Gebiete die “Anstaltskirchengemeinde bei der Theodor Fliedner Stiftung” umfasst, also wer Mitglied dieser Gemeinde ist. Dazu muss man wissen, dass es neben den “normalen” Kirchengemeinden auch solche bei den großen selbständigen diakonischen Einrichtungen gibt. Diese Umschreibungen des Gemeindegebietes stehen in der Regel in der Errichtungsurkunde, jedenfalls bei den in den letzten 150 Jahren entstandenen Kirchengemeinden. Diese Unterlagen hat man nicht greifbar, das liegt in der Vergangenheit, dafür ist das Archiv zuständig.

Der erfahrene Archivar weiß, dass die Theodor Fliedner Stiftung in Mülheim früher Diakonenanstalt zu Duisburg hieß. Weiterlesen →

Aus der Siegelsammlung des Archivs

Die Siegelsammlung liegt bislang nur in Abbildungen auf Karteikarten und in Wachsabdrucken vor. Das Archiv ist auch zuständig für die Prüfung neuer Siegelentwürfe der Kirchengemeinden oder Kirchenkreise. Die „Richtlinien für das Siegelwesen in der Evangelischen Kirche im Rheinland“ bilden die Grundlage für die Prüfung der neu beantragten Siegel. Diese sind nachzulesen im Amtsblatt der Evangelischen Kirche im Rheinland vom 17. November 1966 (KABl. 1967 S. 3) geändert durch den Beschluss vom 27. Dezember 1968 (KABl. 1969 S. 6)

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Porträt über Präses Joachim Beckmann

Das „Portal Rheinische Geschichte“ bietet Ihnen eine umfassende Informationsplattform zur rheinischen Geschichte. Neben Informationen und Quellen zur rheinischen Regional- und Landesgeschichte werden auch verschiedene Recherche-Instrumente digital bereitgestellt.

Neu in der Sparte „Rheinische Köpfe“ ist ein Porträt über Präses Joachim Beckmann erschienen, der im „Dritten Reich“ maßgeblich an der Konstituierung der Bekennenden Kirche beteiligt war. Lesen Sie mehr… 

In unserem Bestand befinden sich folgende Unterlagen über Präses Joachim Beckmann:
– 7NL 113 Präses Joachim Beckmann
– 6HA 003 Handakten Präses Beckmann
– 6HA 004 Kirchenkampfakten Beckmann

Professor Joachim Beckmann, Präses der Ev. Kirche im Rheinland Foto: vermutlich Hans Lachmann, Fotosammlung: 10.B/37

Professor Joachim Beckmann, Präses der Ev. Kirche im Rheinland
Foto: vermutlich Hans Lachmann, Bestand: AEKR Düsseldorf, Fotosammlung: 10.B/37

Joachim Beckmann - Amtsenthebung 1934, aus Bestand: AEKR Düsseldorf (Pers. Akte 51), H 239

Joachim Beckmann – Amtsenthebung 1934, aus Bestand: AEKR Düsseldorf (Pers. Akte 51), H 239