Alltagsbewältigung am 8. Mai 1945

AEKR6HA004_A15In der individuellen Wahrnehmung der meisten Deutschen bildete der 8. Mai 1945 keinen wesentlichen Einschnitt. Ungleich bedeutender war für sie die konkrete Erfahrung des Kriegsendes an ihrem jeweiligen Wohnort. In Düsseldorf zogen amerikanische Truppen bereits am 17. April ein und beendeten den örtlichen NS-Terror, der noch am Vortag mit Standgerichten gewütet hatte. So konnte drei Wochen später auch Joachim Beckmann, Pfarrer in Düsseldorf und einer der führenden Köpfe der Bekennenden Kirche im Rheinland, die Muße dieses Tages nutzen, um ganz profan an die britischen Militärbehörden einen Antrag auf Fahrerlaubnis zu stellen. Weiterlesen →

Kirche unterm Preußenadler – eine Veranstaltungsreihe

Glaube, Konfession und Politik im Rheinland des 19. Jahrhunderts

KircheuntermPreußenadler

Eine Veranstaltungsreihe der Evangelischen Archivstelle Boppard mit Lesungen aus Originalquellen zum Preußenjahr 2015

Der Übergang des Rheinlands an Preußen im Jahr 1815 war für die Kirchen im Rheinland und insbesondere im katholisch geprägten Raum Koblenz ein tiefer Einschnitt. Erstmals wurde das Land von einer evangelischen Obrigkeit regiert. Während für die evangelischen Diasporagemeinden nun ein Aufschwung einsetzte, hatten die rheinischen Katholiken manche Auseinandersetzung mit Berlin durchzustehen. Auch das Miteinander der beiden Konfessionen war nicht immer einfach.

Anhand von zeitgenössischen Originaltexten, gelesen von Kammerschauspieler Hermann Burck an authentischen kirchlichen Orten, wird die historische Epoche der Kirche unterm Preußenadler wieder lebendig. Die Veranstaltungsreihe der Evangelischen Archivstelle Boppard beleuchtet die vielfältigen Aspekte der preußischen Kirchenpolitik im Rheinland, die in mancherlei Hinsicht bis heute ihre Spuren hinterlassen hat.

 

 

Reformationsjubiläum im Jahr 1830

Das 300-jährige Jubiläum des evangelischen Augsburger Bekenntnisses (Confessio Augustana)

Zur Feier des 300jährigen Jubiläums der Übergabe der Augsburgischen Konfession am 25. Juni 1830

Zur Feier des 300jährigen Jubiläums der Übergabe der Augsburgischen Konfession am 25. Juni 1830

Zum 300-jährigen Jubiläum der Übergabe des evangelischen Augsburger Bekenntnisses (Confessio Augustana) an Kaiser Karl V. auf dem Augsburger Reichstag am 25. Juni 1530 erschien im Jahr 1830 eine Flut populärer Kleinschriften, die dieses Ereignisses der Reformationsgeschichte gedachten. Die enorme Publikationswelle ist nur dadurch zu erklären, dass es nicht einfach um einen historischen Gedenktag ging, sondern dass das Augsburger Bekenntnis von 1530 zur Projektionsfläche für zahlreiche aktuelle kirchenpolitische Fragen der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde. Weiterlesen →

Einführung der Reformation im Hunsrück – Die Mühen der Ebenen

 Visitationsprotokoll der Kirchengemeinde Kastellaun aus den Jahren 1590/91

Visitationsprotokoll Kirchengemeinde Kastellaun 1590/91

Im Sommer 1557 führte Pfalzgraf Friedrich II. von Simmern in seinen Hunsrücker Stammlanden per Dekret das Luthertum ein. Bis das reformatorische Gedankengut jedoch in den Gemeinden tatsächlich Wurzeln geschlagen hatte, gingen noch mehrere Jahrzehnte ins Land. Die im Archiv der Kirchengemeinde Kastellaun überlieferten Visitationsunterlagen aus den Jahren  1590/91 belegen eindrücklich, dass es auch nach über dreißig Jahren immer noch erforderlich war, die Umsetzung evangelischer Grundprinzipien mit Nachdruck anzumahnen. Weiterlesen →

Neujahrsgedicht von Carl Jatho

Neujahrsgedicht von Carl Jatho

Das neue Jahr hat nun auch im Landeskirchenamt und damit auch im Archiv der Evangelischen Kirche im Rheinland begonnen. Mit vielen guten Vorsätzen geht es wieder ans Werk. Der eine hat sich vielleicht vorgenommen, etwas ordentlicher zu sein, der andere möchte gelassener an die Herausforderungen des Alltags herangehen, ein wieder anderer gibt das Rauchen auf… Fast jeder kennt diese Vorhaben, die mit dem Jahreswechsel einhergehen. Das war wohl auch um die Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert nicht anders.

Den Kern solcher Vorsätze hat der Kölner Pfarrer Carl Jatho (1851-1913)  in diesem kurzen Gedicht in seiner 1906 veröffentlichten Neujahrspredigt über 1. Petrus 4, 8-11 mit dem etwas martialisch anmutenden Titel „Treu bis in den Tod“ beschrieben: Weiterlesen →

1914: Die evangelischen Pfarrer fordern ihren Dienst als Seelsorger an der Front

Professor Wilhelm Goeters als Militärgeistlicher AEKR Düsseldorf 7NL 019 (Nachlass Wilhelm Goeters), Nr. 36

Professor Wilhelm Goeters als Militärgeistlicher, AEKR Düsseldorf 7NL 019 (Nachlass Wilhelm Goeters), Nr. 36

Neu in den Bestand der Archivbibliothek aufgenommen wurde eine Druckschrift mit dem wenig aussagekräftigen Titel „Dringlicher Antrag der beiden Pastoralkonferenzen der Kreissynoden Düsseldorf und Niederberg an die Ende November 1914 in Neuwied tagende 32. Rheinische Provinzialsynode“; der Druck umfasst 15 Seiten. Der Text beginnt mit dem Antrag: „Hochwürdige Provinzialsynode wolle wenn möglich noch im Benehmen mit der westfälischen Schwestersynode und unter empfehlender Mitteilung des Beschlusses an alle übrigen Provinzial- und Bezirkssynoden in Preußen beschließen, daß der preußischen Generalsynode der dringende Antrag unterbreitet werde, alsbald nach Beendigung des jetzigen Krieges die durchgreifende Neuregelung des Heeresdienstes der evangelischen Theologen Weiterlesen →

Ein spannendes Stück frühneuzeitlicher Kirchengeschichte: die Acta Ronsdorfiana

Persönliche Weissagung der Anna vom Büchel, die Namen der Betroffenen wurden nachträglich entfernt

Persönliche Weissagung der Anna vom Büchel, die Namen der Betroffenen wurden nachträglich entfernt

Kürzlich bin ich durch eine Anfrage auf diesen sehr interessanten Aktenfundus gestoßen:
Im Bestand des Provinzialkirchenarchivs 1OB 020 gibt es eine Abteilung mit dem Namen Ronsdorfiana. Unter diesem Klassifikationspunkt finden sich insgesamt 27 z.T. dicke Aktenbände mit bis zu 400 Seiten. Mehr als über jede andere Gemeinde innerhalb des Einzugsbereichs der reformierten Provinzialsynode.
Geschuldet ist dies den ungewöhnlichen Vorgängen, die 1741 zur Abspaltung der Gemeinde Ronsdorf von der reformierten Gemeinde Elberfeld und schließlich sogar von der Bergischen Synode führten. Weiterlesen →