Erste Ausgabe des kirchlichen Amtsblattes vom 01.07.1860.
Neben den im letzten Monat auf unserer Website zur Verfügung gestellten Digitalisaten der Rheinischen Provinzialsynode steht nun ein weiterer Quellensatz für Recherche- und Forschungszwecke bereit. Unter Quellentexte zur Rheinischen Kirchengeschichte findet sich die Verlinkung zu den digitalisierten kirchlichen Amtsblättern der Rheinprovinz der Jahre 1860 bis 1948. Die publizierten Einzelausgaben wurden jahrgangsweise zu Sammelbänden zusammen gefasst, die als PDFs zum Download angeboten werden. Die Digitalisate der Amtsblätter sind wie die der Rheinischen Provinzialsynode ebenfalls dank OCR per Stichwort durchsuchbar.
Preissteigerungen sind aktuell in aller Munde, allerdings kein Vergleich zu der durch die Auswirkungen des Ersten Weltkriegs verursachten Hyperinflation des Jahres 1923. Ein beredtes Beispiel findet sich im kürzlich verzeichneten Archiv der Kirchengemeinde Meddersheim, die just in dieser Zeit dringend notwendige Reparaturen am Turm ihrer Kirche in Angriff nehmen musste.
aus Bestand: AEKR Boppard 4KG 131B (Meddersheim), Nr. 56
Der Kostenvoranschlag des damit beauftragten Bauunternehmers von Ende August 1923 belief sich zunächst auf 3.812.837.500 Mark bei einem Stundenlohn von 480.000 Mark, die Summe steigerte sich jedoch im Zuge der galoppierenden Geldentwertung innerhalb nur weniger Wochen auf insgesamt gut acht Billionen Mark. Der Wertverlust verlief so rasant, dass Zahlungen bald innerhalb eines Tages überwiesen werden mussten. Da die Kirchengemeinde mit der Aufbringung der Beträge nicht mehr nachkam, drohte die durch Zahlungsstockungen und ausbleibende Materiallieferungen ebenfalls am Rande des Ruins stehende Baufirma mit dem Abbruch der Arbeiten, sofern die Gemeinde nicht wenigstens 60 Sack Kalk für die notwendigsten Ausbesserungen beschaffen würde. Mitte November 1923 war die Entwertung schließlich soweit fortgeschritten, dass der Bauunternehmer Rechnungen für geleistete Arbeiten nicht mehr in Geld, sondern in Naturalien, genauer: in Butter und „Frucht“ (also Getreide) als Ersatzwährung ausstellte.
Kirchenfenster der Johanneskirche Moers-Meerbeck, Fotograf: Ulrich Dühr
Dieses Kirchenfenster aus unserem Außenarchiv in Moers, der ehemaligen Johanneskirche der Evangelischen Kirchengemeinde Moers-Meerbeck, soll den Eingang bilden zu einem Beitrag über Kirchenfenster im Gebiet der ehemaligen preußischen Rheinprovinz, also dem Gebiet unserer Landeskirche in Teilen von Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und des Saarlandes. Auf katholischer Seite sind hier die Gebiete oder Teile mehrerer Bistümer betroffen. Genauer geht es um den Katalog der Glaskunst im Rheinland, den das Ehepaar Dr. Annette und Dipl.-Ing. Ernst Jansen-Winkeln aus Mönchengladbach in jahrelanger Fleißarbeit zusammengestellt hat. Aufmerksam wurde ich auf dieses Projekt durch einen Artikel in der Neuen Rhein Zeitung (NRZ) vom 16.10.2021. Dort heißt es, dass die Eheleute „sämtliche Glaskunst in der ehemaligen preußischen Rheinprovinz“ erfasst haben. 10.000 sakrale und weltliche Gebäude hätten sie besucht, jedes Fenster dokumentiert.
Der Katalog der Glaskunst ist im Internet unter der Seite www.glasmalerei-ev.de zu finden. Probehalber habe ich die Johanneskirche in Moers-Meerbeck eingegeben, und Abbildungen der Kirche und der Glasfenster gefunden. Die bunten Glasfenster der Straßenfront wurden beim Umbau zum Archivgebäude erhalten. Auch meine Heimatkirche, die Matthäikirche in Düsseldorf, ist dokumentiert. Ein Katalog der Künstler ist mit den jeweiligen Bauwerken verknüpft.
Im aktuellen Beitrag seiner Reihe Archivale des Monats stellt das Archiv des Ev. Kirchenverbandes Köln und Region die wechselvolle Geschichte seines Standortes vor. Die Dienstanschrift des Verbandes lautet Kartäusergasse 9-11. Dort erstreckte sich vom 14. Jahrhundert an bis zur Auflösung 1794 das Gelände des Kölner Kartäuserklosters, des Ordens der schweigenden Mönche.
Eindrückliche Fotos dokumentieren die Nutzungen der ehemaligen Klostergebäude inkl. Kirche im 19. Jahrhundert: Der preußische Militärfiskus nutzte das Areal als Lazarett, Artilleriedepot und Pferdestall. 1921 wurde der Komplex an die evangelische Gemeinde Köln abgegeben. Nach schwersten Kriegszerstörungen 1945 erfolgte bis 1953 der teilweise Wiederaufbau der alten Klostergebäude.
Über die Ausstellung zum Wirken des Architekten Otto Bartning im LVR-Freilichtmuseum Kommern hatten wir bereits berichtet. Kommenden Sonntag, am 31. Oktober, findet nun die Finissage der Ausstellung statt.
Das umfängliche Programm umfasst eine Festandacht, eine Kuratorinnenführung durch die Ausstellung sowie einen Vortrag zum Notkirchenprogramm. Die Veranstaltungen sind kostenfrei, teilweise ist eine Anmeldung erforderlich. Alle Infos und den PDF-Flyer zum Tag finden Sie hier.
Unter dem Hashtag #NichtNurPapier hat das Archiv der Evangelischen Kirche im Rheinland auf den Social Media Plattformen Facebook und Twitter den Followern über ein Jahr hinweg verschiedene Objekte und Kuriositäten präsentiert. Diese reichten über Schenkungen, Vasa Sacra, Siegel bis hin zu Karnevalsorden und sogar Einrichtungsgegenstände wie einen Kanonenofen. Neben dieser Serie möchten wir in der kommenden Zeit gerne eine weitere Reihe etablieren.
6HA030 Karnevalsorden Präses Beier6HA030 Karnevalsorden Präses BeierGlaskelch der tschechischen Exulanten
Auf Grund dessen, dass die Fotosammlung des Fotografen Hans Lachmann von einem breiten Publikum so gut angenommen wurde, haben wir uns dazu entschieden, Ihnen einen Einblick in seine unzähligen und internationalen Reisen zu geben. So werden sie künftig regelmäßig Bilder dazu unter dem Hashtag #LachmannAufReise finden.
Am 9. Oktober 2021 fand in Ingelheim der 2. Tag der Landesgeschichte Rheinland-Pfalz statt, an dem auch das Team der Evangelischen Archivstelle Boppard aktiv beteiligt war.
Das Team der Evangelischen Archivstelle Boppard am Infostand auf dem Tag der Landesgeschichte in Ingelheim. V.l.n.r.: Andrea Rönz M.A., Dr. Andreas Metzing, Dipl.-Archivar Uwe Hauth (Foto: N. Reichert).Weiterlesen →
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