In der Sammlung der Evangelischen Archivstelle in Boppard findet sich vom Hilfsverein für Geisteskranke eine Mitgliedskarte. Dieser Hilfsverein wurde Anfang des 20. Jahrhunderts gegründet um die Heileinrichtungen für Geisteskranke in der Rheinprovinz finanziell zu unterstützen. Die Rheinische Provinzial-Heilstätte Fichtenhain bei Krefeld gab jährlich einen Jahresbericht heraus. Diese Akten finden sich im Bestand des Evangelischen Konsistoriums der Rheinprovinz unter der Signatur: 1 OB 002. Weitere Jahresberichte des Hilfsvereins für Geisteskranke in der Rheinprovinz mit der Laufzeit von 1908-1913 sind im Landesarchiv Baden-Württemberg online unter der Signatur Q 3/4 I Bü 53 überliefert. Und im Archiv des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe findet sich unter 08.04 Nachlässe, 926 Dr. Hermann Simon die Mitgliederwerbung des Heilsvereins für Geisteskranke in der Rheinprovinz anlässlich des 5. Kongresses der Heilpädagogik 1930 in Köln.
Kategoriearchiv: Archivbestände
Quellen zur Geschichte des Deutschen Evangelischen Kirchentags im Archiv der EKiR
Heute beginnt in Stuttgart der 35. Deutsche Evangelische Kirchentag unter dem Motto „damit wir klug werden“. Bis zum 7.6. treffen sich wieder viele Tausende Christinnen und Christen, um miteinander zu beten, zu feiern und zu diskutieren. Der Kirchentag präsentiert sich weltoffen. Natürlich wird es wieder viele Bibelarbeiten, Gottesdienste, Andachten, Meditationen und Vorträge geben, aber auch viele Konzerte, kulturelle und politische Angebote und Orte für entspanntes Miteinander und Begegnung. Genau diese Vielfalt ist es, die insbesondere auch junge Menschen zum Kirchentag zieht. Aber nicht immer wurde dieses weltoffene Konzept befürwortet.
Der erste Kirchentag, der in der heutigen Form abgehalten wurde, fand im Jahr 1973 in Düsseldorf statt.
„Es herrschen Grausen und Tod“ – Drei Gedichte von Präses Heinrich Held zum Ende des Zweiten Weltkriegs
Seit seiner Zeit als Hilfsprediger in der Kirchengemeinde Wesseling hat es sich Heinrich Held zur Gewohnheit werden lassen, Worte von anderen und eigene Gedanken in Notizbüchern festzuhalten („Lesefrüchte“). In seinem Nachlass findet sich eine gebundene Kladde (Archiv der Evangelischen Kirche im Rheinland, Signatur: 7NL 008, Nr. 88), der er den Titel „Carmina de tempore huius saeculi“ gegeben hat, wörtlich übersetzt: Gesänge von der Zeit dieses Jahrhunderts. Hier hat er ab dem Jahr 1943 handschriftlich Gedichte und Worte von berühmten oder auch gänzlich unbekannten zeitgenössischen Autoren notiert.
Viele dieser Gedichte von Werner Bergengruen, Hermann Hesse, Paul Ernst, Hermann Burte, Hermann Claudius, Siegfried Goes, Friedrich Ernst Peter, Paul Grauf Hohenstein, Walter Bauer, Hans Faihst, Wilhelm Dorn, Richard Euriger, Wilhelm Langewiesche, um nur einige Namen zu nennen, sind unveröffentlicht. Sie verbreiteten sich unter der Hand oder fanden sich verstreut in Zeitungen und Zeitschriften. Gemeinsam ist ihnen, dass sie sich der nationalsozialistischen Sicht auf die Ereignisse entzogen. So manches Gedicht ist in der Not abgefasst, situationsbedingt. Sie beschreiben jedoch nicht nur das traumatisierende Kriegsgeschehen und das sich abzeichnende katastrophale Ende des 2. Weltkriegs, sondern befassen sich mit der Wende, die die deutsche Geschichte mit dem Nationalsozialismus nahm. Weiterlesen
Der Bestand „Evangelischer Brüderverein“ ist nun als Findbuch online verfügbar
Der Evangelische Brüderverein
Revolutionäre Unruhen, die drängender werdende Soziale Frage und die Etablierung einer sich von kirchlichen Zwängen freimachenden Gesellschaft waren einige der Faktoren im 19. Jh., die die Erweckungsbewegung auslösten und die Formierung gesellschaftsrechtlicher Vereine begünstigten.
