Aus evangelischen Archiven 55 (2015) jetzt online

Der neue Jahresband der Zeitschrift des Verbandes kirchlicher Archive ist jetzt auch online abrufbar. Er bietet wieder einen Überblick über aktuelle Projekte der landeskirchlichen und diakonischen Archive im Bereich der EKD. Das Spektrum reicht von Kirchenkampfsammlungen über historische Gemeindeverzeichnisse bis hin zu einer Studie über die Bibel als Bildmotiv bei Siegeln. Auch Fragen der archivischen Praxis wie die Einführung von Standards oder der Stellenwert der gemeindlichen Archivpflege werden behandelt. Die Fahne des Web 2.0 hält Tatjana Klein hoch, die unser rheinisches Weblog als Interaktions- und Kommunikationsinstrument vorstellt.

Das Siegel der Evangelischen Kirchengemeinde Birk

Gezeichnet von Herbert Schuffenhauer, Kölner Maler und Bildhauer,
geboren am 11. Dezember 1910, gestorben am 24. Januar 2013

Das Archiv der Evangelischen Kirche im Rheinland hat in seiner Siegelsammlung ca. 40 Kirchensiegel, die von Herbert Schuffenhauer gestaltet wurden. Eines davon ist das Kirchensiegel der Evangelischen Kirchengemeinde Birk.

Siegel der Evangelischen Kirchengemeinde Birk von Herbert Schuffenhauer

Siegel der Evangelischen Kirchengemeinde Birk

Herbert Schuffenhauer schrieb zu dem Siegel: „Das Siegel der Evangelischen Kirchengemeinde Birk ist ein Rundsiegel mit einer im Uhrzeigersinn umlaufenden Legende. In Versalien erscheint der Text: EVANGELISCHE KIRCHENGEMEINDE BIRK  Das Siegel zeigt ein ‚Ökumene Schiff‘ in frontaler Ansicht, belegt mit einer nach rechts fliegenden, blatttragenden Taube. Das Siegel wird von einer durchlaufenden Linie eingefasst. Das Siegelbild weist auf den Namen der Kirche ‚Friedenskirche‘ hin.“

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Wer kennt diesen Pfarrer?

Pfarrer wechseln bekanntlich schon mal die Pfarrstelle. Selbst wenn sie in eine andere Landeskirche wechseln, ist üblicherweise zumindest der Name dieser Kirche bekannt. Aber nicht immer. Und es gibt Fälle, da ist zwar der Name des neuen Pfarrortes überliefert, aber dies nützt immer noch nichts, denn diesen Ortsnamen gibt es mehrfach.

Was kann ich in solchen Fällen tun?

Als erstes sehe ich natürlich in den geographisch und/oder konfessionell naheliegenden Pfarrerbüchern nach. Hilft dies nicht weiter, werden die übrigen verfügbaren Pfarrerbücher durchsucht, anschließend das Internet.

Zunächst möchte ich einen konkreten Fall vorstellen, anschließend bitte ich bei einer ganzen Reihe ähnlicher Fälle um Ihre Hilfe.

Wilhelm Christian Groos war von 1811 bis 1813 Pfarrer in Züsch. Rosenkranz schreibt, ohne daß mir seine Quellen bekannt geworden wären, Groos sei am 1. Feb. 1787 als Sohn des Pfarrers Georg Groos und seiner Ehefrau Klara Sofia geb. Christian in Wehrheim bei Usingen geboren worden. Von 1813 bis zu seinem Tod am 26. Aug. 1823 wäre er Pfarrer in Eberbach am Neckar gewesen.

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Räuberbanden und wehrhafte Pfarrer

Überfall auf das Pfarrhaus im Mülheim (Stich)

Überfall auf das Pfarrhaus im Mülheim (8SL 063 Pfarrerfamilie Denhard, Nr.45)

Räuberbanden trieben in der Frühen Neuzeit ihr Unwesen im Rheinland.

