Regionale Handbücher der evangelischen Kirchenbauten im Rheinland. Teil 1

Viele Menschen interessieren sich für Kirchengebäude, nicht nur für Dome und Kathedralen in Urlaubsgebieten, sondern auch für Kirchen in ihrer Heimat. Für viele Städte und Regionen im Gebiet der Evangelischen Kirche im Rheinland gibt es Handbücher oder andere Zusammenstellungen der Kirchengebäude; zum Teil sind nur die evangelischen Kirchen aufgeführt, teilweise aber auch Gotteshäuser anderer Kirchen oder sogar Religionen. Durch die Aufgabe etlicher Kirchen in den vergangenen 10-15 Jahren haben die Verzeichnisse schon historischen Wert. Wir wollen uns den Übersichten auf der Grundlage der evangelischen Kirchenkreise nähern, da deren Gebiet oftmals den Raum der dargestellten Kirchen definiert.

In einem ersten Teil sollen die Kirchenkreise Aachen bis Bonn im Landesteil Nordrhein behandelt werden:

Kirchenkreis Aachen:

Das Buch Evangelische Gottesdienststätten im Kirchenkreis Aachen erschien 1986 und wurde vom Kreissynodalvorstand herausgegeben. Auf 144 Seiten werden geschichtliche Übersichten über den Kirchenkreis und die Kirchengemeinden geboten; auf einer Doppelseite wird jede Gottesdienststätte mit Text und Außen- und Innenaufnahme dargestellt.

1998 legte der Kirchenkreis unter dem Titel Brücken bauen ein Handbuch vor, das ebenfalls Angaben zu den Gottesdienststätten in den Gemeinden enthält und jeweils eine Aufnahme bietet. Der Vollständigkeit halber soll das Gemeindebuch des Kirchenkreises Aachen aus dem Jahr 1959 erwähnt werden. Auch hier finden sich geschichtliche Angaben und Abbildungen der Kirchen.

Kirchenkreis An der Agger (die Gemeinden liegen im Oberbergischen Kreis, Rosbach im Rhein-Sieg-Kreis)

Evangelisch in Oberberg; ISBN: 978-3-9804392-2-0

Im Jahr 2007 gab der Kirchenkreis ein Handbuch unter dem Titel Evangelisch in Oberberg heraus; neben umfangreichen Berichten über Angebote und Einrichtungen des Kirchenkreises werden die Kirchengemeinden auf mehreren Seiten vorgestellt. Die zahlreichen Fotos zeigen auch alle Gottesdienststätten.

Aus dem Jahr 1962 stammt das Gemeindebuch des Kirchenkreises An der Agger, das zahlreiche Informationen über die Gemeinden und je eine Abbildung der Kirchen bringt. Auf zwei spezielle Veröffentlichungen für den oberbergischen Bereich soll hier noch hingewiesen werden, die wohl einzigartig für das Rheinland sind: eine regionale Übersicht über die Glocken der Kirchengemeinden unter dem Titel Glocken und Geläute im Oberbergischen und ein Handbuch der Orgeln Orgeln in oberbergischen Kirchen.

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Klassenfoto mit Massenmörder, oder: Die Problematik christlicher Schuldvergebung

Der vielfach ausgezeichnete Journalist Jürgen Gückel hat jetzt eine aufrührende Studie zu dem SS-Hauptsturmführer Artur Wilke veröffentlicht, seinem ersten Lehrer in der Nachkriegszeit. 1963 wurde dieser zu zehn Jahren Zuchthaus verurteilt. Hierzu hat Gückel auch im Archiv der EKiR geforscht. Wer aber war Artur Wilke und warum finden sich zahlreiche Briefe von ihm im Düsseldorfer Archiv?

Klassenfoto mit Massenmörder; Vandenhoeck & Ruprecht; ISBN: 978-3-525-31114-1

Diese Fragen führen zu einem Bestand, der seit seiner Erschließung 2005 bereits Gegenstand mehrerer wissenschaftlicher Publikationen wurde: Der Nachlass des Wuppertaler Theologen Prof. Hermann Schlingensiepen enthält umfängliche Korrespondenzen mit den in den großen NS-Prozessen der 1960er Jahre verurteilten Massenmördern der Einsatzgruppen und Konzentrationslager.

