Neuer Service des Archivs der Ev. Kirche im Rheinland!

AEKR – 1OB 020 Privinzialkirchenarchiv – Nr. 152

Das Archiv der Evangelischen Kirche im Rheinland bietet auf ihrer Website einen neuen Service an, mit dem es einen Beitrag zur Forschung leisten will. Fortan werden in loser Folge Quellentexte zur Rheinischen Kirchengeschichte online gestellt, die als PDF kostenfrei heruntergeladen werden können. Bei diesen Texten handelt es sich um transkribierte Versionen bisher unedierter Quellen aus dem Archiv. Die Quellen selber weisen thematisch eine weite Bandbreite auf. So ist von den Protokollen reformierter Konvente des 17. Jahrhunderts hin zu Reisetagebüchern oder autobiografischen Zeugnissen alles vertreten.

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Europaatlas und Tageszeitung

In den Jahren 1937-1938 waren auf den Quittungen der Kölner Tageszeitung „Der Neue Tag“ Landkarten abgedruckt. Diese konnten in den Sammelatlas der Zeitung eingeklebt werden. Dieser enthielt 16 Seiten und konnte für 40 Pfennig beim Austräger der Zeitung erworben werden. In der Anzeige steht weiter, das man sich zugleich ein billiges Nachschlagewerk für den täglichen Gebrauch erwirbt. Die Landkarten haben eine Größe von B: 11 cm und L: 17 cm. Auf der abgebildeten Karte kann man zum Teil die linksrheinischen Gebiete unserer Landeskirche sehen wie Duisburg, Düsseldorf oder Trier. Die Karten finden sich in der unter der Signatur 8SL 050 im Archiv der Evangelischen Karte im Rheinland.

Landkartenausschnitt aus Kölner Tageszeitung „Der Neue Tag“, 1937-1938, Bestand: AEKR 8SL 050(Karten)

„In Absicht deren Furchtbringung“: Ein lutherischer Inspektor kämpft 1780 gegen die Abendmahlsverächter

Ähnlich wie auf dem Kupferstich lauschte 1780 zu Volberg die lutherische Generalsynode von Jülich-Berg ihrem Inspektor, dem Radevormwalder Pfarrer Johann Theodor Westhoff (1724-1797). Zunächst wohl eher im entspannten kirchlichen Gremienmodus, kam unter TOP 4 Erregung auf. Im Protokoll heißt es noch recht knapp und verklausuliert:

Kupferstich: Synodentagung in der Nieuwe Kerk in Amsterdam 1730

„Da Seiner Churfürstlichen Durchlaucht auf die unterthänigste Vorstellung wegen der Kirchen und Abendmahls Verächter, dass in Absicht deren Furchtbringung denen Beamten mögte befohlen werden, denen Predigern nach dem Weselschen Recess das brachium seculare zu leisten, ein gnädiges Circulare an sämtliche Beamten in Jülich und Berg, dieses zu rescribieren, davon den nötigen Gebrauch in den Gemeinen zu machen, so ist ein öffentliches proclama angefertiget, und den Herren Assessores der Classen mitgetheilet, selbiges an die Herren Pastores ihrer Classe zu besorgen, mit dem Befehl, dass sie solches Dominica 12. post Trinitatem von ihren Kanzeln verkündigen sollen.“

Die fragliche Proklamation hatte Westhoff noch auf der Synode verfasst und gab sie den Amtsbrüdern zur Abkündigung mit nach Hause. Mitten im Siècle des Lumières bemühte also ein lutherischer Geistlicher die katholische Obrigkeit von Jülich-Berg um harte Sanktionen gegen saumselige Kirchgänger, die bis zu Leibstrafen und Landesverweisung reichen konnten.

Riesbecks Biograf Johann Pezzl (1756–1823), Schattenriss.