Beispielhaft für die Vereinsbildung im kirchlichen Bereich ist der Evangelische Brüderverein im Rheinland, der „von einem Kreis entschieden Gläubiger Männer“ am 19. Juni 1850 in Vohwinkel konstituiert wurde. Als Mitbegründer werden genannt: der Elberfelder Gymnasialdirektor Dr. Bouterwerk, der Kaufmann Friedrich Wilhelm von den Steinen (Wülrath), der Landwirt Albert Schoel (Gruiten) und der Kaufmann Karl Wilhelm Neviandt (1792-1870 Mettmann, Grafes Schwiegervater). Den eigentlichen Anstoß dazu aber brachte der Kaufmann Hermann Heinrich Grafe aus Elberfeld (1818-1869).
Hermann Grafe stand in familiärer Verbindung zur Familie Neviandt (hugenottischer Herkunft) und war Mitinhaber der Textilfabrik Grafe & Neviandt in Elberfeld. Sein Impuls zur aktiven Erweckungsbewegung wird den tersteegenschen Einflüssen zugeschrieben. Aber auch Eindrücke aus der von Adolphe Monod gegründeten evangelischen Gemeinde in Frankreich (Eglise évangelique libre) werden in Grafes Gemeindeausrichtung vermutet.
Hermann Grafe vor 1870, ohne Angaben
hier geht´s zum Online-Findbuch: Evangelischer Brüderverein PDF 443 KB
„Schülerbibelkreise“ können benutzt werden
Nunmehr kann der Bestand „Schülerbibelkreise“, Signatur: 5WV013, benutzt werden.
hier geht´s zum online Findbuch
Die Ordnung und Verzeichnung des Archivbestands wurde im Februar 2015 abgeschlossen.
Die „Bibelkränzchen“ setzten einen Kontrapunkt zur Säkularisierung, die seit der Reichsgründung 1871 in Deutschland um sich griff. Sie wollten die Gymnasiasten „in persönliche Gemeinschaft mit dem Herrn Jesus Christus, ihrem Heiland und Erlöser bringen und sie unter die Zucht des Wortes Gottes stellen.“ Sie hatten ein pietistisches Fundament, und zugleich wiesen sie über dieses hinaus. Sie wurden Teil einer sich formierenden Jugendbewegung. Weiterlesen
Nachlass des Pfarrers Werner Dümling (1914-2006)
Pfarrer Werner Dümling hat das Gemeindeleben der Evangelischen Kirchengemeinde Barmen-Wichlinghausen über seine gesamte Amtszeit von 1951 bis 1979 hinweg mit seiner Kamera begleitet. Er fing die unbeschwerten Momente enger Verbundenheit der Gemeindeglieder ein, die wohl typisch für die Aufbruchjahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs sind.
Werner Dümling, geboren am 24. Juli 1914 in Hamburg, war von 1947 bis 1948 Lagerpfarrer für Kriegsgefangene in Nordwales/Großbritannien, anschließend von 1948 bis 1950 Landeswart der Schülerbibelkreise im Rheinland und über 28 Jahre, von 1951 bis 1979 Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Barmen-Wichlinghausen.
Ein spannendes Stück frühneuzeitlicher Kirchengeschichte: die Acta Ronsdorfiana
Kürzlich bin ich durch eine Anfrage auf diesen sehr interessanten Aktenfundus gestoßen:
Im Bestand des Provinzialkirchenarchivs 1OB 020 gibt es eine Abteilung mit dem Namen Ronsdorfiana. Unter diesem Klassifikationspunkt finden sich insgesamt 27 z.T. dicke Aktenbände mit bis zu 400 Seiten. Mehr als über jede andere Gemeinde innerhalb des Einzugsbereichs der reformierten Provinzialsynode.
Geschuldet ist dies den ungewöhnlichen Vorgängen, die 1741 zur Abspaltung der Gemeinde Ronsdorf von der reformierten Gemeinde Elberfeld und schließlich sogar von der Bergischen Synode führten. Weiterlesen







