Gut gemeint heißt nicht unbedingt gut gemacht

Parkplatzschild Studienstelle Christen und JudenParkplätze sind in Düsseldorf rar und so war auch die Situation vor der 1995 gegründeten Studienstelle „Christen und Juden“ der Evangelischen Kirche im Rheinland. Abhilfe sollten zwei reservierte Stellplätze schaffen, für die eigens ein neues Parkplatzschild bestellt wurde.

Dass dieses Schild aber so nicht bleiben konnte, stellte sich bereits nach wenigen Tagen heraus und bedarf beim Blick in die deutsche Zeitgeschichte keines weiteren Kommentars. Rasch wurde eine neue und unverfängliche Version aufgestellt:

Parkplatzschild Studienstelle Christen und JudenDiese Startschwierigkeiten sollen aber nicht davon ablenken, dass in der Folge von der Studienstelle unter Pfarrerin Katja Kriener gute und wichtige Arbeit geleistet wurde. Die rheinische Landessynode hatte bereits 1980 die Erklärung „Zur Erneuerung des Verhältnisses von Christen und Juden“ beschlossen. 1996 ergänzte sie den Grundartikel ihrer Kirchenordnung, indem sie den Bezug der Kirche zu Israel als zum Kern christlichen Glaubens gehörend beschrieb.

2010 wurde die Studienstelle im Zuge von Einsparbeschlüssen aufgelöst und das Arbeitsgebiet in die Ökumenearbeit einbezogen. Die Akten kamen ordnungsgemäß in das Archiv der Evangelischen Kirche im Rheinland und mit Ihnen eben auch die beiden Parkschilder. Sie zählen jetzt neben einem Grabstein, rheinischen Karnevalsorden und dem mutmaßlichen Bett Gerhard Tersteegens  zu den eher skurrilen Bestandsobjekten im landeskirchlichen Archiv.

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