Hatte dies schon aufgeklärte Theologen wie Johannes Löh befremdet, so nahm sich die zeitgenössische literarische Kritik des Themas geradezu mit Inbrunst an. 1783 widmete der junge österreichische Autor Johann Pezzl (1756-1823) Inspektor Westhoff ein ganzes Kapitel in seinem Roman „Faustin oder das philosophische Jahrhundert:

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Regionale Handbücher der evangelischen Kirchenbauten im Rheinland. Teil 7

Die Übersicht über die nordrheinischen Kirchenkreise haben wir abgeschlossen und wollen die Gottesdienststätten in den südrheinischen, hessischen und saarländischen Kirchenkreisen der Evangelischen Kirche im Rheinland in den Blick nehmen. Hier bietet sich statt der alphabetischen eher eine regionale Gliederung an, die wir von Nordost nach Südwest vornehmen; wir beginnen daher in den Kirchenkreisen rechts des Rheins von Altenkirchen (Westerwald) über die hessischen Exklaven nach Wied.

Kirchenkreis Altenkirchen (Westerwald)

Evangelische Kirche an der Sieg und auf dem Westerwald; Schriftenreihe des Vereins für Rheinische Kirchengeschichte ; 99

1990 gab der Kirchenkreis Altenkirchen aus Anlass des 400jährigen Jubiläums der Saynischen Kirchenordnung das Buch „Evangelische Kirche an der Sieg und auf dem Westerwald. Der Kirchenkreis Altenkirchen in Vergangenheit und Gegenwart 1590-1990“ heraus. Im vierten Teil (ab Seite 229) werden die Gotteshäuser der evangelischen Gemeinden im Text beschrieben und mit Fotos illustriert. Es schließen sich Abschnitte über die Glocken und Orgeln der Kirchen an.

Kirchenkreis An Lahn und Dill (bis 2019 Kirchenkreise Braunfels und Wetzlar)

Dieser Kirchenkreis liegt als Exklave in Hessen. Daher haben die beiden ehemaligen Kirchenkreise Braunfels und Wetzlar schon immer partiell zusammengearbeitet und so auch 1953 das „Gemeindebuch der Kreissynoden Braunfels und Wetzlar“ herausgegeben. Jede Kirchengemeinde wird mit Angaben zu ihrer Geschichte und einer Abbildung der Gottesdienststätte dargestellt.

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Kirchenlieder auswendig lernen? Musste das sein?

Die Kreissynode der Kirchenkreises Simmern, beschloss am 3. August 1853, welche Kirchenlieder in den Schulen auswendig zu lernen sind. Insgesamt waren es 30 Lieder, mit all ihren Strophen. Auf der Liste sind alle Lieder aufgeführt mit ihrer Nummer, die diese im Elberfelder Gesangbuch und dem Berliner Gesangbuch hatten, die damals im Gebrauch waren. Bis auf zwei Lieder finden sich in dem heutigen „Evangelischen Gesangbuch (EG)“ wieder, das seit dem 1. Advent 1996 in der Evangelischen Kirche im Rheinland in Gebrauch ist. Die Lieder in dem heutigen Gesangbuch Nummer 1 – 535 finden sich im Stammteil der Gesangbücher aller Evangelischen Kirchen in Deutschland wieder. Die Lieder unserer Landeskirche haben die Nummern 536 – 695. Die zwei fehlenden Lieder finden sich heute unter den Nummern 662 „Wie groß ist des Allmächt´gen Güte „ und 694 „Alle Menschen müssen sterben“. Durch den Beschluß der Kreissynode musste es also sein.

Woche 1 nach Corona – Lesesaal der Archivstelle Boppard wieder geöffnet

Archivbenutzung in Zeiten von Corona: Mundschutzpflicht und Abstandsregeln

Nach zehnwöchiger Pause wurde am 26. Mai 2020 der Lesesaal der Archivstelle Boppard wieder für die Benutzung geöffnet. Seit Mitte März waren aus Gründen des Infektionsschutzes keine Forscherinnen und Forscher mehr angenommen worden, zwei Wochen später ordnete das Landeskirchenamt dann den völligen Lockdown des Archivs an, und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Archivstelle Boppard  gingen – wie auch die Düsseldorfer Kolleginnen und Kollegen – ins Home-Office.