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Kirchenvisitationsprotokolle des Herzogtums Pfalz-Zweibrücken

Kirchenvisitationsprotokolle des Herzogtums Pfalz-Zweibrücken, Bd. 1, 1538-1555, Hg. Bernhard H. Bonkhoff, ISBN 978-3-930250-52-3

Der Titel klingt zunächst recht trocken, in den Berichten der strengen Visitatoren geht es aber um das pralle Leben in den Pfarreien der Oberämter des Herzogtums. Wie liefen dort Predigt, Untericht, Seelsorge und Sittenzucht vor knapp 500 Jahren ab? Vorigen Freitag ist hierzu auf der Burg Lichtenberg bei Kusel Band 39 der Schriftenreihe des Archivs der EKiR der Öffentlichkeit vorgestellt worden.

Der erste Band dieser auf drei Teile konzipierten Edition behandelt den Zeitraum 1538-1555. Als Herausgeber konnte mit Bernhard H. Bonkhoff einer der besten Kenner der pfälzischen Kirchengeschichte gewonnen werden. Mit der Publikation dieses Bandes ist es gelungen, nach über 25 Jahren ein Forschungsprojekt zum Abschluss zu bringen, an dem Vertreter der pfälzischen und rheinischen Landeskirchen beteiligt waren. Der Band ist zum Preis von 19,80 € im Buchhandel oder beim Archiv der EKiR erhältlich.

Once again: Der Weseler Konvent 1568 als Erfindung der Historiker

Auf den Tag genau vor zwei Jahren stellten wir hier im Blog die damals frisch erschienene Studie des amerikanischen Historikers Jesse Spohnholz zum Weseler Konvent 1568 vor. Er legte hierin überzeugend dar, wie im Laufe des 17.-19. Jahrhunderts ein reines Positionspapier mit einigen Unterschriften zum vermeintlichen Schlüsseldatum reformierter rheinischer Kirchengeschichte stilisiert wurde.

Etwas naiv formulierte ich damals die Erwartung, dass sich die kirchenhistorische Zunft zumal im Rheinland zeitnah mit den Thesen von Spohnholz auseinandersetzen werde. Stattdessen kann man den Eindruck gewinnen, dass das Thema einfach totgeschwiegen wird. Immerhin hat man 2018 in Wesel auf größere Jubiläumsfeierlichkeiten verzichtet. Umso erfreulicher ist daher die jetzt im rheinischen Geschichtsblog Histren veröffentlichte detaillierte Besprechung von Jonas Bechtold, für die er auch auf Ergebnisse der diesjährigen Conference der GSA in Portland (USA) zurückgegriffen hat

Neuerscheinung: 100 Lebensbilder des rheinischen Protestantismus

Zwischen Bekenntnis und Ideologie, Evangelische Verlagsanstalt Leipzig

Ab sofort lieferbar ist ein neues Buch der Evangelischen Verlagsanstalt Leipzig. Unter dem Titel „Zwischen Bekenntnis und Ideologie“ bündelt es 100 Kurzbiografien bekannter wie unbekannter evangelischer Rheinländerinnen und Rheinländer. Die Geburtsjahrgänge reichen von 1856 bis 1934 und umfassen damit Menschen, die aktiv Einfluss auf die Entwicklung in Kaiserreich und Weimarer Republik genommen haben ebenso wie auch Menschen, die ihre Kindheit und Jugend unter totalitären Vorzeichen erleben mussten.

Die Kommission der Evangelischen Kirche im Rheinland für Kirchengeschichte hatte im Auftrag der Kirchenleitung die Konzeption erarbeitet. Insgesamt haben sich vierzig Autorinnen und Autoren an dem Band beteiligt. Auch vier Mitarbeitende unseres Archivs haben zu dem Buch beigetragen. Die „Lebensbilder“ können zum Preis von 30,–€ im Buchhandel bezogen werden.

Szenetreff der DHd Jahrestagung in Köln 2018 – Tipps und Eindrücke:

obercooles Gadget: To Go Becher DHd 2018 Köln, der während und zwischen den Veranstaltungen mit diversen Getränken betankt werden konnte 🙂

Die diesjährige Jahresveranstaltung der Digital Humanities im deutsprachigen Raum fand an der Universität Köln statt. Es wurde ein tolles und umfangreiches Programm ( 5 Tage!) mit Workshops, Vorträgen und Panels zum Thema „Kritik der Digitalen Vernunft“ sowie Abendprogramm geboten.

Tipp: Die äußerst lesenswerten Konferenzabstracts finden sich online zum Nachlesen hier: Book of Abstracts (PDF – 24 MB Download)

Herausgepickt habe ich mir daraus folgende Workshops bzw. Vorträge:

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