Die Faszination, die heute von einigen dieser Banden und ihren teilweise legendären Repräsentanten ausgeht, ist bis heute ungebrochen. Die Legendenbildung begann zum Teil schon zu Lebzeiten der „Räuberhauptmänner“. So z.B. beim „Schinderhannes“ Johannes Bückler, der zu Beginn des 19. Jahrhunderts am Südrhein für Unruhe sorgte.
Am Niederrhein waren mehrere Räuberbanden aktiv. Eine davon war die „Niederländische Bande“ um den berüchtigten Hauptmann Mathias Weber, aufgrund seiner Kampftechnik „ Fetzer“ genannt. Zahlreiche Verbrechen werden ihm im ausgehenden 18. Jahrhundert zugerechnet, u.a. zwei Raubzüge auf das Neusser Rathaus und ein Überfall auf einen Kölner Postwagen.

Einer der spektakulärsten Raubzüge der „Fetzer‘schen Bande“   richtete sich gegen das Pfarrhaus des reformierten Pfarrers Johann Otto Pithan (1742-1807) in Mülheim an der Ruhr. Der gab sich aber nicht kampflos geschlagen. Weiterlesen

Interessante Lesezeichen

148In der Evangelischen Archivstelle Boppard, wird zurzeit die Dienstbibliothek neu katalogisierten und die neu hinzugekommen Bücher eingearbeitet.  Bei der Durchsicht der Bücher auf Beschädigungen oder fehlenden Seiten, stößt man immer wieder auf Lesezeichen aller Art. Neben eingelegten Blättern (offenbar zum trocknen) finden sich auch die bekannten Zeitungs- und Papierabrisse und Lesezeichen in rechteckiger Form. Die meisten Lesezeichen finden sich in Gesangbüchern, Bibeln und Erbauungsliteratur. Einige interessante und nicht alltägliche Lesezeichen sind in der Abbildung zusehen. Von den in Handarbeit hergestellten Lesezeichen ist das mit dem Schriftzug Jesus in Schattenform gut gemacht. Zwecks Größenvergleich ist ein Lineal beigefügt.

Private Frömmigkeit am Niederrhein

Krafft, Isaak Christian (1727-1791) Tagebuch, Tulpe 1762, AEKR 8SL 046 (Bildarchiv)_80038;

Krafft, Isaak Christian (1727-1791)
Tagebuch, Tulpe 1762, AEKR 8SL 046 (Bildarchiv)_80038;

Zum Freundeskreis Gerhard Tersteegens zählte auch der Schulmeister Isaak Christian Krafft (1727-1791). Aufgewachsen zu Büdingen in der Wetterau, legte er bei seinem Wegzug nach Krefeld ein Tagebuch an, das er zum Teil in Griechisch führte. Ihm verdanken wir wertvolle Einblicke in seine Glaubenswelt. Weiterlesen

Der preußische König Friedrich Wilhelm III. stiftet eine Kirchen-Agende für die Evangelische Kirchengemeinde Kreuznach

In der Dienstbibliothek des Landeskirchlichen Archivs befindet sich ein Exemplar der “Kirchen-Agende für die Hof- und Domkirche in Berlin”, zweite Auflage, gedruckt 1822 bei Dieterici in Berlin. Unter den zahlreichen Agenden verschiedener Ausgaben und Zeiten ragt dieses Exemplar durch sein auffälliges Äußeres hervor: Zunächst fällt auf dem schwarzen Einband das große goldene, mit Intarsien geschmückte Kreuz auf. Auf der Rückseite sehen wir in Gold unter der preußischen Krone die Initialen “F.W.III.” und die Widmung “Der Kirche in Creuznach. 1824. No. 21.”

Kirchen-Agende Kreuznach, ca. 1824, No 21; aus Bestand: AEKR Düsseldorf- Archivbibliothek JII K 031

Kirchen-Agende Kreuznach, ca. 1824, No 21; aus Bestand: AEKR Düsseldorf- Archivbibliothek JII K 031

Wenn wir die Agende aufschlagen, finden wir auf einem der Vorsatzblätter eine Widmung in akkurater Handschrift “Für die Kirche in Creuznach zum segensreichen Andenken an die Annahme dieser Agende, und zur Beförderung christlicher Gottesfurcht und Tugend in der Gemeine. Berlin, den 5. ten Februar 1824″ mit der Unterschrift des Königs Friedrich Wilhelm III.

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