Nachdem die Bund-Länder-Einigung vom 15. April 2020 einen eingeschränkten Betrieb von Archiven ab dem 4. Mai grundsätzlich wieder erlaubte, wechselte das Bopparder Team in den regulären Präsenzmodus zurück. Eine der vordringlichen Aufgaben bestand nun darin, Rahmenbedingungen zu schaffen, die auch wieder eine externe Benutzung der Archivstelle ermöglichten.

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Neues Online-Findbuch: Kirchengemeinde Laubenheim

Evangelische Kirche Laubenheim

Neu auf der Website des Archivs ist das Online-Findbuch der Kirchengemeinde 4KB 104B Laubenheim. Kurfürst Ottheinrich von der Pfalz führte 1577 in den kurpfälzischen Dörfern Laubenheim und Münster an der Nahe die Reformation ein. Die evangelischen Kirchengemeinden beider Orte waren zunächst selbständig, Laubenheim mit der Filiale Dorsheim (später auch Grolsheim), Münster mit der Filiale Sponsheim. Nach dem Tod des Pfarrers Conradi in Münster 1695 besetzte ein Binger Kapuziner dort Kirche und Pfarrhaus und erzwang unter dem Schutz der französischen Besatzung, dass kein evangelischer Pfarrer mehr dorthin berufen wurde, sondern der Laubenheimer Pfarrer Münster mit bedienen musste. Nach dem Übergang von Laubenheim an Preußen 1815 wurde die Verbindung mit dem rheinhessischen Grolsheim gelöst. Zum 1.7.1973 wurde Münster-Sarmsheim als selbständige Kirchengemeinde errichtet, Dorsheim und Laubenheim wurden dieser Gemeinde eingegliedert. Zum 1.1.2020 wurden die Gemeinden Münster-Sarmsheim und Waldalgesheim zur Gemeinde Münster-Sarsheim-Waldalgesheim vereinigt.

Gemeinsame Beschwerde der reformierten und lutherischen Pfarr- und Kirchenältesten zu Laubenheim betreffend die Nichtzahlung des Gotteshellers (2. Mai 1738), aus Bestand: AEKR 4KB 104B Nr. 27

Das allgemeine Schriftgut des Archivs der Kirchengemeinde umfasst einen Zeitraum vom 18. Jahrhundert (u.a. Gravamina ab 1729, Verhältnis zur katholischen Kirche ab 1700) bis in die 1970er Jahre (in Einzelfällen bis 1980). Das Schriftgut der Kirchengemeinde Laubenheim stammt aus der Zeit um 1700 (u.a. Rechnungswesen ab 1678, Pfarrstellenakten ab 1704, Schulwesen ab 1740) bis Ende der 1970er Jahre (in Einzelfällen bis 1990). Interessant ist ein Bestand an Brieftagebüchern aus dem Zeitraum von 1854-1919. Das Schriftgut der Filiale Münster-Sarmsheim reicht ebenfalls bis in das 17. Jahrhundert zurück (u.a. Vermögensverwaltung ab 1661, Rechnungswesen ab 1669, Kollekten ab 1729, Pfarrstellenakten ab 1770, Amtshandlungen ab 1794) und endet 1979. Ein Schwerpunkt liegt auf den Kirchenbauten (1742-83 bzw. 1971-79), außerdem auf dem Rechnungswesen. Auch das Schriftgut der Filiale Dorsheim entstammt zu einem großen Teil dem Rechnungswesen und der Vermögensverwaltung (Laufzeit 1917-1967) mit einem Schwerpunkt auf den Kirchensteuern (1814-1971). Der Bestand wird in der Evangelischen Archivstelle Boppard aufbewahrt.